12. Februar 2010 /OTZ

Salzvorrat schmilzt

Nur im Schritttempo fuhren Autos und vor allem die Laster gestern Morgen den Gommlaer Berg hinunter. Bergauf hatten vor allem die Lkw mitunter Probleme, vorwärts zu kommen.
Nur im Schritttempo fuhren Autos und vor allem die Laster
gestern Morgen den Gommlaer Berg hinunter. Bergauf hatten vor
allem die Lkw mitunter Probleme, vorwärts zu kommen.
Foto: OTZ/Katja Grieser

Neuschnee fordert erneut verstärkten Einsatz der Winterdienste - Chaos ausgeblieben

Von Katja Grieser Greiz (OTZ).

"Schon wieder Neuschnee", so mag mancher Autofahrer gestern gedacht haben, als er auf dem Weg zur Arbeit etwa auf der B 92 nur schleichend voran kam. Wobei das nicht einmal unbedingt an den Straßenverhältnissen lag, denn die Winterdienste haben tapfer gegen die Schneemassen gekämpft. "Wir haben immer wieder Probleme mit Autos, die nicht winterlich ausgerüstet sind", so Thomas Peine, Regionalleiter für Ostthüringen bei der Thüringer Straßenwartungs- und -instandhaltungs GmbH (TSI).
Das Unternehmen ist im Auftrag des Freistaats u. a. für den Winterdienst auf Bundes- und Landesstraßen in den Landkreisen Greiz, Saale-Orla und Altenburger Land zuständig. Das bedeutet, allein 1100 Kilometer Straße und nochmal 180 Ortsdurchfahrten für die Gemeinden muss die TSI im Griff haben. Da ärgert es Peine besonders, wenn Lkw ohne Winterausrüstung die Bundesstraße gleich mehrmals blockieren wie gestern. "Ein Lkw hat es sogar geschafft und sich gleich zweimal quer gestellt", berichtet Peine.
Salz habe die TSI noch auf Lager, zwar "keine Unmengen", wie der Regionalleiter sagt, aber für die nächsten 14 Tage Witerdienst reiche es auf jeden Fall. Inzwischen seien aber schon einige Bestellungen offen, beliefert werde die TSI derzeit "verhalten", wie es Peine nennt. "Von der Hand in den Mund" lebe man momentan, bezogen auf den Salzhaushalt, bei der Kreisstraßenmeisterei. "Wir bekommen gerade so viel Lieferung, dass wir immer noch weiter kommen", sagt Andreas Künzel, Leiter der Kreisstraßenmeisterei. Seine Mitarbeiter waren gestern mehrmals auf den Strecken unterwegs, woran sich wohl auch in den nächsten Tagen nichts ändern wird, zumindest laut Wetterbericht.
Ununterbrochen im Einsatz war gestern der Bergaer Bauhof, wie Christian Sonntag auf Nachfrage bestätigt. "Da es jedoch immer wieder schneit, ist es auf den Straßen trotzdem mehlig", bedauert er. Mit Salz werde inzwischen etwas "gegeizt", weil es auch hier mit der Nachlieferung Probleme gibt. Vor vier Wochen habe man Salz bestellt, werde doch immer wieder vertröstet. "Klar, die Autobahnmeistereien sind zuerst dran, als Gemeinde stehen wir da ganz hinten", ist sich Christian Sonntag sicher.

Auch auf Bürgersteigen wie hier auf dem Greizer Reißberg war der Räumdienst unterwegs.
Auch auf Bürgersteigen wie hier auf dem Greizer Reißberg
war der Räumdienst unterwegs.
Foto: OTZ/Christian Freund
Schnee kann Spaß machen, etwa beim Schneemannbauen, hier ein schönes Exemplar vor dem Bergaer Rathaus.
Schnee kann Spaß machen, etwa beim Schneemannbauen, hier ein
schönes Exemplar vor dem Bergaer Rathaus.
Foto: OTZ/Christian Freund

Trotz des starken Schneefalls war Michael Schwenzer, Pressesprecher der Polizeidirektion Gera, gestern "positiv überrascht". Wenige Unfälle habe es gegeben, verletzt wurde niemand. Einer passierte in Zeulenroda in der Schopperstraße, als ein Pkw gegen einen Linienbus rutschte. Die Personen- und Reiseverkehrs GmbH (PRG) hat einen anderen Bus eingesetzt, die Fahrgäste mussten deshalb eine halbe Stunde Verspätung in Kauf nehmen. Größere Störungen durch den erneuten Schneefall habe es bei der PRG jedoch nicht gegeben. Zwar sei der Linien- und Schulbusverkehr nicht ganz reibungslos über die Bühne gegangen, aber zehn- bis 15-minütige Verspätungen sind im Winter ja nun nichts Ungewöhnliches.

