06. März 2010 /Kreistagsinfos

Der direkte Weg zur lokalen Politik

Kreistagsinformationssystem seit März online

Seit diesem Monat bietet der Internetauftritt des Landkreises Greiz einen weiteren Service. Zu den bisher schon verfügbaren Informationen kommt nun das Bürgerinformationssystem des Kreistages Greiz hinzu. Unter www.landkreis-greiz.de steht dieser Online-Dienst zur Verfügung, der Verwaltung, Medien und natürlich den Bürgern mehr Transparenz verspricht.
Über die Homepage des Landkreises können Interessierte damit öffentliche Sitzungstermine, Tagesordnungen Sitzungsvorlagen und Niederschriften abrufen.
Darüber hinaus bietet der neue Service die Möglichkeit, Informationen über die Zusammensetzung des Kreistages und seiner Ausschüsse sowie über die Kreistagsmitglieder zu erhalten. Weiterhin ist dort die Kreisrechtssammlung mit den aktuellen Fassungen aller Satzungen des Landkreises Greiz zu finden. Parallel dazu wurde ein Informationssystem speziell für die Mitglieder des Kreistages eingerichtet, die dafür heute ihren Zugangskennung erhalten haben. Ihnen stehen damit neben dem Zugriff auf alle Daten des öffentlichen Informationssystems auch die Unterlagen zu den nichtöffentlichen Sitzungen online zur Verfügung.
Landrätin Martina Schweinsburg, die im Anschluss an die Sitzung des Kreistages am 2. März im Beisein von Gerhard Helmert, Vorsitzender des Kreistages, und Dr. Andreas Hemmann, stellvertretender Vorsitzender des Kreistages, das Serviceportal symbolisch freischaltete, hofft, dass dieses Online-Angebot auf dieselbe große Resonanz stößt wie das Ausbildungsportal oder die Bauherrenauskunft.


06. März 2010 /OTZ

Thüringer Verdienstorden für Dr. Hans Georg Hunger

Außergewöhnliches Engagement geehrt

Greiz (OTZ).

Die höchste Auszeichnung, die Thüringen zu vergeben hat, konnte gestern Dr. Hans-Georg Hunger aus den Händen von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht entgegen nehmen. Für seine "herausragenden Verdienste um den Freistaat und seine Bevölkerung" wird dem langjährigen Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH der Thüringer Verdienstorden verliehen. "Mit seinen vielfältigen Initiativen und außergewöhnlichem Engagement hat Dr. Hunger angepackt und dabei zum Wohle unseres Landes in besonderem Maße beigetragen. Seit 1991 war er am Kreiskrankenhaus Greiz tätig, zunächst als Verwaltungsdirektor, seit 1993 als Geschäftsführer. Während dieser Zeit habe Hunger nicht nur dafür gesorgt, aus dem Krankenhaus Greiz eine der modernsten Kliniken Thüringens zu machen. Er habe sich darüber hinaus auch in vielen Gremien für das Gesundheitswesen ehrenamtlich engagiert", würdigte die Ministerpräsidentin die Leistungen des Geehrten.


06. März 2010 /OTZ

Abstimmung konkret

Greiz (OTZ).

Während die Greizer Stadtratsfraktionen von SPD und CDU in der jüngsten Sitzung am Mittwochabend beide Abberufungsanträge gegen Stadtratsvorsitzenden und Energieversorgungsaufsichtsratsmitglied Dr. Andreas Hemmann (SPD) geschlossen ablehnten, sah das Abstimmungsverhalten der drei antragstellenden Fraktionen Linke, FDP und IWA wie folgt aus:

Antrag auf Abberufung von Hemmann als Stadtratsvorsitzender:
IWA: Jens Geißler, Ricarda Gebauer, Walter Dengler und Johannes Arzt stimmten mit Ja.
FDP: Jan Popp, Wilhelm Wüstner, Günther Seidel stimmten mit Ja, Michael Kniebel enthielt sich der Stimme.
Linke: Holger Steiniger stimmte mit Ja, Helgard Gothe, Anni Iwanitzki-Hergenhan, Gisela Heimrath enthielten sich der Stimme.
NPD-Stadtratsmitglied Peter Nürnberger stimmte mit Ja.
Gesamt: 9-Ja- und 16 Nein-Stimmen sowie vier Enthaltungen.
Antrag auf Abberufung von Hemmann als Aufsichtsratsmitglied der Energieversorgung Greiz:
IWA: Jens Geißler, Ricarda Gebauer, Walter Dengler und Johannes Arzt stimmten mit Ja.
FDP: Jan Popp, Wilhelm Wüstner, Günther Seidel stimmten mit Ja, Michael Kniebel enthielt sich der Stimme.
Linke: Holger Steiniger, Helgard Gothe, Anni Iwanitzki-Hergenhan, Gisela Heimrath stimmten mit Ja.
NPD-Stadtratsmitglied Peter Nürnberger stimmte mit Ja.
Gesamt: 12-Ja und 16-Nein-Stimmen sowie eine Enthaltung.


06. März 2010 /OTZ

Meine Woche

Vertrauen im Eimer

Kathrin Schulz
Kathrin Schulz

Von Kathrin Schulz

Mittwochabend konnte man den Rest an Vertrauen im Greizer Stadtrat auch noch in die Tonne treten. Die schwere Vertrauenskrise, die im Ratssaal herrscht, trat deutlicher denn je zutage, verhärtete Fronten machen Sachpolitik schwer.
IWA, FDP und Linke scheiterten an der Mehrheit von SPD und CDU mit ihrem Abwahlantrag des Stadtratsvorsitzenden Dr. Hemmann. Das Fraktionstrio sah sich getäuscht und desinformiert und forderte deshalb politische Konsequenzen ein. Für Bürgermeister Gerd Grüner eine "Rufmordkampagne" an seinem Vorgänger im Amt, CDU-Fraktionschef Jürgen Frantz beklagte einen "schwarzen Tag", wie er ihn seit fast 20 Jahren im Stadtrat nicht erlebt hätte, während SPD-Fraktionschef Harald Jatho die Torpedierung der gemeinsamen Politik von SPD und CDU als wahren Grund der Aktion auszumachen glaubt.
"Nicht der hat ein Problem, der eine Verfehlung anzeigt, sondern der, der sie begangen hat", stellte dagegen FDP-Fraktionsführer Wilhelm Wüstner fest. Recht hat er. Doch die juristische Wertung der Sachlage, das ist ganz klar, soll auch den Juristen überlassen bleiben. Die politischen Auswirkungen allerdings sind sehr wohl Sache des Stadtrates und gehören entsprechend ernst genommen auf den Tisch des Hauses.
"Vertrauen bei Null wegen des Vorenthaltens wichtiger Informationen" - Ricarda Gebauer zweifelt als IWA-Stadträtin an der realen Möglichkeit, ihre Entscheidungen optimal abwägen zu können, während Holger Steiniger, der die Linke-Fraktion führt, sich wieder einmal in seiner Ansicht bestätigt sieht, dass Ausgrenzung und verfehlte Informationspolitik im Rathaus in einer Arroganz der Macht gipfelt. Um es auf den Punkt zu bringen: Das Vertrauen ist im Eimer. Die Opposition muss die Kröte des Scheiterns schlucken, während die "große Koalition" und das Amt des Stadtratsvorsitzenden ordentlich angekratzt und mit Misstrauen behaftet sind.
Dabei ist es höchste Zeit, sich den Fragen zuzuwenden, die es beispielsweise im Zusammenhang mit der künftigen "Vogtlandhalle Greiz" zu lösen gilt. Diese Entscheidung hatte glücklicherweise so gar nichts von einem schwarzen Tag.


06. März 2010 /OTZ

Krise lässt Geldbeutel der Beschäftigten schrumpfen

Verarbeitendes Gewerbe als großer Verlierer

Von Katja Grieser Greiz.

Die Krise lässt die Geldbeutel der Beschäftigten vor allem im verarbeitenden Gewerbe schrumpfen. Im vergangenen Jahr seien die Bruttolöhne in dem Bereich im Landkreis Greiz um 3,8 Prozent gesunken, wie Torsten Wolf vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) mitteilt.
Der Gewerkschaftssekretär stützt sich dabei auf Zahlenmaterial des Statistischen Landesamtes. Verdienten die Beschäftigten dieser Branche 2008 noch durchschnittlich 2112,58 Euro brutto im Monat, waren es im vergangenen Jahr über 80 Euro weniger. Der Umsatz pro Beschäftigtem sank in 2009 im verarbeitenden Gewerbe um über acht Prozent. Erwirtschaftete im Jahr zuvor noch jeder Beschäftigte dieser Branche im Landkreis Greiz gut 12 877 Euro, waren es 2009 krisenbedingt lediglich rund 11 843 Euro.
Nachdem ein Teil der Aufträge weggebrochen sind - besonders bei exportorientierten Unternehmen -, wurden die Arbeitsstunden der Beschäftigten herunter gefahren. Zunächst seien Zeitarbeitskonten abgebaut worden, dann stand häufig Kurzarbeit an. "Im verarbeitenden Gewerbe gibt es die höchsten Kurzarbeitsquoten", so Wolf weiter. Über die Kurzarbeit konnten sich zahlreiche Unternehmen im Landkreis über Wasser halten. "Das ist ein klarer Hinweis an die Politik, dass die Kurzarbeitsregelung möglicherweise nochmal verlängert werden muss", findet der Gewerkschafter, der jedoch auch die Problematik darin sieht. "Es gab leider Fälle, da wurde die Kurzarbeit ausgenutzt", weiß Torsten Wolf, der findet, dass jeder in diesem Land froh sein sollte, dass es dieses sozialstaatliche Mittel gibt, um Beschäftigung zu erhalten. Trotzdem mussten im vergangenen Jahr zahlreiche Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe den Gang zur Arbeitsagentur antreten, allein im Landkreis Greiz 116 Leute.
Hieran, so Wolf weiter, werde deutlich, dass die Hauptlast der Krise nicht deren Verursacher, sondern die Beschäftigten und mittelständischen Unternehmen zu tragen haben. Gefordert werden nun von Gewerkschaftsseite Regeln am Finanzmarkt, die eine solche Krise künftig unmöglich machen.


