01. März 2010 /OTZ

Attraktives Tor zur Neustadt

Blick auf das völlig umgestaltete Gelände mit der sanierten Villa in der Greizer Zentastraße, dem neu entstandenen Brunnen, Parkflächen und vor allem kleinen Gartenparzellen für die Mieter der Wohnungen.
Blick auf das völlig umgestaltete Gelände mit der sanierten
Villa in der Greizer Zentastraße, dem neu entstandenen Brunnen,
Parkflächen und vor allem kleinen Gartenparzellen für die
Mieter der Wohnungen.
Foto: OTZ/ Freund

In historischer Bausubstanz soll hochwertiger Wohnraum für Senioren entstehen

Von Christian Freund Greiz.

"Seniorenparadies Greiz" - das ist die große Vision von Florian Gleich, Vorstand der Firmengruppe GSM AG, die ihren Hauptsitz in der Greizer Zentastraße hat. Die Villa wurde 1895 im Auftrag des Kaufmanns Heinrich Harnack errichtet, diente zu DDR-Zeiten als Lehrlingswohnheim und beherbergte nach der Wende einige Jahr die AOK. Einige Jahre stand die Immobilie leer. Wer zum Tag der offenen Tür am kommenden Sonntag von 14 bis 16 Uhr das Gebäude betreten wird, kommt wahrscheinlich aus dem Staunen nicht mehr heraus, so hat sich das im Jahr 2008 erworbene Haus ganz im Charme der ehemaligen Fabrikantenvilla heraus geputzt. Sicherlich hat die Firma alles daran gesetzt, mit einer Investitionssumme von fast zwei Millionen Euro ein Referenzobjekt ganz im Sinne ihrer Geschäftsphilosphie zu schaffen, hochwertigen Wohnraum mit entsprechendem Umfeld anzubieten. Neben den bereits genannten Büroräumen samt großzügigem Eingangsbereich und Schulungsraum werden im Obergeschoss bis April vier große Wohnungen und ein Appartment - allesamt über einen Lift erreichbar und mit seperatem Zugang - fertig gestellt. Ein Fitness- und Wellnessbereich samt Sauna ist im Kellergeschoss zu finden. Vorstand Florian Gleich ist sich sicher, dass das Vogtland und insbesondere Greiz mit seinem besonderen Flair weiter an Wohnwert gewinnen wird, hat also nicht ohne Grund mit seinem jetzt 15 Mitarbeiter zählendem Team die "Perle des Vogtlandes" gewählt. "Hier bildet vor allem die erhalten gebliebene historische Bausubstanz die Voraussetzung für anspruchsvolles Wohnen", erklärt der Vorstand, der bereits in der Vergangenheit für Wohnungs-Interessenten Busfahrten

Der Empfangsbereich des Firmensitzes mit Vorstand Florian Gleich (Bild oben).Im Obergeschoss entstehen mehrere Wohnungen, die einen interessanten Blick auf Greiz bieten.
Der Empfangsbereich des Firmensitzes mit Vorstand
Florian Gleich (Bild oben). Im Obergeschoss ent-
stehen mehrere Wohnungen, die einen interessanten
Blick auf Greiz bieten.
Foto: OTZ/Christian Freund

durchs Vogtland organisierte, bei denen Greiz immer wieder begeisterte. Und deshalb stehen neben den bereits laufenden Sanierungsarbeiten zweier Häuser im Salzweg mit 14 Wohnungen samt eigenem Kinderspielplatz zwei weitere Großprojekte kurz vor dem Start. Es handelt sich dabei um das ehemalige Heyersche Haus in der Carolinenstraße, in dem eine Wohnresidenz mit barrierefreie Wohnungen unter dem Motto "jüngeres betreutes Wohnen", darunter drei Penthouswohnungen, entstehen sollen. Ein Lift wird hier ebenso zur Ausstattung gehören wie die Möglichkeit der Inanspruchnahme eines Pflegedienstes.
Gleichen Standard soll das gegenüber befindliche Haus Ecke Stavenhagenstraße erhalten, zusätzlich ist im Erdgeschoss eine gastronomische Einrichtung geplant. Die Vorbereitungen sind dafür bereits abgeschlossen, bestätigt Vorstand Gleich. "Dabei kam uns zugute, dass sich die Behörden samt Denkmalschutz sehr kooperativ zeigten. Wenn die beiden prägenden Wohnhäuser fertig gestellt sind und die Stadthalle ihren Spielbetrieb aufgenommen hat, stellt dieses Gebiet ein eindruckvolles Tor zur Neustadt dar", ist sich Vorstand Gleich sicher.

Vision Paradies

Von Christian Freund

Greiz ein Seniorenparadies? Auf den ersten Blick stimmt das doch etwas nachdenklich. Betrachtet man allerdings die Alterspyramide, die bedingt auch durch die zahlreichen Wegzüge jungerMenschen einen hohen Anteil Einwohner über sechzig Jahren ausweist, dann kann man getrost davon ausgehen, dass dieses Konzept Zukunft haben kann. Während Städte wie Leipzig und Dresden bereits seit Jahren auf das Konzept setzen, in historischen Gebäuden gehobenen Wohnkomfort zu bieten, hat das Vogtland und damit auch die Stadt Greiz noch erheblichen Nachholebedarf, wie Experten bestätigen. Nicht umsonst wird vom Sanierungsstau der Neustadt gesprochen. Es ist zu hoffen, dass das Vorhaben der Investoren aufgehen und damit das Stadtbild aufgewertet wird. Vielleicht gibt es irgendwann auch einmal die Vision vom Jugendparadies Greiz, doch leider fehlen dafür bisher die nötigen Arbeitsplätze.


01. März 2010 /OTZ

Mit Vergleich im Müllstreit endlich Altlast entsorgen

Kreistag und Stadtrat Berga jetzt gefragt

Von Kathrin Schulz Greiz/Berga (OTZ).

Eine juristische Altlast, die seit fast 15 Jahren die verschiedenen Instanzen der Verwaltungsgerichte beschäftigt, könnte jetzt über einen Vergleich zwischen dem Landkreis und der Stadt Berga entsorgt werden. Gemeint ist der Müllstreit um Entsorgungskosten aus der ersten Hälfte der neunziger Jahre, die die Stadt Berga an die damalige Geraer Stadtwirtschaft zu zahlen hatte und die sie vom Landkreis als Entsorgungsträger zurück erwartet. Seither beschäftigt der Streit Juristen, Gutachter und Kommunalpolitiker und kostet Geld ohne Ende. Mit einem Vergleich, der am Dienstag auf den Tisch des Kreistages Greiz kommen soll und bereits am 9. Februar einmütige Zustimmung im Kreis- und Finanzausschuss erhielt, hofft der Landkreis der Stadt Berga ein akzeptables Angebot zu machen und die Sache endlich vom Tisch zu kriegen. Inhaltlich, so geht aus den Unterlagen für die Kreistagssitzung hervor, entspreche der nunmehr ins Auge gefasste Vergleich einem Vorschlag des Thüringer Oberverwaltungsgerichts vom Dezember 2009: Im aktuellen Verfahren vor der obersten Thüringer Verwaltungsinstanz ging es abschließend um einen Anspruch der Stadt Berga von 352 320 Euro zuzüglich Zinsen. Auf diesen Anspruch schlägt der Kreis- und Finanzausschuss des Greizer Kreistages zur Abgeltung sämtlicher Entsorgungskosten, die dem Müllstreit zugrunde liegen, die Zahlung eines Betrages von 205 000 Euro zuzüglich rund 61 000 Euro Zinsen vor. Das Geld könnte aus einer Sonderrücklage des Landkreises zur Rekultivierung von Deponien entnommen werden, die bereits 2001 gebildet worden ist und rund 845 000 Euro enthält.