Kommentar

Mit Spätfolgen

Von Katja Grieser

Schnee und Eis machen Autofahrern, Fußgängern und Winterdiensten zu schaffen. Wenn dann die Salzlieferungen noch ins Stocken geraten und Sparsamkeit beim Streuen angesagt ist, gerät des Winters schöne Seite schnell in Vergessenheit. Für die Kommunen, die das Salz bezahlen müssen, bedeutet ein solch strenger Winter natürlich auch, dass das Stadtsäckel schrumpft.
Das frostige Schneewetter sorgt meist noch für Spätfolgen, deren Vorboten mitunter jetzt schon erkennbar sind. Auf so manchen Straßen, beispielsweise auf der B 92 an der Fortuna, wachsen bereits die Löcher. Der Frost frisst sich in die Straßendecke, zurück bleiben löchrige Fahrbahnen. Im Frühjahr, wenn der Frost raus ist, wird erst das ganze Ausmaß sichtbar. Diese Löcher zu stopfen, wird neue in den Geldbeutel der Kommunen reißen.

Umfrage
Haben Sie genug vom Winter?

Anita Müller, 45, Greiz:
Eigentlich nicht, Winter ist doch im Grunde was Schönes. Aber wenn man wie ich jeden Tag durch die Gegend fahren muss, das ist es wirklich nicht mehr lustig. Ich bin in der ambulanten Pflege tätig, fahre deshalb viel Auto. Solange man in der Stadt bleibt, geht es. Aber ich bin auch viel auf kleinen Dörfern unterwegs, einmal bin ich mit dem Auto stecken geblieben.

Juliane Fuchs, 24, Greiz:
Ja, absolut. Ich kann Schnee schon nicht mehr sehen. Ich bin ohnehin mehr der Sommerliebhaber. Und dann die Kälte, der Schnee, die Glätte in diesem Jahr. Man kommt auch nirgendwo vorwärts, weder zu Fuß, noch mit dem Auto. Wenigstens muss ich mich auf Arbeit nicht im Freien aufhalten. Ich finde, es wird Zeit, dass nun endlich Frühling wird.

Carmen Funk, 41, Greiz:
Nein, ich finde den Winter toll. Endlich haben wir mal wieder einen richtigen Winter. Als ich zehn, zwölf Jahre alt war, war so ein Winterwetter für uns völlig normal. Für die Kinder ist es ohnehin schön. Meine Enkelkinder finden den Winter jedenfalls klasse, vor allem der Große. Das Einzige, was mich stört, ist, wenn es so eisig ist. Das gefällt mir nicht.

Detlef Franke, 50, Mylau:
Eigentlich ja. Zwar finde ich Winter an sich nicht so schlecht, mit Schnee und der Straßensituation habe ich weniger Probleme. Aber nun könnte es langsam mal aufhören, der Winter war schon lang genug. Am meisten stört mich, dass bei dem Wetter keine Leute in der Stadt sind. Ich verkaufe in Greiz im Freien Würstchen, da friere ich schon ganz schön.

Friederike Geitel, 19, Waldhaus:
Der Dauerschnee nervt mich, vor allem, weil ich täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren muss. Die Tiere im Wildgehege hier in Waldhaus werden gut damit fertig, schließlich sorgen wir dafür, dass sie ihre tägliche Futterration bekommen und natürlich warmes Wasser. Um die Neugeborenen kümmern wir uns besonders. Übrigens, ein Spaziergang in Waldhaus ist auch im Winter ein Erlebnis.