06. März 2010 /OTZ

Nachdenkliches zum Wochenende

Keine Frage der Zeit

Steffen Schürer
Steffen Schürer

Von Kreisjugendwart Steffen Schürer, Zeulenroda

Was würde meine Klassenlehrerin wohl über Gott sagen? Was denke ich, worauf meine Großeltern im Leben vertrauen? Woran glauben meine Eltern? Diese Fragen haben wir Jugendlichen einmal im Konfirmandenunterricht gestellt. Sie sollten darüber ins Nachdenken kommen, woran Menschen in ihrem näheren Umfeld so glauben. Besonders auffällig war bei den Antworten der Jugendlichen, dass sie ihre Großeltern grundsätzlich mit einem starken Gottvertrauen beschrieben. Bei den Klassenlehrern oder den Eltern hingegen fanden sie entweder gar keine Antworten oder waren sich sicher, dass diese mit Gott und Glauben nicht so viel anzufangen wüssten. Häufig war dabei auch die Aussage zu lesen, dass es im Leben darum ginge, auf die guten Noten und die entsprechende Berufslaufbahn zu vertrauen. Auf unser Nachfragen, warum Großeltern mehr auf Gott vertrauen würden, meinten einige Konfirmanden: Weil Oma und Opa eben in einer anderen Zeit aufgewachsen sind. Ist der Glauben also lediglich eine Frage der Zeit? Früher haben die Leute eben auf Gott vertraut und heute wissen wir es besser? Die Frage danach, worauf wir in unserem Leben vertrauen und worauf wir in unserem Leben "Wert legen" ist sicherlich kaum von gestern. Nicht umsonst scheint der Wertewandel in unserer Gesellschaft eine heiß diskutierte Angelegenheit. Selbstverwirklichung und Individualisierung sind heute die Schlagwörter. Aber wissen wir es damit besser?
Obwohl Jesus vor rund 2000 Jahren unseren gesellschaftlichen Wertewandel nicht unbedingt im Blick haben konnte, spricht er uns im Matthäusevangelium genau darauf an: "Wer sein Leben findet, der wird´s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird´s finden." (Mat 10,39). Mit diesen Worten stellt Jesus unseren unbändigen Drang nach Selbstverwirklichung in Frage. Jesus sagt damit: Wer sich in eigenen Wünschen und Sehnsüchten verliert, der versäumt das Beste im Leben. Oder noch besser ausgedrückt: der versäumt das beste Leben. Er verpasst ein Leben mit Gott, das von sich aus schon so viel Wert hat, dass ich nicht noch Sehnsüchten hinterherlaufen muss. Der Glaube an Gott ist nicht unbedingt eine Frage der Zeit, sondern eher die Frage danach, worauf ich in meinem Leben "Wert lege".


06. März 2010 /OTZ

Stimme starker Frauen

Iris Berben signiert Bücher in den Greizer Fürstensälen. Mehr als 300 Gäste waren gekommen, um bei ihrer Lesung aus dem Buch „Frauen bewegen die Welt dabei zu sein.
Iris Berben signiert Bücher in den Greizer Fürstensälen. Mehr
als 300 Gäste waren gekommen, um bei ihrer Lesung aus dem Buch
„Frauen bewegen die Welt" dabei zu sein.
Foto: OTZ/Ute Flamich

Schauspielerin Iris Berben bei "Prominente im Gespräch" - Mehr als 300 Gäste dabei

Von Ute Flamich Greiz (OTZ).

"Ich bin etwas erschlagen, das Herz klopft."
Damit hatte Iris Berben nicht gerechnet. Als die berühmte deutsche Schauspielerin gestern kurz nach 19 Uhr die Fürstensäle des Oberen Schlosses betrat, um in der Reihe "Prominente im Gespräch" aus ihrem Buch "Frauen bewegen die Welt" zu lesen, wurde sie mit tosendem Applaus empfangen - von weit mehr als 300 Gästen. Für weitere 100 Leute war kein Platz mehr. Enttäuscht mussten sie den Heimweg antreten. Noch bevor Iris Berben auch nur eine Zeile gelesen hatte, bedankte sie sich "aus tiefstem Herzen" für das große Interesse. "Man hatte mir gesagt, dass es unter Umständen so etwa 20 Gäste sein könnten, die kommen. Vielleicht auch etwas mehr", sagte sie und lachte.
Ihre anfängliche Aufregung war schnell verflogen, als die Schauspielerin ihre Rolle als Vorleserin übernahm. Das Publikum war mucksmäuschenstill. Man hatte das Gefühl, das es jedes Wort, jede Mimik und Gestik aufsaugen wollte - fasziniert von dieser sympathischen, zierlichen Frau, die ohne Allüren aufs Schloss gekommen war.
Aus ihrem neuen Buch, das sie gemeinsam mit der Journalistin Nicole Maibaum schrieb, las Iris Berben zwei Geschichten vor. "Ich verstehe mich als Stimme der 24 starken Frauen, die wir in unserem Buch porträtieren", sagte Berben, der es schwer gefallen sei, zwei Biografien zum Vorlesen auszuwählen. Letztlich habe sie sich für die Geschichte von Esther Mujawayo aus Ruanda und die der Kristina Bullert aus Schönebeck entschieden. Zwei Biografien, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

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Mehr als 300 Gäste waren gestern in die Fürsten-
säle des Oberen Schlosses nach Greiz gekommen, um
sie zu sehen: Schauspielerin Iris Berben, die aus
ihrem Buch „Frauen bewegen die Welt" las.
Foto: OTZ/Ute Flamich

Esther Mujawayo kam am 10. September 1958 in Ruanda zur Welt - einem politisch tief gespaltenen Land. Doch was sich im Jahr 1994 ereignete, veränderte ihr Leben komplett. Ein unfassbarer Völkermord, bei dem Angehörige der Volksgruppe der Hutu Angehörige der Volksgruppe der Tutsi ermordeten - mit dem Ziel, die Tutsi auszurotten. Innerhalb von nur 100 Tagen starben bei den Massakern in Ostafrika fast eine Million Menschen - auch Esther Mujawayos Ehemann, ihre Eltern und Geschwister. Doch statt sich hinter Trauer zu verstecken, entschloss sie sich zu kämpfen - für ihre Kinder und gegen das Vergessen. Heute ist Esther Mujawayo verheiratet und lebt in Deutschland.


Ich verstehe mich als Stimme der 24 im Buch porträtierten Frauen.

Iris Berben


Das zweite Porträt dreht sich um Kristina Bullert, die Lehrerin in der ostdeutschen Kleinstadt Schönebeck ist. Sie bringt ihren Schülern der Klasse 8b die Zeit des Nationalsozialismus nahe und zeigt, dass ostdeutsche Schüler nicht in der "braunen Masse" schwimmen.
"Die Geschichte aus Schönebeck ist kein Einzelfall", sagte eine Besucherin der Lesung. "Es gibt unglaublich viele Schulen, Schüler, Lehrer und viele, viele andere, die sich gegen Rechts engagieren", sagte die Frau und bedankte sich bei der Schauspielerin für den schönen und gelungenen Abend.
"Das war saustark", sagte Harald Seidel, Organisator des Abends. Auch Heike Taubert, Thüringer Ministerin für Soziales und Gesundheit, zeigte sich begeistert und dankte Seidel für seine Hartnäckigkeit und Freundlichkeit, mit der er es schaffte, die Schauspielerin nach Greiz zu bringen.
Iris Berben scheint es ebenfalls gefallen zu haben, denn sie versprach: "Ich komme wieder. Aber dann lassen wir die anderen rein", sagte sie wohl wissend, dass viele Interessierte keinen Platz mehr in den Fürstensälen gefunden hatten. Auch das wurde vom Publikum honoriert und zustimmend beklatscht. Kurz darauf verschwand Iris Berben in einer Traube von Menschen, die alle ein Buch signiert bekommen wollten, einen kurzen Wortwechsel führen oder einfach Iris Berben einmal hautnah erleben.


06. März 2010 /OTZ

Stabile Brücken aus der Krise

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (r.) und Landrätin Martina Schweinsburg (l.) gratulierten Roland Schuster aus Zeulenroda-Triebes, Konrad Möller aus Saara und Rosmarie Seile aus Weida sowie Dr. Hans Georg Hunger aus Greiz zu ihren Ehrungen.
Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (r.) und
Landrätin Martina Schweinsburg (l.) gratulierten Roland
Schuster aus Zeulenroda-Triebes, Konrad Möller aus Saara
und Rosmarie Selle aus Weida sowie Dr. Hans Georg Hunger
aus Greiz zu ihren Ehrungen.
Foto: OTZ/Katja Grieser

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht auf dem Jahresempfang der Landrätin

Von Kathrin Schulz Greiz (OTZ).

„Greiz ist eine Reise wert", streichelt Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in ihrer Festrede die Volksseele des vollbesetzten Theatersaals, um in Erinnerung an den Thüringentag unter dem eingängigen Motto „Greiz hat Reiz" gleich noch ein Kompliment nachzuschieben: „Sie waren hervorragende Gastgeber". Knapp 500 Gäste hatten sich zum Jahresempfang der Greizer Landrätin gestern Abend hier die Klinke in die Hand gegeben und einem furiosen musikalischen Auftakt der Vogtland-Philharmoniker begeistert applaudiert.
„Nur wer an die Zukunft glaubt, glaubt an die Gegenwart", zitiert die Ministerpräsidentin. „Es liegt in unserer Hand, gemeinsam über dieses Tal der Krisen, Probleme und Schwierigkeiten hinweg eine stabile Brücke auf sicheres Terrain zu bauen". Auch wenn die Inlandsnachfrage noch gering sei, fasse die Wirtschaft wieder Tritt. Die Exporte zeigten stärkere Dynamik. Mit dem Konjunkturpaket II haben die Kommunen landesweit 3240 Projekte auf den Weg gebracht. Lieberknecht erinnerte an das Motto des Erfurter Koalitionsvertrages „Gemeinsam erreichen wir mehr" und schwor die Thüringer auf bürgerschaftliches Engagement ein. Mit dem Thüringer Verdienstorden ehrte die Ministerpräsidentin Dr. Hans Georg Hunger (siehe-Beitrag oben). Für besondere Verdienste im Ehrenamt zeichnete sie Konrad Müller aus Saara, Roland Schuster aus Zeulenroda-Triebes und Rosmarie Selle aus Weida mit dem Ehrenbrief des Freistaates aus: Als Mitglied des Verwaltungsrates der AOK Plus setzt sich Konrad Möller aus Saara in außergewöhnlichem Maße für die Sicherung und die Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung ein, so Lieberknecht. Ebenso habe er sich als ehrenamtlicher Richter beim Arbeitsgericht Gera und als Mitglied des Widerspruchsausschusses der heutigen Deutschen Rentenversicherung verdient gemacht. Roland Schuster ist seit über 40 Jahren ehrenamtlich im Vorstand der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft „So- lidarität" in Zeulenroda tätig.
Mit großem Engagement setzt er sich für die Werterhaltung der Wohnungsbestände ein. Er war maßgeblich an der Vorbereitung und Errichtung verschiedener Wohngebiete beteiligt." Hervorzuheben sei auch sein Engagement beim Projekt „Generationenwohnen", das 2008 eingeweiht wurde.
Rosmarie Selle hat 1991 den Club der Arbeiterwohlfahrt in Weida gegründet. Wie erfolgreich ihre ehrenamtliche Arbeit dort ist, zeigen bereits die Mitgliederzahlen, die von drei auf heute 175 ältere Mitbürger wuchsen, die sich hier regelmäßig treffen. Das Programm des Weidaer Klubs der Arbeiterwohlfahrt ist abwechslungsreich und bereichernd. Bevor Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) ihre Gäste zu geselligen Gesprächen ans Buffet im Foyer bat, lobte sie noch die aktuelle Entscheidung des Greizer Stadtrates, den Theaterneubau künftig „Vogtlandhalle Greiz" zu nennen. Dort wird man sich 2011 ganz sicher wieder treffen.

Diesmal nicht die Konfrontation ,gesucht

Greiz (OTZ/KG).

