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20. Februar 2010 /OTZ
Museumshof bald herrenlos
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Der unter Denkmalschutz stehende Dreiseitenhof Nr. 13 be-
heimatet seit 1986 das Nitschareuther Bauernmuseum mit Expo-
naten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Ab 1. März werden
Nachnutzer für das Museum mit angeschlossenem Café und
Kräutergarten gesucht.
Foto: OTZ/Christian Freund
Familie Deutscher ab 1. März im Ruhestand - Betreiber für Bauernmuseum gesucht
Von Marcel Hilbert Nitschareuth (OTZ).
"Ein Prosit der Gemütlichkeit" - als die Gäste des Museumscafés im Nitschareuther Bauernmuseum dieses Lied anstimmen, sieht man den Eheleuten Deutscher die Rührung deutlich an. Mit einem großen Präsentkorb würdigten zuvor die Mitglieder des Nitschareuther Ortschaftsrates im Namen des gesamten Ortes am Donnerstagabend das Engagement von Jochen und Brigitte Deutscher, die in den letzten Jahren die Geschicke des Bauernmuseums in Händen hielten.
Aus Altersgründen verabschieden sich Deutschers ab 1. März in den Ruhestand. Vor fünf Jahren übernahmen die beiden Neu-Daßlitzer das Café, das Museum und den Kräutergarten - und waren damit die ersten privaten Betreiber des Nitschareuther Bauernmuseums. Zuvor noch über ABM-Maßnahmen durch die Gemeinde besetzt, erklärten sie sich 2005 kurzfristig bereit, die Traditionseinrichtung weiterzuführen. Dass sie dies durchaus erfolgreich taten, zeige sich an den Besucherzahlen, die jährlich bei etwa 900 Personen lagen, wie Ortsteilbürgermeister Jörg Limmer berichtet. Mit Museumsführungen, der gastronomischen Bewirtschaftung und Veranstaltungen wie dem "Tag des offenen Denkmals" entwickelte sich das Gehöft Nr. 13 in Nitschareuth zu einem beliebten Ausflugsziel. "Das Museum ist ein wichtiger Bestandteil unseres Ortes und des Dorflebens", erklärt Limmer, der sich gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Ortschaftsrates nun vor der Aufgabe sieht, neue Betreiber für das Objekt zu finden. Und auch Jochen Deutscher hofft, dass sein Nachfolger bald feststehe. "Ich könnte mir nicht vorstellen, wie das Dorf ohne Bauernmuseum aussehe", meint der Ruheständler in spe.
Nach den gewünschten Eigenschaften der neuen Museumsbetreiber gefragt, hat Ortsteilrat Friedhold Wobst schon genaue Vorstellungen: "Interessenten sollten Ideenreichtum besitzen, einen guten Umgang mit Menschen pflegen und Freude am dörfliche Leben haben."
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Ortsteilrat Friedhold Wobst (links)
übergibt Jochen Deutscher und seiner
Frau Brigitte das Abschiedspräsent.
Foto: OTZ/Marcel Hilbert
Bereits seit Juli 2009 steht fest, dass die Eheleute Deutscher den Hof ab März abgeben. Seither laufen diverse Ausschreibungen, um den nahtlosen Übergang des Museumsbetriebes zu garantieren.
Doch bisher halte sich das Interesse in Grenzen, bedauert Langenwetzendorfs Bürgermeister Kai Dittmann. "Es liefen zwar vereinzelt Gespräche, jedoch bisher ergebnislos", so Dittmann. Das vermeintliche Desinteresse liege dabei vor allem im Unwissen begründet, meint der Bürgermeister. Denn das Konzept "Bauernmuseum", so glaubt er, hat durchaus seinen Reiz: "Die Gemeinde stellt das Gebäude kostenfrei zur Verfügung, anders als bei Pachtobjekten. Die Einnahmen gehen komplett an die Betreiber, lediglich Nebenkosten müssen, wie überall, selbst gezahlt werden."
Ein weiterer Anreiz ist die bereits abgeschlossene und recht umfassende Sanierungsmaßnahme an dem Hof. "Sowohl alle Dächer, als auch Fassaden, Fenster und Fußböden sind neu gemacht, außerdem wurde die Heizung auf Erdwärme umgerüstet", bestätigt Dittmann. In den letzten fünf Jahren seien hier mehr als 200 000 Euro geflossen. "Wir hoffen, dass wir nun eine würdige Nachfolge für unsere Familie Deutscher finden", schließt Limmer. Weitere Informationen bei der Gemeindeverwaltung Langenwetzendorf unter Tel.: (036625) 52 00.
- Aus der Geschichte des Hof Nr. 13
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- · Zwischen 1737 bis 1744 wurde der Dreiseitenhof in der Dorfmitte erbaut.
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- · Das Bauerngehöft wurde noch bis 1982 landwirtschaftlich genutzt, ging dann aber in Gemeindehand über.
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- · Seit 1986 wird der Dreiseitenhof als Bauernmuseum genutzt.
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- · Nachdem das Museum über ABM von der Gemeinde betrieben wurde, übernahm es 2005 Familie Deutscher.
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20. Februar 2010 /OTZ
Wiedergeburt angestrebt
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Trapezbleche für die Photovoltaikanlage werden auf das Dach
des Gebäudes der ehemaligen Greizer Papierfabrik an der
Göltzsch gehievt.
Foto: OTZ/Christian Freund
Kilian Lange will der Brache der alten Papierfabrik wieder eine Chance geben
Von Christian Freund Greiz.
Es ist nicht zu übersehen, dass seit einigen Tagen in das Gelände der ehemaligen Greizer Papierfabrik an der Göltzsch wieder Leben eingezogen ist.
Davon künden nicht nur die Gerüste an der blauen Fassade des betagten Gebäudes, vor allem sind es aber die Kranarbeiten, die die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich ziehen.
"Mit Hilfe des Autodrehkranes werden die Teile für die entstehenden Photovoltaik-Anlagen auf die Dächer gehievt", erklärt der junge Geschäftsführer Kilian Lange der Firma "bauProfi - Bauzentrum Lange GmbH", der sich mit großem Engagement für die Wiedergeburt der von vielen, spätestens nach dem Brand bei Canatex, längst aufgegebenen Gebäudesubstanz stark macht. "Durch den langen Leerstand hat die Gebäudesubstanz natürlich gelitten, zwei oder drei Jahre später wäre es echt kritisch geworden", erklärt der Unternehmer, der im übrigen rechtzeitig damit begonnen hatte, die Gebäude vor Vandalismus so zu sichern, dafür sogar einen Sicherheitsdienst engagiert hat. Insgesamt sei die Gebäudesubstanz, vor allem der tragenden Elemente, noch recht gut, wie eingehende Untersuchungen ergaben.
Das betrifft auch die Tragfähigkeit der Dächer, auf die gegenwärtig die Photovoltaikanlagen mit 7000 Quadratmeter Fläche und einer Gesamtleistung von 700 Kilowatt-Peak (Spitzenleistung) montiert werden. Der Strom soll künftig ins Netz eingespeist werden.
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Kilian Lange
"Über die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Energieversorgung war ich angetan, gleiches kann ich von den weiteren Greizer Behörden sagen, insbesondere hat mich die Unterstützung der Greizer Stadtverwaltung und des Bürgermeisters Gerd Grüner, der sehr schnell reagierte, gefreut", erklärt Lange gestern im Gespräch mit der OTZ.
