04. März 2010 /OTZ

Hemmann bleibt im Amt

SPD und CDU sind gegen die geheime Abstimmung zum Misstrauensantrag gegen Andreas Hemmann.
SPD und CDU sind gegen die geheime Abstimmung zum Misstrauens-
antrag gegen Andreas Hemmann.
Foto: OTZ/Frd.

Die Fraktionen IWA, FDP und Linke scheitern mit Abberufungsanträgen vor Stadtrat

Von Katja Grieser Greiz (OTZ).

Der Greizer Ex-Bürgermeister Dr. Andreas Hemmann (SPD) bleibt auch weiter Vorsitzender des Greizer Stadtrats sowie Aufsichtsratsmitglied der Energieversorgung Greiz GmbH. Die Fraktionen von IWA, FDP und Linke scheitern mit entsprechenden Abberufungsanträgen gestern Abend vor dem Stadtrat. Die Fraktionen werfen Dr. Hemmann Fehlverhalten in Zusammenhang mit der Errichtung eines Ergebnisabführungsvertrages zwischen der Greizer Freizeit- und Dienstleistungs GmbH & Co. KG und der Energieversorgung Greiz GmbH (OTZ berichtete) vor.
Ricarda Gebauer (IWA) formuliert es drastischer, sie spricht von "wissentlichem Gestaltungsmissbrauch" und "Ignorieren von Hinweisen der Finanzbehörde". "Die Behörde hat eine verbindliche Auskunft zu dem Steuersparmodell zwar abgelehnt, ist in dem Schreiben vom 22. Dezember 2003 jedoch ausführlich auf das Vorhaben eingegangen", so Gebauer. Dass die Stadträte vom Inhalt dieses Schreibens keine Kenntnis und so nicht die Möglichkeit gehabt hatten, über das Steuersparmodell zu urteilen, empört die IWA-Stadträtin.
"Auf konkrete Anfragen wurde von Dr. Hemmann immer wieder verneint, dass etwas vom Finanzamt vorliegt", schlägt Linken-Fraktionschef Holger Steiniger in die gleiche Kerbe. "Er hat uns getäuscht und der Stadt großen Schaden zugefügt", so Steiniger. "Dr. Hemmann, Sie sind nicht mehr würdig, diesem Stadtrat vorzustehen", sagt Holger Steiniger.
FDP-Fraktionschef Wilhelm Wüstner findet es einen "ungeheuerlichen Vorgang, dass Dr. Hemmann dem Stadtrat nicht die Wahrheit gesagt hat." Der Ex-Rathauschef habe "mit dem Geld der Stadt gezockt". Wüstner zweifelt die Glaubwürdigkeit von Hemmann an: "Unser Vertrauen in Sie ist bei Null angekommen", sagt er.


Unser Vertrauen in Sie ist bei Null angekommen.

FDP-Fraktionschef Wilhelm Wüstner


"Wir stehen geschlossen hinter Dr. Andreas Hemmann", gibt SPD-Fraktionschef Harald Jatho dem Stadtratsvorsitzenden Rückendeckung. "Geradezu absurd" sei es, einen Mann zu beschuldigen, der die Interessen der Stadt immer über seine eigenen gestellt habe. Jatho sieht hinter der Sache nur ein Ziel: "die Untergrabung der jahrelangen vernünftigen Zusammenarbeit im Stadtrat." Unterstützung bekommt Hemmann auch von der CDU. Gunda Kästner sagt, dass es der Justiz zustehe, über eventuelle Verfehlungen zu urteilen. Zudem gehe es hier um das jetzige Stadtratsmitglied und nicht um sein Tun aus der Vergangenheit. CDU-Fraktionschef Jürgen Frantz beklagt das "schlimme Umgehen miteinander". Beschämend sei, was hier ablaufe, so einen "schwarzen Tag" habe er in fast 20-jähriger Stadtratszugehörigkeit noch nicht erlebt.
Bürgermeister gegen eine Person, die sich in den letzten Jahren mehr als manch andere für die Stadt eingesetzt haben". Grüner betont, dass die "Informationspflicht zu jedem Zeitpunkt gegeben war", worauf Ricarda Gebauer nachhakt, weshalb die Stadträte dann das Schreiben vom Finanzamt nie zu Gesicht bekommen haben.
Mit SPD-CDU-Mehrheit wurden die Abberufungsanträge abgeschmettert. Den ersten Rückschlag erlitten die antragstellenden Fraktionen jedoch bereits vor der eigentlichen Abstimmung. Denn IWA, FDP und Linke wollten eine geheime Abstimmung, damit Stadträte frei von möglichen Fraktionszwängen ihre Stimme abgeben können. Doch die Anträge auf geheime Abstimmung wurden mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen gingen die Anträge der CDU-Fraktion auf namentliche Abstimmung durch.
Andreas Hemmann ergriff ebenfalls das Wort und dankte den Leuten, die ihn nicht vorverurteilen. Das ganze Vorgehen erinnere ihn "in fataler Weise an die DDR, wo es schon ausreichte, eine Denunziation loszulassen, um verdächtig zu sein."

Kommentar

Ehrlich eigenartig

Von Katja Grieser

Es war eine äußerst schlechte Wahl der CDU-Fraktion, ausgerechnet Gunda Kästner begründen zu lassen, weshalb die Christdemokraten den Abberufungsanträgen nicht zustimmen. Sie erklärte u. a., dass es ihr als Stadtrat, der 2009 gewählt wurde, nicht zustehe, über die Vergangenheit zu urteilen. Kästner saß jedoch bereits vor 2009 in eben jenem Stadtrat, was sie einräumte. Eigenartig ist es trotzdem, wenn eine langjährige Stadträtin sich darauf zurück zieht, dass die Vergangenheit eines Ratsmitglieds ja nicht zur Disposition stehe.
Genau das hat wohl auch IWA-Fraktionschef Jens Geißler auf die Palme gebracht. In einer Fraktionserklärung präsentierte er ein aktuelles Beispiel, bei dem er sich als Stadtrat nicht ehrlich und ausführlich informiert fühlt. So habe der jetzige Bürgermeister am 16. Dezember über den neuen Haushalt abstimmen lassen, ohne den Räten mitzuteilen, dass es bereits am 9. Dezember ein Schreiben vom Landratsamt gegeben habe mit Hinweisen, wie der Haushalt zu gestalten sei. Unter Ehrlichkeit im Stadtrat verstehe er etwas anderes, so der wütende Kommentar Geißlers.


04. März 2010 /OTZ

Kommende Woche beginnt die Vorschule

Lessinggrundschule bietet auch im Ausweichdomizil einen Kennenlerntag

Greiz (OTZ/Frd.).