„Wir suchen nicht die Konfrontation mit den Empfangsgästen, sondern unsere Aktion ist im Sinne der Kommunen hier", betont Karsten Halbauer, Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Gemeinsam mit Gewerkschaftskollegen von Verdi und weiteren Sympathisanten hatte er sich vor dem Greizer Theater postiert, um die Gäste des Jahresempfangs von Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) auf die prekäre Finanzsituation der Kommunen hinzuweisen.
Die Aktion der Gewerkschaften gehört inzwischen zum Empfang des Landkreises dazu, wie die Landrätin in ihrer Rede sagte. Dass die Protestler sich diesmal auf die Finanzlage der Kommunen beschränkten, ist dagegen ein Novum. „In vielen Kommunen wird über Personalabbau nachgedacht, auch Streichungen bei freiwilligen Leistungen sind im Gespräch", so Karsten Halbauer, der weiter sagt: „Die Schlüsselzuweisungen wurden permanent gekürzt, während die Aufgaben der Kommunen größer geworden sind. So kann es nicht weiter gehen", findet er. Die Gewerkschaften fordern nun, dass sich die Thüringer Gemeinden gemeinsam an Land und Bund richten und ihren Protest zum Ausdruck bringen. Bundes- und Landespolitik werden von ihnen aufgerufen, für eine bedarfsgerechte Finanzausstattung der Städte und Gemeinden zu sorgen.

Fotografische Eindrücke von OTZ/Katja Grieser -
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Jahresempfangsgäste gefragt

Welche Impulse nehmen Sie vom Empfang mit?

Wolfgang Rost, Geschäftsführer
Kreiskrankenhaus Greiz:

Ich denke, dass es wichtig ist, auf meinem Gebiet, also dem Krankenhaus, auch weiterhin Neues zu schaffen. Wie die Ministerpräsidentin gesagt hat, wollen wir für die Bevölkerung ein breites Leistungsangebot bereit halten.

Dr. Gabriele Suhre, Leiterin
Berufsbildungszentrum Greiz Zeulenroda:

Ich nehme vom Empfang die Aufforderung mit, dass wir uns weiter engagieren müssen. Ich habe das Gefühl, dass der Landkreis viel für die Bildung tut und große Erwartungen in uns Pädagogen setzt. Da sind wir in der Pflicht.

Friederike Böcher, Direktorin Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz:
Es ist sehr schön, wenn Leute ausgezeichnet werden, die sich fürs Gemeinwohl engagieren. Das ermutigt uns alle. Nachdem 2009 die Region gefeiert hat, sind 2010 nun wir dran. Das Schütz-Haus gibt es 25 Jahre, da feiern wir das ganze Jahr.

Klaus Seidemann, Kreisbrandmeister,
Ronneburg:

Die Reden waren gut, vor allem nicht so lang. Was gesagt wurde, war für uns Feuerwehrleute motivierend. Das hat gepasst. Ich bin froh, dass man im Landkreis etwas übrig hat für die Feuerwehren und ich hoffe, dass das weiterhin so bleibt.

Umfrage: Katja Grieser


06. März 2010 /OTZ

Leserbriefe

Entsetzt

Zu „Hemmann bleibt im Amt", OTZ vom 4. März:

Ich war als Gast bei der Versammlung des Stadtrates am Mittwoch und ich bin entsetzt darüber, dass die Fraktionen von IWA, FDP und Linke den ehemaligen Greizer Bürgermeister Dr. Hemmann mit fadenscheinigen Argumenten aus seinen Ämtern drängen wollten. Den Bürgermeister, unter dessen Leitung es in Greiz nach der Wende überhaupt erst vorwärts gegangen ist.
Um die ganze Gemeinheit zu verstehen, muss ich einiges zur Vorgeschichte aus meiner Sicht sagen: 2003 hat die Stadt Greiz (Dr. Hemmann) versucht, mit Hilfe eines Steuersparmodells, das auch in anderen Städten betrieben wurde, Steuern für die Stadt zu sparen. Da sich das Finanzamt nicht eindeutig festlegte, wurde das gesparte Geld vorsorglich beiseite gelegt. 2009 kam der endgültige abschlägige Bescheid des Finanzamtes und die Steuern wurden nachgezahlt. Nun frage ich mich, was ist an diesem Vorgang so schlimm, dass FDP, IWA und Linke Anzeige gegen Dr. Hemmann stellen müssen und versuchen, einen verdienstvollen Kommunalpolitiker selbst mit Hilfe der NPD aus seinen Ämtern zu jagen?
Ich finde Äußerungen wie „Er hat uns getäuscht und der Stadt großen Schaden zugefügt" (Steiniger, Linke) oder „Der Ex- Rathauschef hat mit dem Geld der Stadt gezockt" (Wüstner, FDP) als weit unter der Gürtellinie. Frau Kästner hat Recht mit ihrer Meinung, dass über eventuelle Verfehlungen die Justiz zu urteilen hat. Abgeordnete werden gewählt, um zum Wohl der Bürger der Stadt zu wirken, und nicht, um mit Parteiengezänk, Geltungssucht und persönlichen Eitelkeiten die Entwicklung zu hemmen. Den Abgeordneten, die die Abwahl von Dr. Hemmann verhindert haben, möchte ich danken. Das gilt erst recht für die Abgeordneten von FDP und Linken, die den Mut hatten, sich der Stimme zu enthalten.

Volkmar Beck, Greiz


Lieber umsiedeln

Zu „Nutrias gegen Absprache getötet", OTZ vom 19. Februar:

Nach dem, was in der Zeitung stand und dem Fernsehbericht kann man nur sagen „Pfui Teufel" zu dem, wozu Menschen fähig sind. Tausende Euros wurden für den neuen Eingang im Park ausgegeben. Sinnlos: Der Eingang war in Ordnung. Jetzt wird um einen Baum geheult. Wer die Tötung angeordnet hat, ist auf seinem Posten fehl am Platz. Frau Schweinsburg konnte sich ihre zynische Bemerkung über das Schnitzel beim Fleischer sparen. Die einfachste Lösung des Nutriaproblems ist deren Umsiedlung an die Elster oder einen anderen Wasserlauf. Die Tiere sind zahm und lassen sich einfach fangen.

Leonie Lehmann, Greiz


Geschockt

Zum gleichen Thema:

Ich achte und ehre Frau Schweinsburg sehr — jedoch seit ihrer Stellungnahme in der Fernsehsendung bin ich etwas geschockt. Ich kenne sie nur als naturverbunden und tierlieb. Wie kann man es denn billigend in Kauf nehmen und äußern, „dass der Jäger richtig gehandelt hat"? In Deutschland gibt es ein Jagdgesetz, in dem verankert ist, dass diese Fallen verboten sind und ein Hammer erst recht. Diese Tiere sollten eingefangen werden und umgesetzt und nicht getötet. Zwischen einem Schnitzel vom Metzger, ob Rind oder Schwein, was aus der Nutzviehhaltung kommt, ist ein Unterschied. Ich habe noch kein Schnitzel von einem mit Falle und Hammer erschlagenen Nutria gesehen oder verzehrt.
Meine Hochachtung an Frau Wonitzki, die sich auch um alle Tiere sorgt, von denen man kein Schnitzel machen kann. Ich hoffe und wünsche, dass diesem „Jäger" das Handwerk gelegt wird.

Gaby Serchen, Mohlsdorf


Impulse gefragt

Zu statistischen Zahlen über den Landkreis Greiz:

Aus dem Zahlenwerk des Landesamtes für Statistik ergeben sich für mich drei Zukunftsfragen für den Landkreis Greiz. Wie kann man den kontinuierlichen Rückgang der Einwohnerzahl und der Überalterung begegnen, wie die Abwanderung stoppen?
Der Landkreis Greiz gehört zu den „instabilen" Landkreisen in der Bevölkerungsentwicklung. Der Einwohnerschwund bleibt auf hohem Niveau. So schrumpfte die Bevölkerung im ersten Halbjahr 2009 um 938 Einwohner. Zum 30. Juni 2009 lebten 109 809 Menschen im Landkreis, während es 1997 127 186 waren. Im Vergleich zu 1997 hat der Landkreis 13,7 Prozent seiner Einwohner verloren. Im Landkreis werden in Zukunft immer weniger junge Menschen leben, während der Anteil der Menschen über 65 Jahren deutlich ansteigt. Unsere Kreisstadt wird im Jahre 2020 mit durchschnittlich 53 Jahren der Bewohner (zur Wende waren die Greizer im Schnitt 38 Jahre alt) wohl die „älteste Stadt" Thüringens sein.
Interessant ist die Betrachtung der Abwanderung. Zwischen 2004 und 2008 standen 12 344 Zuzügen 17 725 Fortzüge gegenüber. Auf den Weg nach Westen machten sich vor allem junge Menschen. Es besteht die Gefahr, dass meist die Motivierten und gut Ausgebildeten den Landkreis verlassen, während die Chancenlosen bleiben. Deutlich ist auch der Rückgang der Schülerzahlen.
Diese Zahlen und Taten erfordern mehr Zukunftsideen mit positiven Impulsen, wie sich mit interkommunaler Zusammenarbeit diesem Wandel begegnen lässt. Es sollte auf Basis fundierter Analysen ein Rahmenprogramm erarbeitet werden, das die Entwicklung des Landkreises für die nächsten zwei Jahrzehnte skizziert. Dabei ist nicht nur die Mitarbeit der Politik und Verwaltung gefragt, sondern auch die aller interessierten Bürger.

Peter Jugel, Greiz


Die Redaktion behält sich das Recht vor, Zuschriften sinnentsprechend zu kürzen oder auszugsweise abzudrucken. Leserbriefe sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Briefe per E-Mail an die Lokalredaktion Greiz bitte an lr-greiz@otz.de.


06. März 2010 /OTZ

Bagger in Wolfsgefärth

Auf der Baustelle neben der Bundesstraße 92 in Wolfsgefärth hat die Firma Strabag diese Woche die Arbeiten zum Bau der zweispurigen Umfahrung begonnen. Zwischen der jetzigen Straße und der Elster wird zunächst für die Behelfsstraße ein Damm geschüttet. Kurz nach dem Seilersbach soll sie in die alte B 92 münden.
Auf der Baustelle neben der Bundesstraße 92 in Wolfsgefärth hat
die Firma Strabag diese Woche die Arbeiten zum Bau der zwei-
spurigen Umfahrung begonnen. Zwischen der jetzigen Straße
und der Elster wird zunächst für die Behelfsstraße ein Damm
geschüttet. Kurz nach dem Seilersbach soll sie in die
alte B 92 münden.
Foto: OTZ/Sylvia Eigenrauch

Ampelregelung ab kommenden Montag - Zum Baustart schon eine Woche Verzug

Von Sylvia Eigenrauch Wolfsgefärth.

