27. Februar 2010 /OTZ

Der Mythos und das Böse

Nach der Lesung nahmen viele Besucher die Gelegenheit wahr, ließen sich das Buch über Manfred Ibrahim Böhme von der Autorin Christiane Baumann signieren und kamen mit der Journalistin ins Gespräch.
Nach der Lesung nahmen viele Besucher die Gelegenheit wahr,
ließen sich das Buch über Manfred "Ibrahim" Böhme von der
Autorin Christiane Baumann signieren und kamen mit der
Journalistin ins Gespräch.
Foto: OTZ/Christian Freund 
Andreas Bley, Autorin Christiane Baumann, Ulrike Poppe und Harald Seidel (von links).
Andreas Bley, Autorin Christiane Baumann, Ulrike Poppe und
Harald Seidel (von links).
Foto: Karsten Schaarschmidt

Christiane Baumann stellt ihr Buch über den schillernden Stasi-Spitzel Böhme vor

Von Karsten Schaarschmidt Greiz.

Er war beklemmend nah und fast spürbar an diesem Donnerstagabend im Weißen Saal des Unteren Schlosses Greiz, jener Manfred "Ibrahim" Böhme. Seine Stimme füllte den Raum schneidend blechern, wiedergegeben von einer Tonbandaufnahme aus dem Jahr 1969. Er rezitierte ein Gedicht. Ein Mensch, der zahllose Biografien in unserer Region geprägt hat, wie Harald Seidel, Initiator von "Prominente im Gespräch" und einstiger Freund Böhmes, sagt. Geprägt hat er sie, der spätere Beinahe-Ministerpräsident der untergehenden DDR im März 1990, und er hat zahllose, nicht zuletzt die des im Mai vorigen Jahres gestorbenen Greizer Dichters Günter Ullmann, gebrochen, der Stasi-Spitzel Manfred "Ibrahim" Böhme, alias IM "August Drempker", alias IM "Paul Bongartz".
Wer war dieser Manfred "Ibrahim" Böhme, der bis heute, über zehn Jahre nach seinem Tod im November 1999, als kaum fassbarer, janusköpfiger Charakter, als galanter Gentlemen und Intellektueller, als Hochstapler und niederträchtiger Diener des DDR-Spitzelapparates die Gemüter bewegt?
Dieser Frage ist die Berliner Journalistin Christiane Baumann nachgegangen. Ihre Recherchen hat sie in dem Buch "Manfred Ibrahim Böhme - Ein rekonstruierter Lebenslauf" zusammengefasst, das sie nun in Greiz vorstellte. Ein Buch, "das nur ein Versuch sein kann, nachzuvollziehen, wie Böhmes Leben verlaufen ist", sagt sie. Mit im Podium vor 150 Gästen saßen neben Baumann und Seidel die Berliner Menschenrechtlerin Ulrike Poppe, die über die ehemalige DDR-Oppositionsgruppe "Initiative für Frieden und Menschenrechte" 1980 mit Böhme in engeren Kontakt kam, sowie als Moderator der Veranstaltung Andreas Bley, Leiter der Geraer Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde. "Der Manfred ist im Fernsehen", liest Christiane Baumann aus ihrem Buch eine Passage, wie eine ehemalige Bekannte Böhmes aus Greiz jenen Manfred, der von 1965 bis 1977 in der Elsterstadt lebte, in der Wendezeit 1989 als Politik- und Medienstar der neu gegründeten DDR-SPD wieder entdeckt. Baumann nähert sich dem Phantom Böhme über Akten, Gespräche mit Zeitzeugen, Freunden und Opfern. Sachlich, beinahe mit wissenschaftlicher Akribie beschreibt sie den von selbsterfundenen Legenden wie der angeblich jüdischen Herkunft, Brüchen, nebulösen Geschichten und Andeutungen gezeichneten Lebensweg Böhmes. Sie berichtet von seiner schweren Kindheit in Bad Dürrenberg, von seinem Charme, dem nicht nur in Greiz vor allem die Frauen verfallen, von seiner überzogenen Selbstdarstellung - und von seiner Verpflichtung als Stasispitzel, die er im Januar 1969 unterschreibt. Fortan verrät und hintergeht Böhme mit einem - selbst teilweise für die Stasi - undurchdringlichen Geflecht aus Lügen und Halbwahrheiten Freunde und Bekannte, er liefert Berichte über den damals ebenfalls in Greiz lebenden Dichter Reiner Kunze oder über die Mitglieder der Greizer Jazz-Formation "media nox". Später, als Böhme in Neustrelitz und danach in Berlin wohnt, sind es Oppositionelle wie Ulrike Poppe, die er denunziert. Erst als Kunze im Frühling 1990 in seinen Stasiakten entdeckte Beweise für die IM-Tätigkeit Böhmes öffentlich macht, bricht das Lügengebäude Böhmes zusammen. Er selbst bestreitet bis zu seinem Tod, jemals mit der Stasi zusammengearbeitet zu haben.
Es ist der Mythos und das reale Böse des Manfred Ibrahim Böhme, das nicht loslässt. Ergreifend erzählt Ulrike Poppe, wie sie den schon todkranken Böhme im Hospital besucht, hoffend auf eine Erklärung, und doch von ihm nur die Antwort erhält: "Ich habe 30 Aktenordner, die meine Unschuld beweisen, sie liegen bei Simon Wiesenthal." Vieles in Böhmes Leben bleibt im Dunkeln, viele Erinnerungen, auch manche von Bekannten im Publikum in der Diskussion geäußerten, verirren sich in Spekulationen. War Böhme ein Mephisto, eine Figur aus einem Dostojewski-Roman, einer, der Regie über das Leben führen wollte?
Böhme war "vielschichtig begabt und führte sowohl ein un- als auch ein inszeniertes Leben", glaubt Christiane Baumann. Angesichts der vielen Opfer Böhmes, die mitunter bis heute noch nicht über das erfahrene Leid durch die Stasibespitzlung sprechen könnten, sei es jedoch unmöglich nur das Nette aus seiner Biografie herauszusuchen.

Christiane Baumann: Manfred "Ibrahim" Böhme. Ein rekonstruierter Lebenslauf. Schriftenreihe des Robert-Havemann-Archivs (15), Berlin 2009.


27. Februar 2010 /OTZ

Meine Woche Tauwetter

Von Kathrin Schulz

Kathrin Schulz
Kathrin Schulz

Endlich ein Hauch von Frühling! Schnell mal stehen bleiben und die Nase ganz kurz in die strahlende Frühlingssonne halten - am Donnerstag war das drin. Ein kurzes sonniges Intermezzo, doch das Tauwetter hält an und legt im Laufe der Woche nicht nur winterliche Hinterlassenschaften frei, die mahnen, mehr Druck über die Stadtordnung zu machen. Neben normalem Winterdreck sind es vor allem die Hundehaufen, die die Passanten im Schlossgarten und anderswo die Nase rümpfen lassen. Schlagloch für Schlagloch legt das Tauwetter auch die enormen Frostschäden an den Straßen frei. Eine Straßenbefahrung nach der Schneeschmelze, so heißt es dazu aus dem Landratsamt, soll alle Schäden erfassen und Prioritäten setzen. Gravierende Schäden, wie zum Beispiel gefährliche Schlaglöcher, so verspricht die Kreisverwaltung, sollen sofort beseitigt werden. Auch die Stadt Greiz kündigt witterungsbedingt für März eine Zustandsanalyse an.
Auf dem Elsterparkplatz heißt es in diesen Tagen wie alle Jahre wieder "Land unter", denn der Pegel der Weißen Elster steigt beträchtlich. Was die Akteure der Interessengemeinschaft Greizer Neustadt, die sich in dieser Woche getroffen haben, unter anderem daran erinnert, unbedingt die zweite Auflage der Fun-Regatta vorzubereiten, die im Jubiläumsjahr viel Spaß ins Sommerprogramm brachte und einige Akteure im wahrsten Sinne des Wortes und zur Freude des Publikums so richtig baden gehen ließ. Ein Wasser-Spektakel im Herzen der Stadt, das dem Veranstaltungskalender sehr gut tun wird. Gute Kunde weiter vom Verein der Neustadtfans: 55plus, das alternative Wohnprojekt, das Skeptiker schon langsam in den Startlöchern versauern sahen, kann jetzt richtig loslegen. Hut ab vor Akteuren, die sich nicht entmutigen ließen und vor den künftigen Mietern, die zur Stange gehalten haben.
Richtig vom Leder gezogen haben in dieser Woche auch die Teichwolframsdorfer im "Hof zum grünen Tal". Im übervollen großen Saal des Hauses kochte die Volksseele - neben dem geplanten Straßenbau ist es vor allem der Kläranlagen-Plan danach, der Widerspruch herauf beschwört, weil deren Notwendigkeit manchem Teich´dorfer Hauseigner mächtig in die Nase steigt. Redebedarf auf jeden Fall.

In diesem Sinne - ein schönes Wochenende.