"Das sind die kleinen Vorschulkinder, die sind ja cool", sagte Florian, Lessingschüler der 2 b zu seinen Klassenkameraden Justine und John, zeigte dabei auf die künftigen Erstklässler, die in einer Gruppe im Gang vorbeiliefen.
Mit den Lehrerinnen Annett Bettermann und Petra Deußing waren sie auf dem Weg in ein Klassenzimmer, in dem bereits Papier-Osterhasen auf den Tischen zum Bemalen bereit lagen. Ums Osterfest drehte sich dann auch die Geschichte, die sie zu hören bekamen und dabei einige Fragen beantworten durften. Schulleiterin Marlies Langebach konnte gestern 29 Kinder zu einem Kennenlernnachmittag in der Lessing-Grundschule begrüßen, die, wie OTZ bereits mehrfach berichtete, vorübergehend in Räumen des Förderzentrums im Goetheschulkomplex untergebracht sind. Für einige Mädchen und Jungen war es das erste Mal, dass sie diese Schule besuchen durften, die Kinder der Kita "Freundschaft" waren hier schon einmal im Rahmen eines Schnuppertages zu Gast. Das Lied "Hurra, ich bin ein Schulkind" übten die Kinder mit Gudrun Walther, die mit dem Akkordeon den Gesang begleitete. Über die Schule wussten die angehenden ABC-Schützen schon einiges, so kann man Schreiben und Rechnen lernen und in den Schulgarten gehen.
Für Robin Schulz, der wie die anderen die sechs Punkte auf dem Papierosterhasen zählen konnte, war der Besuch ein Heimspiel, denn seine Schwester ist hier Schülerin der vierte Klasse. Ihm hat das gemeinsame Singen am besten gefallen, Laura Sophie Wagner begeisterte eher das Malen.
Schon in der kommenden Woche werden sich die Kinder zur Vorschule wiedersehen.


04. März 2010 /OTZ

15 Jahre alten Rechtsstreit befriedet

Berga erhält vom Landkreis Müll-Geld zurück

Von Uwe Müller Weida.

Der Kreistag hat nach 15 Jahren einen Rechtsstreit zwischen der Stadt Berga und dem Landkreis Greiz befriedet. Er folgte am Dienstagabend einem Vergleichsvorschlag des Oberverwaltungsgerichtes. Demnach erhält die Stadt Berga 205 015,27 Euro Müllentsorgungskosten für die Jahre 1992 bis 1995 erstattet. Hinzu kommen rund 61 000 Euro Zinsen bis 31. Dezember 2009 sowie ab 2010 monatlich 569,52 Euro. Die Stadt Berga hatte auf 352 320,44 Euro plus Zinsen geklagt.
Der Landkreis hatte nicht damit gerechnet, dass das Langzeitproblem in diesem Jahr gelöst wird und keine Haushaltstelle eingerichtet. "Wir haben das Geld aber in der Deponierücklage zurückgehalten", versicherte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU). Die Sonderrücklage war 2001 gebildet worden und hatte zum 31. Dezember 2008 einen Bestand in Höhe von 845 522,33 Euro.
Geld muss der Landkreis trotzdem nicht an die Stadt Berga überweisen. Die Ansprüche aus dem Vergleich sollen mit Rückständen der Stadt beim Begleichen der Kreis- und Schulumlage verrechnet werden.
Nach dem Kreistag ist Mitte März der Stadtrat Berga am Zuge. Ohne seine Zustimmung ist der Vergleich hinfällig. Allerdings ist der Vergleichsvorschlag in Berga nicht unumstritten.


04. März 2010 /OTZ

Bypass durchs Schlüsselloch

Oberarzt Thomas Grube zeigt mit OP-Schwester Kerstin Malz am Endoskopie-Turm die neue Bypass-OP mittels Schlüssellochtechnik, hinten Angela Zipfel.
Oberarzt Thomas Grube zeigt mit OP-Schwester
Kerstin Malz am Endoskopie-Turm die neue Bypass-
OP mittels Schlüssellochtechnik, hinten
Angela Zipfel.
Foto: OTZ/Christian Freund

Moderne OP-Verfahren am Gefäßzentrum

Greiz (OTZ/-lz).

Die moderne Gefäßmedizin, das erläutern die Mediziner des anerkannten Gefäßzentrums Greiz bei einem Vor-Ort-Termin, besteht im Wesentlichen aus drei Schwerpunkten: der internistisch ausgerichteten konservativen Behandlung von Gefäßerkrankungen, der Angiologie, der Katheterbehandlung bei verengten Blutadern, also der interventionellen Radiologie, und der Gefäßchirurgie, beispielsweise die Ausschälung einer Blutader oder die Überbrückung mit einem Bypass. Bei der Katheterbehandlung wird die Gefäßverengung mit einem Ballon aufgedehnt und kann durch eine innere Gefäßstütze, einen Stent, offen gehalten werden.
Neu im Operations-Kanon des Gefäßzentrums Greiz ist die Bypassrekonstruktion im Becken-/Beinbereich in Schlüssellochtechnik, die der Leitende Oberarzt der Gefäßchirurgie, Thomas Grube, erstmalig in der vorigen Woche durchgeführt hat. "Dieser neue Trend wird derzeit nur in einigen Gefäßchirurgischen Zentren in Deutschland angeboten und stellt unter Beweis, dass Greiz neueste OP-Techniken anzubieten versteht", unterstreicht Chefarzt Dr. Jürgen Heyne.


Dieser neue Trend wird derzeit nur in einigen Gefäßchirurgischen Zentren angeboten und stellt unter Beweis, dass Greiz neueste OP-Techniken anzubieten versteht."

Chefarzt Jürgen Heyne


Statt eines großen und schwierigen Bauchschnitts, der bisher für die Operation an der Bauchschlagader notwendig war, setzt der Operateur fünf kleine Schnitte. Der Patient habe deutlich weniger Schmerzen, die Magen-Darm-Passage komme eher wieder in Gang, es gibt keine Narbenbrüche und die Verweildauer in der Klinik sinkt. Allerdings kann die invasive OP-Methode nicht alle klassischen Schnitte ablösen, erläutern die Mediziner am gefäßzentrum. "Nicht jeder Bypass-Patient ist dafür auch geeignet", gibt Grube abschließend zu bedenken.


04. März 2010 /OTZ

Vogtlandhalle Greiz ist beschlossene Sache

Namensgebung für Theaterneubau steht

Von Kathrin Schulz Greiz (OTZ).