Olga Struchalin, 16, Greiz:
Nicht wirklich, ich mag Winter nämlich sehr. Auch die Kälte und der Schnee stören mich überhaupt nicht. Und Schneeschippen muss ich zum Glück nicht. Mit den dicken Klamotten habe ich auch keine Probleme. Sehnsucht nach dem Frühling habe ich also momentan noch nicht. Von mir aus könnte es ruhig noch etwas Winter bleiben.

Umfrage: Katja Grieser und Christian Freund


12. Februar 2010 /OTZ

Futter für Waldhaus-Tiere

Kastanien werden abgeliefert.
Kastanien werden abgeliefert.
Foto: OTZ/Christian Freund

Bergaer Kinder machen sich mit Kastanien und Eicheln auf den Weg ins Tiergehege

Waldhaus (OTZ/Frd.).

Mit Bollerwagen voller Kastanien und Eicheln sowie großem Hallo zogen gestern 66 Mädchen und Jungen der Bergaer Kindertagesstätte Waldspatzen vom Parkplatz des Naherholungsgebietes Waldhaus in Richtung Tiergehege. Einrichtungsleiter Thomas Hempel und seine Mitarbeiter erwarteten bereits die Kinder. Schnell wurden Behältnisse aus einem Gerätehaus geholt, in die dann die Kinder begeistert ihr Sammelgut schütteten. Die sieben Grad unter Null und der viele Schnee machten den Knirpsen nichts aus. Ganz im Gegenteil, sie hatten ihren Spaß, sich zwischendurch auch einmal in der weißen Pracht zu tummeln. Für die fünfjährige Anne und den gleichaltrigen Shoua ist dieser Einsatz nichts Neues, denn sie waren bereits im Vorjahr dabei. Bereits zum siebenten Mal sammeln die Bergaer Kinder die Eicheln für die Tiere in Waldhaus.
Das Schönste an dem Ausflug aber war die Begegnung mit den Tieren. Vor allem die Schafe und Hirsch Heinrich warteten bereits an der Umzäunung auf die Leckerbissen, die sie reichlich bekamen. Im Nu war Thomas Hempel dicht umringt, als er Meerschweinchen und Kaninchen aus dem Stall zum Streicheln holte. "Die Futtergrundlage in Waldhaus ist gesichert. Wir freuen uns sehr, wenn wir durch solche Aktionen unterstützt werden. Ich möchte vor allem auch allen Tierfreunden danken, die uns Kastanien und Eicheln gebracht haben", erklärt der Leiter der Einrichtung.
Für die Bergaer Kinder, die mit dem Bus zurück gefahren sind, war das ein tolles Erlebnis. Sicher werden sie auch in diesem Herbst wieder auf die Kastanien- und Eicheljagd gehen.


12. Februar 2010 /OTZ

Sieg für "patriotisches Menü"

Die Greizer Mannschaft der Lessing-Regelschule mit Olivia Notter, Sissy Meier, Sindy Pfleger und Joseph Mechold (von links) beim Zubereiten der Speisen.
Die Greizer Mannschaft der Lessing-Regelschule mit Olivia
Notter, Sissy Meier, Sindy Pfleger und Joseph Mechold (von
links) beim Zubereiten der Speisen.
Foto: OTZ/Christian Freund
In historischen Kostümen präsentierten die Greizer Regelschüler ihr Vogtland-Mahl.
In historischen Kostümen präsentierten die Greizer Regelschüler
ihr Vogtland-Mahl.
Foto: OTZ/Christian Freund

Zeulenroda-Triebeser Schüler bei Erdgaspokal auf Platz eins nur knapp vor den Greizern

Von Katja Grieser Greiz (OTZ).