27. Februar 2010 /OTZ

Zankapfel Kläranlage

Zahlreiche Teichwolframsdorfer nutzen die Einladung des Zweckverbandes Taweg, um sich zur Bürgerversammlung im Hof zum grünen Tal über die geplanten Baumaßnahmen in ihrer Gemeinde zu informieren.
Zahlreiche Teichwolframsdorfer nutzen die Einladung des Zweck-
verbandes Taweg, um sich zur Bürgerversammlung im Hof zum
grünen Tal über die geplanten Baumaßnahmen in ihrer
Gemeinde zu informieren.
Foto: OTZ/Susann Grunert

Hitzige Diskussionen zur Bürgerversammlung in Teichwolframsdorf

Von Susann Grunert Teichwolframsdorf (OTZ).

Enorm war der Andrang am Donnerstagabend zur Bürgerversammlung in Teichwolframsdorf. Der Zweckverband Taweg hatte eingeladen, um über die anstehenden Bauvorhaben zu informieren. Als Gemeinschaftsprojekt von Taweg, Gemeinde, dem Straßenbauamt Ostthüringen sowie Eon Thüringer Energie soll ab April die grundhafte Erneuerung der Ortsdurchfahrt angepackt werden. Die Vorhaben des ersten Bauabschnittes, der den Bereich von der geplanten Kläranlage bis Höhe Autohaus Linke umfasst, erläuterte Andreas Löffler vom Ingenieurbüro Gansloser. Als Vertreter des Zweckverbandes stellten sich Jörg Meißer, Technischer Leiter, und Oliver Noritzsch, verantwortlich für Investitionen, den Fragen der Bürger. Die vom Zweckverband geplante zentrale Kläranlage, die laut Meißer wahrscheinlich im Jahr 2013 in Betrieb gehen soll, erwies sich dabei als regelrechter Zankapfel. Größter Kritikpunkt war der Umstand, dass viele mittlerweile eigene Kläranlagen errichtet haben. Mit Inbetriebnahme der zentralen Anlage und herrschendem Anschlusszwang müssten diese doppelt in die Tasche greifen. "Wenn die Anlage jetzt nicht gebaut wird, muss bald jeder das Geld für eine eigene Kläranlage in die Hand nehmen, denn der Krebsbach soll sauber werden", entgegnete Noritzsch. Von der Installation einer zentralen Abwasserbeseitigung profitiere also jeder Einzelne.
Der wichtigste Aspekt pro Kläranlage sei jedoch die Möglichkeit, Fördermittel nutzen zu können. "Für dieses Vorhaben können wir höchstens noch drei Jahre Zuschüsse bekommen" erklärt Oliver Noritzsch. "Deshalb muss sofort mit dem ersten Fördermittelbescheid der Bagger ran", gab Bürgermeister Wolfgang Herold (CDU) zu verstehen.


Wenn die ersten Fördermittel da sind, müssen die Bagger ran.

Bürgermeister Wolfgang Herold


Trotz dieser stichhaltigen Argumente seitens der Bauprojekt-Verantwortlichen herrschte Skepsis im großen Saal. Vor allem die Frage nach den zu erwartenden Kosten brannte den Teichwolframsdorfern unter den Nägeln. So stand die Frage nach der Notwendigkeit einer Pumpstation an der Krebsbachbrücke im Raum, die der Zweckverband errichten will. Den Vorwurf von unnötigen Zusatzkosten begegnete Oliver Noritzsch jedoch mit dem Argument, dass eine Pumpstation spätestens mit Errichtung der Kläranlage notwendig sei, da dann Höhenunterschiede von bis zu drei Metern zu überwinden sind. "Das Abwasser fließt auch in Teichwolframsdorf nicht bergauf", so Noritzsch.
Auch die Bedenken bezüglich der Geruchsbelästigung konnte er zerstreuen: "Wir können da auf Erfahrungen mit der Mohlsdorfer Kläranlage zurück greifen, da stinkt nichts."


27. Februar 2010 /OTZ

Neue Stadthalle als große Chance sehen

Dr. Gunter Klötzner (l.) und Jan Popp gehören erneut zum Vorstand des Neustadtvereins.
Dr. Gunter Klötzner (l.) und Jan Popp
gehören erneut zum Vorstand des
Neustadtvereins.
Foto: OTZ/Schulz

Interessengemeinschaft Greizer Neustadt bestätigt dreiköpfigen Vorstand für 2010/11

Von Kathrin Schulz Greiz.

Gute Nachrichten aus der Interessengemeinschaft Greizer Neustadt: Das Projekt Wohnen 55plus nimmt jetzt nach langem Marathon durch die Instanzen Gestalt an, wie Vereinsvorsitzender Dr. Gunter Klötzner Donnerstagabend auf der Vorstandswahl im Theater informierte. Nach beinahe zweijährigen Vorbereitungen seien jetzt alle Genehmigungen erteilt, die Finanzierung stehe und der offizielle Startschuss für den Ausbau der zehn individuellen Wohnungen im Bereich Breitscheidstraße/Nahmmacherstraße könne fallen. Neben dem Wettbewerb zur "Neustadtperle" 2010, dem Neustadtfest mit Bolzplatzturnier, Rundgängen im Stadtteil sowie Informationstreffs zum Ausbau der Lessingschule und dem Neubau der Stadthalle, wo vor allem auch die künftige Nutzung im Fokus stehen soll, gehören zu den Vorhaben des Vereins, der acht Jahre nach seiner Gründung auf 50 Mitglieder angewachsen ist. Was zunächst als Reaktion auf Horrorszenarien begann, die im Zuge des Stadtumbau Ost und des zunehmenden Leerstands im Stadtteil aufkamen, wie beispielsweise "alles hinter dem Goethepark abreißen", hat sich, das konnte Klötzner aktuell feststellen, gut entwickelt. "Die großen Rahmenbedingungen sind nicht besser geworden, aber das Engagement des Vereins trug dazu bei, das Gesicht der Neustadt zu verschönern. Die Einwohnerzahl hat sich stabilisiert, eine Vielzahl von Baumaßnahmen laufen, viele Fassaden und Objekte sind saniert, der Schandfleck in der Bachstraße ist weg. Große Hoffnungen setzen wir auf den Bau der Stadthalle, die wir als große Chance für die Neustadt sehen", so Klötzner. Auch die Schulsanierungen der öffentlichen Hand stärken den Standort, wofür er herzlich dankte. Dauerhafter Bestandteil des Veranstaltungsplanes der Stadt soll die Elsterregatta werden, die im Jubiläumsjahr 800 Jahre Greiz erfolgreich aus der Taufe gehoben wurde. Voraussichtlich am 3. Juli soll das Spektakel wieder stattfinden. Und auch ein Stammtisch für Neustadt-Bewohner und Gewerbetreibende sei geplant, hieß es in der von Jens Watzek geleiteten Versammlung.
Die 21 anwesenden Vereinsmitglieder entlasteten den bisherigen Vorstand und wählten ihn anschließend für die nächsten zwei Jahre. Dr. Gunter Klötzner, Jan Popp und Andreas Brzezinski, der in Abwesenheit gewählt wurde, werden die IG Greizer Neustadt weiter führen.
Für ihre aktive Mitarbeit dankte Klötzner mit Blumen Rico Beyse, Marco Nagel und Steffen Dinkler für ihr Engagement für den "Neustadtperle"-Wettbewerb, Peter Reichardt für die Öffentlichkeitsarbeit, Frau Jenesl für Unterstützung bei der Büroarbeit für den Verein und Jan Popp als Ideengeber vieler Veranstaltungen.


27. Februar 2010 /OTZ

Wiedereinzug nicht vor April

Martin Beyse vom gleichnamigen Ingenieurbüro untersucht derzeit die Tragfähigkeit der Decke im ersten Obergeschoss der Cossengrüner Schule. Er erklärt Sekretärin Brigitte Schneider seine Vorgehensweise.
Martin Beyse vom gleichnamigen Ingenieurbüro untersucht derzeit
die Tragfähigkeit der Decke im ersten Obergeschoss der Cossen-
grüner Schule. Er erklärt Sekretärin Brigitte Schneider
seine Vorgehensweise.
Foto: OTZ/Christian Freund

In Cossengrüner Grundschule laufen nach Wasserschaden derzeit die Bauarbeiten

Von Katja Grieser Cossengrün (OTZ).