Um alle anstehenden Bauarbeiten zu erledigen, wird noch einige Zeit vergehen, Schließlich müssen die riesigen Industriesäle wieder hergerichtet und eine Giebelsicherung vorgenommen werden.
Ein Teil soll nach Fertigstellung als Produktionsräume, andere Flächen als Lagermöglichkeiten vermietet werden. Einige davon sind schon vergeben.
"Unternehmen bzw. Handwerksbetriebe, die Kapazitäten in dieser Richtung suchen, können sich mit uns jederzeit in Verbindung setzen", ergänzt Lange, der noch einige, wie er sagte, nach ökologischen Gesichtspunkten ausgerichtete Ideen im Hinterkopf hat, die er an diesem altehrwürdigen Industriestandort in naher Zukunft noch verwirklichen möchte.
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20. Februar 2010 /OTZ
Nachdenkliches zum Wochenende
Die Zeit davor
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Pfarrer Ingolf Herbst
Pfarrer Ingolf Herbst, Zeulenroda
Ende November wird er geschmückt - der Adventskranz. Dazu Adventskalender, Lichter, Engel, Glühwein. In der Vorbereitungszeit auf Weihnachten kennt unsere Phantasie keine Grenzen. Und jetzt beginnt die Vorbereitungszeit auf Ostern. Was verbinden Sie mit dieser Zeit?
Zu unserem Seniorentreff frage ich gern die Älteren unter uns nach ihren Traditionen. Ich höre, wie der Alltag früher bewältigt wurde. Ich erfahre Neues und Bekanntes über das Feiern von Festen. So sprach ich im vorigen Jahr die Erinnerungen an die Kindheit zum Osterfest an. Mich interessierte dabei besonders, inwieweit die Vorbereitungszeit vor dem Osterfest begangen wurde.
Meistens erzählen die Frauen unseres Seniorentreffs gern und viel. Aber diesmal - kaum etwas. Sie erinnerten sich an das Bemalen von Ostereiern und dem Schmücken des Osterstrauches - ja, aber von Traditionen, die die Vorbereitungszeit auf das Osterfest, die Passionszeit, hervorheben, hörte ich nichts.
Aber es gibt doch diese Zeit. Genauso wie die Adventszeit. Die Zeit davor. Die Passionszeit erinnert daran, dass Jesus Christus für uns Menschen gelitten hat. Für uns! Jesus litt an den Sünden dieser Welt. Das klingt groß und kaum zu fassen. Es ist besser, konkret zu werden. Jesus litt daran, dass Menschen sich von Gott und seinen guten Geboten abwenden. Jesus kann durch sein Leiden für jeden einen neuen Weg zu Gott und damit zu einem Leben mit Zukunft eröffnen. Die Vergebung von Schuld, die Neuorientierung im Leben ist für jeden unter uns möglich.
Viele Christen sind dankbar und entsetzt zugleich - über Jesu Leiden. Sie erinnern sich, indem sie die Vorbereitungszeit vor Ostern mit ganz eigenen, heute neuen Traditionen füllen. Sieben Wochen verzichten sie zum Beispiel auf liebgewordene Gewohnheiten. Sie wollen damit die Erinnerung an die Leidenszeit Jesu für sich wach halten. Denn Jesus litt für uns - eine zentrale Aussage des christlichen Glaubens. |
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20. Februar 2010 /OTZ
Aus Schlacke wird Schrott gewonnen
Zweckverband spricht vom letzten Schritt der Verwertung
Gera/Zorbau (OTZ/KW).
"Wir holen auch aus dem Letzten noch etwas raus." So umschreibt Tim Wagner, Geschäftsführer des Zweckverbandes Restabfallbehandlung Ostthüringen (ZRO), das Verfahren, mit dem jetzt selbst aus Verbrennungsschlacken noch Schrott gewonnen wird.
Seit wenigen Tagen steht eine mobile Anlage der niederländischen Firma N.R.C. Non-ferro Recovery Company auf dem Gelände der ZRO-Deponie Großlöbichau (bei Jena). Täglich werden hier 1000 Tonnen Schlacke zermalmt, um eingeschlossenen Schrott zu gewinnen. Die Schlacke stammt aus der Verbrennungsanlage der Sita Deutschland GmbH in Zorbau, in der der ZRO Restabfälle thermisch verwerten lässt. Im Jahr erhält er 30 000 Tonnen Schlacke zurück, die bislang ohne weitere Behandlung in Großlöbichau eingelagert wurden.
"Ökologisch und betriebswirtschaftlich war uns das ein Dorn im Auge", sagt Wagner. Jetzt habe man den letzten Schritt bei der Verwertung geschafft, "wir gewinnen sogar noch etwas aus dem, was durch den Ofen gegangen ist."
Mit der Gewinnung von Eisen- und Nichteisenmetallen aus der Schlacke trage man aber nicht nur zum wirtschaftlichen Umgang mit Rohstoffen bei, sondern spare auch wertvolles Deponievolumen. Ein weiterer positiver Effekt sei, dass sich die zerkleinerte, gesiebte und entschrottete Schlacke wesentlich besser als Material für deponiebautechnische Zwecke nutzen lasse. Der Verband ist an dem Erlös des Schrottverkaufs beteiligt, den die niederländische Company abwickelt. Wie hoch der Gewinn sei, könne man noch nicht sagen, so Wagner. "Noch kennen wir den Anteil des Schrottes in der Schlacke nicht." Im Falle eines Minusgeschäfts trage die Aufbereitungsfirma das Risiko.
Voraussichtlich werde die Entschrottungsanlage ein- bis zwei Mal im Jahr auf der Deponie aufgebaut, um die Schlackemassen zu filtern.
Dem ZRO gehören die Abfallzweckverbände aus ganz Ostthüringen an, Ziel ist die Absicherung der Restabfallbehandlung in der gesamten Region. |
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20. Februar 2010 /OTZ
"Was ihr bei Lena seht, ist der Blinddarm"
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Kultur- und Bildungsverein lädt mit Krankenhaus Schüler aus Greiz und Mohlsdorf ein
Greiz (OTZ/AGM).
"Was ihr hier bei Lena seht, ist der Blinddarm", erklärt der Chefarzt der Kinderklinik der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH, Dr. med. Ulf Meyer, seinen kleinen Zuhörern im Untersuchungszimmer.
Die Ultraschalluntersuchung der kleinen Testpatientin gehörte genauso wie die Röntgenuntersuchung eines Teddybären zum Programm, das die rund 35 Grundschüler der dritten Klassen der Greizer Goethe-Schule absolvierten.
Auch in diesem Jahr gibt es die gemeinsame Aktionsreihe ´Der menschliche Körper" des Greizer Kultur-und Bildungsvereins KuBi und des Kreiskrankenhauses. "Wie im Vorjahr beschlossen wir, die dritten Klassen der Greizer Grundschulen und aus Mohlsdorf einzuladen, die im Unterricht diese Thema behandeln. Und so durch einen Besuch der Klinik den Lehrstoff in der Praxis erlebbar zu machen", erklärt Vereinschefin Antje-Gesine Marsch. "Auch Schwellenängste vor einem Krankenhausaufenthalt zu nehmen, sehen wir dabei als wichtige Aufgabe an", so Ramona Jung, Assistentin der Geschäftsführung und Vereinsmitglied.