Schon die Tischdekoration ist ein Hingucker: Ganz in Schwarz-Rot-Gold haben die jungen Köche der Zeulenroda-Triebeser Regelschule "Georg Kresse" die Tafel gehalten. Schließlich stand ihr Menü auch unter dem Motto "60 Jahre Deutschland - Alt trifft Neu". Mit ihren Kochkünsten sowie der Präsentation der Speisen konnten die Kresse-Schüler gestern die Erdgaspokal-Jury, bestehend aus Udo Heinze vom Regionalverband Gera der Köche, und Lehrausbilderin Ute Oettler überzeugen.
"Die Präsentation war gut, das Menü wurde auf Basis einheimischer Rohstoffe zubereitet und hat gut geschmeckt", so das Urteil von Udo Heinze. Doch es gab auch einen Verbesserungshinweis bezüglich der Präsentation. Hier hatten die Greizer von der Lessing-Regelschule nämlich einen originellen Einfall. Sie hatten ihr Menü unter das Motto "800 Jahre Land der Vögte" gestellt, die Tischdekoration ans Mittelalter angelehnt und die Speisen in historischen Kostümen präsentiert. "Das machte natürlich was her", so Heinze, der den Zeulenroda-Triebesern empfahl, beim nun folgenden Ausscheid an der Präsentation noch etwas zu feilen. "Die Greizer sind auf Platz zwei gekommen, aber es war sehr knapp", ließ der Koch wissen, dass es sich die Jury nicht leicht gemacht hat. Platz drei teilen sich die Jenaer Schulen, die Ganztagsschule "Maria Montessori" sowie die Gesamtschule "Adolf Reichwein".
Bevor die Jury ihr Urteil verkündete, schwitzten die Jugendlichen in der Küche der Protege GmbH in Greiz. Hier ist Ute Oettler Lehrausbilderin. Sie und Udo Heinze achteten schon beim Kochen darauf, dass der Arbeitsplatz sauber und ordentlich blieb, selbst wenn die raffiniertesten Speisen angerichtet werden mussten. Auch auf die Frische der verwendeten Zutaten wurde geschaut, ebenso wie auf deren Verarbeitung.
Die Zeulenroda-Triebeser Schüler nehmen nun am Regionalausscheid im März in Apolda teil.

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Fotografische Ansichten


12. Februar 2010 /OTZ

Geschichte und Zukunft der Textilindustrie

Bettina Hamann dankt im Namen des Veranstalters, des Fördervereins, Karl-Heinz Laube.
Bettina Hamann dankt im Namen des Veranstalters, des Förder-
vereins, Karl-Heinz Laube.
Foto: OTZ/Freund

Umfangreicher Vortrag des Textil-Fachmannes Karl-Heinz Laube im Museum

Greiz (OTZ/Frd.).

Um es vorweg zu nehmen - der Vortrag "Textilindustrie - gestern und heute" war vor allem für Insider dieser Branche eine hochinteressante Begegnung mit dem Referenten Karl-Heinz Laube aus Cottbus, der noch vielen Greizer Textilern aus seiner früheren Tätigkeit im Textilveredlungswerk ein Begriff sein dürfte. Für die restlichen Besucher im vollbesetzten Wintergarten im Museum im Unteren Schloss war es etwas schwieriger, dem mit unzähligen Fachbegriffen gespickten Inhalt zu folgen, die Beispiele zur Geschichte der Textilindustrie bis in unsere Zeit hinein waren aber dennoch hochinteressant. Vor allem die Statistiken beeindruckten. So konnten die Besucher erfahren, dass zum Beispiel im Jahr 1955 in der Bundesrepublik 4449 Textilbetriebe existierten, in der DDR immerhin 2387 Betriebe mit 347 500 Mitarbeitern. Beträchtlich geschrumpft ist die Textilindustrie nach der Wende. So sind nur noch ganze 80 000 Mitarbeiter in Textilbetrieben deutschlandweit beschäftigt, hier vor allem in der Produktion technischer Gewebe. Ohne staatliche Subventionen, wie sie zum Beispiel in Italien schon immer gang und gäbe sind, war dem Druck, vor allem aus dem asiatischen Raum, von deutscher Seite nichts entgegenzusetzen. Eine Folge davon ist das traurige Ende der Greizer Textilindustrie.
Hochinteressant auch der Rückblick von Karl-Heinz Laube über die Produktionspalette der Greizer Textilindustrie. So zeigte er unter anderem die Entstehungsgeschichte und den Siegeszug der synthetischen Fasern auf.


12. Februar 2010 /OTZ

Bedarfsplan für Kitas liefert Diskussionsstoff

70 Einrichtungen derzeit im Landkreis Greiz

Von Holger Zaumsegel Greiz (OTZ).