Die Cossengrüner Grundschüler, die ihre Schule nach einem Wasserschaden räumen mussten (OTZ berichtete), werden voraussichtlich nicht vor April zurück in ihre Schule können. Darüber informierte Schulverwaltungsamtsleiter Ullrich Schlegel auf Nachfrage. "Die Schäden werden derzeit behoben, unter anderem muss der Putz ausgebessert werden, die Maler kommen auch", so Schlegel. Der Schulverwaltungsamtschef sieht die Situation jedoch gelassen, denn die etwa 40 Schüler aus Cossengrün hatten gleich nach den Weihnachtsferien Unterschlupf in der Elsterberger Schule gefunden. "Und das funktioniert relativ gut", betont er. Elsterbergs Bürgermeister Volker Jenennchen habe kein Problem damit, dass die Cossengrüner bis April in seiner Schule unterrichtet werden, denn Platz sei da.
Peter Heider, Leiter der Grundschule Ferdinand Haußmann in Cossengrün, hatte am 21. Dezember beim Kontrollrundgang durch seine Schule feststellen müssen, dass das gesamte Innere des Gebäudes unter Wasser stand, weil in der zweiten Etage eine Wasserleitung durch die extremen Minusgrade kurz vor Weihnachten geplatzt war. Das Wasser war bis ins Kellergeschoss gelaufen, hatte die Elektrik lahm gelegt, die Heizung war ausgefallen. Mit Entfeuchtungsgeräten wurde dann versucht, die Nässe aus dem Gebäude zu bekommen, in dem erst einmal kein Unterricht mehr stattfinden konnte. Und so bezogen die Cossengrüner Schüler am 4. Januar ihr Asyl in Elsterberg.


Vor April können die Schüler nicht wieder nach Cossengrün.

Schulverwaltungsamtschef Ullrich Schlegel


Gestern wurde im Cossengrüner Schulgebäude der Fußboden rausgerissen, Anfang nächster Woche sind die Elektriker im Haus zugange, danach die Putzer. In der Woche ab 8. März werden dann neue Fußbodenplatten gelegt, eine Woche später erfolgt die Deckenerneuerung, danach sind die Maler am Zug. Anfang April schließlich wird der neue Fußbodenbelag gelegt, so dass dem Wiedereinzug nichts mehr im Wege steht. Der Schaden wurde natürlich der Versicherung gemeldet, wie Ullrich Schlegel sagt. Ob die Kosten allein von ihr getragen werden, muss sich erst noch zeigen.


27. Februar 2010 /OTZ

Tauwetter bringt Schmelzwasser

Normale Schneeschmelze erwartet

Von Heidi Henze Zeulenroda (OTZ).

Wasser, soweit das Auge blickt, bahnt sich seinen Weg am Einlauf zur Talsperre in Läwitz, an der Vorsperre Riedelmühle zwängen sich riesige Wassermengen in das Überlaufbecken und auch die Talsperre Zeulenroda füllt sich stetig. Die Wiesen in Weckersdorf gleichen einer großen Seenlandschaft. Doch alles sei im ganz normalen Bereich, so Sten Schmidt von der Thüringer Fernwasserversorgung in Erfurt. Keine Angst, alles geht seinen ganz normalen Gang, signalisiert auch Jürgen Söllner, Leiter des Meisterbereichs Zeulenroda-Triebes der Thüringer Fernwasserversorgung. Der Mann vor Ort kommt gegen 12 Uhr gerade von einem seiner zahlreichen Kontrollgänge entlang der Talsperren im Tal der Weida. In Läwitz, am Einlauf zur Talsperre, hat er 9,33 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen. Das Mittel des Jahres liegt bei 0,726. In der Talsperre Zeulenroda kommen dann 6,4 Kubikmeter Wasser an. 2005 war es schon mal die doppelte Menge, weiß Söllner und auch, dass hier die Wiesenlandschaft einer großen Wasserfläche gleicht, sei nicht außergewöhnlich. Vorsorglich wurde im Zeulenrodaer Meer, das ein Fassungsvermögen von rund 30 Millionen Kubikmeter hat, ein größerer Hochwasserschutzraum angelegt. "Mit rund vier Millionen Kubikmeter Wasser haben da schon noch einige Schubkarren Schnee Platz", ist sich der Erfurter sicher. Laut statistischen Erhebungen sei alle 100 Jahre mit einem kräftigen Hochwasser zurechnen. "Doch dieser Winter war kein Jahrhundert-Winter", betont Schmidt und auch, dass nun ein ganz normaler Frühling Einzug hält mit einer ganz normalen Schneeschmelze. An den meisten Pegeln wurde in den letzten vier Tagen eine kontinuierlich zunehmende Wasserführung gemessen. So auch die Auma. An der Messstation am Eisenhammer, kurz vorm Zufluss zur Weidatalsperre, wurde in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag kurzzeitig die 1,80-Meter-Marke überschritten und die Alarmstufe eins ausgelöst. Peter Fischer, Stadtbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Auma ist aber sicher, "solange kein stärkerer Regen hinzukommt, brauchen wir nichts zu befürchten".


"Mit vier Millionen Kubikmeter Wasser haben da noch einige Schubkarren Schnee Platz".

Sten Schmidt, Erfurt


Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie in Jena aktualisiert stündlich ihre Meldungen der Hochwassernachrichtenzentrale. Neben einem Regengebiet, das Thüringen überquert, wird hier auch anhaltendes Tauwetter in den Bergen vorausgesagt. Bedingt durch Schmelzwasser und Regen wird eine Zunahme der Pegelstände angenommen, auch der Elsterpegel in Greiz steht ebenso unter ständiger Kontrolle wie die Rückhaltebecken des gesamten Talsperrensystems.


27. Februar 2010 /OTZ

Lernen, wie man ein Buch umblättert

Proben in der Mini-Werkstatt.
Proben in der Mini-
Werkstatt.
Foto: Schubert

Auch Greizer Schüler bei Theater-Workshop

Gera-Lusan (OTZ/Tobias Schubert).

"Es geht in erster Linie darum, den Kindern und Lehrern neue Impulse für das Theaterspiel in der Schule zu geben", sagt die 28-jährige Denise Dröge, Leiterin der Miniwerkstatt, über die Ziele der Veranstaltung, die seit Mittwoch im Jugendclub Crash in Lusan durchgeführt wird. Das Interesse der Kinder am Theaterspiel ist groß. Mehr als 70 Grundschüler nehmen an den sechs Workshops teil. "Das sind fast doppelt so viele wie in den letzten Jahren", freut sich Dröge. Die Schüler stammen aus Grundschulen in Greiz, Weida und Gera, der Kreativitätsschule Gera und einer Geraer Förderschule. In den Workshops angeleitet werden sie von Jugendlichen aus der Theaterfabrik Gera. "Die Schulen sind dabei gleichmäßig auf die unterschiedlichen Gruppen verteilt, damit sie sich später gegenseitig zeigen können, was sie gelernt haben", so Dröge.
Dazu gehört auch, dass sich die Schüler gegenseitig Szenen aus den von ihnen gewählten Stücken - darunter zwei Märchen oder Szenen aus Max und Moritz - vorspielen. Zusätzlich gibt es einen Workshop für die Lehrer. Dort bekommen sie zum Beispiel Tipps zur Gestaltung eines Bühnenraumes.
"Die Kinder sind sehr enthusiastisch, sie sind wahre Energiebündel", sagt Vincent Müller, der zusammen mit Georg Stein den Workshop Körper II leitet. In seiner Gruppe lernen die Kinder vor allem, wie man sich auf einer Bühne bewegt. "Es geht darum, zu üben, wie man ein Buch umblättert, ohne die immer wieder gleiche Bewegung zu benutzen. Das sind wichtige Dinge für das Theaterspiel", ergänzt Stein.


27. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Zwischen Trauer und Wut

Jumbo-Rollen mit jeweils 600 Meter Dämmmaterial wurden in den letzten Tagen für Münster auf Halde produziert.
Jumbo-Rollen mit jeweils 600 Meter
Dämmmaterial wurden in den letzten
Tagen für Münster auf Halde
produziert.

Gestern letzte Schicht im Armacell-Werk - Nur fünf der gut 50 Leute haben etwas Neues

Von Steffen Beikirch Zeulenroda (OTZ).