Besonders schön fanden die Klassenleiterinnen Gundula Appel und Karina Feustel, dass die Thematik so gut zu dem Gesundheitsprojekt Klaro passt, das die Drittklässler derzeit durchführen. "Das alles hier original und vor Ort zu sehen, hat die Kinder sehr beeindruckt", betonte Karina Feustel. Mit Gesprächsstoff für die nächsten Wochen fanden sich die Kinder zum Abschluss im Foyer ein, wo schon eine Riesenportion Vitamine - in Form eines Obstkorbes - auf sie wartete. "Den Tag werden wir noch einmal ganz in Ruhe mit den Schülern auswerten", kündigten die Lehrerinnen an.
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20. Februar 2010 /OTZ
Meine Woche
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Kathrin Schulz
Wahrlich närrisch
Von Kathrin Schulz
Wahrhaft närrisch fing die Woche an: Der Rosenmontagsumzug, mit dem die GFG samt 20 Gastvereinen die noch immer eingeschneite Park- und Schlossstadt in ein lustig buntes Gewusel samt Konfettikanonen und Bonbonregen verwandelte, hat ein dreifach donnerndes "Gener hee" verdient. Weder Kälte noch Schnee hielten die eingefleischten Karnevalisten hinterm warmen Ofen. Von den Minis - die sich vor dem begeisterten Publikum warm tanzten, auch wenn Thomas Lämmer auf der Bühne des Westernhagenplatzes den Jüngsten erstmal erklären musste, was eine Zugabe ist - bis zu den versammelten Elferräten, die im närrischen Wettstreit mit Einfallsreichtum glänzten, waren alle mit viel Herzblut bei der Sache. Keine Frage, dass die neue Stadthalle - pardon Vogtlandhalle Greiz - die richtige Adresse für die Faschingsbälle in der Karnevalshochburg Greiz wäre. Immerhin konnte die GFG allein schon gut 2500 Gäste in dieser 33. Saison begrüßen. Mit dem Aschermittwoch allerdings war auch in Greiz, Teichwolframsdorf, Berga oder Clodra alles vorbei - was allerdings nicht heißt, dass die Leute in der Region gänzlich auf manche Narretei verzichten müssten. Ein Blick in die Bütt gibt da schon Aufschluss, gerade die Narrenkappen haben oft den Finger drauf: In Berga wurde der einzige und daher erbarmungslos überlaufene Lebensmittel-Discounter auf die Schippe genommen oder die Greika-Ruine, die sich nur noch als Kulisse für einen Nachkriegsfilm eigne. Die Teichwolframsdorfer nahmen die Schlaglochpisten im Greizer Eck sowie das noch immer schlummernde Vereinshaus aufs Korn mit dem Verdacht, dass das Konjunkturpaket einen großen Bogen um den Ort macht. Während beim Obergrochlitzer Karnevalsverein das Bauernopfer der großen Koalition zwischen SPD und CDU in der Stadtpolitik beklagt wird oder die GFG-Ostbirnen so ihre Zweifel am neuen Verkehrskonzept anmelden. Ich bin sicher, auch wenn es erst am 11.11. wieder närrische Schlachtrufe zu hören gibt, an Unterhaltungswert in der Kommunalpolitik wird es bis dahin nicht mangeln. Übrigens: Der Bergsche Carnevals-Präsident hatte versprochen, während seiner Regierungszeit im Bergaer Rathaus die Schweinegrippe fern zu halten und das Stadtsäckel zu mehren. Nun, bei erstem Punkt hat er wohl Glück gehabt ... In diesem Sinne:
Schönes Wochenende!
- Sie erreichen die Autorin
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- unter k.schulz@otz.de
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20. Februar 2010 /OTZ
Heimat-Los
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Annerose Kirchner vor der Kirche ohne Dorf von Sorge. Nicht nur
über die Legende, warum die Wismut-Bagger das Gotteshaus ver-
schonten, berichtet die Autorin in ihrem neuen Buch.
Foto: Martin Gerlach
Die Geraer Autorin Annerose Kirchner erzählt von verschwundenen Dörfern in der Ostthüringer Wismut-Region
Von Angelika Bohn
Sanft anschwellende Hügel, in den Tälern sympathisch ungeordnet rote Spitzdächer zwischen Grün. Eine Landschaft, lieblich und unspektakulär.
Mit ihrem Auto ist Annerose Kirchner von Gera über Berga, Großkundorf nach Sorge-Settendorf gefahren. Bei schönem Wetter kurvt sie am Wochenende gern nur so mal übers Land. Doch an diesem Hochsommersonntag vor zehn Jahren will die Autorin nicht nur ihren Kopf ein bisschen lüften. Sie denkt über ein neues Projekt nach. Nun steht sie neben der Kirche, die so seltsam einsam auf dem höchsten Hügel schon von weitem den Blick auf sich zieht. Sie hat gehört, hier ist vor Jahrzehnten ein Dorf verschwunden, ahnte aber nicht, dass die in der Sommerhitze flirrenden Bäume den Blick auf zwei riesige Schlammbecken verbergen. Sie ahnt nichts von den Alpträumen, in denen sie zwischen Sorge, Katzendorf, Lichtenberg, Schmirchau, Gessen und Culmitzsch hin und her irren wird. Ostthüringer Dörfer, die ganz oder teilweise in den 50er und 60er Jahren dem Uranbergbau zum Opfer gefallen sind. Von den unzähligen Stunden, in denen sie diese Orte im wahrsten Wortsinn erfahren wird, ahnt sie ebenfalls nichts.
Auch nicht, dass sie später wünschen wird, an diesem Tag oder besser noch viel eher mit ihrer Suche nach der verschwundenen Heimat begonnen zu haben. 1979 — in diesem Jahr erscheint ihr erster Gedichtband „Mittagsstein" bei Aufbau — zieht Annerose Kirchner nach Gera. Auf keinen Fall will die Absolventin des Leipziger Literaturinstituts zurück nach Zella-Mehlis, denn dort ist sie die Sehnsucht nach ihrer Geburtstadt Leipzig nie los geworden.
Die junge Frau kennt Gera kaum. In Augenschein nimmt sie die Stadt erst, als Bezirksschriftstellerverbandschef Erich Kriemer ihr Wohnung zusagt. Der Bezirk Gera sucht Autoren. Dass das mit der Vertreibung Reiner Kunzes zu tun hat, durchschaut sie erst später. Aber, dass die Wismut in dieser Region den Takt bestimmt, weiß sie längst. Natürlich kennt sie getrommelt und gepfiffene Gedichte von Horst Salomon, weiß, dass der ehemalige Wismut-Kumpel Martin Viertel in Gera lebt und hat seinen Roman „Sankt Urban" gelesen. Und die Spitzkegelhalden bei Ronneburg kann sowieso niemand übersehen. Auch an den Bühnen der Stadt Gera, wo sie die nächsten Jahren als Dramaturgiesekretärin und Pressereferentin arbeitet, ist die Wismut als Patenbetrieb präsent. Schon bald verbindet Annerose Kirchner eine enge Freundschaft mit der Dramaturgin Ursula Sternberg, die das Arbeitertheater der Wismut leitet. Für die Truppe schreibt die Dichterin ein Stück. Irgendwas über die Wirren der Bürokratie, das uraufgeführt in der Schublade verschwindet.

Den sozialistischen Alltag kann und will Annerose Kirchner nicht besingen. „Im Maskensaal" heißt der Gedichtband, der im Wendejahr 1989 erscheint und Soll und Haben sorgsam abwägt. Dass Soll und Haben auch rein buchhalterische Größen sind, lernt sie in den folgenden Jahren als freie Autorin. Doch nun ist sie mobil, fährt zu den Thüringer Handwerkern, denen sie in „Der Rausspeller" (quartus Verlag, 1999) ein Denkmal setzt. Erzählt Geschichten aus Thüringen („Traumzeit an der Geba", Edition Muschelkalk. 2005). Auch diese Bücher erzählen schon über den Verlust von Können und Bindungen.