Ich will und kann den Bergaer Stadträten hier nicht vorgreifen.

Stephan Büttner, Bürgermeister Berga


Allerdings soll das Geld nicht fließen, sondern nach den Vorstellungen des Kreis- und Finanzausschusses gegen aufgelaufene Rückstände der Stadt Berga bei der Zahlung der Kreis- und Schulumlage an den Landkreis verrechnet werden. Sollte sich der Kreistag mit diesem Vorschlag am Dienstag anfreunden können, braucht der Vergleich natürlich auch grünes Licht aus dem Bergaer Stadtrat. Und das scheint nicht so selbstverständlich zu sein. Bürgermeister Stephan Büttner (Freie Wähler) hielt sich auf entsprechende OTZ-Nachfrage noch sehr bedeckt: "Beide Parteien sind interessiert, diesen Streit zu beenden. Allerdings ist der vorgeschlagene Vergleich erst am Dienstag Thema im nicht öffentlichen Teil des Bergaer Hauptausschusses und Mitte März im Stadtrat. Es könnte sein, dass die Bergaer auch einen Gegenvorschlag haben. Die Sache ist genau abzuwägen. Ich will und kann hier auf keinen Fall den Bergaer Stadträten vorgreifen."

Auslöser des Müllstreits

Berga/Greiz.

Der Streit um die Kosten der Müllentsorgung zwischen der Stadt Berga und dem Landkreis ist uralt, aber wegen seiner Kosten umso brisanter.
Berga hatte zum 1. Juli 1991 einen Fünfjahresvertrag mit der Geraer Stadtwirtschaft GmbH geschlossen. Im August 1991 änderte der Gesetzgeber die Zuständigkeit für die Müllentsorgung und übertrug sie von den Kommunen auf die Landkreise. Entgegen der üblichen Vorgehensweise wurde der Bergaer Entsorgungsvertrag vom Landkreis Greiz nicht übernommen. Zu Jahresbeginn 1993 sollte Berga zur Greizer Stadtwirtschaft wechseln, aber der Geraer Entsorger bestand auf dem Fünfjahresvertrag und Verhandlungen des Landkreises mit dem Unternehmen führten zu keinem Ergebnis. Die Geraer hatten den Müll aus der Elsterstadt abgefahren und setzten ihre Bezahlung schließlich per Gerichtsurteil durch. Und da die Stadt Berga den Vertrag unterzeichnet hatte, musste die Kommune löhnen — seit 1999 stottert man in 51000 Euro-Jahresraten die Verbindlichkeiten ab. Seit fast 15 Jahren läuft inzwischen der Rechtsstreit.


01. März 2010 /OTZ

Wo Aschenbrödel ihren Latsch verlumbert

Böhnke und Lange auf der Parkbank.
Böhnke und Lange auf der Parkbank.
Foto: Silke Groß

Superstimmung im Theatersaal bei bestem sächsischen Hochdeutsch

Von Silke Groß Greiz (OTZ).

Superstimmung am Sonnabend im ausverkauften Greizer Theater mit dem Kabarettprogramm "Das Kaffeegespenst" mit Gunter Böhnke, Bernd-Lutz Lange und Tom Pauls. Als waschechte Sachsen lieben sie den Türkentrank, dazu ein Stück Torte und ihren unverwechselbaren Dialekt. So stellten sie aus dem schier unerschöpflichen Volksmund ein Programm mit Anekdoten, Liedern und gespielten Witzen zusammen, dessen Charme man sich selbst als Nichtsachse kaum entziehen kann. Bei den Greizern kamen besonders die Couplets, Balladen und Märchen der Mundartdichterin Lene Voigt an. Ihre alten Nummern aus den 20-er Jahren bringt das Trio so frech, frisch und schräg auf die Bühne, dass diese etwas aktualisiert einen ganz neuen Akzent gewinnen, ohne dabei ihren bodenständigen Charme zu verlieren. Lokalpatriotismus wird groß geschrieben, wenn das Gespenst am Lilienstein den Kaffee brüht, Aschenbrödel ihren Latsch verlumbert und Schneewittchens Stiefmutter, das "greiliche Subjekt" als Loreley am Elbufer hockt. Auch die Spannungen zwischen Sachsen und Preußen erklärt niemand so unterhaltsam wie Tom Pauls. Da wird durch dialektische Missverständnisse aus dem preußischen "Ist der Dieter da" ein sächsisches "istatütata" und die Feuerwehr rückt an.
Schreiend komisch Böhnke als Schneewittchen und Lange in der Rolle des komödiantischen Polizisten. Musikalisch begleitet wurde das zweistündige Programm vom Reiner-Vothel-Trio, für dessen Spiel die Greizer einen Extraapplaus und rhythmisches Klatschen spendeten.


01. März 2010 /OTZ

Rockiger Auftakt ins Jubiläumsjahr

Frank Graf, Gitarrist von Wellenbrecher
Frank Graf, Gitarrist
von Wellenbrecher

1. Rocknacht im Jugendclub Spektrum

Greiz (OTZ/M.Hilbert).

Energisch, rockig, laut: Mit der 1. Rocknacht im Jugendclub (JC) Spektrum in Greiz-Pohlitz startete das Jubiläumsjahr der Jugendeinrichtung nun auch musikalisch. Der Jugendclub feiert 2010 sein 25-jähriges Bestehen. Zu den Gratulanten gehörten am Sonnabend die beiden Bands "No Saint" aus Zeulenroda und "Wellenbrecher" aus Greiz. Zusammen mit etwa 130 Gästen feierten sie eine ausgelassene Rockparty.
Zu Beginn legten die Gäste aus Zeulenroda los. Ihre durch viele Tempowechsel, dichte Gitarrenklänge und markanten Gesang geprägte Musik kam gut bei dem zahlenmäßig ständig wachsenden Publikum an. Noch besser wurde die Stimmung allerdings, als die Lokalmatadore ihre Plätze an den Instrumenten einnahmen. Dass die Band "Wellenbrecher" bereits eine treue Anhängerschaft besitzt, wird spätestens dann deutlich, wenn bei den etwas langsameren Titeln lautstark vom Publikum mitgesungen wird. So mussten die Deutschrocker am Ende noch mit mehreren Zugaben in die Ehrenrunde. Sehr zufrieden zeigten sich am Ende der 1. Rocknacht sowohl die Bands als auch die Veranstalter vom Sozialraumteam Südost. Bereichsjugendpflegerin Stephanie Schrader stellte bereits in Aussicht, dass dies keine einmalige Veranstaltung im Jugendclub Spektrum bleiben soll. "Mit den Einnahmen der Konzerte wollen wir die Jubiläumsfeier des Jugendclubs vom 13. bis 15. August unterstützen", so Schrader.