Im Armacell-Werk Zeulenroda lief gestern die letzte Schicht. Bis 20 Uhr waren noch Kollegen in die Ernst-Thälmann-Allee bestellt. Die Produktion stoppte aber bereits am Nachmittag, weil das vorhandene Rohmaterial endgültig aufgebraucht war. Es ging ans Aufräumen.
Schon die ganzen letzten Tage liefen hier halbfertige Produkte vom Band, die als Vorstufe für den selbstklebenden Dämmstoff "AF-Tape" gelten. Mehrere Jumbo-Rollen stapeln sich in der Halle. Alle sind für Münster bestimmt. In der Europa-Zentrale, wo seit Weihnachten die Kaschierstrecke und der Wasserschneidetisch aus Zeulenroda stehen, bilden sie die Basis für den Neustart mit Erzeugnissen, die bisher aus Ostthüringen kamen. Viele Produkte wurden aber auch einfach eingestellt, sagt Betriebsratschef Bernd Meinhold, wenn er bis Mai 2009 zurückdenkt. Damals hatte die oberste Chefetage die Hiobsbotschaft verkündet. Womit sie jenen Standort schloss, den sie kurz zuvor noch als effektivsten und innovativsten innerhalb der europäischen Armacell-Familie gelobt hatte. "Zwischen Trauer und Wut" schwankte deshalb Produktionsleiter Dirk Höfling gestern. Das Ende des Werks sei zwar lange angekündigt gewesen, so dass man sich darauf vorbereiten konnte. Die nun endende Woche war dennoch extrem belastend, von gemischten Gefühlen dominiert. Jetzt, da es so weit ist, könne man es nur ganz schwer begreifen, so Höfling. Weil man wisse, dass es keine Notwendigkeit für die Werksschließung gegeben habe. Bis zum Schluss habe der Standort positive Resultate gebracht. Bis zum Schluss hätten alle Kollegen zur Stange gehalten. Die Krankenquote sei zwar schon etwas angestiegen, aber kein Vergleich zu Italien, wo ebenfalls ein Werk geschlossen wurde. Personalausfall von 30 bis 40 Prozent und sofortige Streiks waren dort die Konsequenz, erzählt Höfling. In Zeulenroda hat fast niemand in den Sack gehauen, sondern bis zum Ende durchgezogen. "So ein Team, so eine Gruppe findet man nie wieder", fasst der Produktionsleiter seinen aufrichtigen Dank in Worte. Dem können sich die Betriebsräte Bernd Meinhold und Sylvia Lehmann nur anschließen. Keine einzige Schicht sei ausgefallen, obwohl die Schließung ursprünglich bereits für den 31. Juli 2009 angekündigt war. "Ich bin stolz auf meine Kollegen", unterstreicht der Betriebsratschef.
Im September gingen die Kündigungen raus, manche Mitarbeiter sind bereits seit längerem weg. Wer aber alle 17 Jahre dabei war, dem stand eine Kündigungsfrist von sechs Monaten zu. Im März sind die verbliebenen Kollegen nun bezahlt freigestellt, ab 1. April dann arbeitslos. Ein Einziger hat den angebotenen Wechsel nach Münster mitgemacht. Zwei Führungskräfte sind mit oder ohne Armacell-Hilfe versorgt, zwei weitere Arbeitnehmer haben neue Jobs finden können. Viele andere dürften sich bereits am 1. April wiedersehen. Dann beginnt in Greiz eine vierteljährige Arbeitsagentur-Maßnahme. Selbst ältere Mitstreiter wie Karli Kämpfer (59), Hubert Müller (58) oder Klaus Gaik (58) und ebenso Matthias Hoffmann (52) sind nochmal zum Bewerbungstraining beordert worden. "Sogar unsere Sekretärin muss dahin", sagen die Männer verdutzt und spielen auf Sylvia Lehmann an. Hat doch die 54-Jährige nach 15 Jahren Rotpunkt-Verwaltung nun 17 Jahre Armstrong/Armacell mitgemacht. Gestern fand sich das verbliebene Werkspersonal noch bei einer individuellen Abschiedsfeier auf neutralem Boden zusammen. Zuvor hatte Werkleiterin Katja Scheibe alle zur offiziellen Variante in die Firma eingeladen und dabei ein Essen spendiert.
"Wir standen nie auf unterschiedlichen Seiten, die Kollegen und ich." Diese Feststellung ist Katja Scheibe wichtig. Auch sie möchte sich bei allen Kollegen für die langjährige gute Zusammenarbeit bedanken. "Wir waren ein richtig gutes Team, auch wenn es mal schlechte Zeiten gab." Einen Dank möchte sie auch an alle Lieferanten aus der Region und die Leiharbeitsfirma Optima richten. Scheibe: "Wir bedauern sehr, dass diese Entscheidung getroffen wurde." Ungeklärt ist nach gestrigen Informationen, was aus der Immobilie wird. Sie befindet sich in Armacell-Eigentum, soll aber nach Möglichkeit verkauft werden. Unbeaufsichtigt bleibt sie keinesfalls. Auch dann nicht, wenn die große Produktionsanlage abgebaut ist.


27. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Meine Woche
Super-Georgia

Von Steffen Beikirch

Nur gut, dass die Olympiade zu Ende geht. Ist ja nicht mehr auszuhalten. Jede Nacht die gleichen (Winter-)Spiele: Man fiebert mit bis in die Puppen, ärgert sich über das windbedingte Glücksspiel am Schanzentisch, sehnt Wunder in der Langlauf-Loipe herbei oder bekommt bei Überraschungserfolgen auf dem Eis-Oval eine Gänsehaut. Und dann soll man morgens wieder fit aus der Kiste springen? Da könnten Arbeitgeber aber wirklich mal ein Einsehen haben! Wussten Sie eigentlich, dass auch Zeulenrodaer in Vancouver ordentlich mitgemischt haben? Nein, die Bauerfeind-Leute meine ich nicht. Die sind ja quasi überall, wo sich gerade was bewegt. Aber Georgia, ja Georgia, die feierte ihre olympische Premiere. "Welche Georgia?" werden Sie jetzt fragen. Der Nachname dürfte vielen älteren Zeulenrodaern noch etwas sagen: Simmerling heißt die talentierte junge Frau, die sich mutig die Abfahrtspiste von Whistler hinunter stürzte und beim Super-G einen beachtlichen 27. Platz einfuhr. Nur dreidreiviertel Sekunden hinter Maria Riesch.
Darüber ins Bild gesetzt hat uns ihr Großvater Karl-Dietrich ("Dieter") Simmerling, Sohn des letzten Eigentümers der "Reußischen Möbelfabrik Carl Simmerling", die sich an der heutigen Schopperstraße gegenüber vom Oberen Bahnhof befand. Erst im September zum letzten, leider stark dezimierten Karpfenpfeifertreffen weilte der Kanadier in Zeulenroda. Damals plauderte der Mann mit der weitesten Anreise herzlich mit alten Bekannten beim Kaffeekränzchen im Stadtmuseum. Heutzutage macht man sowas anders, gern mal ohne Kaffee und gleich aus der Ferne. Im Internet-Kurznachrichtendienst Twitter erzählt seine Enkelin Georgia Simmerling mittlerweile über ihre Sportkarriere, das jahrelange zielstrebige Training, das totale Engagement der ganzen Familie und die nächsten Wettkämpfe in den verschneiten Bergen Nordamerikas.
Neugierig geworden? Dann ruhig mal reinschauen bei Twitter. Wer dagegen lieber Live-Sport aus kürzester Entfernung sehen möchte, dem sei das erste Box-Turnier in Zeulenroda seit langem empfohlen, das heute Nachmittag mal wieder in der Jahnturnhalle steigt. Ab 14 Uhr übrigens. Also bleibt danach noch genug Zeit, sich auf den Fernsehabend mit Olympia vorzubereiten.

Kleiner Trost: Ab Montag lassen sich die Nächte dann auch wieder anders nutzen.


27. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Wetterkapriolen oder Klimawandel

Temperaturen und Niederschläge im Februar

Von Heidi Henze Zeulenroda (OTZ).

Kommt nun der Frühling, sind die momentanen Temperaturen im zweistelligen Plusbereich nur ein zartes Frühlingserwachen oder gar wieder eine der Wetterkapriolen? Diese Fragen wollte und konnte trotz vieler Versuche der Hobby-Meteorologe Rudolf Lotthammer einfach nicht beantworten. Dafür aber wiederholte er den bereits befürchteten Satz: Es war ein ganz normaler Winter, vielleicht etwas kälter, als die vorangegangenen, aber deshalb keineswegs zu kalt oder außergewöhnlich schneereich. Einen kleinen, wohl aber nicht allzu ernst gemeinten Hoffnungsschimmer gab es aber dennoch: "Im Februar ist wohl kein Schnee und Frost mehr zu erwarten", so Lotthammer. Seit 1990 misst der Zeulenrodaer täglich die Wassermenge und liest zweimal pro Tag die Temperaturen ab. Auch die Schneehöhe ist interessant für ihn, die betrug in der ersten Hälfte des Monats 13,5 Zentimeter. Die schneereichsten Tage waren der 11., 12. und 13. Februar. An diesen Tagen fielen rund 13 Zentimeter Schnee. Am 23. Februar hatte der Senior rund 19 Millimeter Niederschlag auf einen Quadratmeter gemessen. Zehn Tage lang waren die Temperaturen im Februar täglich unter null Grad gefallen, was doch recht ungewöhnlich ist. Schließlich zeigen die Aufzeichnungen des Zeulenrodaers für die gesamte Wintersaison 2008/2009 (Dezember, Januar und Februar) lediglich 13 Frosttage. Zusätzlich gab es in der vergangenen Wintersaison fünf so genannte Eistage, an denen die Temperaturen 24 Stunden im Minusbereich lagen. Der jetzige Februar hatte immerhin drei Eistage, der kälteste war der 10. mit minus 6,9 Grad rund um die Uhr. Im Vergleich bescherte der Winter 1996 der Region insgesamt 46 Eistage. Sind es nun die Auswirkungen des Klimawandels? Für den Senior ist klar, dass sie für den normalen Bürger kaum spürbar sind. Dennoch lagen die Temperaturen 2008 mit gut 4,9 Grad durchschnittlich über dem Mittelmaß und im vergangenen Jahr waren es 2,9 Grad.
Wer allerdings glaubt, dass im 19. Jahrhundert alles noch ganz "normal" war, auch der wird enttäuscht. 1830 zeigte das Thermometer im Januar und Februar fast stets minus 21 Grad. Allerdings flogen im Winter 1835 bereits die Bienen. 1926 am 11. Februar wurden in den Tälern minus 34 Grad gemessen. Der Winter 1992/1993 war es mit einer Abweichung von plus 6,9 Grad vom langjährigen Mittel sehr warm.


27. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Noßwitzer Ortsgeschehen im Blick

Anke Oertel mit dem Noßwitzer Kalender für 2010.
Anke Oertel mit dem
Noßwitzer Kalender
für 2010.

Anke Oertel erfüllt mit Kamera und Stift Chronistenpflicht

Noßwitz (OTZ/Stefaniak).

Oft denkt man, junge Leute interessieren sich nicht für Ortsgeschichte oder überhaupt für Geschehnisse in ihrem Heimatort. Dass dies nicht immer so sein muss, das beweist Anke Oertel. Die 30-Jährige wohnt in Noßwitz und arbeitet als Erzieherin für geistig Behinderte in Schleiz. Sie hat es sich zum Hobby gemacht, Geschehnisse in ihrem Wohnort für die Nachwelt festzuhalten. "Angefangen hat es damit, dass Albrecht Rink mich 2002 gefragt hat, ob ich dies machen würde", erzählt Anke Oertel über den Anfang. Der lag im gleichen Jahr wie die Gründung des Heimat- und Kulturvereins in Noßwitz. Dem gehört die Ortschronistin an und ist im Vorstand. Für das Ehrenamt der Chronistin hat sie sich auch beim Hohndorfer Ortschronisten Fritz Pramann Rat geholt, berichtet sie. "Über 1000 Fotos sind es schon, die ich archiviert habe" versucht die junge Frau das bisherige Resultat in Zahlen festzuhalten. Und berichtet, dass bisher pro Jahr gut ein bis zwei Alben voller Bilder zusammen gekommen sind. Dazu gestaltet sie die Foto-Ausstellungen bei den Stauseefesten, die alle fünf Jahre im 145-Seelen-Ort, der bereits seit 1972 zu Elsterberg gehört, stattfinden. Oder sie hält die aktuellen Geschehnisse wie vom Verein organisierte Ausfahrten oder die Dorffeste in Wort und Bild fest.
Noßwitz sei am 16. März 1366 erstmals erwähnt worden. Das geschah, so Anke Oertel, im Zusammenhang mit Zinszahlungen Noßwitzer Bürger an den Herrn zu Lobdaburg, die für den Altar der Elsterberger Kirche verwendet wurden. Diese und weitere Fakten habe sie in Archiven in Elsterberg oder Plauen gefunden.


27. Februar 2010 /Antje-Gesine Marsch

Greiz wieder gut psychiatrisch versorgt

Die Gratulanten gaben sich zur Eröffnung der Psychiatrischen Institutspraxis die Klinke in die Hand. Hier das Praxisteam: vorn v.l. Psychologin Katrin Gille, Sozialarbeiterin Lydia Modl, Schwester Maria Gabel. Hinten v.l. der Geschäftsführer der Asklepios Klinik Stadtroda, Björn Pestinger; Ärztl. Leiter der Praxis, Dr. Oliver Grimm, und OA Thomas Frisch.
Die Gratulanten gaben sich zur Eröffnung der Psychiatrischen
Institutspraxis die Klinke in die Hand. Hier das Praxisteam:
vorn v.l. Psychologin Katrin Gille, Sozialarbeiterin Lydia
Modl, Schwester Maria Gabel. Hinten v.l. der Geschäftsführer
der Asklepios Klinik Stadtroda, Björn Pestinger; Ärztl.
Leiter der Praxis, Dr. Oliver Grimm, und OA Thomas Frisch.

Psychiatrische Institutsambulanz in Greizer Brückenstraße 7/9 offiziell eröffnet

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

Seit Anfang des Jahres ist Greiz wieder „gut psychiatrisch versorgt“. Das sagte Oberarzt Thomas Frisch am Mittwochnachmittag zur offiziellen Eröffnung der Psychiatrischen Institutsambulanz in der Greizer Brückenstraße 7/9. Wie Frisch ausführte, der für die drei Thüringer Institutsambulanzen Stadtroda, Pößneck und Greiz verantwortlich ist, stünde die Ambulanz besonders auch den Patienten offen, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung in den Praxen der niedergelassenen Ärzte nicht ausreichend versorgt werden können und multiprofessionelle Hilfe, bspw. von Psychologen, Krankenschwestern oder Sozialarbeitern benötigen. Das Behandlungsangebot umfasse dabei neben der psychiatrischen Versorgung auch die soziale Beratung, etwa die Begleitung zu Ärzten oder Behörden, soziales Kompetenztraining, sowie Psychotherapie in Einzel-und Gruppengesprächen. 120 Patienten konnten Psychiater Dr. Oliver Grimm, Ärztlicher Leiter der Ambulanz, und sein Team, das aus Psychologin Katrin Gille, Sozialpädagogin Lydia Modl und Schwester Maria Gabel besteht, seit Anfang des Jahres bereits behandeln. „Ein guter Start“, so Dr. Grimm, der einer Behandlung von etwa 250 Patienten im Quartal optimistisch entgegensieht. „Viele Patienten haben schon gewartet, wohnortnah versorgt zu werden“, befand auch Björn Pestinger, Geschäftsführer des Asklepios Fachklinikums Stadtroda. Bislang hätten die Patienten oft die beschwerliche Fahrt in die Fachklinik auf sich nehmen müssen. Komplettiert würde das Angebot Ende 2010, wenn im Roten Haus der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH eine Tagesklinik mit 15 Plätzen eröffnet wird. Erleichtert über die Änderung der Versorgungssituation zeigte sich auch Amtärztin, Dr. Gudrun Böttger, die mit Abteilungsleiterin Berit Dübler zur Eröffnung kam. „Die stationäre Einweisung war oft die einzige Möglichkeit - eine kontinuierliche Behandlung war nicht mehr gewährleistet.“ Bereits seit 2006 sei die Situation im psychiatrischen Bereich vorhersehbar gewesen; ebenso lang habe man nach Lösungen gesucht. Umso glücklicher sei man nun über die Eröffnung der Ambulanz in Greiz. „Für uns ist bei der Patentenbehandlung der Faktor Zeit besonders wichtig“, erklärte Dr. Grimm. Für jeden Patienten stünde mindestens eine halbe Stunde Zeit zur Verfügung.

Öffnungszeiten Institutsambulanz Greiz, Brückenstraße 7/9:
Montag und Donnerstag 8 bis 12 und 13 bis 18 Uhr; Dienstag und Mittwoch 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr sowie Freitag 8 bis 12 Uhr.
Telefon: 03661/452077


27. Februar 2010 /OTZ

Nachdenkliches zum Wochenende

Schlechte Gewohnheiten

Michel Debus
Michel Debus

Von Pfarrer Michel Debus, Triebes

Ich kann mich an vieles gewöhnen und da ist oft nichts Übles daran. Zum Beispiel kann ich mich daran gewöhnen, dass es so lange kalt war, obwohl ich Wärme mag. Ich kann mich auch daran gewöhnen, dass das Fernsehprogramm zeitweise schlecht ist und irgendwann merke ich es nicht mehr. Ich kann mich daran gewöhnen, dass ich mit Informationen bombardiert werde, die ich nicht brauche und irgendwann kommt es mir so vor, als wären diese Nachrichten wirklich wichtig. Ich kann mich an vieles gewöhnen, aber manchmal sollte ich es eben nicht. Ich kann mich zum Beispiel auch daran gewöhnen, dass 11,5 Millionen Menschen in Deutschland an der Grenze zur Armut leben, ein Drittel mehr als vor zehn Jahren. Ich kann mich an die Nachricht gewöhnen, dass 40 Prozent der alleinerziehenden Mütter und ihre Kinder akut von Armut bedroht sind.
Manchmal bin ich erschrocken, wie abgestumpft ich bin. Hinter jeder Zahl steckt ein Mensch. Hinter jeder Statistik verbergen sich konkret Nöte auch in meiner Umgebung. Jeder vierte 19 bis 25-Jährige ist von Armut bedroht. Wie viele junge Erwachsene kennen Sie? Ich kenne mehr als vier? Oder haben Sie sich auch daran gewöhnt? Störend in unserer Gewohnheit ist, dass Gott sich nie daran gewöhnen kann, dass es Unrecht und Armut gibt. Er kann sich nicht daran gewöhnen, dass Habgier die Welt in der Zange hält. Gott kann das nicht, weil er jeden Menschen liebt. Er kann sich nicht an Egoismus und Hartherzigkeit gewöhnen. Er will handeln, er sucht nach Menschen, die bereit sind, ihm darin zu folgen, die sich von seiner Barmherzigkeit erweichen lassen und eben ungewohnte Wege gehen.
Gott sucht Sie. Lassen Sie sich herausfordern? Oder haben Sie sich bereits an solche Töne im Wort zum Wochenende gewöhnt. Das wäre schlimm.