Vor seiner Verabschiedung sorgte der Bedarfsplan für Kindertagesstätten für die Jahre 2009 und 2010 des Landkreises im Jugendhilfeausschuss für einige Diskussion. Den Plan stellte Marion Illguth, Fachberaterin für Kindertagesstätten, vor.
Alexander Erbarth, Richter am Greizer Amtsgericht, bemängelte, dass der Schlüssel - wieviele Kinder auf eine Erzieherin kommen - im Landkreis nicht dem entspreche, was die Europäische Union vorgibt. Marion Illguth entgegnete, dass im Landkreis jene Zahlen erreicht werden, die das Land Thüringen vorgebe. Und die seien Grundlage für den Kindertagesstättenbedarfsplan. Unterstützung bekam sie vom Beigeordneten der Greizer Landrätin, Heinz Klügel (CDU), sowie der Greizer Vertreterin Ines Wartenberg (SPD) und von Hannelore Katzer aus Zeulenroda. Alle hoben die in den letzten Jahren gestiegene Qualität der Kindergärten in der Region hervor. Außerdem, so Klügel, würden einige Kindertagesstätten sogar mehr Personal beschäftigen, als sie müssten. Ebenso verwies er auf den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetzes. Im Falle der Ratifizierung sei geplant, weiteres Personal einzustellen.
Auch Anett Elm (Linke) hatte zum Bedarfsplan eine Anfrage. Sie wollte wissen, ob die eingestellten Kräfte auch alle die notwendigen Qualifizierungen haben. Ihr sei eine Person in der Kita Braunichswalde bekannt, bei der dies nicht der Fall sei. Auch hier hatte Klügel Antwort parat. Als Bürgermeister von Braunichswalde wisse er genau, um wen es sich handele. Die Dame, die dort tätig sei, werde aber zusätzlich zu den vom Land geforderten Fachkräften beschäftigt.
In der Abstimmung wurde der Kindertagesstättenbedarfsplan dann mit acht Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme beschlossen.
Im Bedarfsplan sind interessante Zahlen enthalten: Demnach gibt es derzeit 70 Einrichtungen im Kreis - eine weniger als 2008. Zwar wurde in Saara 2009 eine Kita neu eröffnet, dafür aber je eine in Lindenkreuz und Merkendorf geschlossen. Die Rahmenkapazität beträgt 4798 Plätze. Davon stehen 515 für Kinder unter zwei Jahren zur Verfügung. Eine Steigerung zum Kita-Jahr 2008/2009, als es 471 Plätze gab. Integrative Kindertageseinrichtungen bieten zurzeit 136 Plätze für behinderte oder von einer Behinderung bedrohte Kinder an. Die Öffnungszeiten der Kitas sind in der Regel durchgängig von 6 bis 17 Uhr. Einige Einrichtungen fangen allerdings erst 6.30 Uhr an. Es gibt aber elf Kindergärten, die von 6 bis 18 Uhr ihre Pforten geöffnet haben.
Mindestöffnungszeit im Landkreis beträgt zehn Stunden.

· Im Landkreis Greiz gibt es derzeit 70 Kindertagesstätten.
· Im Kindergartenjahr 2009/2010 liegt die Gesamtkapazität bei 4798 Plätzen.
· Die Kitas haben in der Regel von 6 bis 17 Uhr geöffnet.
· Die Mindestöffnungszeit der Einrichtungen liegt bei 10 Stunden täglich.


12. Februar 2010 /OTZ

Paragrafen-Problem im Vogtländischen Oberland

Gemeinderat lehnt neue Satzung ab

Hohndorf (OTZ/jane).