Mit der Entscheidung am gestrigen Abend im Greizer Stadtrat ist es amtlich: Der Theaterneubau an der Carolinenstraße wird künftig "Vogtlandhalle Greiz" heißen. Mit überwältigender Mehrheit - es gab nur eine Enthaltung - entschieden sich die Stadträte ohne weitere Diskussion für den Vorschlag, der am 10. Dezember einstimmig im Ausschuss für Tourismus, Kultur und Soziales favorisiert worden ist und über den Haupt- und Finanzausschuss als einziger auf den Tisch des Stadtrates kam. Ausschuss-Chef Christian Tischner (CDU) begründete gestern vor dem Stadtrat noch einmal den Vorschlag und würdigte die "historische Entscheidung" als "Namensfindung über den kurzen Draht zum Bürger". Um die 70 Namensvorschläge hätten im Ausschuss dazu vorgelegen, nachdem man dazu angeregt hatte. Von Reußenhalle über Vogtländisches Kulturforum, Carolinenhalle, Stadtpalast bis hin zur Benennung nach Persönlichkeiten der Stadt, wie Stengel, Kunze, Merbold oder Stavenhagen habe die Palette der Vorschläge gereicht. Eine Vogtlandhalle sei am meisten genannt worden, versicherte Tischner. "Ein klares Bekenntnis zu Stadt und Region", warb der CDU-Mann für den Vorschlag, der mit dem notwendigen und sinnvollen Zusatz "Greiz" zu versehen sei. "Ich würde mich freuen, wenn wir uns nicht nur hinter verschlossenen Türen einig sind"; mit diesen Worten schickte der Ausschuss-Vorsitzende den Vorschlag in die Abstimmung: 29 Ja-Stimmen bestätigten seinen Optimismus. Eine Bitte richtete Tischner an Theaterleiterin Undine Hohmuth und ihr Team: "Entwickeln sie die Vogtlandhalle Greiz zu einem Haus für alle Generationen."


04. März 2010 /OTZ

Der Schnee ist weg, der Dreck bleibt

Bengels Kot wird richtig entsorgt.
"Bengels" Kot wird
richtig entsorgt.
Foto: OTZ/U. Flamich

Viele Hundebesitzer lassen Exkremente ihrer Vierbeiner einfach auf dem Fußweg liegen

Von Ute Flamich Zeulenroda-Triebes (OTZ).

Den Blick bloß auf den Fußweg richten! Aber wie schön doch die ersten Frühjahrsblüher sind. Da ist es schon geschehen: Der rechte Schuh steckt in einem großen Haufen Hundekot. Igittigitt! Ein kurzer Spaziergang durch Straßen und Gassen der Stadt genügt und ein Häufchen nach dem anderen wird sichtbar. Eine besonders beliebte Strecke bei Hundehaltern scheint der Weg zur Arbeitsagentur, Untere Höhlerreihe, zu sein. Allein neun Hundehaufen waren gestern auf den ersten Blick auf dem Fußweg kurz vor dem Arbeitsamt sichtbar. "Das Problem ist uns bekannt", sagte Ordnungsamtsleiter Dietmar Reich gestern auf OTZ-Nachfrage. Nicht nur der Hundekot, sondern auch allerlei anderer Müll wie Flaschen, Plastikverpackungen und Böllerreste seien durch das Abschmelzen des Schnees zum Vorschein gekommen. "Jetzt muss aufgeräumt werden", sagt Reich und fordert die Zeulenrodaer Bürger auf, ihrer Straßenreinigungspflicht nachzukommen. "Wird der Aufforderung nicht Folge geleistet, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die geahndet werden kann." Die Stadt ihrerseits werde ebenfalls die in ihrer Verantwortung liegenden Straßen säubern.
Doch das Problem Hundekot bleibt bestehen. Trotz der Pflicht jedes Hundehalters, die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners im innerstädtischen Bereich zu entfernen, halten sich viele Hundefreunde nicht daran und nehmen damit die Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 75 Euro in Kauf. Dabei hat die Stadt vorgesorgt und immerhin fünf so genannte "Sac-o-mat" - Abfallbehälter mit Foliensäckchen für den Hundekot - installiert. Solche Behälter stehen in der Buchenreihe, in der Nähe des Friedhofes, in der Speicherreihe, Speichergasse und in der Greizer Straße. "Das Problem ist zum einen, dass die Sac-o-maten oft mit ganz anderen Dingen befüllt werden", sagt Amtsleiter Reich. Zum anderen seien viele Hundehalter unvernünftig und nehmen sich anstelle eines Beutels für die Exkremente ihres Tieres gleich zehn. "Aber wenigstens entsorgen sie den Hundekot ordentlich."
Reich kündigte an, dass die Stadt versuche, an "Hundekot-Schwerpunkten" weitere Behälter aufzustellen - je nach Finanzlage.

Kommentar

Vorsicht, Tretminen!

Von Ute Flamich

Ein Schild mit der Aufschrift "Vorsicht, Tretminen!" sollte für die Fußgänger angebracht werden, die beispielsweise vorhaben, die Untere Höhlerreihe entlangzuspazieren. Denn dort, in direkter Nähe zur Arbeitsagentur, sollte man es nicht wagen, den Blick vom Gehweg abzuwenden. Tut man es doch, läuft man Gefahr, in einen der zahlreichen Hundehaufen zu treten. Da kommt wahrlich Freude auf - und so mancher Bürger wird sich bestätigt wissen: Ein Tierfreund muss nicht gleich ein Menschenfreund sein. Denn wäre er es, hätte er sicher ein Einsehen.
Doch wo liegt eigentlich das Problem, liebe Hundehalter? Ist es Faulheit, Mangel an Plastiktüten, Ignoranz? Es ist wahrscheinlich eine Kombination aus allen drei Dingen. Um diesem Trend entgegenzuwirken macht die Stadt jetzt das einzig Richtige: In den kommenden Tagen will sie durchgreifen und verstärkt auf "Hundekot-Patrouille" gehen.


04. März 2010 /OTZ

Bypass durchs Schlüsselloch

Moderne OP-Verfahren am Gefäßzentrum

Greiz (OTZ/-lz).