01. März 2010 /OTZ

Tipps für fehlerfreie Sprünge

Bundestrainer Lars Meyer zu Bexten ist gern beim PSV Sorge-Settendorf und trainiert die Thüringer Spitzenreiter für die kommende Saison.
Bundestrainer Lars Meyer zu Bexten ist gern beim PSV Sorge-
Settendorf und trainiert die Thüringer Spitzenreiter für
die kommende Saison.
Foto: OTZ/Christian Freund

82 Reiter bereiten sich beim PSV Sorge-Settendorf auf diesjährige Saison vor

Von Christian Freund Greiz.

"Schon während des Sprungs musst du in die Richtung schauen, in die du weiter willst", ruft Lars Meyer zu Bexten der Springreiterin Lisa Kowalski auf Centisima zu, als sie eines der Hindernisse in der Reithalle Pagel wie im Flug nimmt. Auf jede Bewegung achtet der Trainer genau, dirigiert die Reiter mit klaren Anweisungen und unzähligen Tipps durch den Parcours. "Ich bin im gesamten Bundesgebiet unterwegs, am liebsten aber beim PSV in Sorge-Settendorf, denn hier habe ich zum dritten Mal ein Teilnehmerfeld angetroffen, mit dem es Spaß macht zu arbeiten und es ist alles gut organisiert", erklärt zu Bexten, der aus Herford bei Bielefeld angereist ist. Und auch auf die große Teilnehmerzahl von 82 Reitern sind die Sorge-Settendorfer stolz. Während sich Ralf Pagel den Einsteigern widmet, geht es mit den hochkarätigen Trainern zu Bexten und Heinrich-Wilhelm Johannsmann, auch als der "Kaiser" unter den Pferdesportlern bekannt, straff zur Sache. schließlich wollen sich die Teilnehmer aus Thüringen und Sachsen auf die bevorstehende Saison vorbereiten und ihre Trainerlizenz verlängern.
Seit zehn Jahren werden in der Reithalle Pagel Profi-Lehrgänge angeboten, die von Jahr zu Jahr nach Angaben des Veranstalters immer größeren Anklang finden. So standen in den zurückliegenden Jahren Voltigierlehrgänge mit der Bundestrainerin Helma Schwarzmann, den Spezialisten Christoph Lensing und Philipp Lehnert auf dem Programm. Gern erinnern sich die Lehrgangsteilnehmer im Dressurreiten an Christine Stückelberger oder das Reiterforum mit Ulla Salzgeber. "Wir sind stolz darauf, dass wir solche Trainingsgelegenheiten bieten können, viele warten jedes Jahr darauf, von solchen Kapazitäten trainiert zu werden", erklären die Organisatoren. Kommendes Wochenende wird das Training fortgesetzt, im Herbst gibt es einen weiteren Lehrgang mit dem Bundestrainer der Junioren, Dietmar Gugler.


01. März 2010 /OTZ

Erinnerungen sterben nicht

Der gebürtige Holländer, Frans Schadee, stellte im Saal der Ranch sein Buch Vom Stacheldraht zur Dornenkrone vor.
Der gebürtige Holländer, Frans Schadee, stellte im Saal der
Ranch sein Buch "Vom Stacheldraht zur Dornenkrone" vor.

Ein Leben zwischen KZ und Eisernem Vorhang - Frans Schadee stellt in Großkundorfer „Ranch“ bewegende Autobiografie vor

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

Große Dinge beginnen oft im Kleinen. Als Frans Schadee sechs Jahre alt war, betete sein Großvater oft mit ihm, dem heidnisch erzogenen Sohn eines holländischen Polizisten: „Wenn du erwachsen bist, wirst Du mit der Bibel durch die ganze Welt reisen“, prophezeite er dem kleinen Frans. Zweiunddreißig Jahre später sollte sich diese Voraussage des Großvaters erfüllen. Dazwischen allerdings lagen Jahre unvorstellbaren Leids, aber auch großartiger Veränderungen, die Schadee in seinem Buch „Vom Stacheldraht zur Dornenkrone“ verarbeitete, das er am Sonnabendabend im Saal der „Ranch“ Großkundorf einem großen Publikum vorstellte. Im Mai 1942 wurde der damals Vierzehnjährige mit einem Reisepass, der besondere Anmerkungen bezüglich der SS-Umsiedlung enthielt – sein Vater kollaborierte mit den Deutschen - nach Lublin geschickt, um dort im Hotelrestaurant eines Bekannten zu arbeiten. „Eine herrliche Zeit“, erinnerte sich Schadee, die aber abrupt endete, als er bei einer Razzia verhaftet wurde. Er hatte seinen Ausweis vergessen, mit dem er alles hätte klären können; kam sofort ins KZ Majdanek und wurde Zwangsarbeiter. Als einige Gefangene einen Ausbruchversuch unternahmen, ließ der „wutschnaubende und wahnsinnige Lagerkommandant“ fünfzehn Gefangene zusammentreiben, um ein Exempel zu statuieren. Nackt wurden sie zum Hungerbunker, einem zwei mal drei Meter großen Loch, geführt. „Keine Fenster, keine Luftzufuhr, kein Essen, kein Wasser, ein Höllenloch“, so Schadee, der mit vierzehn Leidensgenossen dort verharren musste. „Unser langsamer Tod zog sich endlos dahin.“ Ohne Vorwarnung wurde nach Tagen das „Grab“ geöffnet und die Gefangenen zur Exekution hinausgetrieben. „Ich stand nackt, schockiert und allein auf der Todesplanke.“ Doch plötzlich hielt der Oberkommandant der Stadt vor ihm, den er noch unlängst im Hotel bediente, erkannte ihn und konnte Frans in „letzter Sekunde“ vor der Erschießung bewahren. Die Höllenqualen, die Frans Schadee im KZ erlebte, wurden zum nächtlichen Albtraum, den er auch nach zehn Jahren nicht besiegen konnte. Mitte der fünfziger Jahre – Schadee arbeitete als Pförtner in einem holländischen Glaswerk – lud man den jungen Mann zu einer Evangelisationsveranstaltung mit Bill Graham in ein Fußballstadion in Rotterdam ein. Der Evangelist dankte Gott dafür, dass an diesem Tag 25000 Menschen im Sonnenschein sitzen durften. Innerlich rastete Schadee aus: „Wenn Gott sich um solch Kleinkram wie Wetter kümmert, wo war er dann in Auschwitz und Majdanek? Wie konnte er all das Schreckliche zulassen?“ Wutentbrannt ging er heim – doch schlief Frans nach zehn Jahren das erste Mal nicht wie so oft „mit Brüllen und Schreien“ im Freien, sondern in „Ruhe und Frieden“ in seinem eigenen Bett. Frans Schadee findet nach schrecklichem Hadern mit sich und der Welt endlich Frieden mit Gott, eine neue Perspektive für sein Leben und Heilung für seine verwundete Seele. Er tritt den Dienst als reisender Evangelist an, gründet im Jahr 1966 die „Internationale Bibelmission“, nennt sich selbst „fliegender Holländer“ und brachte in seinem Leben eine Million Bibeln zu den Menschen. Missionsreisen führten ihn nach Deutschland, Ungarn, Rumänien, aber auch Hongkong, China und die USA. „Die gute Nachricht von Jesus hinter den ‚Eisernen Vorhang‘ zu schmuggeln, lag Schadee besonders am Herzen. Unzählige Reisen führten ihn nach Osteuropa. Vor Jahren noch nicht ganz ungefährlich, wie Schadee weiß, der mit Ehefrau Piret im Jahr etwa 50000 Kilometer mit dem Auto und unzählige mit dem Flugzeug reist. „Jetzt sind die Missionsmöglichkeiten viel optimaler“, resümierte Schadee, der an diesem Abend biblische Ermutigungen weitergab, die direkt in das Leben und manche Fragen und Nöte der Anwesenden eindrangen.