Einen Monat nach Auftragsvergabe konnten diese Woche die Bauarbeiten im Wolfsgefärther Erdfallgebiet starten. Momentan wird Platz für den Bau der zweispurigen Umfahrung der Bundesstraße 92 geschaffen. Ab kommenden Montag regelt eine Ampel den Verkehr auf der Bundesstraße, kündigte Lothar Lüder, Leiter des Straßenbauamtes Ostthüringen, auf OTZ-Nachfrage an. Für vier Wochen sollen die Fahrzeugströme halbseitig an der Baustelle vorbei fließen. Aus zwei Gründen: zur Sicherheit der Bauleute und der Verkehrsteilnehmer. Zu Ostern soll die nur für die Bauzeit errichtete 200 Meter lange, zweispurige Umfahrung in Betrieb gehen. Damit hat der Winter schon eine Woche Verzug verursacht. Dass bei Kälteeinbruch die Baustelle zwischendurch tageweise ruht, ist nicht auszuschließen. Wobei Bauleute den Frost nicht verteufeln. Ist er im Boden, sinken die Maschinen weniger ein.
Für die Behelfsstraße muss ein bis zu 2,50 Meter hoher Damm geschüttet werden. Momentan ist der Abwassergraben verrohrt, der in die Elster mündet. Das steht auch dem Seilersbach bevor, der im Zuge der B 92 obendrein eine neue Brücke bekommen soll.
Fast abgeschlossen ist die Beweissicherung. Damit wird der Zustand der an die Baustelle angrenzenden Häuser dokumentiert. Diese Daten sollen nach Abschluss der Bauarbeiten Ende Oktober 2010 Aufschluss darüber geben, ob Schäden durch die Baustelle in der Tiefe entstanden sind. Deren Ausdehnung will man so eng wie nötig halten. So wird mit dem sogenannten Berliner Verbau gearbeitet, der platzsparende Baugruben zulässt.
Die Bauberatung in großer Runde fand Donnerstag in Scheffels Diele statt. Jene hat man für solche Zwecke an das Straßenbauamt vermietet. Der Vorschlag kam von Marlis Scheffel selbst, die zugleich stellvertretende Bürgermeisterin von Zedlitz ist. "Wo sollen sie denn sonst mit ihren Unterlagen hin?", fragt die Wolfsgefärtherin und gesteht, dass sie sich so einen Traum erfüllen kann. "Ich wollte schon immer mal wissen, was beim Bau von der Planung bis zur Fertigstellung dazu gehört. Jetzt bin ich live dabei", sagt sie beeindruckt.
Mit Projektleiterin Grudrun Meier von der Ostthüringer Wasser- und Abwasser GmbH (Otwa) suchte sie Anlieger auf, die wie Scheffels über provisorische Leitungen versorgt werden sollen. Eine Nachbarin überlegte, ob sie noch Heizöl bunkern soll, ehe sich das Loch vor der Haustür auftut.
Unterdessen sind Zufahrten über private Wiesen im Bau. Beispielsweise auch jene für die Wäscherei. Außerdem soll auf der Dorfseite ein Fußweg angelegt werden. Jetzt bin ich live dabei.
Marlis Scheffel, stellvertretende Bürgermeister von Zedlitz, die bei den Bauberatungen zur Wolfsgefärther Großbaustelle dabei ist


06. März 2010 /OTZ

"Zeitlos und Gegenwärtig"

Ludwig Laser aus Obergeißendorf mit zwei seiner salzglasierten Steingutgefäße, die im Freifeuer gebrannt wurden.
Ludwig Laser aus Obergeißendorf mit zwei seiner salzglasierten
Steingutgefäße, die im Freifeuer gebrannt wurden.
Foto: Jens Paul Tauber

Der Obergeißendorfer Ludwig Laser stellt ab 7. März auf Burg Posterstein aus

Obergeißendorf/Posterstein (OTZ).

Gefäßkeramik von Ludwig Laser aus Obergeißendorf ist ab kommenden Sonntag Burg Posterstein zu sehen.
Der 49-jährige Keramikmeister gehört dank seiner künstlerischen Ambitionen und des souveränen handwerklichen Könnens sowie seinem konsequenten Streben nach Perfektion zu den wichtigen Persönlichkeiten in der gegenwärtigen mitteldeutschen Keramikszene, wie Hans-Peter Jakobson, langjähriger Leiter des Museums für Angewandte Kunst in Gera, der die Laudatio zur Eröffnung halten wird, einschätzt.
„Lasers gestalterisches Interesse gilt der Kristallglasur, dem Raku sowie dem salzglasierten Steinzeug. In der indi- viduellen Auseinandersetzung mit historischen Entwicklungslinien sucht er nach Ausdruckswerten, die Zeitlosigkeit und Gegenwärtiges vereinen. Lasers virtuos variierter Formenkanon zwischen Zylinder und Kugel ist an den großen Leistungen der klassischen Moderne europäischer Keramik orientiert, und findet Vorbilder in der japanischen Gefäßkeramik", so Hans-Peter Jakobson.
Die Sonderausstellung „Zeitlos und Gegenwärtig" läuft vom Sonntag, 7. März, bis zum Sonntag, 18. April 2010. Zur Eröffnung der Schau am kommenden Sonntag um 15 Uhr sind alle Freunde der Laserschen Keramik , sowie Neugierige auf die Burg Posterstein eingeladen.


06. März 2010 /Antje-Gesine Marsch

Optimale Therapiemethoden

Ärzteteam des Greizer Gefäßzentrums stolz auf Zertifizierung

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

Die Überreichung des Zertifikats der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie an das Ärzteteam der Greizer Kreiskrankenhaus GmbH, bestehend aus Chefarzt Dr. Jürgen Heyne, Chefärztin Dr. Christiane Marx, Chefarzt Peter Walther und der Leitenden Oberärztin Dr. Sabine Bachmann, stellt für die Mediziner einen bedeutenden Meilenstein in der noch umfassenderen Versorgung der Patienten dar. Da sich die heutige moderne Gefäßmedizin im Wesentlichen aus drei wichtigen Eckpunkten zusammensetzt – der internistischen, radiologischen und chirurgischen Behandlung - sehen es die Ärzte von besonderer Bedeutung an, auf diesen Gebieten eng zusammenzuarbeiten. „Wenn die Fachrichtungen verschmelzen, können wir unseren Patienten eine ganz neue Qualität anbieten“, wie Chefarzt Dr. Heyne dazu ausführte. „Die Maschinerie“ sei zwar etwas komplizierter, aber man könne so „alle Register ziehen“. Nach Meinung von Dr. Marx „rutscht somit kein Patient mehr durch“. So sei beispielsweise der Ausschluss von Risikofaktoren, wie Bluthochdruck oder Störungen im Fettstoffwechsel, von immenser Wichtigkeit. Täglich finden im Greizer Krankenhaus gemeinsame „Fallbesprechungen“ statt, damit jeder Patient eine seinem Krankheitsbild entsprechende Behandlung erfährt. Wie Dr. Bachmann betonte, könne dies nicht nur stationär, sondern auch ambulant ermöglicht werden. Einen gemeinsamen Aktionstag zum Thema „Das offene Bein“ plane man für den Herbst ein.

Beweis für hohes Engagement

Oberarzt Thomas Grube führt erstmalig Bypassrekonstruktion in Schlüssellochtechnik durch

Antje-Gesine Marsch

"Es ist eine spektakuläre Methode", gibt der Leitende Oberarzt der Gefäßchirurgie am Greizer Krankenhaus, Thomas Grube, zu, wenn er von der Bypassrekonstruktion im Becken-/Beinbereich in Schlüssellochtechnik spricht. Letzte Woche führte er erstmals diese Operationsmethode an einem Patienten erfolgreich durch. Wie er betonte, gibt es bislang nur wenige Kliniken in Deutschland - er schätzt etwa ein gutes Dutzend - die diese OP praktizieren. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Der Patient habe deutlich weniger Schmerzen, so Grube, da statt des großen Bauchschnitts nur etwa fünf kleine Schnitte gesetzt werden. Das wiederum vermeide die gefürchteten Narbenbrüche und auch die Verweildauer in der Klinik sei geringer. Dass allerdings nicht jeder Patient mit dieser speziellen Operationsmethode behandelt werden könne, verschweigt der Mediziner, der seit fünf Jahren am Greizer Krankenhaus tätig ist, auch nicht. "Man muss beispielsweise die Vorerkrankungen kennen und dann abwägen", wie Grube weiß. So könne es auch sein, dass man sich bei Komplikationen während der Operation in Schlüssellochtechnik entscheiden müsse, auf die invasive OP umzusteigen, wenn es um die Sicherheit des Patienten ginge.
"Wir sind stolz, in Greiz die neuesten Operationstechniken anbieten zu können", unterstrich auch der Chefarzt der Gefäßmedizin, Dr. Jürgen Heyne. Es sei ein Beweis für das hohe Engagement der Ärzte an der hiesigen Klinik.


06. März 2010 /OTZ

Per Standard zum Punktgewinn

Die Greizer (grüne Trikots) besiegten in einem kampfbetonten Spiel Zeulenroda mit 1:0.
Die Greizer (grüne Trikots) besiegten in einem kampfbetonten
Spiel Zeulenroda mit 1:0.
Foto: Jörn Helmrich

Fußball, E1-Junioren: Glücklicher, aber verdienter Sieg der jungen Greizer Kicker
FC Motor Zeulenroda - 1. FC Greiz 0:1 Zeulenroda

(OTZ/R. Helmrich).

Zum ersten Punktspiel im Jahr 2010 mussten die E1-Junioren des 1. FC Greiz in Zeulenroda antreten. Wie alle Vergleiche mit den Jungen vom FC Motor in der nahen Vergangenheit entwickelte sich auch dieses Match zu einem wahren Kampfspiel.
Nach der gegenseitigen Abtastphase hatten die Gastgeber in der 8. Minute die erste nennenswerte Chance. Der Schuss des Stürmers wurde von Torben Ole Albrecht im Greizer Tor großartig pariert. Dieser Warnschuss weckte endgültig den Kampfgeist der Gäste. Jetzt übernahmen sie die Initiative und kamen mit mannschaftlicher Geschlossenheit und schnellem Passspiel zu vier Großchancen vor dem Halbzeitpfiff. In der 10. und 12. Minute konnte sich Richard Helmrich auf der rechten Außenbahn durchsetzen und Mittelstürmer James-Kevin Nahr anspielen. Beide Schüsse wurden allerdings vom Zeulenrodaer Keeper pariert.
In der 15. Minute war es Joram Erbarth, der mit einem tollen Pass James-Kevin Nahr völlig freispielte. Der Greizer Torjäger schob den Ball am Torhüter, aber auch knapp am rechten Pfosten vorbei. Den schönsten Angriff gelang den Gäste kurz vor dem Pausenpfiff. Aus der Abwehr heraus kam der Ball zu Joram Erbarth, dieser spielte zu James-Kevin Nahr, der wiederum sofort auf Richard Helmrich weiterleitete. Dessen strammer Schuss landete am Außennetz. So ging man mit einem 0:0 in die Kabinen, obwohl die Greizer Chancen zur Führung hatten.
Auch nach der Pause war beiden Mannschaften anzumerken, dass sie dieses Prestigeduell unbedingt gewinnen wollten. So entwickelte sich ein leidenschaftliches Spiel, in dem um jeden Ball gekämpft wurde und jeder Spieler auf dem schweren Boden an seine Leistungsgrenze ging. Die von Melissa Lautenschläger hervorragend organisierte Greizer Abwehr mit Moritz Pohle und Paul Rohleder ließ in den zweiten 25 Minuten nur eine Chance der Gastgeber zu. Mit reaktionsschneller Fußabwehr konnte Torben Ole Albrecht die Führung der Jungen vom FC Motor verhindern. Im Angriff blieben die Gäste zwar dominant, konnten aber nicht mehr den Druck aufbauen, wie noch im ersten Durchgang.
Da Großchancen auf beiden Seiten selten blieben, konnte nur ein Standard die Entscheidung bringen. Moritz Preuß holte fünf Minuten vor Spielende durch engagiertes Nachsetzen eine Ecke heraus, die von Richard Helmrich präzise nach innen geschlagen wurde. Mit einem wuchtigen Kopfball gelang James-Kevin Nahr doch noch der viel umjubelte Siegtreffer. Am Ende glücklich, aber verdient, entführten die E-Junioren vom 1. FC Greiz drei Punkte aus Zeulenroda.

1. FC Greiz: Torben Ole Albrecht, Moritz Pohle, Paul Rohleder, Melissa Lautenschläger, Joram Erbarth, Richard Helmrich, Jannik Schlehahn, James-Kevin Nahr, Moritz Preuß und Tom Nahr.