Die moderne Gefäßmedizin, das erläutern die Mediziner des anerkannten Gefäßzentrums Greiz bei einem Vor-Ort-Termin, besteht im Wesentlichen aus drei Schwerpunkten: der internistisch ausgerichteten konservativen Behandlung von Gefäßerkrankungen, der Angiologie, der Katheterbehandlung bei verengten Blutadern, also der interventionellen Radiologie, und der Gefäßchirurgie, beispielsweise die Ausschälung einer Blutader oder die Überbrückung mit einem Bypass. Bei der Katheterbehandlung wird die Gefäßverengung mit einem Ballon aufgedehnt und kann durch eine innere Gefäßstütze, einen Stent, offen gehalten werden. Neu im Operations-Kanon des Gefäßzentrums Greiz ist die Bypassrekonstruktion im Becken-/ Beinbereich in Schlüssellochtechnik, die der Leitende Oberarzt der Gefäßchirurgie, Thomas Grube, erstmalig in der vorigen Woche durchgeführt hat. „Dieser neue Trend wird derzeit nur in einigen Gefäßchirurgischen Zentren in Deutschland angeboten und stellt unter Beweis, dass Greiz neueste OP-Techniken anzubieten versteht", unterstreicht Chefarzt Dr. Jürgen Heyne.


Dieser neue Trend wird derzeit nur in einigen Gefäßchirurgischen Zentren angeboten und stellt unter Beweis, dass Greiz neueste OP-Techniken anzubieten versteht."

Chefarzt Jürgen Heyne


Statt eines großen und schwierigen Bauchschnitts, der bisher für die Operation an der Bauchschlagader notwendig war, setzt der Operateur fünf kleine Schnitte. Der Patient habe deutlich weniger Schmerzen, die Magen-Darm-Passage komme eher wieder in Gang, es gibt keine Narbenbrüche und die Verweildauer in der Klinik sinkt. Allerdings kann die invasive OP- Methode nicht alle klassischen Schnitte ablösen, erläutern die Mediziner am gefäßzentrum. „Nicht jeder Bypass-Patient ist dafür auch geeignet", gibt Grube abschließend zu bedenken.


04. März 2010 /OTZ

Blau-Weiß siegt ungeschlagen

Die zweite Mannschaft des Gastgeberteams vom Greizer SV (Weiß-Blau) konnte in einer umkämpften Partie gegen den FSV Mohlsdorf knapp mit 2:1 gewinnen.
Die zweite Mannschaft des Gastgeberteams vom Greizer SV (Weiß-
Blau) konnte in einer umkämpften Partie gegen den FSV Mohlsdorf
knapp mit 2:1 gewinnen.
Foto: Silvia Böhm-Lämmer

Hallenfußball, 17. Jürgen-Schmude-Gedenkturnier des Greizer SV: Gastgeber Zweiter

Von Roland Hilbert Greiz (OTZ).

Der SV Blau-Weiß 90 Greiz ging als verdienter Sieger aus dem 17. Jürgen-Schmude-Gedenkturnier hervor. Im Hallenturnier am Sonntag in der Lessingturnhalle triumphierte das Team nach spannendem Turnierverlauf ungeschlagen. Nach dem die SG Daßlitz/Langenwetzendorf III im Halbfinale bezwungen wurde, gewann Blau-Weiß das Finalspiel gegen Gastgeber Greizer SV in der Schlussphase mit 3:1.
Damit setzte sich die spielerisch beste Mannschaft im gesamten Turnierverlauf durch. Im Spiel um Platz drei gewann der Hohndorfer SV gegen die spielstarke SG Daßlitz/Langenwetzendorf III nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit erst im Neunmeterschießen mit 2:0. Das Spiel um Platz fünf entschied der Hainberger SV gegen die zweite Mannschaft des Gastgebers klar mit 4:1 für sich. Platz sieben holte sich der FSV Mohlsdorf nach einem Sieg gegen die VSG 1960 Cossengrün, der ebenfalls erst durch Neunmeterschießen mit 3:2 gesichert wurde. Das Turnier brachte guten Hallenfußball und die zahlreichen Zuschauer sahen zum Teil äußerst spannende Auseinandersetzungen mit knappem Ausgang, wobei die Fairness ohne verhängte Strafzeiten besonders hervorgehoben werden muss. Dazu trugen die Schiedsrichter Jürgen Mayerosch (Hainberger SV) und Klaus Grüner (VSG Cossengrün) mit guten Leistungen bei.

Oben: Cossengrün (Grün) unterlag in der Vorrunde dem Hainberger SV mit 0:3. Die Oberländer wurden Turnierletzter. Unten: Der spätere Turniersieger Blau-Weiß Greiz bezwang den Hohndorfer SV (Gelb) deutlich mit 4:1.

Die drei erstplatzierten Teams wurden mit Pokalen, alle Teilnehmer mit Präsenten und Urkunden ausgezeichnet. Die Auszeichnung "Bester Torhüter" erhielt Frank Spörl (Hohndorfer SV) mit fünf Stimmen. Bester Torschütze wurde Nico Springer (Blau-Weiß Greiz) mit sechs Treffern. Für die Unterstützung bei der Austragung des Turniers und die Bereitstellung der Pokale und Präsente bedankt sich der Greizer SV bei allen Sponsoren und Gönnern, außerdem bei den Spielerfrauen für die Verpflegung. Spielverlauf, Vorrunde, Staffel I: Greizer SV I - Hainberger SV 3:1; - SG Daßlitz/Lawedo III 3:1; - Cossengrün 2:0. Hainberger SV - Cossengrün 3:0; - SG Daßlitz III 0:3. Cossengrün - SG Daßlitz III 0:2. Vorrunde, Staffel II: Greizer SV II - Hohndorfer SV 0:2; - FSV Mohlsdorf 2:1; - B-W Greiz 0:2. Hohndorf - B-W Greiz 1:4; - Mohlsdorf 2:0. Mohlsdorf - B-W Greiz 0:9.

Halbfinale: B-W Greiz - SG Daßlitz III 5:3; Greizer SV - Hohndorfer 2:1.
Spiel um Platz 7: Cossengrün - Mohlsdorf 2:3 (n.N.).
Spiel um Platz 5: Hainberger SV - Greizer SV II 4:1.
Spiel um Platz 3: Hohndorf - Sg Daßlitz III 2:0 (n.N.).
Finale: B-W Greiz - Greizer SV 3:1.

Abschlusstabelle:
1. Blau-Weiß 90 Greiz
2. Greizer SV I
3. Hohndorfer SV
4. SG Daßlitz/Langenwetzendorf III
5. Hainberger SV
6. Greizer SV II
7. FSV Mohlsdorf
8. VSG Cossengrün

Bildbeschreibung: Oben: Cossengrün (Grün) unterlag in der Vorrunde dem Hainberger SV mit 0:3. Die Oberländer wurden Turnierletzter. Unten: Der spätere Turniersieger Blau-Weiß Greiz bezwang den Hohndorfer SV (Gelb) deutlich mit 4:1.
Foto: Silvia Böhm-Lämmer


04. März 2010 /OTZ

Schmitt erneut Gesamtsieger

Die jungen Kufenflitzer im Dienste des ZSV Mylau präsentieren nach dem Wettkampf in Erfurt stolz ihre Medaillen.
Die jungen Kufenflitzer im
Dienste des ZSV Mylau präsen-
tieren nach dem Wettkampf in
Erfurt stolz ihre Medaillen.