Service: „Vom Stacheldraht zur Dornenkrone“, ISBN 978-3-417-24978-1, Brockhaus Verlag, 15 Euro.

Fotografische Eindrücke -
Innerhalb einer Galerie wird durch Klicken auf das Vorschaubild das Bild in einem neuen Fenster in voller Größe angezeigt.


01. März 2010 /OTZ

Intensität des Musizierens fasziniert das Publikum

Solist Friedemann Eichhorn.
Solist Friedemann Eichhorn.
Foto: Groß

6. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie

Von Irmengart Müller-Uri Greiz.

Das 6.Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach (VPH) gewann schon vom Programm her einen großen Zuhörerkreis: Wagner, Beethoven und Tschaikowsky - Komponisten, die man kennt. Also war der große Theater-Saal einmal fast voll besetzt. Und die Gekommenen wurden reichlich belohnt. GMD Stefan Fraas begann das Konzert mit Richard Wagners Vorspiel zur Oper "Die Meistersinger von Nürnberg". Sie ist zugleich ein Meisterwerk in sich, denn Wagner stellt darin nicht allein die Personen der Handlung ihrer Rolle entsprechend durch Motive vor, er vereinte diese "Leitmotive" auch noch in einer Simultankombination, mit der er zum grandiosen Schluss des Vorspiels hinführt. Fraas und die Musiker der VPH spürten die Charakteristika der einzelnen Themen auf und interpretierten sie mit starker Aussagekraft, vom witzig geblasenen "Tanz der Lehrbuben" bis zum treffend gestalteten Leitmotiv des Hans Sachs und dem fröhlich strahlenden Meistersingermotiv. Mit Ludwig van Beethovens Tripelkonzert für Violine, Violoncello und Klavier als Soloinstrumente kam ein selten gehörtes Opus des Meisters zu Gehör, denn, wo findet man drei Solisten, die sich ebenbürtig sind und dazu noch so homogen musizieren, wie es am Freitag Friedemann Eichhorn, Violine, Alexander Hülshoff, Violoncello und Andreas Frölich, Klavier vermochten? "Ich habe lange überlegt, wer von den drei Solisten wohl führt", sagte eine Besucherin, "aber ich kann nur sagen: Es waren alle drei". Und damit ist eigentlich das Wesentliche der Interpretation gesagt: Jeder der Drei erfüllte die hohen künstlerischen Ansprüche Beethovens mit Impulsivität und Spielfreude, mit schlankem, geschmeidigem Ton und ließ trotzdem dem jeweils Führenden das Feld. Es war schon eine Wonne, die sensibel und nuancenreich gespielten thematischen Einführungen des Cellisten Alexander Hülshoff zu hören, die von seinen Kollegen im gleichen Stil weitergeführt wurden. Die VPH begleitete die Solisten mit Engagement und Einfühlungsvermögen. Für den nicht enden wollenden Beifall bedankten sich die Solisten argentinisch als Klaviertrio mit dem "Herbst" aus dem Zyklus "Die Jahreszeiten" von Astor Piazolla.
Anschließend faszinierten Fraas und die VPH mit der Interpretation der 6. Sinfonie in h-Moll von Peter Tschaikowski. Es stimmte einfach alles: Die mit Zartheit vorgetragene Melancholie dieser Musik, aber auch die Vehemenz der leidenschaftlichen Ausbrüche, die Eleganz und Grazie, mit der das tänzerische Element des 2. Satzes musiziert wurde, das Groteske des Marsches und das verzweifelte, musikalisch wunderschöne Finale, erklangen mit tiefer Empfindung und ohne Effekthascherei. Man spürte eine enge Verbindung vom Dirigenten zu den Musikern, die diesen auch die Freiheit zu individueller Gestaltung ihres Vortrags ließ.


01. März 2010 /OTZ

Empfang für die Meister

Die erfolgreichsten Sportler des Landkreises wurden am Freitagabend in Mohlsdorf für ihre guten Platzierungen bei Deutschen, Europa- und Weltmeisterschaften von Kreissportbund-Chef Uwe Jahn (links) ausgezeichnet.
Die erfolgreichsten Sportler des Landkreises wurden am Freitag-
abend in Mohlsdorf für ihre guten Platzierungen bei Deutschen,
Europa- und Weltmeisterschaften von Kreissportbund-Chef
Uwe Jahn (links) ausgezeichnet.
Foto: M. Hilbert

Ehrung der erfolgreichsten Sportler 2009 im Landkreis Greiz

Von Marcel Hilbert Mohlsdorf (OTZ).