06. März 2010 /OTZ

Zahlreiche Teilnehmer zu Traditionslauf erwartet

Peter Rodewald, hier beim Straßenlauf 2009.
Peter Rodewald, hier
beim Straßenlauf 2009.

Vorschau, 140. Greizer Straßenlauf

Greiz (OTZ/Schneider).

Der LV Einheit Greiz veranstaltet am 13. März seinen 140. Greizer Straßenlauf über 10 km in Greiz-Pohlitz. Dieser Lauf ist gleichzeitig zweite Wertungslauf für die Rangliste Greiz.
Für die 10-km- Strecke fällt der Startschuss 14.30 Uhr vor der Turnhalle Ostvorstadt, Dr. Otto-Nuschke-Straße. Auf den amtlich vermessenen Strecken werden sich wieder zahlreiche Freizeitläufer mit den Leistungssportlern messen. Auf der 10-km- Strecke steht die Mannschaftswertung wieder im Mittelpunkt.
Es gibt bei den Männern für die Plätze eins bis sechs und bei den Frauen für die Plätze eins bis drei Geldpreise zu gewinnen. Titelverteidiger sind der LAV Halensia bei den Männern und die LG Vogtland bei den Frauen.
Einen Sonderpreis erhält die Gemeinschaft mit den meisten Finishern.
Seit 2004 gab es bei den Männern nur Gesamtsieger aus Thüringen. Da der Sieger 2009 Peter Rodewald (Lok Arnstadt) im Trainingslager weilt, kann sein Teamkollege Alexander Fritsch in die Favoritenrolle kommen.
Bei den Frauen werden sich Katrin Beyer (TSV 1880 Gera-Zwötzen) und Jana Richter (LG Vogtland) wieder einen spannenden Kampf um den Gesamtsieg liefern. Weiterhin Bestand dürften allerdings die Streckenrekorde von Heiko Schinkitz (29:41) und von Romy Lindner (34:56 Minuten) aus dem Jahr 1994 haben.
In der Einzelwertung werden die Siegerehrungen in allen Altersklassen des DLV ab Schüler B abgehalten. Alle aktiven Teilnehmer erwartet zudem eine Tombola. Bestimmt gut vorbereitet werden die Läufer aus der Greizer Region an den Start gehen. Die Läufer des LV Einheit Greiz und des RC Schloßbike haben berechtigte Chancen, in den Mannschafts- und AK-Wertungen auf dem Siegertreppchen zu landen.
Der Veranstalter LV Einheit Greiz hofft auf eine große Zuschauerkulisse, die von Sprecher Rainer Zimmermann in gewohnter Weise gut unterhalten werden sollte. Für das leibliche Wohl der Aktiven und Zuschauer wird gesorgt.
Meldeschluss für den 10-km- Lauf ist der 12. März. Nachmeldungen sind bis eine Stunde vor dem Start möglich. Meldungen gehen an Ralf Peter, Obere Silberstr. 17, 07973 Greiz telefonisch unter Tel./Fax (03661) 45 32 88 oder via E-Mail an LV-Einheit-Greiz@gmx.de.
Ein Hinweis an alle Kraftfahrer: In der Zeit von 14.15 bis 15.45 Uhr kann es zu Behinderungen in der Dr. Otto-Nuschke-Str., Friedhofsweg, Pohlitzplatz und Waldhausstr. kommen. Der Veranstalter bittet um besondere Rücksichtnahme für die Sportler.

Weitere Infos unter: www.einheit-greiz.de


06. März 2010 /OTZ

Greizer Schwimmer für Leipzig erfolgreich

Tobias Feigl und Cousin Ben Dimter.
Tobias Feigl und Cousin
Ben Dimter.
Foto: Feigl

Schwimmen, Hallenmeisterschaften und Frühjahrsschwimmfest: Feigl und Dimter siegen

Leipzig (OTZ/Feigl).

An den Start bei den diesjährigen Hallenmeisterschaften ging der ehemalige Greizer Schwimmer Tobias Feigl, Jahrgang 93, der jetzt für die SSG Leipzig startet. Tobias nutzte diese trainingsfreie Zeit, bedingt durch die Ferien, um in seiner ehemaligen Schwimm- und Trainingshalle diesen Wettkampf zu schwimmen. Insgesamt absolvierte er vier Starts. Er schwamm alle drei Bruststrecken, die 50, 100 und 200 Meter. Auf allen drei Distanzen belegte er den ersten Platz, wobei er noch zwei Hallenrekorde aufstellte. Einmal unterbot er seinen eigenen Rekord über 200 Meter Brust um mehr als sechs Sekunden. Dieser steht jetzt bei 2:27,46 und auch über die 100 Meter Brust ist er neuer Rekordhalter. Die 50 Meter Freistil beendete er als Zweiter. Nichts nach stand ihm sein erst fünfjähriger Cousin Ben Dimter, Jahrgang 2004, vom 1. SK Greiz. Er war der jüngste Teilnehmer dieses Wettkampfes. Auch Ben erlernt das Schwimm-ABC bei Renate Rausch wie einst Tobias. Für ihn war es erst sein zweiter Wettkampf über die 25 Meter Brust, und es zeigte sich, dass er Talent für das Brustschwimmen hat und eifert seinem Cousin Tobias fleißig nach. Ben hielt die älteren Jahrgänge seines Laufes in Schach und schlug als Erster an. Ihm gelang eine deutliche Steigerung von mehr als sechs Sekunden zu seinem ersten Wettkampf. Die damit gewonnene erste Goldmedaille war für ihn der schönste Lohn und macht ihn mächtig stolz.
Am vergangenen Wochenende fand dann in Leipzig das Frühjahrsschwimmfest auf der 50 Meter Brust statt. Ausrichter dieses Wettkampfes war die SC DHfK Leipzig.
Geschwommen wurden alle 50- und 100-Meter-Strecken sowie die 4 mal 50 Meter Lagenstaffel. Insgesamt gingen 314 Sportler aus verschiedenen Vereinen, Bundesländern und Nationen, zum Beispiel Tschechien, an den Start. Tobias Feigl von der SSG Leipzig hatte sechs Starts. Wieder einmal zeigte er seine Dominanz auf beiden Bruststrecken über 50 und 100 Meter, die er beide deutlich gewann.
Mit der 50-Meter-Brustzeit sicherte er sich seinen Startplatz in der Lagenstaffel. Über 100 Meter Rücken erkämpfte er sich die Bronzemedaille, über 50 Meter Rücken belegte er Platz 4. Die 50 Meter Freistil beendete er als Fünfter und die 100 Meter Freistil als Fünfter. Zum Schluss gewann Tobias mit der Lagenstaffel seines Vereins die Goldmedaille mit deutlichem Vorsprung.


06. März 2010 /OTZ

Straßenläufe und Pfingstturnier unterstützt

Fördermittel für Sportveranstaltungen

Greiz (OTZ).

Den Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport lagen in ihrer jüngsten Sitzung am Mittwoch Fördermittelanträge von acht Sportvereinen des Landkreises vor, die allesamt Veranstaltungen von überregionaler Bedeutung planen. Dafür bewilligte der Ausschuss Mittel von insgesamt 12 600 Euro. Zuschüsse von jeweils 700 Euro erhalten somit der LV Einheit Greiz für die Austragung seiner inzwischen traditionellen Straßenläufe in diesem Jahr sowie der Verein für Ballsportarten Greiz für das 13. bundesoffene Tischtennis-Pfingstturnier 2010 in Greiz.
Mit jeweils 3000 Euro unterstützt der Landkreis Greiz außerdem die Ausrichtung des 16. Köstritzer Werfertages am 28. und 29. August dieses Jahres in Bad Köstritz in der Regie des LAV Bad Köstritz sowie des 12. Zeulenroda-Meeting der Leichtathletik am 13. Juni unter der Federführung des TSV Zeulenroda. Einen Zuschuss von 750 Euro bewilligte der Ausschuss dem HRC Greiz-Neumühle im ADAC für das 21. Nationale Fahrertreffen für Oldtimer und historische Renn- und Sportfahrzeuge am 29. und 30. Mai 2010. 450 Euro erhalten die Radsportler des 1. RSV Greiz, die für den 13. Juni ein überregionales Straßenrennen organisieren.
Die 19. Thüringer Landesmeisterschaften und 9. Internationalen Meisterschaften der Euregio Egrensis im Strecken-Segelflug vom 22. Juli bis 1. August in Greiz-Obergrochlitz unterstützt der Landkreis Greiz zudem mit 1500 Euro. Die Fördermittel beantragt hatte der Luftsportverein Greiz.
Mit 2500 Euro unterstützt werden die 3. Mitteldeutschen Reitertage Anfang August dieses Jahres in Merkendorf, wofür der PSV Merkendorf verantwortlich zeichnet.


06. März 2010 /OTZ

Neuseeland ist Weltmeister

Wollen das „Team 2011 der DFB-Schul- und Vereinskampagne werden: Die Fünft- und Zehntklässler der Bio-Landschule in Langenwetzendorf mit ihren Lehrern. Bei der Mini-WM am vergangenen Donnerstag siegten die Neuseeländer. Deutschland musste sich mit dem neunten Platz zufrieden stellen.
Wollen das „Team 2011" der DFB-Schul- und Vereinskampagne
werden: Die Fünft- und Zehntklässler der Bio-Landschule in
Langenwetzendorf mit ihren Lehrern. Bei der Mini-WM am ver-
gangenen Donnerstag siegten die Neuseeländer. Deutschland
musste sich mit dem neunten Platz zufrieden stellen.
Foto: OTZ/Ute Flamich

Fußball-Turnier in der Bio-Landschule Langenwetzendorf - Kampagne "Team 2011"

Von Ute Flamich Langenwetzendorf (OTZ).

Welche Überraschung: Neuseeland ist Weltmeister! Die Mannschaft setzte sich in einem spannenden Finale gegen Kamerun mit 2:0 durch. Den dritten Platz belegte Ghana. Die Westafrikaner verwiesen die Spieler der Australien-Auswahl mit einem 1:0 auf den vierten Platz.
Das ist das Ergebnis der Mini-Weltmeisterschaft der Bio-Landschule in Langenwetzendorf, die am vergangenen Donnerstag in der Turnhalle in Langenwetzendorf veranstaltet wurde. 26 Schüler der fünften und 20 Schüler der sechsten Klasse bestritten gemeinsam ein spannendes Turnier. "Das Turnier ist ein Teil der DFB-Schul- und Vereinskampagne ´Team 2011´, an dem wir teilnehmen", sagte Sportlehrer Tom Jungk. Die Kampagne alle Schulen und die ganze Fußballfamilie in Deutschland ansprechen und Vorfreude auf die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland wecken.
Bei den Schülern und Lehrern in der Bio-Landschule in Langenwetzendorf hat sich die Vorfreude längst verbreitet. Voller Eifer geht es an die Erfüllung der vier Bausteine, die die Chance auf den Sieg der Vereinskampagne sichern könnten: Das Durchführen einer Mini-WM, Gründen einer Mädchenfußball-Arbeitsgemeinschaft, Organisieren eines sportlichen Events in Kooperation mit einem anderen Verein und das Erbringen eines Nachweises über eine Fußballweiterbildung. Um Letzteres will sich Sportlehrer Tom Jungk am Donnerstag, 11. März, kümmern, während des 13. Sportlehrertages des Schulamtes Gera/Schmölln von 8.30 bis 15 Uhr in Schmölln.


Die Schüler sind sehr fair miteinander umgegangen.