Eisschnelllauf: Gebert wird Dritter bei Sachsen-Thüringen-Pokal der Altersklasse 8 bis 10

Erfurt (OTZ/K. Müller).

Gleich das ganze Wochenende war für die jüngeren Kufensprinter durch ihr Hobby belegt: Waren die Zehn- und Elfjährigen am Sonnabend noch beim Kampf um die Sächsische Meisterschaft in Dresden anzutreffen, reisten die Zehner gemeinsam mit ihren acht- und neunjährigen Vereinskollegen zum Sachsen-Thüringen-Pokal nach Erfurt, während die Elfjährigen zwar ebenfalls zum Sachsen-Thüringen-Pokal, jedoch mit den älteren Jahrgängen in Chemnitz an den Start gingen.
Einen entscheidenden Vorteil hatten die Sportler in Erfurt: Sie waren wetterunabhängig, und in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle vor dem Sturm, der draußen tobte, sicher. Doch bekamen sie in dem 100 Läufer starken Feld bei Weitem nichts geschenkt. Gerade in der Altersklasse 9, in der Lennart Schmidt einmal mehr als Sieger hervor ging, standen 24 Sportler auf der Startliste. Stolze 22 Starter gab es in der Altersgruppe von Philipp Gerbert (10). Er ließ sich jedoch nicht verunsichern und kämpfte sich auf den Bronzeplatz. In der Altersklasse acht schafften gleich zwei Mylauer den Sprung aufs Siegerpodest. Manuel Zähringer und Jacob Seifert (beide erst sieben Jahre alt) zeigten den älteren Konkurrenten, wie man Schlittschuh läuft; Manuel siegte und Jacob erkämpfte sich die Bronzemedaille. Platz fünf sicherte sich Clemens Herrmann (9), Platz sechs ging an Susette Gerbert (8). Linda Reinhold (10) belegte Platz sieben, Jessy Seifert kam in der gleichen Altersklasse auf Rang zwölf und Maximilian Mothes wurde 14.. Karl-Oswald Jacob belegte in der AK acht Platz zehn, Justin Horlbeck (9) kam auf Rang 13.
Einen weiteren Medaillenregen gab es nach den Staffelwettbewerben. Diesmal in neuartiger Fassung mit Rückwärtslaufen, was einige Fehlerquellen bereithielt. Doch das schreckte bei Weitem nicht und die Staffel der Altersklasse zehn mit Linda Reinhold, Jessy Seifert, Maximilian Mothes und Philipp Gerbert siegte mit einer Sekunde Vorsprung vor der Konkurrenz.
Pech dagegen hatte die Staffel Altersklasse 8/9 mit Susette Gerbert, Lennart Schmidt, Clemens Herrmann, Justin Horlbeck, Manuel Zähringer, Jacob Seifert und Karl-Oswald Jacob. Ein Sturz kostete wertvolle Zeit und am Ende fehlten nur 0,14 Sekunden zum Bronzeplatz. Dank der guten Eisbedingungen liefen fast alle Sportler auch noch neue persönliche Bestzeiten. So waren am Ende alle zufrieden und glücklich.

Ergebnisse: Susette Gerbert (8): Ges. 5.: 200m 31,69 (5.); 200m 32,20 (6.), Lennart Schmidt (9): Ges. 1: 200m 25,64 (1.); 200m 25,48 (1.), Linda Reinhold (10): Ges. 7.: 300m 35,42 (6.); 300m 36,33 (7.), Philipp Gerbert (10): Ges. 3.: 300m 33,71 (3.); 300m 34,68 (4.).


04. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Familie Hase bekommt Zuwachs

Tagesstätte für psychisch Kranke bastelt seit Oktober für den Osterspaziergang

Von Kristin Kulow Zeulenroda (OTZ).

Die Hasenfamilie wächst: Das Zeulenrodaer Maskottchen für den Osterspaziergang von mdr1 Radio Thüringen bekam gestern im Freizeitzentrum Besuch von zwei ebenfalls noch namenlose Hasen. Gebastelt aus Jutesäcken und gefüllt mit Folie, damit sie jeder Witterung stand halten, hoppelten sie zusammen mit ihren Schöpfern zur "Sammelstelle" für sämtliche Dekoration zum Osterspaziergang. 15 Besucher der Tagesstätte für psychisch Kranke der Volkssolidarität Zeulenroda bastelten mit ihren vier Betreuerinnen seit Oktober für das Großereignis in der Doppelstadt. "Je zwei Therapiestunden pro Woche haben wir zum Basteln genutzt", erzählt Betreuerin Silvia Wienemann. "So haben wir die kalten Wintermonate mit dem Basteln von Frühlingsmotiven rumgekriegt. Vielleicht fangen wir jetzt an, für Weihnachten zu basteln", lacht Wienemann. Außer den beiden Mümmelmännern hatten die Besucher und Betreuer aber auch noch andere Osterdeko im Gepäck: Vier Girlanden mit bunten Ostereiern und Blumen, zwei sechs Meter und zwei etwa zwölf Meter lang, hatten sie Lederresten und Bastschnüren gebastelt. "Wir denken, die kann man bestimmt ähnlich wie die Weihnachtsdeko über die Straßen um den Markt spannen", schlägt Betreuerin Heike Butschkau vor. Außerdem brachten sie dem Freizeitzentrum rund 60 Holzfiguren - von Fröschen über lustige Würmchen, Ostereier bis hin zu farbenfrohen Blumen - auf Stöcken angebracht. Ausgesägt hatte sie Wieland Butschkau, Holzbildhauer in Rente, der die Arbeit ehrenamtlich übernahm. "Die Figuren wollen wir in die Blumenkästen auf dem Marktplatz stecken", erzählt Freizeitzentrumsleiterin Marion Zablowski, die bei der Deko-Organisation den Hut auf hat. Nach dem Osterspaziergang können einige dieser Holzelemente sogar noch in den Töpfen stecken bleiben, denn nicht alle sind reine Ostermotive und können durchaus den Sommer über auf dem Markt bewundert werden.
Der Aufbau der Osterdekoration beginnt am Gründonnerstag. "Zuerst werden wir den Markt schmücken, dann geht es weiter zu den Strecken des Osterspaziergangs und den Versorgungspunkten", plant Zablowski. Die letzten Dekorationen sollen am Sonntagvormittag vor dem Osterspaziergang das Bild abrunden. "Das wird noch einmal sehr anstrengend werden, aber es soll ja am Ostersonntag alles schön aussehen und nicht schon die Hälfte fehlen", so Zablowski.


04. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Wie James Bond, nur ohne Happy EndIm Gerichtssaal notiert

Von Juliane Maier Gera (OTZ).

Knapp 20 Minuten brauchte die Staatsanwältin, um die Anklageschrift von Joachim Z.* vorzulesen. Das Strafregister des 24-Jährigen ist lang, in nur drei Monaten beging der Mann 19 Straftaten und wurde deswegen gestern im Amtsgericht Gera zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Diebstahl in besonders schweren Fällen, Urkundenfälschung, Einbruch, Fahren ohne Führerschein, einmal unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln und ein weiteres Mal mit massiver Gefährdung von Menschenleben und des Straßenverkehrs - teilnahmslos ließ Joachim Z. die Verlesung seiner Taten über sich ergehen. Zwölf Voreintragungen hat der Mann im Register, wurde erst im Juni vergangenen Jahres vom Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die nutzte jedoch der Angeklagte, um kontinuierlich in Zeulenroda sein Unwesen zu treiben. Darunter auch ein Einbruch in ein Wohnhaus. Dort ließ er nicht nur den LCD-Fernseher und weitere Wertgegenstände mitgehen, auch ein Handy und sogar eine Gleitsichtbrille wanderten in den Kofferraum eines Golfs, den Joachim Z. aus der Garage der Eigentümer entwendete. Die waren erst einen Tag zuvor in den Urlaub aufgebrochen. Auf Rügen angekommen, mussten die Hauseigentümer wegen des Einbruchs wieder die Heimreise antreten. "Sie haben der Familie erheblichen Schaden zugefügt, nicht nur den Sachschaden von 21 000 Euro, sondern haben auch deren Urlaub zunichte gemacht", warf Richter Siegfried Christ dem Angeklagten vor. Der räumte seine volle Schuld ein und gab zu, die 19 Straftaten allein ausgeübt zu haben.
Allein war er bei seiner wilden Verfolgungsjagd, die er sich mit der Polizei in gestohlenen Golf lieferte, allerdings nicht. Mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde rasten er und seine Beifahrerin, die ihn angeblich nicht kannte und nur mit ihm unterwegs war, um Bier zu holen, durch das Gewerbegebiet. Auf der Flucht vor der Polizei, die mit Martinshorn und Blaulicht hinterher raste, scheute Joachim Z. auch das Ende einer Sackgasse nicht, fuhr stattdessen einfach den mit Treppen versehenen Fußweg hinauf. "Da haben Sie ja mal James Bond gespielt, aber ihre Beifahrerin und auch andere Verkehrsteilnehmer extrem gefährdet", sagte der Richter. Des weiteren gehen drei gestohlene Mopeds, ein entwendeter Motorradhelm, eine gestohlene Festplatte, eine handbestickte Tischdecke im Wert von 20 Euro und ein Fahrrad, zu dessen Diebstahl er einen Komplizen anstiftete, auf die Kappe von Joachim Z.. Zudem fälschte er Urkunden, täuschte eine Bürgschaft vor, und setzte eine falsche Unterschrift unter eine Überweisung, um zu Geld zu gelangen. Zu den Taten äußerte sich der Angeklagte wenig, konnte auch die Frage nicht beantworten, warum er diese begangen hatte. Dass er immer allein gehandelt habe, glaubte ihm das Gericht nicht.
Drei Jahre und acht Monate Freiheitsentzug hielt die Staatsanwältin für angemessen. "Statt die Chance zu ergreifen und nach den ersten Freiheitsstrafen etwas aus Ihrem Leben zu machen, haben Sie diese mit Füßen getreten", warf sie Joachim Z. vor. Richter Siegfried Christ minderte die Strafe auf drei Jahre und vier Monate, eben weil der Schuldige seine Taten gestanden hatte. Damit entsprach er nicht den vom Verteidiger geforderten zwei Jahren Freiheitsentzug. Dieser machte das Gericht darauf aufmerksam, dass sein Mandant erhebliche Reifedefizite habe.
*Name geändert


04. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Marktangelegenheiten müssen noch warten

Gesprächstermin mit Betroffenen am 10. März

Von Steffen Beikirch Zeulenroda (OTZ).

Eine endgültige verkehrsrechtliche Regelung für die Nutzung des neuen Marktplatzes lässt noch auf sich warten. Der Stadtrat vertagte das Thema gestern Abend auf Wunsch des Bürgermeisters. Frank Steinwachs (CDU) berichtete, dass die angeforderte Stellungnahme der Interessengemeinschaft "Zeulenroda erleben" vorliege, die abgestimmt sei mit dem Gewerbeverband. Beide sehen noch Gesprächsbedarf. Sylvio Richter, Vorstandsmitglied der IG, sagte am Abend, die bisherige Diskussion verwundere ihn schon sehr, da es seit etwa anderthalb Jahren keinen echten Dienstagsmarkt mehr gebe. Zwei Markttage in Zeulenroda seien von der Auslastung her schwierig zu bewerkstelligen gewesen. Also habe man versucht, Kräfte zu bündeln und den Schwerpunkt auf den Frischemarkt am Donnerstag gelegt sowie während der Bauphase im Zentrum die Themenmärkte in der Greizer Straße auf die Beine gestellt.
Auch jetzt, nach Fertigstellung des neuen Marktes, favorisiere man es, lieber einen gut funktionierenden Markttag abzusichern, als sich mit zwei Terminen zu übernehmen. Ein Donnerstagsmarkt, der dank attraktivem, breit gefächerten Angebot auf die ganze Innenstadt ausstrahlt und folglich auch bis in die Greizer Straße reichen soll, wäre der Wunsch. "Die Innenstadt hört nicht an der Bordsteinkante des Marktes auf", betont Richter.
Wie man hier auf einen Nenner kommen kann, soll sich nun in einer Gesprächsrunde zeigen, zu welcher der Bürgermeister für den 10. März auch Fraktions- und Ausschuss-Mitglieder des Stadtrates eingeladen hat. "Noch sind wir ein kleines bisschen auseinander beim Thema", konstatierte Steinwachs. "Aber ich denke, wir kriegen das geregelt."
Parallel dazu habe man just am gestrigen Tag mit Anliegern des Marktes zur Freiflächennutzung beraten. Damit soll "das Spannungsfeld, das sich aufgetan hat", umgangen werden, nahm Steinwachs auf die Vorgaben hinsichtlich attraktiver Bestuhlung und Möblierung Bezug. "Wir sind dabei, jetzt Vertragsentwürfe zu gestalten."
"Also nochmal vier Wochen?" fragte BIZ-Stadtrat Siegmund Borek nach der parlamentarischen Entscheidung. Ist die Gesprächsrunde vom 10. März durch, trage man den Sachverhalt im Hauptausschuss neu vor, entgegnete der Bürgermeister. Vielleicht habe sich dann ein Stadtratsbeschluss schon erübrigt.