Es passiert nicht alle Tage, eine Weltmeisterin in seinen Reihen begrüßen zu dürfen. Dementsprechend groß war der Beifall zur Ehrung der erfolgreichsten Sportler 2009 des Landkreises Greiz, als Birgit Riedel von Kreissportbund-Chef Uwe Jahn ausgezeichnet wurde. Die Leichtathletin vom TSV Zeulenroda, die im Siebenkampf WM-Gold bei den Altersklasse-35-Seniorinnen gewann, war eine von 22 geladenen Sportlerinnen und Sportlern im Saal des Mohlsdorfer Hotel Gudd. Ursprünglich waren es gar 33, die es zu ehren galt, doch ein Teil von ihnen arbeitete anscheinend schon an der Einladung zur Sportlerehrung im kommenden Jahr. So zum Beispiel ein Teil der Taucher des TC Chemie Greiz, die gerade bei den Süddeutschen Meisterschaften um Medaillen kämpften.
Zur Meisterehrung durch den Kreissportbund werden stets die Sportler des Landkreises geladen, die im vergangenen Jahr bei Deutschen, Europa- oder Weltmeisterschaften mindestens einen dritten Platz belegten. "Es ist ein olympischer Brauch, dass die erfolgreichen Sportler in der Heimat gebührend empfangen werden", eröffnete Uwe Jahn die Zeremonie, "Dies ist ein solcher Empfang durch den Landkreis." In der Ansprache, die er strellvertretend für die verletzte Landrätin Martina Schweinsburg hielt, unterstrich er nochmals den Stellenwert des Sportes im Landkreis. Schon die Tatsache, dass 16,2 Prozent der Landkreisbevölkerung Mitglieder in Sportvereinen sind, zeige deren Bedeutung für die Menschen. "Die hohe Zahl an überregional erfolgreichen Sportlern ist zudem eine sehr gute Werbung für Thüringen und besonders für den Landkreis", so Jahn weiter. Mit einer kurzen Laudatio, Blumen und einem Präsent wurden anschließend alle Anwesenden bedacht, bevor dann das große Büffet eröffnet wurde. Die nächste Ehrungsveranstaltung lässt nicht lange auf sich warten. Mit einem Großteil der in Mohlsdorf ausgezeichneten Sportler gibt es ein Wiedersehen zum Sportlerball am 27. März im Bio-Seehotel in Zeulenroda, da die meisten von ihnen auch bei den populärsten Sportlern des Landkreises zur Wahl stehen.

Die geehrten Sportler· Sabine Penzel, Kerstin Zöhke, Simone Hofmann, Kerstin Wünsche, Robert Rauch, Dr. Peter Bauch (alle 1. Schwimmklub Greiz von 1924); · Birgit Riedel, David Reske, Marcus Schmidt, Andreas Wolfram, Wieland Ressel, Ronny Fischer, Daniel Storch (alle TSV Zeulenroda); · Sebastian Wendel (RSV Rotation Greiz); · Hubert Kollaschek, Monique Klatt (1. Radsportverein 1886 Greiz) · Eva Staudte (ThSV Wünschendorf) · Vu TranLe (Post SV Zeulenroda) · Raimund Krauße (LV Einheit Greiz) · Maria-Theres Kanis, Nadine Reichbodt, Heidi Roth, Marion Herholz, Inga Kukutsch, Devit Reinhold, Heike Reinhold, Andrea Schobert, Antje Viehhäuser, Berit Viehhäuser, Anne Reinhold (Tauchclub Chemie Greiz); · Robert Stöckel (SG Naitschau); · Katja Straub, Michel Precht (TuS Osterburg Weida)


01. März 2010 /OTZ

Trainingsrückstand nicht kompensiert

Sebastian Wendel
Sebastian Wendel

Ringen, Junioren, Deutsche Meisterschaften: Wendel wird Sechster, Greschok Neunter

Von Dietmar Wolf Niedernberg (OTZ).

Vom 26. bis 28. Februar fanden in Niedernberg die Deutschen Meisterschaften der Ringer-Junioren (Jahrgang 1990-93) im Freistil statt. Daran nahmen 108 Sportler teil, darunter mit Sebastian Wendel (84 kg) und Joel Greschok (74 kg) zwei Athleten vom RSV Rotation Greiz.
Sebastian "Tanne" Wendel startete in der Gewichtsklasse 84 kg. In dieser nahmen 19 Sportler an den Meisterschaften teil. Im ersten Kampf traf er auf den starken Jan Platter vom TSV Ehningen aus Württemberg. In einem verbissen geführten Kampf behielt der Greizer mit 2:0 (1:1/1:0) die Oberhand. In Runde zwei siegte Sebastian nach einer 3:0- Führung gegen Thomas Hoffmann (RG Waldkirch-Kollnau) in der ersten Runde auf Schulter. Gegen Pascal Koch vom Deutschen Mannschaftsmeister KSV Aalen 05 ließ er sich von seinem Gegner in der 1. Runde völlig überraschen und verlor diese vorzeitig mit 0:7. In Runde zwei erwachte der Kampfgeist, trotzdem musste der Greizer auch diese Runde mit 3:4 Punkten abgeben und verlor den Kampf mit 0:2 Runden. Pascal Koch gewann im Finale gegen Michael Dengler (TuS Jena) und wurde Deutscher Meister.
Im letzten Poolkampf verlor der Greizer gegen den späteren Vierten dieser Meisterschaften Schamhan Kasumov vom RSV Rheinbach mit 0:2 (0:1/0:3) Runden.
Wendel traf im Kampf um Platz Fünf auf einen alten Bekannten, Franko Büttner vom FC Erzgebirge Aue. Dieser ging jeweils mit 1:0 in Führung und trotz allen kämpferischen Einsatzes gelang es dem Greizer nicht, zu einem Punktgewinn zu kommen. So verlor er diesen Kampf mit 0:2 Runden und belegte Platz sechs. In der Gewichtsklasse 74 kg kämpfte Joel Greschok. Diese war mit 20 Teilnehmern zahlen- und leistungsmäßig sehr gut besetzt.
Im ersten Kampf traf er auf Jürgen Wagner vom SV 98 Brötzingen aus Nordbaden. Diesen besiegte er mit 2:0 (3:1/3:1) Runden. Christian Fonger (KSV Krefeld) aus Nordrhein-Westfalen war der Gegner des Greizers in der 2. Runde. Diesen besiegte er ebenfalls mit 2:0 (2:1/1:0) Runden. Gegen den späteren Sechsten dieser Meisterschaft, Mesut Özyilmaz, musste der Greizer eine 0:2- (1:1/1:6) Rundenniederlage hinnehmen. Gegen den starken Kubilay Cakici vom Erstbundesligisten ASV Mainz 88 zog Joel nach einem guten Kampf, speziell in Runde eins, mit 0:2 (0:2/0:6) den Kürzeren. Der Greizer siegte im Kampf um Platz neun gegen Viorel Ghita vom KSV Haslach i.K. mit 2:0 Runden und belegte in diesem sehr starken Starterfeld einen für ihn guten 9. Platz. In dieser Gewichtsklasse wurde der ehemalige Greizer Christian Maier (AC Lichtenfells) nach fast einjähriger Verletzungspause souveräner Deutscher Meister.
Der Greizer Trainer Falk Schlehahn meinte: "Sebastian musste seinen Sieg beim DRB-Kaderturnier bitter bezahlen. Eine dabei erlittene Knieverletzung zwang ihn zu einer sehr langen Trainingspause, speziell im Training auf der Matte. Dies konnte er trotz allen kämpferischen Einsatzes nicht kompensieren. Er blieb deshalb hinter seinen Möglichkeiten. Er hat aber im kommenden Jahr noch einmal die Chance, in dieser Altersklasse anzugreifen. Jetzt soll er die Verletzung völlig auskurieren.
Mit der Leistung von Joel Greschok bin ich zufrieden. Für den geringen Trainingsumfang hat er mit den Besten in seiner Gewichtsklasse gut mitgehalten und sein vorhandenes Talent angedeutet."