An ihren Ausflug zur Kirche erinnert sich Annerose Kirchner sofort, als der Geologe Dr. Rainer Hausigk ihr 2006 vom Projekt erzählt, eine Gedächtniskapelle für die in der Ostthüringer Wismut- Region verschwundenen Dörfer zur Buga in der Neuen Landschaft Ronneburg zu errichten. Daraus wird nichts, doch diese Dörfer lassen sie nun nicht mehr vom Haken.
Warum hat noch niemand die ehemaligen Bewohner über ihre Erfahrungen mit Umsiedlung, Heimatverlust und Neuanfang befragt, denkt sie. Sie sieht sich Akten wälzen, Fakten recherchieren, Zeitzeugen finden, Vertrauen aufbauen, damit Menschen sich öffnen und von ihrem Leben erzählen, wenn das Tonband eingeschaltet ist. Mit fliegenden Fahnen stürzt sie sich nicht auf dieses Projekt. Doch, „Annerose, wenn du es nicht machst, macht es keiner", sagt der Weimarer Dichter Wulf Kirsten, seit Jahren ihr bester Ratgeber, wenn es um die künstlerische Arbeit geht. Zudem hat sie selbst gerade erfahren, wie es ist, wenn eine Lücke klafft, wo man lange zu Hause war. An der Tür klingelte, als die Mutter noch lebte. Den Kater mauzen hörte, noch bevor man den Schlüssel ins Schloss schob. Das Mietshaus in der Geraer Innenstadt, in dem Annerose Kirchner 20 Jahre wohnte, ist abgerissen.
Während zur Bundesgartenschau die Neue Landschaft Ronneburg entsteht, tausende Bäume Wurzeln in sanierter Bergbaulandschaft schlagen, gräbt Annerose Kirchner die Vergangenheit wieder aus. Nun will sie es wissen. Sie weiß, sie wird keine Wismut-Geschichte schreiben. Die steht in der „Chronik der Wismut", die die Wismut GmbH 2006 auf CD presst. Und auch Rainer Karlsch kann das besser, dessen Buch „Uran für Moskau" 2007 erscheint. Sicher, sie wird die Erinnerung mit den Fakten vergleichen. Doch in ihren literarischen Recherchen soll das Schicksal der Menschen im Mittelpunkt stehen. Wie ihre Dörfer waren und wie es sich in ihnen lebte, bevor die Bagger kamen. Eine Spurensuche, die sie nicht auf Ostthüringen beschränkt.
Die spektakuläre Fahrt der 750 Tonnen schweren Emmauskirche von Heuersdorf nach Borna im Herbst 2007 zeigt, nicht nur atomares Wettrüsten muss der Grund sein, um ein Dorf dem Bergbau zu opfern. Annerose Kirchner fährt mehrfach nach Heuersdorf, spricht mit den letzten Bewohnern, fotografiert das Tagwerk der Abrissbirne. Was ist hier anders? Das Drama Heuersdorf vollzieht sich öffentlich. Auf dem Dorfanger stehen Skulpturen von David und Goliath. Seit 1989 kämpft das Dorf gegen den Braunkohletagebau. Das macht stolz, trotz Niederlage.
Das Verschwinden der Dörfer in der Ostthüringer Wismut-Region dagegen vollzieht sich im Stillen. Die SDAG Wismut ist in den 50er Jahren übermächtig und tabu. Nicht nur Fotografieren ist verboten. Sicher, Betroffene und Beteiligte wissen Bescheid. Und 1966 ist der Haldenrutsch in Gessen dann der Bezirkszeitung schon eine kleine Meldung auf Seite 1 wert. „Personen kamen nicht zu Schaden." Spärlich ist die Ausbeute Annerose Kirchners beim Durchforsten der Zeitungsarchive. Nichts bis wenig über das Verschwinden der Dörfer. Dafür stößt sie auf die Spur einer vergessenen Mordgeschichte, als sie im Staatsarchiv auf der Heidecksburg Daten und Schnittstellen sucht. Sie saugt alles auf, was sie an Zeitgeschichte und Zeitkolorit finden kann.
In erster Linie aber sucht sie Zeugen, Menschen, die Sorge, Katzendorf, Lichtenberg, Schmirchau, Gessen und Culmitzsch noch als lebendige Dörfer erlebten. Sie weiß, sie kann nur noch Frauen und Männer finden, für die der Auszug ein einschneidendes Erlebnis ihrer Jugend war. Die Erwachsenen, die die Umsiedlungspapiere unterschrieben, den Möbelwagen bestellten, leben nicht mehr. Und wer in den Dörfern zu Hause war, bevor Tagebaue, Schachtanlagen, Halden und Schlammteiche ihren Platz einnahmen, ist in alle Winde verstreut.
Der erste, der bereit ist, sich auf die Autorin einzulassen, die neugierig wie eine Feldmaus nicht ruht, bevor sie sich das letzte Korn geschnappt hat, ist Johannes Weiser. Ein Mann, selbst hoch engagiert, dass das Schicksal seiner Heimat nicht vergessen wird. Er hat zusammengetragen, was an Sorge erinnert, und es in der Kirche auf dem Hügel ausgestellt. Über Weiser lernt Annerose Kirchner die inzwischen verstorbene ehemalige Katzendorferin Annita Meyer und deren schweres Schicksal kennen. Die nächste Spur führt zu Erika Nettbohl und ihrem Sohn Günter nach Lichtenberg. Von Schmirchau erzählt ihr Dieter Sonntag. Die spannende Geschichte vom Gessener Haldenrutsch erfährt sie von Renate Baum. Und wie sie als letzte die Ruinenlandschaft von Culmitzsch verließ, erzählt die Steinmetzin Liselotte Luckner. Dass es mehr Frauen als Männer sind, deren Geschichten sie aufschreibt, ist noch eine Besonderheit dieser Arbeit. Doch trotz ihres gut funktionierenden Netzwerks findet Annerose Kirchner keinen, der ihr von Gauern erzählen kann.
Sie ist bereit, jeden Stein umzudrehen, als sie 2007 auf der Buchmesse offene Ohren findet, als sie dem Berliner Verleger Christoph Links von ihrer Arbeit erzählt. Es wird ein Buch geben. „Spurlos verschwunden" wählt sie als Titel, was für die Dörfer nicht mehr ganz zutrifft, wenn es am 12. März erscheint.
Annerose Kirchner: „Spurlos verschwunden. Dörfer in Thüringen — Opfer des Uranabbaus". Ch. Links Verlag. 208 S., 57 Abb., 14,90 Euro. Ab 12. März 2010 im Buchhandel. |
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20. Februar 2010 /OTZ
"Wir sind überall und nirgends zu Hause"
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Axel Brümmer und Peter Glöckner erzählen- in Greiz von den
Erlebnissen auf ihren Reisen.
Foto: Schaarschmidt
Axel Brümmer und Peter Glöckner erzählen in Greiz von 20 Jahren Abenteuer
Von Karsten Schaarschmidt Greiz.
Axel Brümmer und Peter Glöckner meinen es durchaus ernst. Wer mehr über die Hilfsprojekte der beiden Globetrotter für Straßenkinder wissen wolle, sei herzlich eingeladen, ein Jahr nach Brasilien zu kommen und mit zu helfen. Kost und Logis seien frei und ein Flug schon für gut 300 Euro zu haben.