27. Februar 2010 /OTZ

Das Doppelleben des Manfred Böhme

Christiane Baumann
Christiane Baumann

Christiane Baumann liest in Greiz aus ihrem Buch

Von Karsten Schaarschmidt

Mit seiner galanten Art, seinem Charme, seiner Intelligenz verzückte Manfred „Ibrahim" Böhme sein Umfeld. Er schaffte es bis zum Spitzendkandidaten der Ost-SPD bei den ersten freien Volkskammerwahlen 1990. Dann enttarnte ihn der Dichter Reiner Kunze als perfiden Stasi-Spitzel.
Über zehn Jahre nach dem Tod Böhmes 1999 gibt seine romanreife Biografie noch immer Rätsel auf. Mit ihrem Buch „Manfred Ibrahim Böhme — Ein rekonstruierter Lebenslauf" unternahm die Berliner Journalistin Christiane Baumann nun den Versuch, der Wahrheit über das Doppelleben Böhmes näher zu kommen. Im Unteren Schloss Greiz stellte die Autorin am Donnerstag ihr Buch in der Reihe „Prouinente im Gespräch" vor. Neben Gastgeber Harald Seidel, einst selbst Freund Böhmes, saßen die Berliner Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe, die über die DDR-Oppositionsgruppe Initiative für Frieden und Menschenrechte Mitte der 80er Jahre mit Böhme in engeren Kontakt kam, und Moderator Andreas Bley, Leiter der Geraer Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde, im Podium. Baumann gelingt es in ihrem Buch auf sachliche, den Fakten aus Gesprächen mit Zeitzeu gen, Freunden und Opfern sowie den Akten folgend, Böhmes Lebensweg erstmals chronologisch darzulegen. Von 1965 bis 1977 lebte der 1944 in Bad Dürrenberg geborene Sohn eines Industriemaurers in Greiz, wo er 1969 seine Verpflichtungserklärung als Stasi-Spitzel unterschrieb. Als Leiter des Kulturbundes bespitzelte er neben Kunze, die Jazz-Formation „media nox" und den Greizer Dichter Günter Ullmann, der nicht zuletzt am falschen Freund Böhme zerbrach. Nach 1977 wohnte Böhme in Neustrelitz und Berlin, wo er weiterhin eifrig und aus einer kaum nachvoll ziehbaren Eigeninitiative heraus vor allem Oppositionelle wie Ulrike Poppe bespitzelte.
Wie schwer verständlich Böhmes Handeln ist, zeigte sowohl die Podiums- als auch die Diskussion mit den gut 150 Gästen, darunter viele, die Böhme persönlich kannten. Seiner Höflichkeit, seiner nahezu alle ergreifenden Aura steht immer wieder ein schier unermesslicher Verrat an seinen Freunden, der letztlich bis zu Willy Brandt reicht, gegenüber. Schon deshalb könne bei allen Spekulationen über die Beweggründe, die zu Böhmes Verhalten führten, so Autorin Baumann, nicht nur das Nette aus seiner Biografie herausgesucht werden.


27. Februar 2010 /OTZ

Goldmedaillen für alle

Bestweiten erzielten die jungen Athleten der Pohlitzer Grundschule beim Skispringen, einer der Disziplinen des Olympischen Fünfkampfes zum Sportfest der Schüler.
Bestweiten erzielten die jungen Athleten der Pohlitzer Grund-
schule beim Skispringen, einer der Disziplinen des Olympischen
Fünfkampfes zum Sportfest der Schüler.
Foto: Marcel Hilbert

Olympisches Sportfest beendet Projektwoche der Grundschule Greiz-Pohlitz

Von Marcel Hilbert Greiz (OTZ).

Magdalena Neuner ist die beliebteste Sportlerin dieser Olympischen Spiele. Das ergab eine nicht ganz repräsentative Umfrage in Klasse 4a der Grundschule Greiz-Pohlitz. Die sportbegeisterten Kinder können das einschätzen, schließlich drehte sich in der gesamten Schule in dieser Woche alles um die Winterspiele in Vancouver. Seit 1996, genauer seit den Sommerspielen in Atlanta, veranstalten die Grundschüler eine olympische Projektwoche während der Sportwettkämpfe. Gekrönt wurden diese Projekttage auch in diesem Jahr mit einem Olympischen Sportfest. "Winter-Fünfkampf steht auf dem Plan", erklärt Schulleiterin Antje Schwarzkopf, "Biathlon, Skeleton, Zweierbob, Eisschnelllauf und Skispringen".
Zwar verfügt Pohlitz weder über Skisprungschanze noch über Bobkanal, doch das hielt die jungen Wintersportler nicht von ihrem Sportfest ab. Mit viel Phantasie gestalteten sie die Sportarten derart um, dass sie alle locker und komfortabel als Stationen in die Schulturnhalle passten. So fuhren sie statt mit Schlittschuhen oder Langlaufskiern einfach mit Filzpantoffeln ihre Runden oder versuchten vom Kasten aus, Schanzenrekorde auf den Mattenberg hinzulegen. 140 Schüler gingen zu den Olympischen Spielen im Kleinen an den Start, und wie es sich für diese Großveranstaltung gehört, wurde zunächst ganz standesgemäß mit olympischem Feuer und Fahnen einmarschiert, bevor ein kleines Programm die Pohlitzer Winterspiele eröffnete.
Alle Programmpunkte wurden über die gesamte Woche im Schulunterricht erarbeitet. Olympisch wurde das Sportfest dann auch beendet. Und bei der Medaillenzeremonie musste die eine oder andere Träne verdrückt werden.
Unabhängig von der Platzierung wurden jedoch zum Abschluss des Sportfestes, ganz gemäß dem olympischen Geist, Goldmedaillen an alle jungen Olympioniken verteilt.

Sieger, Klasse 1: Elena Talovic, Ben Krahnert; Klasse 2: Joanna Griebenow, Markus Trahe; Klasse 3: Monique Steinke; Klasse 4: Kira Springer, Joram Erbarth.


27. Februar 2010 /OTZ

Zwischen Trainingseifer und Olympiafieber

Aktuelle Sportart: Dauerdaumendrücken

Von Katja Grieser Greiz.

Aus dem Dauerdaumendrücken kommen Katrin und ihr Sohn Marcel Müller derzeit nicht heraus. Der 14-Jährige fieberte während der Olympischen Spiele natürlich vor allem bei den Eisschnellläufern mit, denn er trainiert selbst auf Schlittschuhen beim TSV Mylau. "Es gab schon etliche Konflikte, weil viele Wettkämpfe erst spätabends laufen und ich nicht erlaubt habe, dass er da noch fernsieht", verrät Katrin Müller. Sie bedauert natürlich, dass es gerade bei den Eisschnellläufern bisher in diesem Jahr nicht so gut gelaufen ist. Parallelen zwischen den Spitzensportlern und den Mylauer Eisschnellläufern haben Katrin und Marcel Müller bereits feststellen können. "Auch Marcel hat bei den Deutschen Meisterschaften eine ähnliche Erfahrung wie Anni Friesinger-Postma gemacht: ein falscher Schritt, ein Wackler, und schon ziehen alle an einem vorbei", erzählt Katrin Müller. Für die TSV-Eisschnellläufer - in Mylau trainieren zahlreiche Greizer - ist die Saison fast vorbei, doch gerade während der Spiele seien die Kinder und Jugendlichen schon besonders motiviert, noch mehr zu trainieren, den Sport ernst zu nehmen.
Zwar hat Silke Hartmann, Eiskunstläuferin beim Hainberger SV, jeden Tag im Fernsehen ein wenig olympische Atmosphäre mitbekommen, aber sie stand lieber selbst auf dem Eis in Greiz-Aubachtal. "Für uns ist ja jetzt auch Hochsaison, da hat man zum Fernsehgucken nicht so viel Zeit", so Hartmann. Doch die Zusammenschnitte hat sie sich trotzdem angesehen und auch die Kinder, die sie auf dem Eis trainiert, waren natürlich im Olympiafieber. Einige choreografische Anregungen hat sich Silke Hartmann beim Zusehen schon geholt. Ein paar Elemente, die für die Sportler in Greiz leicht zu kopieren sind, hat sie sich ebenfalls abgeschaut. "Eiskunstlauf im Fernsehen hat aber mit dem, was wir hier machen, nichts zu tun", betont die Greizerin. Sie und ihr Eiskunstlauf-Nachwuchs sind nun mal Breitensportler, "da freut man sich bei den Kindern über jeden kleinen Fortschritt", sagt sie. "Aber für unsere Verhältnisse können wir auf teils beachtliche Leistungen stolz sein", so Silke Hartmann, die vor allen Olympiateilnehmern, natürlich besonders den Eiskunstläufern, großen Respekt hat.


27. Februar 2010 /OTZ

Mylauer knacken eigene Bestzeiten

Susette Gerbert.
Susette Gerbert.
Foto: Müller

Eisschnelllauf, Turnier in Chemnitz

Chemnitz (OTZ/K. Müller).