Beate Rund, Klassenlehrerin der Zehntklässer


Doch erst einmal kann die Mini-Weltmeisterschaft von der Aufgabenliste gestrichen werden. Die 46 Schüler bildeten zwölf Teams mit jeweils vier Spielern, zwei aus Klasse zehn und zwei aus Klasse fünf. Die Teams sind vor der Mini-WM der Gruppe A, B und C zugeordnet worden. So gut durchgeplant, konnte das Turnier beginnen.
Das Auftaktspiel, Deutschland gegen Australien, entschieden die Australier mit zwei Toren für sich. Nach sieben Minuten Spielzeit standen die nächsten beiden Mannschaften auf dem Platz und Ghana versenkte zwei Bälle im Tor der Serben. "Insgesamt waren es 34 Spiele", sagte Sportlehrer Jungk, der selbst im Turnier mitspielte und zur japanischen Mannschaft gehörte. Die belegte am Ende den achten Tabellen-Platz.


06. März 2010 /OTZ

Winterspiele im Bayerischen Wald

Die Schüler der Greizer Regelschulen im Skilager.
Die Schüler der Greizer Regelschulen im Skilager.
Foto: Privat

Die Schüler der Greizer Regelschulen im Skilager.

Regen (OTZ).

Endlich hatte das zweite Schulhalbjahr begonnen und traditionell stand das Skilager für die 8. Klassen der Pohlitzer Regelschule bevor. Mit dabei waren die Sportlehrer Herr Bunge und Herr Steinert und die Klassenleiterinnen Frau Liebert und Frau Schmidt .
Nachdem jeder seine Skiausrüstung ausgeliehen hatte, konnte es am Montag losgehen. Erster Stopp war bei der Firma Rad-Bauer, um das Equipment zu laden. Dort hatte sich auch der Bus mit den 8. Klassen der Lessingschule eingefunden. Drei versierte Sportlehrer, Frau Eichhorn und Frau Rausch sowie Herr Skeide, begleiteten diese zwei Klassen. Nach vier Stunden Fahrt erreichten die Schüler das Jugendferiendorf Regen-Raithmühle, bezogen Quartiere und unternahmen einen Ausflug nach Regen. Der zweite Tag begann damit, dass Herr Steinert die Schüler mit einem Tagesmotto einstimmte: "Wer hinfällt, steht wieder auf!" Und das geschah zur Genüge, denn die besseren Skifahrer durften schon auf die richtigen Pisten. Am Donnerstag hieß der Tagesspruch: Nur wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Es stellte sich heraus, dass keiner aufgegeben hatte, alle vom Übungshang weggekommen waren und sich mit gegenseitiger Unterstützung die Hänge hinunter getraut haben. An diesem sonnigen Abschlusstag organisierten die Lehrer noch einen Riesenslalom- sowie einen Spezialslalom-Wettbewerb, den jeweils Paul Hartleib bzw. Philipp Seifert gewannen.
Abends war noch einmal Party für die Schüler angesagt. Wer keine Lust zu tanzen hatte, wärmte sich am Lagerfeuer. Nach einer, für viele zu kurzen Woche an der frischen Luft fuhren die Busse am Freitag pünktlich gen Heimat wo alle unverletztankamen.


06. März 2010 /OTZ

SV 60 Untergrochlitz wählt neuen Vorstand

Heiko Rauh
Heiko Rauh
Foto: Rothe

Mitgliederversammlung wählt Heiko Rauh

Greiz-Untergrochlitz (OTZ/ Rothe).

Kürzlich fand im Sportlerheim des SV 60 Untergrochlitz die Mitgliederversammlung des Vereines zur Wahl eines neuen Vorstandes statt.
Nachdem sowohl der Vorsitzende Manfred Erdmann als auch Schatzmeister Karl-Heinz Wolfram im Vorfeld bereits den Verzicht auf eine weiter Amtsperiode erklärt hatten, wurden beide Stellen neu besetzt. Als Vorsitzender, Stellvertreter und Schatzmeister wurden Heiko Rauh, Peter Rothe und Sandra Simanowski neu in die Ämter gewählt. Der alte Vorstand wurde einstimmig entlastet.
Um die Arbeit auf breiterer Ebene zu verteilen, wurde zudem die Zahl der Vorstands-Mitglieder auf zehn erweitert. Neben Vorsitzendem, Stellvertreter und Schatzmeisterin besteht der Vorstand des SV 60 zudem aus L. Kolibal, R. Wagner, E. Simanowski, J. Küstner, F. Nöller, R. Heydrich und M. Falk. Bevor es jedoch in die Abstimmungen ging, zog Manfred Erdmann in seinem Rechenschaftsbericht eine positive Bilanz der Vereinsarbeit. Mit Unterstützung der Mitglieder, der Sponsoren und der Stadt Greiz konnten zahlreiche Wert erhaltungsmaßnahmen am Sportplatz, Vereinsheim und dem Festplatz realisiert werden. Auch finanziell stehe der Verein trotz steigender Ausgaben auf festen Beine, erklärte der scheidende Schatzmeister Karl-Heinz Wolfram in seinem Finanzbericht. Auch wenn der Fußball momentan nicht so erfolgreich rollt wie noch in der letzten Saison, geht die Mannschaft guten Mutes in die Rückrunde der Kreisliga.
Zu den Zielen in der Zukunft zählt unter anderem das Vorhaben, neue Sektionen zu gründen, um eine breitere Basis zu erreichen. Desweiteren soll die Zusammenarbeit mit dem Ortschaftsrat auf besseres Niveau gestellt werden. Oberste sportliche Priorität hat der Klassenerhalt der Kreisliga-Mannschaft.


06. März 2010 /OTZ

Klaus Wolf schießt sich den Neujahrspokal

Klaus Wolf
Klaus Wolf
Foto: j.st.

Versammlung des Schützenvereins Kleingera

Kleingera (OTZ/j.st.).

Er ist gut 30 Zentimeter hoch, der Kleingeraer Neujahrspokal 2010. Ihn besitzt seit Montagabend Klaus Wolf. Erhalten hat Wolf den Cup jüngst zur Mitgliederversammlung von Werner Schröder.
Der Vorsitzende des örtlichen Schützenvereins hat die Trophäe, deren Halterung eine Schießscheibe samt Luftgewehr ziert, gestiftet. Damit wird zu Jahresbeginn der Sieger im vereinsinternen Luftgewehrwettbewerb geehrt. Zehn Meter entfernt sind die Scheiben. Geschossen wurde auf der vereinseigenen Anlage im Kraußen Hof.
Zwölf Teilnehmer und ein Gast nahmen 2010 teil. Wolf gewann mit 129 von 150 möglichen Ringen. 15 Schuss, drei je Zehner-Scheibe, wurden von jedem Teilnehmer abgegeben. Zweiter wurde Roland Vaupel mit 111 Ringen und Dritter Klaus Krause (109 Ringe).
Doch es gab an diesem Abend noch mehr Gründe, über die sich die Schießsportfreunde freuen durften. Festgelegt ist bereits der Ablauf des Vereins-Höhepunktes der Kleingeraer Schützen in diesem Jahr. Schon Ende April wird der Schützenkönig 2010 mit dem Luftgewehr ermittelt. Dieser wird dann zum 20. Kleingeraer Schützenfest proklamiert, das vom 28. bis 30. Mai stattfindet.
Über 40 Einladungen hat der Vorsitzende Werner Schröder verschickt. So an Vereine aus dem Schützenkreis Vogtland I, an die Feuerwehr in Kleingera oder Vereine in Thüringen.
Darüber hinaus organisieren die Kleingeraer Schützen am 1. Mai ihren traditionellen Tag der offenen Tür, haben zum Himmelfahrtstag am 13. Mai für durstige Wanderfreunde ihren Vereinsraum geöffnet und reisen zum Partnerverein nach Nordhorn. Dieser wiederum feiert im Juni aus Anlass seines 100jährigen Bestehens ein dreitägiges Sommerfest.


06. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

OTZ-Serie 100 Jahre Fußball

Als Linksfuß schnell bekannt

Henning Bürger ist bekanntester Fußballer

Zeulenroda (OTZ/Meitner).

Henning Bürger, der schon im Alter von fünf Jahren in Zeulenroda begann, das Fußball-ABC bei der BSG Motor zu erlernen, avancierte in seiner aktiven Laufbahn zum erfolgreichsten und bekanntesten Fußballer seiner Heimatstadt. Vater Gerd war sein erster Trainer, sein Förderer und wohl auch größter Fan. Schnell war das Talent erkannt, zumal ein Linksfuß im Fußball, ausgestattet mit technischen Fähigkeiten, von den Trainern kaum übersehen wird. Von 1975 bis 1984 war Henning in jeder Altersklasse der BSG Motor ein Führungsspieler. 1984 wurde er zum FC Carl Zeiss Jena delegiert - der Startschuss für einen überdurchschnittlich guten Fußballspieler, auf den Zeulenroda stolz sein kann. Von 1984 bis 1988 war er im Nachwuchsbereich der Zeiss-Städter aktiv, ging 1988 kurz zur BSG Wismut Gera (DDR-Liga). Wieder in Jena zurück, absolvierte Henning für den FC Carl Zeiss in der 2. Bundesliga 53 Einsätze, in denen er vier Tore erzielte.
1991 der große Schritt zu einer großen deutschen Mannschaft, dem FC Schalke 04. Danach führte sein sportlicher Weg quer durch fast ganz Deutschland. Henning war beim 1. FC Saarbrücken, beim "Club" in Nürnberg, in Sankt Pauli, bei der Frankfurter Eintracht. Seine letzte Station als aktiver Fußballer hieß FC Rot-Weiß Erfurt. Mit Nürnberg, Sankt Pauli und Frankfurt konnte Henning den Aufstieg in die 1. Bundesliga feiern, aber auch drei Abstiege aus dem Oberhaus des deutschen Fußballs prägten ihn.
Insgesamt kam er auf 99 Einsätze in der 1. Bundesliga und 176 Spiele in der zweithöchsten Spielklasse des DFB. Dabei erzielte er fünf Treffer. In St. Pauli hatte er schwere Monate zu überstehen, eine Achillessehnenverletzung setzte ihn über ein halbes Jahr außer Gefecht. Ab 2005 wechselte er zurück nach Jena, übernahm die A-Junioren. In der Saison 2006/07 führte er die Mannschaft um Kapitän Christian Schraps aus Zeulenroda in die 1. Bundesliga der A-Junioren. Am 22. Dezember 2007 wurde er vom damaligen Carl Zeiss-Präsidenten Rainer Zipfel zum Chefcoach der 1. Mannschaft berufen, von Zipfels Nachfolger Peter Schreiber im September 2008 wieder entlassen. Von Juni 2008 bis April 2009 absolvierte Henning an der Sporthochschule in Köln mit Erfolg einen Lehrgang zur Trainerlizenz. Im Januar 2009 leistete er sein Pflichtpraktikum im Rahmen dieses Fußball-Lehrer-Kurses beim Hamburger SV.
Nach der Winterpause des Spieljahres 2009/10 übernahm Bürger den Posten als Co-Trainer beim Drittligisten FC Ingolstadt. Mit seiner Frau Kirstin und den beiden Jungs Leon und Luca lebt Henning Bürger in Jena, kommt aber noch oft nach Zeulenroda.


06. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Eine Chance für die Jugend

Gerd Wolf will sein Taxigeschäft nach 20 Jahren weiter ausbauen - Zwei Fahrer gesucht

Von Steffen Beikirch Zeulenroda (OTZ).