Mit dieser Offerte endete am Donnerstagabend in der Greizer Buchhandlung Bücherwurm ein spannender wie eindrucksvoller, gut 90-minütiger Gesprächsabend mit den beiden Weltumradlern. Sicher, für Pauschaltouristen ist das Reiseangebot nicht geeignet, aber den beiden Saalfeldern geht es auch um mehr als ein banales Urlaubsidyll aus Sonne, Strand und Schlafen. Es geht um das sich Einlassen auf andere Länder, Kulturen und Menschen, um das miteinander Sprechen, um das Verstehen und das voneinander Lernen.
Das alles und die Neugier auf die Welt hatte die beiden vor 20 Jahren, kurz nach dem Fall der Mauer hinausgetrieben. Mit ihren Fahrrädern brachen die beiden ohne Geld in der Tasche auf, die Länder der Erde zu erkunden. Zur Fahrradtour um die Erde kamen später Schiffsreisen in einer Dschunke, Faltbootfahrten auf dem Amazonas und seinen Nebenflüssen dazu. Von unzähligen Abenteuern berichten sie seit Jahren in Diavorträgen und Büchern. Ihre eindrucksvollen Reisefotografien hatten sie in Greiz nicht dabei. Das Gespräch mit den gut 80 Gästen stand im Mittelpunkt. „Eigentlich sind wir überall und nirgends zu Hause", sagen die zwei unisono. Und doch schränken sie ein, das Amazonasgebiet habe es ihnen schon besonders angetan, dort haben sie ihre Frauen kennen gelernt und, so scheint es, wieder ein Stück Heimat für sich entdeckt. Der Reisevirus jedoch ist nicht besiegt. Gilt es doch auch die Kontakte zu den zahllosen Freunden in aller Welt aufrecht zu erhalten. Vor 20 Jahren sei die Welt ohne Handys, ohne Internet gewesen. „Wir hatten viel weniger Kontakt nach Deutschland, als das heute bei Reisenden der Fall ist und waren einfach gezwungen, viel näher mit den Menschen in Kontakt zu treten", so Brümmer. Aber auch nur so hätten sie lernen können, die Menschen, ihre Kultur, ihr Leben, ihre Sorgen zu verstehen. Zum Beispiel die Lebensfreude einer äußerst armen Großfamilie in Südamerika, die in einer fünf Quadratmeter großen Strohhütte haust und trotz der widrigen Umstände ringsum liebevoll alles voller Blumen gepflanzt hat.
Gelernt hätten sie auf ihren Reisen auch, dass, anders als in Deutschland, es sinnvoller ist, nach Alternativen zu suchen statt zu verbieten. Dies gelte übrigens ebenso für viele Hilfsorganisationen, die von Europa aus unter anderem gegen die Abholzung der mittelamerikanischen Urwälder zu Felde ziehen. Die Leute vor Ort hätten aber oft keine Alternative zum Holzeinschlag, um zu überleben. Hingehen, mit den Menschen reden und dann sinnvolle Hilfe leisten, so lautet das Credo der beiden Globetrotter.
Dass nach 20 Jahren Unterwegssein die Themenpalette riesig ist, liegt auf der Hand. Und so sprachen die beiden Weltreisenden in Greiz über Arbeitsmöglichkeiten im Ausland, über Ursachen der Korruption, über Alltag in arabischen Staaten, über die Situation der brasilianischen Indianer, über große Gastlichkeit und die dazu im Widerspruch stehende Politik der jeweils Herrschenden oder über vermeintlich gefährliche Tiere mit dem Hinweis, dass jährlich nur rund 20 Menschen von Haien getötet werden, aber weit über 1000 Personen von herab fallenden Kokosnüssen erschlagen werden. Übrigens, beide hatten geplant, ab 2011 keine Diavorträge mehr zu halten. Doch wie so oft, wurde der Plan wieder verworfen. |
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20. Februar 2010 /OTZ
Mehrwertsteuer wird wieder gefördert
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Jens Lüdtke
Jens Lüdtke zur erneuerten Förderrichtlinie
Interview: Sylvia Eigenrauch
Eine überarbeitete Förderrichtlinie für den ländlichen Raum liegt seit voriger Woche auf dem Tisch, ohne dass Fördersätze reduziert wurden. Wer will die Dörfer begünstigen?
Der Landwirtschaftsminister. Er hat das Papier unterschrieben, das rückwirkend zum 1. Januar 2010 in Kraft ist.
Warum war eine Überarbeitung nötig?
Weil über die Jahre Schwachstellen offensichtlich wurden, die immer wieder für Diskussion sorgten. Die Richtlinie ist seit 2007 in Kraft. Damals begann die neue Förderperiode der Europäischen Union, die noch bis 2013 währt. Vor dem Hintergrund, dass viele mit Fördersatzabsenkungen rechneten und voriges Jahr deshalb zahlreiche Anträgen stellten, finde ich das eine gute Sache.
Können Sie ein Beispiel für eine Schwachstelle nennen?
Bei unserem am meisten genutzten Förderinstrument, der Dorferneuerung, gab es bislang eine Obergrenze für private Antragsteller. Bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal aber nur 15 000 Euro konnten über unser Amt gefördert werden. Zu privaten Antragstellern zählen aber auch Agrargenossenschaften.
Was ist jetzt neu?
Unter bestimmten Bedingungen können wir den Fördersatz erhöhen. Das ist dann möglich, wenn beispielsweise mit der beabsichtigten Investition Arbeitsplätze geschaffen werden.
Bislang blieben Gemeinden bei ihren Dorferneuerungs-Projekten auf den Mehrwertsteuern sitzen. Der offizielle Fördersatz von 65 Prozent stellte sich für sie niedriger dar. Wurde das verändert?
Ja. Damit ist der Zustand aus der alten Förderperiode von vor 2007 wieder hergestellt. Das hatte ich nicht erwartet. Bei besonders innovativen Vorhaben könne wir jetzt sogar den Fördersatz noch um 10 Prozent erhöhen.
Die Dorferneuerung ist ein Förderinstrument. Welche gibt es noch auf dem Lande?
Den ländlichen Wegebau, Kooperation und Umnutzung, Nahwärme und Biogasleitungen, die Integrierten ländlichen Entwicklungskonzepte, die Breitbandversorgung, die Thüringer Leader-Strategie und Bodenordnungsverfahren.
Sehen Sie die Chance, dass Landwirte von der erneuerten Förderrichtlinie etwas haben?
Natürlich. Sie haben die Möglichkeit, über die sogenannte zweite Säule zu partizipieren. Nicht weil sie Fläche bewirtschaften, sondern weil ihr Einsatz der ländlichen Region zugute kommt.
Wird sich das Budget Ihres Amtes erhöhen?
Das weiß ich noch nicht. Der Landeshaushalt ist noch nicht beschlossen. Doch ich würde mich freuen, wenn die von der EU zur Verfügung gestellten Mittel von Bund und Land kofinanziert werden können.
Wie viele Fördermittel bewilligte Ihr Amt voriges Jahr in Ostthüringen?
Insgesamt reichlich 19 Millionen Euro, davon 9,6 Millionen für die Dorferneuerung, drei Millionen Euro für die Flurbereinigung, 1,6 Millionen Euro für den ländlichen Wegebau und 325 000 Euro für die Nahwärmeversorgung.
Wird das Antragstellen schwerer?
Man muss heute einen richtig guten Antrag stellen, der sich in seiner Wirkung von anderen für die Region abhebt. Dann hat man die Chance, nicht abgelehnt zu werden. Denn die finanziellen Möglichkeiten werden knapper.