04. März 2010 /Vogtland-Anzeiger

Reichenbach bleibt Polizeistandort

Reichenbach – Reichenbach bleibt als Polizeistandort auf alle Fälle erhalten.

Und auch die Autobahnpolizei behält ihr Domizil im Reichenbacher Revier in der Heinrich-Heine-Straße. Somit entfernt sich die Polizei trotz Personaleinsparungen und Zuständigkeitsveränderungen nicht vom Bürger. Das ist die Kernaussage von Polizeipräsident Dieter Kroll. Der Leiter der Polizeidirektion Südwestsachsen war einer Einladung zur Stadtratssitzung ins Reichenbacher Rathaus gefolgt und versuchte, die Umstrukturierungen, die in der sächsischen Polizei derzeit laufen, zu erklären.
Gründe, warum die Polizeistruktur seit 2005 großen Veränderungen unterliegt, gibt es laut Kroll viele. Er nennt es „Anpassungsmaßnahmen“ und führt diese auf knapper werdende Ressourcen, die demografische Entwicklung und die seit zehn Jahren sinkende Zahl an Straftaten zurück. „Uns sind die Täter ausgegangen“, sagt er sogar und meint den steigenden Anteil älterer Menschen an der Einwohnerstruktur. „Täter sind halt meist jüngere Menschen.“
Dabei sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Waren beispielsweise im Jahr 2005 im Vogtlandkreis insgesamt 15 843 Straftaten zu verzeichnen, so zählte die Polizei im vergangenen Jahr nur noch 12 776. Und die Unfallzahlen im Verkehrsbereich sind trotz steigender Zulassungen sogar rückläufig. Laut Kroll alles Gründe für einen Stellenabbau bei der Polizei. Und so muss er in seinem Bereich im Jahr 2010 38 Stellen abbauen. „Für 42 Altersabgänge bekomme ich also nur vier neue Kollegen“, rechnete er den Stadträten vor.
Trotzdem, so Dieter Krolls eindeutige Aussage, sei die Sicherheit in Sachsen zu jeder Zeit gewährleistet. Dazu tragen nach seiner Ansicht auch die Bürgerpolizisten bei. „Bitte haben Sie Vertrauen in die sächsische Polizei!“, forderte er am Ende die Reichenbacher auf. Stadtrat Stefan Hösl fragte nach der Rolle von Rechts- und Linksextremismus im Vogtland. Extremismuserscheinungen gebe es zwar, bestätigte der Polizist. Das Vogtland zähle in dieser Hinsicht aber nicht zu den Schwerpunktgebieten im Freistaat. Wolfgang Richter brachte die Sächsische Sicherheitswacht ins Gespräch. Sie kann nach Krolls Ansicht etwaige Defizite bei der Polizei zwar nicht kompensieren, sei aber für die öffentliche Ordnung und Sicherheit beispielsweise in Parkanlagen sehr hilfreich.
Birgit Schaller, Besitzerin des Zweiradgeschäftes in der Reichenbacher Altstadt, zweifelte die Sicherheitszusage des Polizeipräsidenten an und erinnerte an ihren beherzten Einsatz, als ein Dieb in ihrem Laden ein hochwertiges Fahrrad entwenden wollte. Sie handelte damals schnell und auf eigene Faust, weil sie schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht hatte. „Ladendiebstähle zur Anzeige zu bringen, hat wenig Zweck. Nach einiger Zeit erhält man meist nur ein Schreiben mit der Aussage, dass die Ermittlungen erfolglos eingestellt wurden“, erzählte Frau Schaller. Sie dürfe die Einsatzgebiete von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht verwechseln, entgegnete ihr der Polizeipräsident und erklärte, nicht mal zehn Prozent der Anzeigen komme tatsächlich zur Anklage.
ina


04. März 2010 /Vogtland-Anzeiger

Erinnerung an Maler und Grafiker

Netzschkau/Plauen – Vor 30 Jahren, am 3. März 1980, starb Dr. Fritz Ehrler in Jößnitz.

Ehrler war ein bekannter vogtländischer Maler und Grafiker. Zu seinen engsten Wegbegleitern gehörten unter anderen der Grafiker Lothar Rentsch, Bildhauer Hannes Schulze sowie Elke und Peter Wolf. Letztere pflegen noch heute enge Kontakte mit den drei Söhnen Ehrlers und sorgen für die Unvergesslichkeit des vogtländischen Künstlers. Angeregt vom Jößnitzer Maler Martin Schmidt hat Jößnitz eine Straße nach Dr. Fritz Ehrler benannt. Der sehr umfassende Nachlass Ehrlers befindet sich sowohl im Privatbesitz als auch zu großen Teilen im „Ehrler-Nachlass“ des Vogtlandmuseums. Material über den Künstler findet sich ebenfalls in der Vogtlandbibliothek.
Am 4. März 1893 Fritz Ehrler in Netzschkau geboren worden. 1907 bis 1913 besuchte er das Lehrerseminar in Plauen. 1913 wurde er Hilfslehrer in Elsterberg. Während dieser Zeit schuf er zahlreiche Landschaftsstudien. 1914 zog man ihn zum Kriegsdienst ein, ein Jahr später wurde er Lehrer in Rotschau bei Reichenbach. Seit dieser Zeit nahmen künstlerische Tätigkeiten einen wichtigen Platz in seinem Leben ein. Es entstanden Ölkreidearbeiten, Federzeichnungen und Aquarelle. Bekannt wurde Ehrler durch seine in den Vogtländischen Jahrbüchern1922 und 1923 abgedruckten Grafiken.
K.L./mam


04. März 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Oma ist Spitze und Opa ist okay

André, „dr klaane Blitz“ aus Elsterberg, wird am Freitagabend in der Musikantenschänke aus Wernesgrün zu erleben sein.
André, „dr klaane Blitz“ aus Elsterberg,
wird am Freitagabend in der Musikantenschänke
aus Wernesgrün zu erleben sein.
Foto: Klaus Winkler