01. März 2010 /OTZ

Zittersieg nach durchwachsenem Spiel

Das VfB-Team (v.l.) Frank Reinhold, Stefan Oefler, Uwe Hempel, Peter Krause, Felix Meißner, Tobias Schüßler.
Das VfB-Team (v.l.) Frank Reinhold, Stefan Oefler, Uwe Hempel,
Peter Krause, Felix Meißner, Tobias Schüßler.
Foto: OTZ/Rudi Stöhr

Tischtennis, 1. Bezirksliga: VfB Greiz holt wichtige Punkte gegen Tabellenschlusslicht
VfB Greiz - TuS Osterburg Weida III 9:6

Greiz (OTZ/Krause).

Es wurde der erhoffte wichtige Sieg gegen den Tabellenletzten, man merkte dem VfB die Anspannung an, ein schönes Spiel war es nicht.
Bei den Doppeln das gewohnte Bild, Hempel/Schüßler und Reinhold/Oefler siegten sicher, Krause/Meißner führten 2:1 und 8:4, dann der Bruch im Spiel und die Niederlage. Auch im oberen Paarkreuz lief es nicht, Schüßler und Krause unterlagen knapp gegen Seidel und Holzmüller. Dann kamen die derzeitigen Punktlieferanten des VfB, Hempel beherrschte Richter, Reinhold fertigte Hühler ab und Oefler behielt die Oberhand gegen Seidel. Auch bei Meißner gab es das Déjà-vu: Gut mitgespielt, geführt und in der Verlängerung verloren.
Es stand 5:4, noch nichts war entschieden. Weida ging sogar in Führung, denn Schüßler und Krause gaben auch ihre zweiten Spiele ab. Doch an Hempel, Reinhold und Oefler ging an diesem Tag kein Weg vorbei. Sie holten ihre zweiten Erfolge und der VfB war fast durch. Es lag nun an Meißner, den Sack zuzubinden. Mit einem 3:0, jeweils in der Verlängerung, klappte es auch und Greiz konnte aufatmen.
Punkte für Greiz: Hempel, Reinhold, Oefler je 2,5 Meißner 1 Schüßler 0,5.


01. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Lovestory in der Stadthalle

Franziska und Jens schauten schon einmal nach Eheringen
Franziska und Jens schauten schon
einmal nach Eheringen

Veranstalter der "Hochzeitsträume" können sich über große Gästeschar freuen

Von Heidi Henze und Kristin Kulow Zeulenroda (OTZ).

Die Mühen haben sich für Akteure und Veranstalter um Hauptorganisatorin Yvonne Sengewald von der gleichnamigen Braut- und Festtagsmoden-Boutique gelohnt: Die "Hochzeitsträume" am Sonntagnachmittag in der Stadthalle Zeulenroda waren ein Erfolg, für Besucher ebenso wie für Gewerbetreibende und Handwerker vor Ort. Während die Gästeschar ihre Begeisterung über die feminine Brautmode, die Shows mit ihren eigenen Choreografien oder die frechen Einlagen der Moderatorin mit so manchem "Oh" und "Ah" belohnten, waren auch die 15 Anbieter mit der Resonanz durchaus zufrieden und wollen allesamt im kommenden Jahr wieder dabei sein. Begrüßt wurden die Gäste mit einem Highlight nach dem anderen. Mit den Worten: "Hochzeitsträume - da werden Erinnerungen wach, Träume geweckt oder Wünsche wahr", führte Moderatorin Angelika Gölker das Publikum gekonnt in das Programm. 14 Models, darunter fünf Mädchen und Jungen, präsentierten nach wahren musikalischen Träumereien moderne, klassische oder romantische Braut- und Festtagsmode. Auch wenn die Farbe Weiß nach wie vor dominant ist, so erweckten auch die Kleider in den Rot- oder Blau-Tönen die Begeisterung unter den Gästen. Als dann Taylor Swifts "Love Story" erklang, war auch bei den Models kein Herzklopfen mehr zu spüren. Seit Wochen haben sie sich akribisch auf diese Schau vorbereitet, sind unzählige Male die einzelnen Passagen durchgegangen. Für Anja Rentsch ist es immer wieder ein Erlebnis, über den Laufsteg zu laufen, seit vielen Jahren präsentiert sie während der "Hochzeitsträume" Brautmoden und ist mittlerweile schon ein richtiger "alter Hase" unter den Models. "Man fühlt sich wie eine Prinzessin. Ich denke, das ist der Traum einer jeden Frau." Unter der Gästeschar, es waren rund 250 Besucher, waren auch Franziska Thomä und Jens Koch. Die beiden planen für den Monat August ihre Hochzeit. So konnten auch sie, zusammen mit 40 Paaren, die sich alle für das Ja-Wort in diesem Jahr entschieden haben, an einer durch die Gewerbetreibenden gestalteten Verlosung teilnehmen. Hier gabs Gutscheine für jeden Anlass rund um das Fest - für eine Hochzeitstorte, einen Frisörtermin oder ein Fotoshooting. Franziska und Jens konnten sich über einen Reisegutschein in Höhe von 100 Euro freuen.
Nicht nur zukünftige Paare, wenn auch sie vorrangig, sondern auch viele Gäste nutzten die Gelegenheit zwischen den Shows, mit den Gewerbetreibenden ins Gespräch zu kommen. Susan Grube von der gleichnamigen Konditorei wartete mit gut anzusehenden und wie die Gäste versicherten, mit wohlschmeckenden Torten für jeden Anlass auf. Auch sie bekam, wie Fotografenmeisterin Regina Pohl, gleich vor Ort ein paar Aufträge. Und auch die Goldschmiede Peter Rahnfeld und Uwe Schultz mit Uhren und Schmuck hatten alle Hände voll zutun.

Kommentar

Wirkung auf lange Sicht

Von Heidi Henze

"Oma sitzt in der ersten Reihe", freuten sich die jungen Leute, die - wie so viele gestern Nachmittag - gleich ihre ganze Familie im Huckepack dabei hatten, als sie die Hochzeitsmesse in der Zeulenrodaer Stadthalle besuchten.
Was für die einen ein ganz wichtiger Termin war, um alle organisatorischen Dinge für das große Fest unter einen Hut zu bringen, war für die anderen ein sonntäglicher Nachmittag voll Glanz und Augenschmaus. An Anregungen jedenfalls bestand kein Mangel. Selbst ein Bauträger fehlte nicht und ebenso wenig das Fitnessstudio, wo man sich die Hochzeitstorte wieder abtrainieren kann. Wer sich nun wegen der Qual der Wahl an diesem Nachmittag nicht sofort entscheiden konnte, bei dem hat sich ja vielleicht das Bild des auserwählten Kleides in den Kopf gebrannt oder das Gespräch mit dem Anbieter.
Ein Visitenkärtchen ist doch oftmals in der Tasche verschwunden und wenn dieses dann zum richtigen Zeitpunkt wieder hervorgeholt wird, haben alle gewonnen - die Gewerbetreibenden und die Kundschaft, die sich gestern in Zeulenroda trafen.


01. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Eine Landratte als Schiffsarzt auf hoher See

Anton Pohlmann
Anton Pohlmann
Foto: Kristin Kulow

Anton Pohlmann berichtet von Erlebnissen

Zeulenroda (OTZ/kk).

Als Schiffsarzt lernte Anton Pohlmann den Atlantik und den Pazifik 1975 aus nächster Nähe kennen. Das ist zwar schon ein paar Jahre her. Dass seine Erinnerungen aber noch taufrisch sind, bewies der Mediziner am Freitagabend bei einem Vortrag im Gemeinderaum der Katholischen Kirche den rund 60 Gästen - unter ihnen selbst einige ehemalige "Seebären". Seine erste Reise führte Anton Pohlmann nach Kuba und von dort aus auf ein Fischfang- und Verarbeitungsschiff, das vor der Küste von Kanada und den USA liegen und fangen sollte. "Vor diesem Erlebnis war ich immer nur an Land, dementsprechend schlecht ging es mir während der Fahrt vom Hafen zum Fangplatz", erzählt Pohlmann. Viel Zeit zum Auskurieren blieb ihm allerdings nicht, hatte er doch neben seiner normalen Acht-Stunden-Schicht 24 Stunden Bereitschaft. Pohlmann gewöhnte sich schnell an den Alltag auf See und die Mannschaft. "Am besten habe ich mich mit den Jungs an den Maschinen verstanden", erinnert er sich.
Eine zweite Reise führte den Mediziner über Weihachten und Silvester vor die amerikanische Küste in den Pazifik. "Auch alte Seebären erlebt man zu dieser Zeit sehr ruhig und in sich gekehrt", weiß Pohlmann heute. Während eines Vorbereitungskurses erfuhr er zudem, dass die psychische Belastung der Mannschaft während der reichlich 100 Tage dauernden Seereisen nach etwas über der Hälfte stark zunimmt, wie er bestätigen kann. Zum Glück musste er aber niemanden deswegen behandeln. "Auch schwere Verletzungen blieben uns auf dem Schiff erspart. Die häufigsten Dinge, die ich behandeln musste, waren Schnitt- und Quetschverletzungen." Außerdem half er hin und wieder auf kreuzenden Schiffen aus, die keinen eigenen Arzt hatten. Rückblickend sieht der Triebeser heute die beiden Reisen als eine Bereicherung für sich als Arzt wie als Mensch an. Immer noch ist er gern auf Schiffen unterwegs, nun jedoch auf Kreuzfahrten und mit seiner Frau. "Wer einmal richtig in die Seefahrt geschnuppert hat, der weiß: einmal See, immer See", beendete er seine Reiseerinnerungen.


01. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Geraer Lehrer führt den PSV Merkendorf an

Frank Werner mit seinem Aragon.
Frank Werner mit seinem Aragon.

Frank Werner löst Michael Koepke ab

Merkendorf (D. Perzel).

Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr und die Vorschau auf kommende Aufgaben - das waren Themen der Jahresversammlung des Merkendorfer Pferdesportvereins. Als wichtigster Punkt aber stand am Freitagabend die Wahl des neuen Vorstandes auf der Tagesordnung. Michael Koepke, Mitbegründer des Vereins und bisheriger Vorstand, verzichtete aus persönlichen Gründen auf eine Wiederwahl. Leicht fiel ihm dieser Entschluss nicht, denn mit Stolz kann er auf zwölf Jahre Arbeit mit "seinem" Verein zurückblicken. Von der Gründung des Vereins bis zum heutigen Stand gab es viele Hürden zu nehmen. Michael Koepke investierte viel Zeit und Energie, um die ständig anstehenden Probleme zu lösen. Heute ist der PSV Merkendorf ein leistungsstarker Verein mit einer tollen Reitanlage und 140 Mitgliedern, die ständig um Verbesserungen bemüht sind. Auch Johannes Köber als Mann der ersten Stunde stellte sein Amt des 2. Vorsitzenden zur Verfügung. An seine Stelle rückte sein Sohn Stefan. Zum neuen Vorsitzenden wurde Frank Werner gewählt. Der Diplomlehrer unterrichtet am Gymnasium in Zeulenroda und ist seit 1998 im PSV Merkendorf. Er ist leidenschaftlicher Turnierreiter bis zur Klasse M. Im Verein ist er durch seine freundliche und hilfsbereite Art sehr beliebt. Auf die Frage, wie er sich seine weitere Arbeit für den Verein vorstellt, brauchte er nicht lange zu überlegen: "Ich freue mich über das entgegengebrachte Vertrauen. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt mir nicht, denn geplant sind einige Reitveranstaltungen, auch die Kreisjugendspiele im Reiten organisiert wieder unser Verein. Höhepunkt in diesem Jahr werden die Mitteldeutschen Reitertage im August sein, die zum dritten Mal stattfinden. Da gibt es besonders viel zu tun. Der Breitensport muss weiterhin gut organisiert werden, es werden Reitlehrer eingeladen, um Dressurstunden zu halten, und anderes mehr."
Alle Mitglieder des Vereins werden ihn bei allen seinen Aufgaben tatkräftig unterstützen, dessen ist er sich sicher.


01. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Fabian Kühhirt bei Englisch-Test erfolgreich

Regionalsiegerin Bianca Brehme mit Madlen Schiwek (beide Gera) und Anna-Theresa Dobmaier (von links/Altenburg) zur Siegerehrung am Donnerstag.
Regionalsiegerin Bianca Brehme mit
Madlen Schiwek (beide Gera) und Anna-
Theresa Dobmaier (von links/Altenburg)
zur Siegerehrung am Donnerstag.
Foto: C. Schmidt

Zeulenrodaer Gymnasiast einer von 28 Teilnehmern an Fremdsprachenwettbewerb

Gera (C. Schmidt).