Ich würde mich freuen, wenn wir dauerhaft die Förderinstrumente an den Mann bringen könnten und dabei unser Rat gefragt ist. Wir sehen uns nicht als Behörde, die Anträge kriegt und bezahlt, sondern die die Entwicklung im ländlichen Raum begleitet. |
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20. Februar 2010 /OTZ
Im Zeichen des Eichenblatts
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Vereinsvorsitzender Mario Walther (3.v.l.) und der Vorstand
des Freundeskreises Greizer Park freuen sich, dass die Forma-
lien jetzt geregelt sind und die aktive Arbeit aufgenommen
werden kann. Sie bauen auf die Mitwirkung vieler Greizer
Parkfreunde dabei.
Foto: privat -
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Das Logo des Freundeskreises Greizer Park, gestaltet
von Christian Stark.
Repro: OTZ/Freund -
Neu gegründeter Freundeskreis Greizer Park nimmt die Arbeit auf
Von Kathrin Schulz Greiz (OTZ).
Der im Oktober 2009 neu gegründete Freundeskreis Greizer Park e.V. hat in diesen Tagen seine aktive Arbeit aufgenommen. Nach notarieller Beglaubigung habe man die Unterlagen beim Vereinsregister am Amtsgericht Greiz eingereicht und Anfang Februar 2010 die Bestätigung zur Eintragung bekommen, sodass jetzt Vereinsvorsitzender Mario Walther ein Postfach anmieten und ein Vereinskonto einrichten konnte. Der Freundeskreis Greizer Park hat jetzt also Adresse und Bankverbindung.
Schatzmeister Christian Stark konnte Donnerstagabend auf der Vorstandssitzung zudem das grüne Logo der Parkfreunde präsentieren, in dem sich die Eichenblatt-Form des Parksees wiederfindet.
Neben der Mitgliederwerbung — an alle Interessenten, die sich bisher gemeldet haben, werden gegenwärtig Aufnahmeanträge verschickt — läuft die Vorbereitung der nächsten öffentlichen Veranstaltung, die voraussichtlich im April auf dem Terminplan stehen soll. Dr. Helmut-Eberhard Paulus, der Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, habe zugesagt, zu einem Gedankenaustausch mit den Parkfreunden zu kommen, freut sich Walther. „Wir wollen die Gelegenheit nutzen, mit dem obersten Parkhüter ins Gespräch zu kommen. Themen dafür gibt es viele: Beginnend bei den Nutrias, die aus Sicht des Vereinsvorstandes nicht in den Park gehören und bitte auch nicht von Besuchern gefüttert werden sollten, über den Winterdienst im Greizer Park, den vielen Parkfreunde und Besucher bemängeln, bis hin zu Marketing für den historisch-wertvollen Landschaftspark fand speziellen Projekten, die seiner Erhaltung dienen sollen, reicht die Palette."
Nicht nur der Weg zum Sommerpalais, auch der Hauptweg um den Parksee und die Passage zur Luftbrücke sollten geräumt und gestreut werden, schlägt Walther vor. Zu den Problemkreisen, die der Freundeskreis im Auge behalten wird, zählen die sanften Veranstaltungen. „Wenn der Reußische Sängerkreis für das traditionelle Morgensingen vor dem Palais hohe Nutzungsgebühren an die Stiftung zahlen soll, dann ist die 36. Auflage dieser liebgewordenen Sache in Gefahr", reißt er ein Problem an.
Auf gute Resonanz beim Vereinsvorstand stößt das neue Pflegemodell für die denkmalgeschützte Parkanlage. „Die Stiftung wird eigene Fachkräfte vor Ort beschäftigen, es wird also wieder den Parkgärtner geben. Aus unserer Sicht die beste Lösung", lobt Mario Walther die Entscheidung. Derzeit soll die Ausschreibung für die neuen Mitarbeiter laufen.
Ideen sind von allen Parkfreunden nicht nur für Außenwerbung gefragt, sondern vor allem für spezielle Projekte, mit denen der Greizer Park künftig unterstützt werden kann, ruft der Vereinschef die Greizer und alle Liebhaber des Landschaftsparkes zum Mitmachen auf.
Zu erreichen ist der Freundeskreis Greizer Park e.V. unter Postfach 1161, 07961 Greiz; per E-mail unter parkfreundegreiz@web. de |
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20. Februar 2010 /OTZ
Greizer Basketballer enttäuschen
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Zum wiederholten Male siegten die Jenaer Sportgymnasiasten im
Landesausscheid in Greiz und schafften so den Einzug in das
Basketball-Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia.
Foto: Peter Reichardt
Basketball - Landesfinale Jugend trainiert für Olympia, Wettkampfklasse III
Von Peter Reichardt Greiz (OTZ).
"Leicht wird es nicht und die Trauben hängen hoch" - so lautete im Vorfeld die Meinung der Jungen der Wettkampfklasse III vom Greizer Gymnasium, die sich für das Thüringer Landesfinale im Basketball bei Jugend trainiert für Olympia qualifiziert hatten. Am Donnerstag war es in der Sporthalle der Greizer Neustadt soweit, sich mit den Finalisten der anderen Thüringer Regionalfinal?s zu messen und den Vertreter Thüringens für das Bundesfinale in der Hauptstadt Berlin zu ermitteln.
Die Greizer Gymnasiasten der Jahrgänge 1995 bis 1997 blieben im Turnierverlauf weit unter ihren Möglichkeiten und zeigten nicht ihr wahres Können auf dem Spielfeld. Das zeigte sich schon im ersten Turnierspiel gegen die Mannschaft der Staatlichen Regelschule Werner Seelenbinder Apolda, in dem die Greizer Gymnasiasten nicht in das Spiel fanden, viel zu harmlos spielten und gegen den dynamischen Spielaufbau der Apoldaer Jungen wenig entgegenzusetzen hatten. Eine 3:18-Niederlage war die logische Konsequenz.
Eigentlich hätte man jetzt ein Aufbäumen der Greizer Gymnasiasten gegen die Mannschaft des Staatlichen Gymnasiums Dr. Sulzberger Bad Salzungen erwartet. Entweder waren es die Nerven, oder man hatte sich schon aufgegeben. Eine erneute 6:17-Niederlage der Greizer machte deren Fehler deutlich. Viel zu offen im Spielaufbau, dazu Fehlpässe bei den Greizern machte es den Jungen Bad Salzungern einfach, den Sieg einzufahren. Sicher, im Spiel gegen den Favoriten dieses Turniers, der Mannschaft des GutsMuths-Sportgymnasiums Jena, waren wohl kaum Siegaussichten für die Greizer Gymnasiasten vorhanden, doch eine derartig hohe Niederlage von 5:30 ließ alle Eventualitäten endgültig schwinden.
Das sollte im Schlussspiel der Greizer Gymnasiasten gegen das Tilesius-Gymnasium Mühlhausen noch einmal deutlich werden. Bei den Greizer Jungen lief wenig zusammen, erneut häuften sich die Fehlpässe, und den Zug zum gegnerischen Korb vermisste man wieder, während die Jungen aus Mühlhausen mit schönen Kombinationen und schnellen Gegenstößen die Greizer überliefen und ihre Punkte erzielten. Eine 6:24-Niederlage für das Greizer Gymnasium ließ nur den letzten Platz im Landesfinale Basketball offen.
So vertritt die Mannschaft des GutsMuths-Sportgymnasiums Jena in der WK III Thüringen beim Bundesfinale Basketball im Frühjahr in Berlin. Die Sportgymnasiasten aus Jena haben sich mit ihrem dynamischen Aufbauspiel, ihrer Grundschnelligkeit im Spielgeschehen und ihrer tollen Ballsicherheit verdient diesen Sieg erkämpft.