Ein Taxi-Betrieb ohne Telefon? Ja, das gab´s in der Wendezeit. Vor fast genau 20 Jahren war eine Rufnummer noch alles andere als selbstverständlich. Gerd Wolf und sein Vater Siegfried mussten Einfallsreichtum beweisen, als die neue Ära begann und die Firma "Taxi und Kleintransporte Wolf" geboren war. Lichtzeichen im Büro signalisierten, ob ein Fahrauftrag eingegangen war oder nicht. "Im Nachtdienst sind wir alle halbe Stunde zu Hause vorbei gefahren, die Sekretärin hat das Licht angeknipst, wenn es was zu tun gab", erinnert sich Gerd Wolf. Durch die Auflösung des VEB Kraftverkehr gab es auch keinen Taxibetrieb mehr. Deshalb schöpften der gelernte Tischlermeister und sein Vater Mut zur Selbstständigkeit. Obwohl sie nur zwei alte Wartburg W 353 hatten und sich die erste Zeit über CB-Funk verständigten. "Da waren wir schon glücklich, dass wir mit der Reichweite bis nach Pöllwitz gekommen sind." In der Zeitung las Gerd Wolf dann, dass man durch eine Verfügung der Noch-DDR-Regierung eine Stasi-Nummer beanspruchen kann. Ein halbes Jahr später war es so weit und das Telefon konnte klingeln.
Die erste Zeit hat das Geschäft gebrummt, erzählt Gerd Wolf. Einen Pendelverkehr habe man beinahe einrichten können - zum Einkaufen in den Westen. "Mein Vater kam mir immer in Schleiz entgegen", lacht Wolf. Dann nach der D-Mark-Umstellung sei die erste schwere Zeit angebrochen. Erst, als es Verträge mit den Krankenkassen gab, wurde es wieder besser.
Fahrten zur stationären Aufnahme oder Transporte mit chronisch Kranken und Serienpatienten bringen noch heute etwa 80 Prozent des Geldes ein. Die nächste Zäsur kam mit dem Euro, als die Dieselpreise plötzlich dramatisch stiegen. "Da waren wir fast am Ende", sagt Gerd Wolf. Er flüchtete nach vorn, ließ auf Autogas umrüsten und rollstuhlgerechte Beförderung garantieren. "Damit konnten wir auch diese Krise überwinden." Die Kosten stiegen ständig, die Taxipreise im Landkreis sind dennoch am untersten Limit, weiß Gerd Wolf als Vorsitzender des Taxi- und Mietwagengewerbes in Thüringen.


Wir bluten aus. Das siehst du ja, wenn du früh durch die Greizer Straßen fährst.

Gerd Wolf, Taxi-Unternehmer und Fußball-Vereinspräsident


Sein eigener Betrieb zählt heute sechs Mitarbeiter und vier Fahrzeuge, soll aber weiter ausgebaut werden. Auch personell. "Zwei gute junge Kerle könnten wir schon gebrauchen", kündigt der 55-Jährige kurzfristige Festeinstellungen an. Der Jugend eine Chance zu geben, das ist es ohnehin, was für ihn zählt und wo er auch der Politik große Vorwürfe macht. Sie habe in diesem Punkt einfach versagt, weil sie die jungen Leute regelrecht wegschickte, um Arbeit zu bekommen. So ist auch der kleine Familienbetrieb, dessen 20-jähriges Vater Siegfried leider nicht mehr erleben durfte, nun an einem Punkt, wo der Nachwuchs ausgeht.
Gerd Wolf versucht alles in die Waagschale zu werfen und nicht nur seine eigenen Probleme zu sehen. Als neuer Präsident des FC Motor Zeulenroda strebt er eine konzertierte Aktion zwischen Wirtschaft, Jugendarbeit und Sport an, um in der Doppelstadt einen großen Pool zu schaffen. "Wir müssen um jeden Jugendlichen kämpfen, ihm die Chance geben, hierzubleiben", nennt er seine Philosophie. Er ist hierzu bereits mit Jugend- und Sportvereinen sowie der IHK im Gespräch.


06. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Meine Woche

Lösungsansätze

Von Steffen Beikirch

Dienstagmorgen, der Schnee ist weg, Sturmtief Xynthia wieder verzogen. Richtung Arbeit nehme ich einen Umweg über die Höhlerreihe, denn ich muss noch zur Post in die Goethestraße. Ja, am Dienstag, da war die noch keine Allee. Doch was ist das? Widerlich! Überall Hundehaufen, und keinen scheint es zu interessieren. Als Hundehalter ärgere ich mich, denn ich hab´ immer eine Tüte dabei für den Fall, dass sich mein vierbeiniger Freund zu lösen beginnt. Klingt komisch, heißt aber tatsächlich so. Warum also können das andere nicht auch?
In unserer kleinen Redaktion entscheiden wir: Dieser Aufreger kann ein Thema für die Zeitung sein. Wir bringen die Geschichte am Donnerstag ins Blatt. Und freuen uns: Kaum stand es geschrieben, fährt die Kehrmaschine - nagelneu übrigens - sogar eine Extra-Runde.
Ob die Hundehalter ihre Lehren ziehen, wissen wir leider nicht. Wort gehalten, loben wir aber die Stadtverwaltung, die sich ja manchmal von uns ganz schön was anhören muss. Sich aber dafür oft auch bereitwillig zur Verfügung stellt. Wenn etwa selbst Stadträte erleben müssen, dass im Rathaus entschieden wird, welche Information jemand zu welcher Zeit bekommen darf. Am 27. Januar hoben sie für einen Haushaltsplan die Hand, in dem ein Loch von fast 400 000 Euro noch gar nicht berücksichtigt war. Der Bürgermeister wollte die Pferde nicht scheu machen. Man kann ja nicht immer gleich springen, wenn Erfurt mal etwas Neues weiß. Er meinte es sicher gut, als er an jenem Mittwoch Ende Januar nicht noch eine Hiobsbotschaft draufpackte. Mit Personalreduzierung hatte man schließlich genug zu tun.
Gute Nachrichten aus dem Rathaus gab´s diese Woche natürlich auch: Die neuen Straßenschilder sind da, womit sich die Übergangsphase für die betroffenen Anwohner hoffentlich bald erledigt. Zweitens sollen die neuen Bushaltestellen am Markt noch Sitzgelegenheiten erhalten. Drittens wurden für den Osterspaziergang erste Flyer verteilt und attraktive Hinweisschilder an den Ortseinfahrten montiert. Schade, dass der Bahnhofsumbau für das Großereignis zu spät kommt, wofür die Stadt aber rein gar nichts kann. Gelöst hat sie dennoch auch dieses Problem: Die Wanderer werden am Haltepunkt Triebes empfangen und können neben dem Bahnsonderticket (7 Euro hin und zurück thüringenweit) einen Pendelbus (1 Euro) zum Start nach Zeulenroda nutzen.


06. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Neue Regale und neue Konzepte

Den neuen Farbtonmischautomat bedient hier Enrico Seckendorf, Leiter der Abteilung Raumausstattung.
Den neuen Farbtonmischautomat bedient
hier Enrico Seckendorf, Leiter der
Abteilung Raumausstattung.

Langenwolschendorf (OTZ/St.B.).

Seit Sommer 2009 wurde geplant, seit Ende Februar nun realisiert: Der Hagebaumarkt Zeulenroda gestaltet in diesen Tagen aufwändig um. Inklusive neuem Warenbestand werden rund 150 000 Euro investiert, sagte gestern Wolfgang Oster, Vertriebsleiter der Röhrig-Bauzentren Treis-Karden und Zeulenroda. "Man muss am Ball bleiben, aktuell sein", begründet Oster diese zweite größere Maßnahme nach dem Umbau im Jahre 2002. Damals wurde die Baustoffhalle angebaut und das Gartencenter vergrößert. Jetzt erhält der komplette Bereich "Wohnen/Dekorieren", das sind rund 1000 von 4500 Quadratmetern Innenverkaufsfläche, ein neues Gesicht. Auch die Kundenströme werden neu gelenkt. Die letzten Ideen holte sich das Management auf der Zeus-Messe im Februar in Köln. So entsteht jetzt ein neues "Wohn- und Gardinenstudio", das mit farblich abgestimmten Themenwelten-Präsentationen anspricht. Von der Tapete über Teppichböden und Gardinen bis zu den Heimtextilien kann man seinen Stil hier passend zusammenstellen. In der Farbenabteilung wurden neue Regale und neue Konzepte eingesetzt. Kristallcolor- und Akzentfarben sind z. B. neu im Sortiment, das um die Hälfte erweitert wurde. Ein moderner Farbmischautomat nicht zu vergessen. Auf ihre Ausgestaltung warten bereits die 22 neuen Wohnkojen im Holzdesign, die bessere Entscheidungshilfe geben sollen.
Die 30 Mitarbeiter des Hagebaumarktes Zeulenroda wollen die Umbauarbeiten bis 25. März abgeschlossen haben. Denn drei Tage später steht das Frühlingsfest mit verkaufsoffenen Sonntag an.Hagebaumarkt Zeulenroda gestaltet fleißig um - Investition von rund 150 000 Euro.


06. März 2010 /Vogtland-Anzeiger

Wende: Der Beginn des Vogtland-Anzeigers

71 Gesellschafter bauen die Wiege

Plauen – Es war ein historischer Tag für die Menschen im Vogtland, als am 17. März 1990 nach Jahrzehnten der Information durch staats- und parteigebundene Blätter mit dem Vogtland-Anzeiger zum ersten Mal wieder eine unabhängige Lokalzeitung erschien.
Der Ruf nach Meinungs- und Pressefreiheit war in den Wochen vorher bei den Demonstrationen in Plauen und dem gesamten Vogtland nicht zu überhören. In Kooperation mit der Frankenpost Hof erschien der Vogtland-Anzeiger mit dem Untertitel Vogtlandpost in einer Startauflage von rund 62 000 Exemplaren.
“Die neue Zeitung soll eine Regionalzeitung mit Hintergrundinformationen, eine echte Heimatzeitung von Vogtländern für Vogtländer sein“, hatte Peter Grabow, der Geschäftsführer des Plauener Verlages Neuer Vogtländischer Anzeiger, betont. Mit dem heute 65-Jährigen blicken wir noch einmal in die Geburtsstunde unserer Zeitung, die heute mehr denn je ein echtes vogtländisches Produkt ist, zurück.