"You are simply the best!" Du bist einfach der Beste! - Mit den Worten aus einem Tina-Turner-Song waren die besten Englischschüler der 10. Klassen an den Gymnasien in Gera, Altenburg, Schmölln, Greiz, Zeulenroda und Weida zum 14. regionalen Fremdsprachenwettbewerb im Fach Englisch begrüßt worden. Der Schulleiter des gastgebenden Osterlandgymnasiums Gera, Olaf Küchler, wünschte "Good luck" (viel Glück) und gab den Startschuss für den Wettbewerb, in dem die 28 Teilnehmer von Englischfachlehrern der zehn Gymnasien begleitet und geprüft wurden.
Vorausgegangen war die 14. Schulolympiade Englisch, durchgeführt an den zehn einzelnen Gymnasien im Schulamtsbereich Gera/Schmölln. Dann wurden die drei jeweils besten Gymnasiasten zum regionalen Englischwettbewerb nach Gera eingeladen, wo eine wirkliche Herausforderung zu bestehen war: Fünf vollgepackte Stunden in den Lernbereichen verstehendes Hören, Grammatik und Lexik, mündliche Partnerprüfung sowie ein abschließender Aufsatz zu drei verschiedenen Themen - natürlich alles in Englisch. Als Beste wurden Bianca Brehme vom Zabelgymnasium Gera mit sensationellen 92 von 100 Punkten auf Platz 1, Madlen Schiwek vom Osterlandgymnasium Gera mit 89 Punkten auf Platz 2 und Anna-Theresa Dobmaier vom Spalatingymnasium Altenburg mit 87 Punkten auf Platz 3 ermittelt. Diese Schüler erhielten zur Siegerehrung am 25. Februar im Osterlandgymnasium Gera ihre Urkunden und Sachpreise, gesponsort von der Sparkasse Gera/Greiz sowie dem Thüringer Philologenverband. Fabian Kühhirt aus dem Schillergymnasium Zeulenroda, Eva Rudolf und Madeleine Coburn vom Greizer Gymnasium sowie Clemens Reichmann vom Goethegymnasium Gera folgten mit einem geringen Punkteabstand auf den Plätzen vier und fünf.
Die beiden Wettbewerbe waren eine Herausforderung für jeden Teilnehmer und eine gute Vorbereitung auf die "Besondere Leistungsfeststellung Englisch", die am Ende der Klasse 10 bestanden werden muss.


01. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Verdientes Unentschieden

Fußball - Thüringenliga: Steigerung nach dem Wechsel bringt Zeulenroda einen Punkt
1. SC 1911 Heiligenstadt - FC Motor Zeulenroda 1:1 (1:0)

Teistungen (OTZ/Meitner).

Dank einer erheblichen Steigerung im zweiten Spielabschnitt, vor allem im kämpferischen Bereich, erspielten sich die Ostthüringer einen enorm wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Thüringenliga. Vergangenen Montag hatte sich Motors Stammtorhüter Matthias Hutter schwer verletzt, den Innenmeniskus und das Kreuzband im rechten Knie angerissen. Hutter wird am Freitag operiert und seiner Mannschaft damit einige Zeit fehlen. Also muss Jens Kutzner ran und der machte seine Sache ausgezeichnet. Die Gastgeber waren von Beginn an dominierend. Auf dem gut bespielbaren Kunstrasenplatz in Teistungen kombinierte der 1. SC gefällig und hatte auch wesentlich mehr Ballbesitz als Zeulenroda. Doch so richtig Druck auf das Kutzner-Tor konnte Heiligenstadt nicht aufbauen. Einen 22-Meter-Freistoß von Benjamin Orschel parierte Motors Keeper sicher (11.). Dusel für die Gäste, als ein toller Volleyschuss durch Mathias Held ganz knapp das Ziel verfehlte (14.).
Nach einer halben Stunde dann die erste Offensivaktion der Zeulenrodaer Elf. Kapitän Sven Seebauer legte für Manuel Sengewald auf, dessen Flachschuss aber am zweiten Pfosten vorbeistrich (30.). Der FC Motor wäre sogar beinahe in Führung gegangen. Einen weiten Abwehrschlag von Sebastian Amberg verlängerte Marcel Hanusch mit dem Hinterkopf Richtung eigenes Tor, doch der SC-Schlussmann Stefan Lübke hatte aufgepasst (41.). Im Gegenzug fiel der Führungstreffer für Heiligenstadt. Eine zu kurze Kopfballabwehr von Amberg fiel Michael Wedekind praktisch vor die Füße und der traf aus zwölf Metern flach ins lange Eck, unhaltbar für Kutzner (42.).
Die Halbzeitansprache von Motor-Trainer Tino Focke hatte gefruchtet, seine Mannschaft kam wie verwandelt aus der Kabine. Nun wurden konsequenter und entschlossener die Aktionen der Gastgeber gestört, die sich davon sichtlich beeindruckt zeigten. Der FCM setzte immer wieder Konterangriffe und die waren kreuzgefährlich. SC-Torwart Lübke sowie seine Abwehr hatten in der 51. Minute viel Mühe das Solo von Christian Thäder über die linke Seite zu stoppen. Thäder war es auch, der das 1:1 vorbereitete. Denny Milde verwandelte mit gefühlvollem Heber zum Ausgleich (55.).
Von Heiligenstadt war nun kaum mehr etwas zu sehen. Aufregung dann in der 63. Minute. Ronny Scholz hatte sich energisch durchgesetzt, war schon im SC-Strafraum und wurde ganz eindeutig von Lübke von den Beinen geholt. Strafstoß für den FC Motor? Weit gefehlt! Schiedsrichter Oliver Lossius aus Sondershausen wollte kein Foul gesehen haben - eine klare Fehlentscheidung.
Dann lag das 1:2 erneut in der Luft. Milde scheiterte nach Vorlage des eingewechselten Marian Hollstein an Lübke (68.). Kurz darauf eine große Tormöglichkeit für Seebauer. Sengewald schlug einen Freistoß in den Strafraum und Seebauer hatte viel Pech, dass er den Ball aus Nahdistanz nicht im Tor unterbringen konnte (70.). Nach schönem Einsatz von Sebastian Möhlhenrich scheiterte Wedekind an Kutzner (72.) und auch Held mit einem 16-Meter-Schuss fand in Kutzner seinen Meister (85.). Am Ende waren die SC-Kicker sichtlich enttäuscht.

Zeulenroda: Kutzner - Kotlinsky (GK, 46. Bauch), Amberg, T. Schulz, Sengewald, Pohl, Thäder (GK), Scholz, Maurer (67. Hollstein), Seebauer, Milde.


01. März 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Karikatur des Tages

Zeichnung: OTZ/Bruns
Zeichnung: OTZ/Bruns


Stimmungsvolles Abendmotiv

Dieses stimmungsvolle Abendmotiv gelang unserem Leser Dr. Karl Schlegel am 26. Februar gegen 17.15 Uhr vom Greizer Park aus. Führungen im Oberen Schloss werden täglich um 10 Uhr und 14 Uhr in Greiz angeboten.
Foto: Dr. Karl Schlegel

Dieses stimmungsvolle Abendmotiv gelang unserem Leser Dr. Karl Schlegel am 26. Februar gegen 17.15 Uhr vom Greizer Park aus. Führungen im Oberen Schloss werden täglich um 10 Uhr und 14 Uhr in Greiz angeboten.


| zurück | Seitenanfang | Impressum |