Wieder mit einem Bahnrekord trumpfte Alicia Barndt (11) zum Überprüfungswettkampf am Donnerstag in Chemnitz auf. Ebenso wie ihr gleichaltriger Vereinskamerad Michael Roth lief sie die 1000 Meter im Chemnitzer Küchwald so schnell wie noch nie ein Mädchen ihres Alters. Zwar standen die 1000-m-Läufe zu vorgerückter Stunde auf dem Zeitplan, doch hinderte dieser Umstand die Aktiven nicht, dass Rekorde purzelten. Alicia, die im letzten Paar startete, verbesserte ihren eigenen Bahnrekord mit persönlicher Bestzeit von 1:39,16 Minuten.
Michael konnte mit einer Zeit von 1:44,27 min den alten Bahnrekord knacken.
Mit sehr guten Läufen und Zeiten überzeugten bei guten Außenbedingungen auch die anderen Starter des Vereins. Nico Wilfert (10) und Felix Joram (11) konnten über 200 m und 300 m, bzw. 100 m und 300 m ihre Bestmarken verbessern. Manuel Zähringer (7), Jacob Seifert (7), Lukas Reinhold (13), Franz Scherf (14), Marcel Müller (14), Sebastian Strobel (14) und Laura Korndörfer (15) liefen die 100 m so schnell wie noch nie. Über die 200 m kamen Susette Gerbert (8), Karl-Oswald Jacob (8), Lennart Schmidt (9), Clemens Herrmann (9), Linda Reinhold (10), Jessy Seifert (10) und Philipp Gerbert (10) mit Bestzeiten ins Ziel. Besonderen Grund zur Freude lieferte Lisa Mulack (11) ihrem Trainer, denn mit ihrer Bestleistung über 200 Meter erfüllte sie gleichzeitig die D-Kadernorm. Selina-Shirin Spörl (11), Rosa Schareck (13) und Jessica Erdmann (13) liefen nahe an ihre Bestmarken heran.
Die Sportler waren mit ihren Leistungen zufrieden und sahen es als gutes Vorzeichen für die Sächsischen Meisterschaften und den Sachsen-Thüringen-Pokal an.


27. Februar 2010 /OTZ

In Zucht und Sport erfolgreich

Karina Köber vom PSV Merkendorf.
Karina Köber vom
PSV Merkendorf.
Foto: privat

Mitgliederversammlung des Pferdezuchtvereins Greiz-Elstertal

Von Peter Reichardt Greiz (OTZ).

Fünf Jahre ist der Pferdezuchtverein Greiz-Elstertal erfolgreich tätig, so konstatierte Hanno Strauß, Vorsitzender des Vereins, zu der kürzlich stattgefundenen Mitgliederversammlung im Gasthof Zum Taubenschlag in Staitz. Als Gast konnte auch Uwe Mieck, Zuchtleiter des Thüringer Pferdezuchtverbandes, begrüßt werden. Eine erfolgreiche Entwicklung des regionalen Zuchtvereins, der heute auf 130 Mitglieder verweisen kann. Die Regionalisierung der Pferdezuchtvereine in Thüringen machte sich laut Hanno Strauß erforderlich, um eine effektivere Zuchtarbeit zu erreichen. Der Erfolg dieser Regionalisierung sei in der letzten Zeit besonders deutlich geworden, sei es doch gelungen in der Zucht, in der Pferdeausbildung und bei den pferdesportlichen Aktivitäten Ostthüringen besonders hervorzuheben, und in Thüringen sowie darüber hinaus bekannt zu machen. Diese Leistungen sind durch selbst gezogene und ausgebildete Pferde erreicht worden. Hier sei nur stellvertretend für viele bei den Springreitern Karina Köber aus Merkendorf und Steffen Jahn aus Wolfersdorf, bei den Fahrern Bettina Winkler vom Gestüt Bretmühle, Hubert Jäsche aus Mohlsdorf und Stefan Feustel aus Greiz-Untergrochlitz sowie bei den Reit- und Fahrponys Martin Ritter aus Pausa genannt, die national sowie international in Erscheinung getreten sind. Sechs Pferderassen - Deutsches Springpferd, Schweres Warmblut, Kaltblut, Haflinger, Reitponys und Shetlandponys - werden vom regionalen Pferdezuchtverein Greiz-Elstertal züchterisch bearbeitet und haben bei vielen Veranstaltungen im positiven Sinne für Aufsehen gesorgt, so der Vereinsvorsitzende Hanno Stauß. Ein wesentliches Anliegen des Vereins sei es, neben der züchterischen Arbeit eine wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, die sich neben sportlichen Turnieren in der Region auch in öffentlichen Veranstaltungen ausdrückt. So sei für den 1. Mai der Tag der Offenen Tür im Gestüt Bretmühle vorgesehen. Das Ponyfest am 26. Juli in Wenigenauma bildet einen Höhepunkt im Hochsommer. Die Hubertusjagden im Herbst sind sicher ein großes Event bei den Pferdesportvereinen sowie den Pferde- und Naturfreunden in der Region. Und nicht zuletzt sei auf die Wolfersdorfer Pferdeshow am 6. und 13. Dezember, dem "Zauber der Pferde" verwiesen. Doch auch pferdesportlich habe man Ostthüringen und den Pferdezuchtverein Greiz-Elstertal würdig vertreten und bekannt gemacht. Erinnert sei hier nur an die Erfolge aus 2009 bei den Bundeschampionaten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Bekanntlich konnte sich Bettina Winkler vom Gestüt Bretmühle beim Bundeschampionat Deutsches Fahrpferd in Warendorf durchsetzen und den Sieg erkämpfen, während Marlen Fallak vom RFV Mohlsdorf beim Bundeschampionat Schweres Warmblut im sächsischen Moritzburg erfolgreich war.
Auch Zuchtleiter Uwe Mieck bescheinigte dem Verein eine gute und erfolgreiche Arbeit zum Wohle der Thüringer Pferdezucht und des Thüringer Pferdesportes.


27. Februar 2010 /OTZ

Gute RSV-Ergebnisse bei Meisterschaften

Ringen, Mitteldeutsche Meisterschaften

Von Dietmar Wolf Greiz (OTZ).

Mit den Mitteldeutschen Meisterschaften im griechisch-römischen Stil im thüringischen Friedrichroda wurde die Serie dieser Meisterschaften vorläufig abgeschlossen. Es folgen am 5. Juni noch die Mitteldeutschen Meisterschaften der C-Jugend (Jahrgänge 1998/ 99) und der E-Jugend (Jahrgänge 2000-2003) im Freistil in Stendal und der C-Jugend im griechisch- römischen Stil am 19. Juni im Land Brandenburg.
Mit vier Meistertiteln, zwei Vizemeistertiteln und drei Bronzemedaillen konnten die Greizer Ringer eine gute Bilanz bei diesen Meisterschaften aufweisen, zumal Sebastian Wendel auf Grund einer Verletzung nicht in die Vergabe der Medaillen eingreifen konnte. In beiden Stilarten kam Merlin Sewina (A-Jugend) zu verdienten Meisterehren. In der gleichen Alterklasse gewann Robert Schaller im griechisch-römischen Stil die Goldmedaille. In der B-Jugend, ebenfalls im klassischen Stil, kam Leon Jäschke zu seinem ersehnten Meistertitel. Trotz der guten Bilanz schätzten die Greizer Trainer ein, dass man eigentlich nur zu Meisterehren kommt, wenn man wie Merlin Sewina in Jena, an einer Sportschule trainiert.
Diese Sportler haben das Niveau bei diesen Mitteldeutschen Meisterschaften eindeutig mitbestimmen können.


27. Februar 2010 /OTZ

Schützenkönig ist eine Königin

Adolf Linke
Adolf Linke

Adolf Linke zum Ehrenpräsident ernannt

Teichwolframsdorf (OTZ/Holger Wagner).

Das diesjährige Königsschießen hat einen ungeahnten Verlauf genommen. Nachdem 2008 und 2009 die Königskrone an "Auswärtige" aus Greiz und Trünzig ging, war es diesmal die Teichwolframsdorfer Schützin Petra Borkowski, die die taktierenden Teichwolframsdorfer Schützen in die Schranken wies.
Traditionsgemäß wurde der Wettkampf mit dem vereinseigenen Kleinkalibergewehr auf 25 Meter Entfernung ausgetragen. Der Schützenverein Teichwolframsdorf 1848 freut sich, dass erstmalig eine Königin gefeiert werden darf. Zum gleichen Zeitpunkt fanden die alljährlichen Wettkämpfe um den Wanderpokal des Schützenvereins statt. Dieser stattliche Pokal geht für ein Jahr in den Besitz des Schützenbruders Holger Wagner über.
Anlässlich seines 75. Geburtstags wurde dem ehemaligen Präsidenten Adolf Linke die Ehrenpräsidentschaft des Schützenverein Teichwolframsdorf 1848 angetragen. Mit Salutschüssen, einem Ständchen auf dem Signalhorn und natürlich einer prächtigen Urkunde wurde Schützenbruder Adolf Linke in sein neues Ehrenamt eingeführt. Der Schützenverein sucht weitere Mitstreiter. Interessierte können sich im Schützenhaus in der Talstraße 13 oder bei Geschäftsführer Günter Hoffmann informieren.