Fotografische Eindrücke von OTZ/Peter Reichardt - Innerhalb einer Galerie wird durch Klicken auf das Vorschaubild das Bild in einem neuen Fenster in voller Größe angezeigt.
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20. Februar 2010 /OTZ
Zehnter Sieg bei zehnter Turnierauflage
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Die SG Greiz (Schwarz) und die Gastgeber aus Limbach.
Foto: Schlegel
Fußball - Alte Herren, Pokal des Limbacher Bürgermeisters: Greiz erneut siegreich
Netzschkau (OTZ/MS).
Die gastgebende Spielgemeinschaft Limbach hatte nunmehr zum zehnten Mal zum traditionellen Alte-Herren Turnier in die schmucke Sporthalle an der Siedlerstraße in Netzschkau eingeladen.
Insgesamt sechs Teams kämpften um den vom Limbacher Bürgermeister gestifteten Pokal. Titelverteidiger war die SG 1. FC/ Chemie Greiz, die mit der Empfehlung von neun Turniersiegen in ununterbrochener Reihenfolge anreiste und auch 2010 als Favorit gehandelt wurde.
Um so überraschter zeigten sich die zahlreichen Zuschauer, als die SG das Auftaktspiel gegen die SG Pfaffengrün mit 2:3 verlor. Schnell mit zwei Toren im Rückstand gelang zwar der Ausgleich durch Tore von Bauch und Deußing, doch kurz vor Partieende markierte Pfaffengrün der Siegtreffer.
Die folgenden Spiele gegen den TSV Nema Netzschkau und den VFC Reichenbach schlossen die Greizer mit Siegen ab, so dass es im 12. Turnierspiel schon zu einem echten Endspiel kam. Die bis dahin in drei Spielen ungeschlagene SG Limbach hätte bei einem Sieg die Weichen endgültig auf Turniergewinn gestellt. Doch Greiz nutze die Chancen souverän und siegte durch Bauch und Deußing, jeweils mit Doppelpack, mit 4:0.
Mit dem 4:1-Sieg im letzten Turniermatch gegen die SpVgg Neumark setzte sich die SG Greiz dank der mehr erzielten Treffer vor der SG Limbach durch. Pfaffengrün belegte in dem gut organisierten, fairen und auf hohem spielerischen Niveau stehenden Turnier einen tollen dritten Platz vor den Vertretungen aus Netzschkau, Reichenbach und Neumark.
Die SG Greiz gratuliert dem 81-jährigen Rudi Stief, der für sein Engagement bei der SG Limbach während des Turniers mit der Ehrenmitgliedschaft im Verein ausgezeichnet wurde. |
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20. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes
Meine Woche
Vom Eise befreit
Von Steffen Beikirch
Weg mit dem Dreck! Schon länger konnte von weißer Pracht keine Rede mehr sein. Winter ist etwas Wunderbares. Aber wenn die Berge fehlen und die Parklücken auch, dann hat man irgendwann die Nase voll. Jetzt, endlich, schrumpft das Weiß am Straßenrand und fördert damit hoffentlich nicht neue Probleme zutage. Auf Dachlawinen und den ständigen Wechsel zwischen Tauwasser und Blitzeis könnte man sich noch am ehesten einstellen. Aber Hochwasser? Oder eine Kuhle auf dem neu gebauten Zeulenrodaer Markt, weil der künstliche Rodelberg möglicherweise eine zu große Last für die frisch gestaltete Oberfläche gewesen ist?
Die neue Mitte im Mittelzentrum bleibt überraschend lange an der Spitze der Top-10, wenn es um Aufreger für die Leute geht. Keine andere Errungenschaft gab den Narren dieses Jahr so viel Nahrung für Büttenreden und Sketch-Ideen. Von Pahren bis Pausa, von Hohenleuben bis Zeulenroda wurden Seitenhiebe auf die schiefe Ebene verteilt, die doch eigentlich eine schöne gerade Veranstaltungsfläche werden wollte.
Und was die Narren nicht schafften, ergänzt die Stadtverwaltung im Nachgang mit Liebe zum Detail: Gebühren für die Getränkeanlieferung und Absagen an Markthändler wurden diese Woche heftig diskutiert. Vielleicht sollte man nochmal über Herkunft und Bedeutung des Wortes "Markt" nachdenken. Also beispielsweise prüfen, ob nicht geht, was woanders längst usus ist, dass man das Schild "Fußgängerzone" einfach mit dem Zusatz "Frei für Lieferfahrzeuge in der Zeit von ... bis ..." ergänzt. Immerhin erkennt der Bürgermeister, dass es noch einer endgültigen Regelung bedarf, die parlamentarisch herbeizuführen ist. Also vielleicht kann bereits der Hauptausschuss am Montag neue Wege ebnen.
Apropos Wege: Was aus den Hauptinvestitionen in Zeulenroda wird - Friedrich-Ebert-Straße und Rosa-Luxemburg-Platz - war ja bereits durch Sperrvermerke im Haushalt fraglich. Jetzt funkt auch noch ein neues Einnahme-Loch bei Zuweisungen vom Land dazwischen, wie man zum politischen Aschermittwoch hörte.
Nur gut, dass wenigstens die Wanderpfade um die Talsperre in Schuss sind. Denn der Massenansturm zum MDR-Osterspaziergang naht mit jedem Tag, den die Sonne höher steigt. Da es am Wochenende allerdings auch etwas Regen geben soll, ist vielleicht Zeit, schon mal den Osterschmuck in Angriff zu nehmen... |
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20. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes
Zum Hering mit der Ministerin

Zeulenrodaer SPD erkundigt sich im "Ratskeller" über Politik der neuen Landesregierung
Von Steffen Beikirch Zeulenroda (OTZ).
Horst Klaußner wusste, welche Frage auf jeden Fall gestellt werden muss: "Ob sie inzwischen das Regieren gelernt haben in Erfurt". Das trug der Sozialdemokrat seinem Ortsvorsitzenden Mike Stieber auf, wenn sie schon zum Heringsessen kommt - die Kreisvorsitzende, die auch neue Thüringer Sozialministerin ist.
Obwohl erst für 19 Uhr angekündigt, bat Stieber bereits um viertel sieben noch um ein bisschen Geduld. "Die Heike ist gerade von der Autobahn abgefahren." Elf Minuten brauchte Heike Taubert demnach von Triptis bis in die Stadt auf der Höhe, denn kurz vor halb sieben schüttelt sie schon jedem die Hand. "Die ist aber schmal geworden", raunt man sich unter den 20 Anwesenden zu. Nur Ex-Stadtrat Günter Rosenbaum hat einen Witz dazu parat: "Das kommt von den Diäten", wirft er in die Runde.
Die Ronneburgerin wirkt in der Tat müde und abgekämpft, als sie ihre Rede hält. Regierungsarbeit, sagt Taubert, sei eben doch was ganz anderes. Auch wenn ihr die Erfahrungen als Beigeordnete in zwei verschiedenen Landratsämtern und als Landtagsabgeordnete natürlich von Vorteil seien.