Einen Beschluss und zähe Diskussionen später blieb in der Gemeinde Vogtländisches Oberland alles beim Alten. Zumindest was die Hauptsatzung betrifft. Die muss die Gemeinde neu beschließen, weil in der jetzt weiterhin aktuellen noch alte Gesetze aufgeführt werden und die Kommunalordnung einige Neuerungen in dem Dokument verankert haben möchte. Dazu zählt auch der Paragraf 17a und b zum Bürgerbegehren und Bürgerentscheid, über den zur Gemeinderatssitzung am Dienstagabend lang und ausgiebig diskutiert wurde. Zu dessen Aufnahme in die Satzung ist die Gemeinde verpflichtet, um eine gesetzeskonforme Hauptsatzung ihr Eigen nennen zu dürfen. Manch einer hatte mit der Formulierung des Paragrafen jedoch Probleme. Laut diesem darf die Gemeindeverwaltung innerhalb von vier Wochen nach Eingang des schriftlichen Antrages über die Zulassung eines Bürgerbegehrens entscheiden. Ist dieses Begehren zulässig, so kann durch die Gemeindeorgane keine dem Begehren entgegenstehende Entscheidung mehr getroffen werden. In dem Paragraf der Kommunalordnung fehlt, inwieweit die Gemeinde nach der Zulassung noch in das Bürgerbegehren eingreifen kann. "Das ist eine Gesetzeslücke", gibt Friedhold Riedel, Hauptamtsleiter der Gemeinde Vogtländisches Oberland, zu, betont aber zugleich, dass da auch die Gemeinde nichts anderes formulieren kann, sondern hier das Land gefragt sei. Einige Gemeinderatsmitglieder sähen es am liebsten, wenn sich die Gemeinde nach der Zulassung eines Begehrens aus diesem heraushalten würde und wollen eine Durchführungssperre beantragen. "Das widerspricht dem Gesetz. Erstens wüssten wir als Gemeinde dann gar nicht, worum es geht und zweitens könnten sämtliche Beschlüsse nicht gefasst werden", erläutert Riedel. Bereits im Dezember bemängelten Ratsmitglieder die "lasche" Formulierung, drängten Bürgermeisterin Sabine Lehmann (WG-PÖ) dazu, nähere Ausführungen in die Satzung neu aufzunehmen. Das war bis Mittwoch nicht geschehen, weswegen die neue Satzung mit sechs Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen abgelehnt wurde. Noch ist unklar, wie es weitergehen soll. Die Gemeinderatsmitglieder würden ein nochmaliges Treffen mit einem Vertreter des Landratsamtes begrüßen. "Wir sind doch keine Juristen und wollen nur wissen, wie man das richtig formulieren kann, damit es auch gesetzeskonform ist", äußerte sich ein Ratsmitglied. Bei den Bürgern rief die lange Diskussion Unverständnis hervor. Auch sie stellten in Hohndorf Anfragen. So laufe der Winterdienst in Arnsgrün zwar gut, ein Bürger bemängelte aber, dass der dafür Verantwortliche mit Absicht seine Einfahrt und die anderer Einwohner zuschieben würde. Probleme gibt es vereinzelt in Pöllwitz, wo bestimmte Gehwege nicht gestreut wurden und aufgrund der Glätte unbegehbar sind. Ein Einwohner machte auf die schwere Erreichbarkeit der Gemeindeverwaltung per Telefon aufmerksam. Das liege daran, dass, wenn alle Apparate belegt sind, trotzdem ein Freizeichen käme, hieß es.


12. Februar 2010 /OTZ

Marienkäfer trifft Nonne und Holzmichel

Senioren feiern im Nachbarschaftshaus ausgelassen Fasching

Greiz (OTZ/P. R.).