Idee bereits im Oktober 1989
“Die Idee für eine neue Zeitung hatte ich bereits im Oktober 1989 – noch vor der ersten Samstagsdemo und weit vor dem Runden Tisch“, erzählt Grabow, der zur damaligen Zeit den Betriebsteil des Sachsendrucks in der Plauener Paul-Schneider-Straße leitete. In dem Betrieb hatte er auch Offsetdrucker gelernt. „Eigentlich wollte ich Journalistik studieren, es wurde aber aus verschiedenen Gründen nichts daraus. Geblieben ist aber das Interesse am Zeitungmachen. Und dann kam die Zeit, die nach Neuem schrie und nach Strukturen, die das Neue befördern. So dachte ich an die Gründung einer Zeitung.“
Im November 1990 habe Grabow davon erfahren, „dass es einen Runden Tisch und dabei eine Arbeitsgruppe Medienpolitik geben soll. Ich habe mich dort mal mit angemeldet und meinen konkreten Vorschlag zur Zeitunggründung unterbreitet. Der wurde über die AG Medien in der Stadtverordnetenversammlung eingereicht. Ich wurde zum Beauftragten für eine Territorialzeitung bestimmt und erhielt im Dezember 1989 beim Rat der Stadt, Abteilung Kultur, eine neu geschaffene Stelle als Investbauleiter. Und dann ging es so richtig los. Ich habe mich hingesetzt, geplant und die neue Zeitung konzipiert“, erzählt Grabow.
In einem Monat habe er das Zeitungkonzept vom Titelkopf über die Spaltenbreiten bis hin zu den Schriftarten fertig gehabt. Ebenso die Planungen für das gesamte Verlagsgefüge von Redaktion über Anzeigenverkauf bis Vertrieb. „Ich musste parallel dazu aber auch die finanziellen Grundlagen schaffen. So schrieb ich die Vorsitzenden des Rates der Kreise mit der Bitte um ein Treffen mit Vertretern der Wirtschaft und Kultur an. Der Termin wurde gemacht und alle saßen am Tisch, als ich mein Zeitungkonzept vorstellte und fragte, ob sie mitmachen und sich finanziell beteiligen wollen. Aus diesem Kreis haben sich 30 Gesellschafter rekrutiert – zumeist Volkseigene Betriebe und Produktionsgenossenschaften.
Auf einen Aufruf in der Freien Presse, eine andere Möglichkeit gab es ja nicht, haben sich hinzu 41 Privatpersonen gemeldet, die auch ihren Anteil beitragen wollten. Bis Ende Januar 1990, also in einem knapp anderthalben Monat, waren 2,338 Millionen DDR-Mark zusammengekommen“, blickte Grabow zurück. Die 71 Gesellschafter gründeten am 19. Februar 1990 den Verlag Neuer Vogtländischer Anzeiger, die am 1. März 1990 als erste GmbH seit 1966 ins Plauener Handelsregister eingetragen wurde. „Und mit dem Stammkapital von mehr als zwei Millionen Mark waren wir zu der Zeit die größte Neugründung eines Betriebes in der DDR“, fügte Grabow hinzu.
Gegenstand des Unternehmens waren laut Handelsregister folgende Geschäfte: „Die unabhängig von Parteien, Interessensgruppen und Wirtschaftsverbänden erfolgte Herausgabe der Zeitung ’Neuer Vogtländischer Anzeiger’ entsprechend eines eigens zu erarbeitenden Redaktionsstatuts und weiterer Zeitungen, Zeitschriften, Presseerzeugnisse sowie die Vornahme aller Geschäfte auf dem Gebiet des Verlagswesens, der Druckerei, des Rundfunks, des Fernsehens und der neuen Medien....“ Sitz der Gesellschaft war Plauen. Im damaligen Gebäude der SED-Kreisleitung, das später wieder Sitz der Industrie- und Handelskammer wurde, hatte der Verlag vorübergehend Räume bis das eigene – auch noch heutige – Verlagshaus bezugsfertig wurde.

Tochtergesellschaft gegründet
“Als wir das Geld zusammen hatten, ging es an die konkrete Umsetzung der Pläne zur Zeitungsgründung. Der erste Schritt hieß personelle Untersetzung der einzelnen Verlagsbereiche, der zweite war die Frage nach dem Druckort. Da die Druckereien in Zwickau und dem damaligen Karl-Marx-Stadt aus technischen Gründen nicht in Frage kamen, blieb als Alternative nur das Druckzentrum in Hof. Die Frankenpost hatte sich schon seit Ende 1989 für die neue Zeitung interessiert, die ja durch Medien öffentlich gemacht wurde. Nun bot sich eine Zusammenarbeit über den Druckort mit der dort ansässigen Zeitung an“, erzählte Grabow weiter. „Es kam der Gedanke auf, mit der Frankenpost eine gemeinsame Tochtergesellschaft zur Herausgabe der neuen Zeitung zu gründen. Die Gesellschafter der Neuen Vogtländischen Anzeiger GmbH wollten somit einen Zugriff auf ihre Einlagen verhindern.“
Bei einer Gesellschafterversammlung am 26. April 1990 stimmte mit 87 Prozent die Mehrheit zu, eine Tochtergesellschaft mit der Frankenpost zu gründen – unter dem Namen Vogtländisches Verlagshaus GmbH mit einem Stammkapital entsprechend des geltenden GmbH-Gesetz von 300 000 Mark – jeweils zu 50 Prozent von der Frankenpost Hof und vom Neuen Vogtländischen Verlag Plauen.
“Wir Vogtländer bestanden auf einem eigenen Erscheinungsbild und damit zu vorderst auf einem von uns ausgewählten Zeitungskopf. Der sollte sich an den früheren Vogtländischen Anzeiger und Tageblatt anlehnen und deshalb in Frakturschrift erscheinen. Von beiden Seiten wurde auf den Erscheinungstermin der Zeitung Ende Februar hingearbeitet. Zu dieser Zeit waren auch die ersten Mitarbeiter eingestellt. Wir entschlossen uns dann auf den Termin 17. März und so habe ich ein Fest auf dem Theaterplatz in Plauen vorbereitet. Da waren dann hunderte Leute dort, feierten die neue Zeitung mit Freibier und Musik“, erinnert sich Grabow.

Aus für Mutterverlag
Doch bereits Anfang 1991 fingen die Schwierigkeiten für den Mutterverlag Neuer Vogtländischer Anzeiger GmbH an. „Zahlreiche VEB-Betriebe wurden zu dieser Zeit bereits von der Treuhand abgewickelt, auch solche, die Gesellschafter im Verlag waren. Hinzu wurden Produktionsgenossenschaften durch Reprivatisierung aufgelöst oder umgewandelt. Die Gesellschafteranteile wurden in diesem Zuge aus dem Mutterverlag herausgelöst. Als die Grenze von 50 Prozent des Stammkapitals erreicht war, musste die Neue Vogtländische Anzeiger GmbH liquidiert werden. Das beschloss die Gesellschafterversammlung zum 1. Mai 1992. Dass wiederum hatte zur Folge, dass Anteile in der Vogtländischen Verlagshaus GmbH zurückgezahlt werden mussten und somit diese hundertprozentige Tochter der Frankenpost wurde. Ein Hauptteil der eingezahlten Gesellschafteranteile im Mutterverlag konnte durch die Ausgründung der Tochter den Anlegern zurückgezahlt werden“, schließt Grabow den Blick zurück ab.
Beim Aufbau der Neuen Vogtländischer Anzeiger GmbH habe es laut Grabow auch schon die Idee für das erste vogtländische Radio und Fernsehen gegeben. Gescheitert sei das an nicht verfügbaren Sendefrequenzen. „Und so hat der Mutterverlag sich auf die Herausgabe verschiedener Publikationen, wie Amtsjournal, Umweltzeitung für den Kreis Auerbach, Stadtbroschüre für Plauen und beispielsweise den Abfallkalender konzentriert“, sagte Grabow, der bis 1992 Geschäftsführer war. Später hatte er einen eigenen Verlag für Werbung und Publikationen und war Honorardozent für Kommunikationswissenschaften und Medien. „Heute bin ich im aktiven Ruhestand, schreibe Kochbücher, male Bilder, fotografiere. Die Idee Zeitung schwebt mir immer noch vor, aber nur noch als Gedankenspiel.“
M. T.


06. März 2010 /Antje-Gesine Marsch

Neujahrsempfang der Landrätin des Landkreises Greiz

Landrätin Martina Schweinburg bei ihrer Rede zum traditionellen Neujahrsempfang im Greizer Theater.
Landrätin Martina Schweinburg bei ihrer Rede zum traditionellen
Neujahrsempfang im Greizer Theater.

Thüringens Ministerpräsidentin mit beeindruckender Rede - Empfang nächstes Jahr in "Vogtlandhalle"

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

"Nur wer an die Zukunft glaubt, glaubt an die Gegenwart." Dieses Zitat stellte Thüringens Ministerpräsidentin, Christine Lieberknecht (CDU) in den Mittelpunkt ihrer Festrede, die sie zum traditionellen Neujahrsempfang der Landrätin des Landkreises Greiz, Martina Schweinsburg, am Freitagabend im Greizer Theater hielt.
Lieberknecht ließ das vergangene Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen noch einmal Revue passieren.
Besonders der Slogan "Greiz hat Reiz", der sich wie ein roter Faden durch das vergangene Festjahr zog und mit dem 12. Thüringentag seinen Höhepunkt erreichte, hatte es der Ministerpräsidentin angetan. "Das Motto passt ausgesprochen gut zu Ihrer Stadt, der 'Perle des Vogtlands'."
Fast 500 Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Verbänden und Vereinen waren der Einladung der Landrätin gefolgt, um zum "letzten Mal im alten Hause", so Schweinsburg, den Empfang zu erleben. Musikalisch grandios fungierte wieder einmal mehr die Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter Leitung von GMD Stefan Fraas, die bspw. mit feurigen Klängen aus Georges Bizets Oper "Carmen" die Zuschauer begeisterten und auch nach drei Zugaben nicht von der Bühne gelassen wurden.
Auch Ehrungen wurden an diesem Abend vorgenommen. Die höchste wurde Dr. Hans-Georg Hunger zuteil. Aus den Händen der Ministerpräsidentin erhielt der zum Jahresende in den Ruhestand veranschiedete Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH den Thüringer Verdienstorden. "Mit seinen vielfältigen Initiativen und seinem außergewöhnlichen Engagement hat Dr. Hunger angepackt und dabei zum Wohle unseres Landes in besonderem Maße beigetragen", würdigte Lieberknecht den Ausgezeichneten.
Desweiteren überreichte die Ministerpräsidentin den Ehrenbrief des Freistaates Thüringen Konrad Möller aus Saara, Roland Schuster aus Zeuenroda-Triebes und Rosemarie Selle aus Weida.


06. März 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Karikatur des Tages

Großes Interesse
Großes Interesse
Zeichnung: OTZ/Bruns


Offene Türen in sanierter Villa

Die sanierte Villa der GSM AG in der Greizer Zentastraße kann am Sonntag, 7. März, von 14 bis 16 Uhr, zum Tag der offenen Tür besichtigt werden. Den Saunabereich im Kellergeschoss wird Sorian Heumann vorstellen.
Foto: OTZ/Freund

Die sanierte Villa der GSM AG in der Greizer Zentastraße kann am Sonntag, 7. März, von 14 bis 16 Uhr, zum Tag der offenen Tür besichtigt werden. Den Saunabereich im Kellergeschoss wird Sorian Heumann vorstellen.


Architekturpreise des BDA Sachsen in Reichenbach verliehen

AGM

Zum siebten Mal lobte der Bund Deutscher Architekten (BDA), Landesverband Sachsen, den Architekturpreis für bemerkenswerte Leistungen auf dem Gebiet der Architektur und des Städtebaus im Freistaat Sachsen aus. Am gestrigen Freitagnachmittag wurden im Fachbereich Architektur der Westsächsischen Hochschule Zwickau in der Reichenbacher Klinkhardtstraße feierlich die zehn Preisträger geehrt. Aus 63 eingereichten Vorschlägen kürte eine fünfköpfige Jury die Arbeiten in zwei Kategorien. Insgesamt sieben Anerkennungen und drei gleichrangige Architekturpreise in Form von Ehrenplakette und Ehrenurkunde wurden an Bauherren und Architekten gemeinsam übergeben. Zu den ausgezeichneten Objekten gehören unter anderem das Trainingszentrum der Polizeidirektion Chemnitz und die Giraffen-und Zebraanlage des Zoologischen Gartens Dresden.


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