Die ersten hundert Tage waren turbulent - es geht nicht harmonisch, sondern kollegial zu, urteilt sie über die Regierungsarbeit mit der CDU. Die große Koalition sieht sie dennoch auf gutem Weg, freut sich vor allem über das verbesserte Kindertagesstätten-Gesetz, das in Kürze beschlossen werde. Dass man den Kommunen Geld wegnehme, streitet sie ab. "Dem ist nicht so. Man muss schon genau hinschauen, von welcher Basis aus gerechnet wird. Tatsache ist, sie bekommen das Geld, das ihnen nach dem Kommunalen Finanzausgleich zusteht. Und dazu noch zusätzliche Mittel, um die neuen Erzieherstellen finanzieren zu können."
Zwiebeln, Äpfel, saure Gurken, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Buttermilch, Sahne und Majonnaise. Aber kein Salz, denn das bringt der Hering mit.
Irma Krauses Traditionsrezept
Vom Landesblindengeld spannt sie den Bogen bis zu den 20 Millionen Euro, mit denen man die Sportförderung garantiere. Gerade für Zeulenroda, wo es ein Leichtathletikleistungszentrum gibt, sei dies eine wichtige Sache.
Als nächstes warte man ungeduldig auf den Beschluss des Landeshaushaltes, in dem auch die Jugendpauschale so gehalten werden soll wie 2009. Nichtraucherschutz und Gemeinschaftsschule reißt Taubert kurz soziale Themen an. Bis hin zum Startschuss für das neue Landesprogramm für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz, den sie am Dienstag in Erfurt gibt.
Beim Kinderschutz und dem Lehrer-Nachwuchs möchte die Ronneburgerin vorankommen. Ein Arbeitsmarktprogramm für Familien, in denen beide Partner arbeitslos sind, hält sie für einen besonderen Schwerpunkt. Passend dazu entspinnt sich eine kurze Diskussion über Hartz IV. "Das Sozialgesetzbuch II", sagt die Ministerin, "hat Kinderarmut überhaupt erstmal zählbar gemacht." Sie persönlich ist froh, dass die Regelsätze neu aufgestellt werden müssen. "Das Manko der letzten Jahre war ja, dass sie nicht angepasst worden sind." So müsse das Gesetz nun die Chance auf eine Nachbesserung bekommen.
Dann wird der Hering aufgetischt. 90 Matjes-Hälften hatten Max und Irma Krause am Vorabend eingelegt. Nur die Kartoffeln, wie seit Jahren schon, bestellt man im Lokal dazu. Die Fischlein schmecken und die Diskussion geht auch beim Essen lebhaft weiter. Herbert Müller wünscht sich, dass die Landespolitik ab und zu auch auf die Basis hört. Irgendwie kommt man vom Fisch zu den Sozialleistungen - und Eckart Beiersmann nicht umhin, das extrem gute Kindergartenangebot zu loben. |
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20. Februar 2010 /Vogtland-Anzeiger
Elsterberger Narren frieren im Burgkeller
Elsterberg – 9,5 Raum-Dezimeter Holz und zehn Kilogramm Brikett wechselten am Dienstag im Elsterberger Ratssaal die Besitzer. Dort gaben pünktlich 11.11 Uhr die Mitglieder des örtlichen Faschingsclubs den Rathausschlüssel an Bürgermeister Volker Jenennchen zurück.
Dazu hatte EFC-Vereinsvorsitzender Ingo Fuchs ein Bündel Brikett und einen Sack Holz mitgebracht. Er drückte dies dem Stadtoberhaupt in die Hand mit den Worten, „es war kalt im Burgkeller zu den Sitzungen. Damit dies im kommenden Jahr nicht wieder passiert, haben wir Holz und Kohlen mitgebracht.“ Mit der Schlüsselübergabe endete die 43. Saison des EFC.
Neben dem Prinzenpaar, dem Elferrat waren auch Mitglieder des Frauenelferrates, der Prinzengarde und der Saalpolizei im Ratssaal dabei. Auch der Kanonier Wolfgang Hiemisch und die Schneiderin Anneliese Schuster begleiteten das Prinzenpaar und den Vereinschef zur Übergabe. Neben den vier eigenen Sitzungen besuchten die Elsterberger Narren auch die Veranstaltungen in Greiz, Obergrochlitz und Weida. Nach Jahren der Pause waren sie wieder in Plauen zum Faschingsumzug dabei. Schon Tradition hat die Beteiligung am Rosenmontag beim Umzug in Greiz. Das Kinderprinzenpaar Lena I. (Lena Seidel) und Jonas I.(Jonas Dietzsch) hatten ihre großen Auftritte zum Kinder- und Seniorenfasching. Jetzt herrscht Ruhe beim EFC, erst am 3. Juli steigt das beliebte Badfest als Sommernachtsball im Waldbad am Tremnitzgrund. j. st |
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| 20. Februar 2010 /OTZ |
Kurz notiert: |
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Altpapier geht in Flammen auf
Brand in Kurtschau schnell unter Kontrolle
Greiz-Kurtschau (OTZ/M.Hilbert).
Glimpflich ging ein Brand am Donnerstagabend in einem Vierseitenhof in der Äußeren Zeulenrodaer Straße im Greizer Ortsteil Kurtschau aus.
Nachdem aus bisher ungeklärter Ursache gegen 17.45 Uhr Altpapier in einem Nebengelass des Gehöfts Feuer fing, mussten Kameraden der Feuerwehren aus Kurtschau und Greiz ausrücken. Diese konnten das Feuer jedoch schnell unter Kontrolle bringen und schließlich löschen.
Personen wurden nicht verletzt, es entstand lediglich geringer Sachschaden in dem betroffenen Raum des Hofes, teilte die Polizeidirektion Gera mit.
Da das verrußte Nebengelass am Brandherd noch immer erhebliche Wärme abstrahlt, können Vor-Ort-Ermittlungen zur Brandursache vermutlich erst ab Montag aufgenommen werden.
Kleintiermarkt in Moschwitz
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Foto: OTZ/Marcel Hilbert
Der Geflügelzuchtverein Moschwitz lädt am Sonntag von 8 bis 12 Uhr zum Kleintiermarkt ins Vereinsheim ein.
Karikatur des Tages
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Die neue Order!
Zeichnung: OTZ/Bruns
Osterferienlager im Schullandheim
Erfurt (OTZ).
Auf Ferienfahrt mit dem Deutschen Familienverband Thüringen mit Sitz in Erfurt können sich Kinder ab 6 fahre und Jugendliche bis 17 Jahre begeben. Die Ziele liegen im Thüringer Wald, in Sachsen und an der Ostsee.
Obenan stehen: sich vom Alltagsstress erholen, neue Freunde finden und Spaß in der Gemeinschaft haben. Betreuung rund um die Uhr wird garantiert. In der Ferienwoche vor Ostern geht es nach Zella-Mehlis ins Schullandheim. Auf dem Programm steht ein Besuch im Meeresaquarium, im Erlebnisbad, zudem werden Osterplätzchen gebacken. Auch im Tennis können sich die Ferienkinder ausprobieren. Lagerfeuer und lustige Spiele runden die Ferienwoche ab.
Einige Jugendämter zahlen sozial schwachen Familien einen Zuschuss für solch eine Reise. Infos und das Programm für alle Ferienfahrten 2010 sind erhältlich unter Tel.: (0361) 4 17 20 00 oder www.dfv-thueringen.de.
Der Deutsche Familienverband (DFV) ist ein bundesweiter gemeinnütziger Verein, der sich für die Belange der Familien einsetzt. Der Thüringer Landesverband tut dies seit fast 20 Jahren auf Landesebene, ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband und Träger der freien Jugendhilfe. Seit 16 Jahren organisiert der DFV Ferienlager für Kinder und Jugendliche aus ganz Thüringen.
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