André, "dr klaane Blitz", am Freitagabend in Wernesgrüner Musikantenschänke

Antje-Gesine Marsch

Am Freitagabend, um 21 Uhr, kann man in der "Wernesgrüner Musikantschänke", die im MDR-Fernsehen ausgestrahlt wird, auch "De Lachtaler", eine seit Jahren beliebte Volksmusikgruppe aus Elsterberg erleben. Unter dem Thema "Familienmusik aus dem Vogtland" wird der inzwischen elfjährige André, "dr klaane Blitz", sein Lied "Oma ist Spitze und Opa ist okay" präsentieren. "André begleitet sich dabei zum ersten Mal selbst auf dem Akkordeon", wie Vater und Bandchef Uwe Schädlich verriet. Dabei wird der Fünftklässler neben solchen Volksmusikgrößen wie Vincent & Fernando oder den GeiWaidlern auftreten. Das Lied, das aus der Feder von Vater Uwe stammt, ist bereits auf dem "Vogtlandheimat 9" Album veröffentlicht, das im Jahre 2007 erschien, wird aber auch auf der neuesten Scheibe zu hören sein. Dass die Großeltern Manfred und Christa Grimm aus Reimersgrün besonders aufgeregt vor dem Fernsehgerät sitzen werden, ist für den Musikantenprinzen aus dem Jahre 2005 besonders beflügelnd. "Ich bin in den Ferien oft dort", so André, der sich vor allem für die Landtechnik auf dem Bauernhof interessiert. "Wir freuen uns sehr über das Lied", so die Spitzen-Oma.


Schulbus zehn Euro teurer

Kreistag beschließt Satzung zur Schülerbeförderung - Kostenübernahme für Praktika

Weida (OTZ/-um-).

Schüler ab 11. Klasse müssen künftig im Landkreis Greiz monatlich bis zu 25 Euro für den Schulbus zahlen - zehn Euro mehr als bisher. Trotzdem bleibe der Elternanteil im thüringenweiten Vergleich "im unteren Level", erklärte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU). Der Kreistag beschloss am Dienstag in Weida auf Empfehlung des Schulausschusses die neue Satzung zur Schülerbeförderung. Sie löst eine zwölf Jahre alte Regelung ab. Die neue Satzung sieht auch eine Kostenübernahme der Busbeförderung bei Schülerpraktika im Rahmen der Projekte Schule - Wirtschaft vor. Die Linke-Fraktion wollte die Satzung in den Fachausschuss zurückverweisen. Uwe Hauptmann nannte die Bestimmung, wonach Schulbuskosten nur für die Strecke zur nächstgelegenen Schule übernommen werden, eine Behinderung der Schulwahl. "Wünschendorfer müssten ihre Kinder nach Berga schicken - was ist, wenn sie einen Schulbesuch in Weida favorisieren", fragte er. Der Vorstoß der Linken stieß auf großes Unverständnis. Denn der Fachausschuss hatte die Satzung bereits einstimmig befürwortet. Landrätin Schweinsburg verwies zudem darauf, dass Hauptmanns Antrag zur Konsequenz habe, den bis 2020 reichenden Schulnetzplan aufzuheben.


Karikatur des Tages

Ärgerlicher Freund
Ärgerlicher Freund
Zeichnung: OTZ/Bruns


Uwe Hauptmann verpflichtet

Weida (OTZ/-um-).

Uwe Hauptmann (Linke) aus Wünschendorf ist von Landrätin Mar- tina Schweinsburg (CDU) als Kreistagsmitglied verpflichtet worden. Er rückt für die Landtagsabgeordnete Heidrun Sedlacik nach, die ihr Mandat zurückgegeben hatte (wir berichteten).
In dem Zusammenhang gibt es Änderungen in Ausschussbesetzungen durch die Linkspartei: Hauptmann rückt für Andre Ruderisch in den Rechnungsprüfungsausschuss und für Diana Skibbe in den Werksausschuss Kreisstraßenmeisterei. Skibbe wird Mitglied im Sozial- und Gesundheitsausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Kreis- und Finanzausschuss sowie im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport.


Versicherung zahlt für Brand-Busse

Weida (OTZ/-um-).

Nach dem Brand von zwei Bussen des kreiseigenen Nahverkehrsunternehmens in Hohenleuben im Schienenersatz- und Steinsdorf im Schulbusverkehr (wir berichteten) erkundigte sich Ines Zipfel (Linke) im Kreistag nach dem Stand der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen und ob die Busse wieder repariert werden. „Ich lasse für unsere Schüler keine ausgebrannten Wracks reparieren", antwortete Landrätin Martina Schweinsburg (CDU). Die Untersuchungen zu den Ursachen seien weiter im Gange. Die Versicherung habe aber signalisiert, dass die Schadensregulierung übernommen werde. „Es handelt sich um einen ganz normalen Vorgang", so die Landrätin auf die Anfrage.


Wirtschaftsprüfer bestellt

Weida (OTZ/-um-).

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft dönges + linke aus Gera ist mit dem Jahresabschluss 2009 der Kreisstraßenmeisterei vom Kreistag betraut worden. Sie hatte sich in einer beschränkten Ausschreibung unter vier Angeboten durchgesetzt.
Diese Wirtschaftsprüfungsgesellschaft war erstmalig mit dem Jahresabschluss 2008 beauftragt worden. Arbeitsweise und Betreuung waren als sehr konstruktiv eingeschätzt und eine erneute Vergabe favorisiert worden. Hinzu kommt, dass das Angebot von Preis und Transparenz überzeugt habe und dieses Unternehmen auch positive Referenzen für im Landkreis Greiz ansässige Unternehmen habe aufweisen können.


Sonder-Kreistag zu Hertz IV möglich

Weida (OTZ/-um-).

Die Einberufung des Kreistages zu einer Sondersitzung hat Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) signalisiert für den Fall, dass sich die Bundespolitik auf eine Neuregelung zur Sozial- und Arbeitslosenhilfe einigt.
Der Kreistag hatte beschlossen, nach dem Verfassungsgerichtsurteil zu den ARGEn die Arbeitsgemeinschaft mit der Bundesagentur für Arbeit zu verlassen und das sogenannte Optionsmodell zu ziehen. In dem Falle hätte der Landkreis 54 Millionen Eurozusätzlich zu verwalten.
Die Landrätin hatte die jüngste reguläre Kreistagssitzung bereits um eine Woche verschoben in der Hoffnung, dass es zu einer Einigung im Bund kommt.


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