27. Februar 2010 /OTZ

Wanderpokal bleibt in Greiz

Fußball, Internationales Kinder-Turnier des Triebeser SV

In der Partie zwischen dem 1. FC Greiz und dem FC Motor Zeulenroda (in Rot) ließen beide Teams die einzigen Punkte in ihrem ansonsten verlustpunktfreien Turnierverlauf liegen. Das Spiel endete 0:0.
In der Partie zwischen dem 1. FC Greiz und dem FC Motor Zeulenroda
(in Rot) ließen beide Teams die einzigen Punkte in ihrem ansonsten
verlustpunktfreien Turnierverlauf liegen. Das Spiel endete 0:0.
Foto: Thomas Stöcker
Die glücklichen Turniergewinner mit ihren Betreuern.
Die glücklichen Turniergewinner mit
ihren Betreuern.
Foto: Helmrich 

Von Jörn Helmrich Triebes (OTZ).

Zum Auftakt der Feierlichkeiten "100 Jahre Fußball in Triebes" führte der gastgebende SV ein gut organisiertes Internationales E-Juniorenturnier durch. Sieben Mannschaften waren der Einladung gefolgt und kämpften um den Turniersieg und den Wanderpokal. Die Greizer E-Junioren reisten als Pokalverteidiger an und untermauerten ihre Siegambitionen bereits im ersten Turnierspiel mit einem 8:0-Sieg gegen die Mannschaft des Gastgebers. Auch im zweiten Spiel gegen Auma konnte mit einem 5:0 ein Sieg bejubelt werden. Im dritten Turnierspiel traten die Schützlinge von Peter Nahr gegen die tschechischen Gäste vom FC Dioss Nyrany an und siegten mit 4:0. Gegen die zweite Mannschaft des FC Nyrany folgte in der neunminütigen Spielzeit ein weiterer hoher Sieg mit 8:0. In ihrem vorletzten Turnierspiel gelang den Jungen des 1. FC Greiz dann ein hart umkämpfter 1:0-Sieg gegen den LSV 49 Oettersdorf. Damit war klar, dass es im letzten Spiel gegen den FC Motor Zeulenroda um den Turniersieg ging, da auch die Jungen aus der Karpfenpfeiferstadt bis dahin alle ihre Spiele gewonnen hatten. Wie erwartet, wurde auch dieses fünfte Aufeinandertreffen in der Hallensaison ein heiß umkämpftes Match. Verbissen, aber stets fair, wurde von beiden Seiten um jeden Ball gekämpft. Da es keiner Mannschaft gelang, sich entscheidend durchzusetzen, trennte man sich leistungsgerecht 0:0. Bei gleicher Punktzahl (16) musste nun das Torverhältnis über den Turniersieg entscheiden.
Hier lagen die Greizer mit 26:0 eindeutig vor den Zeulenrodaern mit 16:1. Damit gewannen die Greizer Jungen wie im Vorjahr das Internationale Turnier des Triebeser SV. Mit James-Kevin Nahr stellte der Pokalsieger auch den besten Torschützen (17 Treffer).


27. Februar 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Verlängerte Anmeldung für Gastronomieführer

Das Anmeldeformular ist erhältlich beim Regionalmanagement Greiz unter Tel.: (03661) 61 14 55 sowie unter www.region-greiz.deEintragung nun bis 7. März möglich

Greiz (OTZ/gru).

Wie der Leiter des Greizer Regionalmanagements, Mario Walther, gestern informierte, wurde die Anmeldefrist für den Gastronomieführer des Thüringer Vogtlandes um eine Woche auf Sonntag, 7. März, verlängert. Als Grund nannte er die sehr große Nachfrage. Alle Betreiber von Gaststätten, Gasthäusern, Cafés oder Eiscafés können sich in diesem Gaststättenverzeichnis eintragen lassen. Ziel des Projektes ist einerseits die Förderung der Gastronomie im Vogtland und vor allem im Landkreis Greiz. Gleichzeitig soll Bürgern und Touristen ein kulinarisches Handbuch der Region präsentiert werden. Die farbige Broschüre wird im Sommer 2010 vorgestellt und dann kostenlos in allen Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie Gaststätten erhältlich sein. Pro Seite werden drei gastronomische Betriebe mit Bild und Begleitinformationen beschrieben.
Das Anmeldeformular erhalten interessierte Gastronome beim Regionalmanagement Greiz unter Tel.: (03661) 61 14 55 sowie im Internet unter www.region-greiz.de. Für den Eintrag wird ein kleines Entgelt seitens des Regionalmanagements erhoben.


Karikatur des Tages

Locker vorbei an Volkes Meinung
Locker vorbei an Volkes Meinung
Zeichnung: OTZ/Bruns


Polizei sucht Zeugen zu Brand im Lehrbauhof

Greiz (OTZ).

Gebrannt hatte am Montagabend, gegen 19.45 Uhr die Halle der TWG-Holzwerkstatthalle im Papiermühlen- weg. Aus bisher ungeklärter Ursache standen eine Seitenwand, Teile des Daches und Holzwerkbänke in der zirka 10 mal 40 Meter großen Halle in Flammen.
Ein weiteres Übergreifen des Feuers konnte durch den sofortigen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Greiz verhindert werden. Personen wurden nicht verletzt, OTZ berichtete.
Die Kriminalpolizeiinspektion Gera hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Ihren Erkenntnissen zufolge kam es bereits in den Abendstunden des 27. Januar 2010 zu einem Brand auf dem Gelände, wobei auch in diesem Fall ein Übergreifen auf die dortigen Gebäude verhindert werden konnte. Bei dem Brand des Lehrbauhofes am Abend des 22. Februar 2010 entstand ein Sachschaden von rund 25 000 Euro, wie die Polizei einschätzt.
Die Kriminalpolizeiinspektion Gera sucht nun Zeugen, die Hinweise zu den Bränden geben können und etwas Verdächtiges bemerkten.
Sie werden gebeten, sich unter den Telefonnummern der Kriminalpolizeiinspektion Gera (0365) 8234 404 oder 459 sowie unter der Telefonnummer der Polizeiinspektion Greiz (03661) 6210 zu melden.


Abberufungs-Anträge und Stadthallen-Name

Greizer Stadtrat tagt Mittwoch im Rathaus

Greiz (OTZ).

Der Stadtrat Greiz tagt am Mittwoch, 3. März, um 18 Uhr im Greizer Rathaus. Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils stehen die Anträge der Fraktionen IWA/FDP/Linke auf Abberufung des Vorsitzenden des Stadtrates der Stadt Greiz sowie Abberufung eines Mitgliedes des Aufsichtsrates der Energieversorgung Greiz GmbH. Des Weiteren soll über die Namens- vergebe für die Greizer Stadthalle und den Sozialpass entschieden werden, das Anbringen von Hinweisschildern zum Mahnmal für die Opfer des Faschismus sowie Bürgeranfragen stehen an.


Arbeitsstunden erhöht

Langenwetzendorf (OTZ).

Eine Vollbeschäftigten-Einheit bedeutet nicht gleichzeitig, dass eine zusätzliche Arbeitskraft eingestellt wird, wie es fälschlicherweise im Bericht über den Kinderboom in der Naitschauer Kindereinrichtung stand. Die 4,5 Vollbeschäftigten-Einheit bedeuten, dass die Stundenzahl der zur Kinderbetreuung eingesetzten Erzieherinnen erhöht wurde.
Was allerdings die Zahl der Mädchen und Jungen in der Einrichtung betrifft, so lag der Fehler beim Langenwetzendorfer Bürgermeister. Er hatte versehentlich die Nitschareuther Kinder im Blick. In Naitschau dagegen stieg die Zahl der betreuten Kinder von 38 Kleinkindern auf 42 Kinder im Alter von unter einem Jahr bis sieben Jahre.


Elsterberger Sven Haller gründet Gewerbeverein

Elsterberg (Stefaniak)

Einzelhändler, Handwerker, aber auch Personen des öffentlichen Lebens wollen, dass in Elsterberg wieder Leben einzieht und streben noch im Frühjahr die Gründung eines Gewerbevereins an. „Derzeit wird die Satzung durch die Industrie- und Handelskammer geprüft", weiß Sven Haller. Der 38-Jährige ist maßgeblich an der Vorbereitung der Vereinsgründung beteiligt. „Das Ziel ist eine bessere Zusammenarbeit untereinander und mit anderen Vereinen im Stadtgebiet", bringt es der Cunsdorfer auf den Punkt. Und schildert, dass die Brunnenweihe im Vorjahr eigentlich der Ausgangspunkt aller Aktivitäten war. Deren erfolgreicher Durchführung folgte erstmals ein zweitägiger Adventsmarkt.
Nach der Vereinsgründung haben sich die. Macher um Haller weitere Aktivitäten für 2010 auf die Fahne geschrieben. „Wir wollen unseren schönen Marktplatz nutzen und darüber hinaus die Stadt Elsterberg als Standort für Gewerbe, Industrie und Touristik überregional bekannt machen", so Haller, der seit 1999 eine „Szene-Kneipe" in der Bahnhofstraße führt.


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