Die Greizer Narren haben mit ihrem "Gennerhee" ihren eigenen Schlachtruf für die fünfte Jahreszeit. Und da schließen sich die Senioren, die das Nachbarschaftshaus der Volkssolidarität Greiz auf dem Reißberg besuchen, nicht aus. Sie hatten sich das Motto "Immer lustig und vergnügt, wie jedes Jahr sind unsere Senioren im Nachbarschaftshaus der Volkssolidarität da" gegeben und feierten am Mittwoch ausgiebig und fröhlich. Ob 60- oder 90-Jährige - alle hatten sich in die Kostüme wie Käfer oder Nonne geschmissen und machten Party. Polonaise, Walzer, aber auch Neumodisches wurde getanzt und zelebriert, wobei Stephan Roßbach mit seiner Musik und Moderation der zündende Funke an diesem Nachmittag war. Selbst "der alte Holzmichel" war dabei, was dann natürlich auch musikalisch mehrfach zu hören war. Inge Siebach aus Greiz-Pohlitz hatte mit ihrem Kostüm eines Marienkäfers die kreativste Idee und wurde mit dem Preis für das beste Kostüm geehrt. Doch eigentlich gab es keine Gewinner und Verlierer bei diesem Seniorenfasching der Greizer Volkssolidarität, denn es hat allen riesigen Spaß gemacht. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, gerade im Alter, dem sich die Greizer Volkssolidarität mit dieser Begegnungsstätte widmet. Ein Treffpunkt, um miteinander zu sprechen, sich auszutauschen, um nicht zu vereinsamen sei das Nachbarschaftshaus, so Leiterin Veronika Linke. Sie sei die gute Seele dieses Hauses und immer bemüht, für die Senioren, die das Haus besuchen, interessante und vergnügliche Stunden zu organisieren, erzählten die Faschingsgäste.
Spielnachmittage, Tanzveranstaltungen, Vorträge und vieles mehr machen diese Begegnungsstätte für die Greizer Senioren so anziehend und sorgen für Geselligkeit in ihren Reihen. Und das konnte man beim Faschingsnachmittag am Mittwoch in Reinkultur erleben.

Fotografische Eindrücke von OTZ/Peter Reichardt -
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12. Februar 2010 /OTZ

Deal angeboten im Steuerstreit

Zeulenrodas Bürgermeister unterbreitet Weißendorf Vorschlag und kassiert harte Worte

Von Steffen Beikirch Weißendorf (OTZ).

Im Streit um die Gewerbesteuer der Bauerfeind AG Zeulenroda hat Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU) der Gemeinde Weißendorf am Mittwochabend einen Handel vorgeschlagen. Er legte dem Gemeinderat einen Vertragsentwurf vor, der die Zerlegung der Gewerbesteueranteile zwischen beiden Orten regeln könnte. Ziel ist es, sich gütlich zu einigen und die Weißendorfer Klage vorm Finanzgericht wieder zurück zu ziehen. Der Gemeinderat bat sich Bedenkzeit aus, um die neuen Prozentsätze auf ihre finanzielle Wirkung hin zu überprüfen. Ohne bereits sagen zu wollen, dass man mit diesem Angebot einverstanden sein wird. "Über einen Prozentsatz können wir uns sicher einigen", fasste der stellvertretende Bürgermeister Stephan Pönicke letztlich zwar zusammen. Knackpunkt bleibt aber die Rückwirkung, mit der sich die Gemeinde nicht abzufinden gedenkt. "Diese rückwirkende Riesen-Steuerschuld können wir nicht schultern", sagte Christa Panzer. Aus Sicht des Gemeinderats droht damit Ende 2011 das Aus der kommunalen Eigenständigkeit. Wie bereits mehrfach berichtet, hatte die Stadt Zeulenroda-Triebes eine Neuzerlegung der Bauerfeind-Gewerbesteuern beim Finanzamt Altenburg veranlasst. Aus dem letzten Verteilungsschlüssel 34 Prozent (Weißendorf) zu 66 Prozent (Zeulenroda-Triebes) sollte 12 zu 88 werden - für die Zukunft, aber auch rückwirkend bis ins Jahr 1998. Auf einen Widerspruch Weißendorfs stellte das Finanzamt die Gemeinde noch schlechter, entschied aber nur für 1998, 2000 und 2005. Gegen diese drei Bescheide zog das Dorf nun vors Finanzgericht. Viel zu spät kommt für den Gemeinderat deshalb das Angebot aus der Doppelstadt, bei dem man sich nach Steinwachs´ Auffassung in der Mitte treffen würde: 25 zu 75 Prozent schlägt er in der Vereinbarung vor, die für 1998 bis 2012 gelten soll. Und er gab sich weiter entgegenkommend: Man werde sich gemeinsam um eine Bedarfszuweisung vom Land kümmern, damit die Gemeinde die Schulden auch abgetragen kann. Die Signale dafür, so Steinwachs, stünden in Erfurt auf Grün. Weiterhin könne man aus den strittigen Geldern auch für Weißendorfer Zwecke investieren, zum Beispiel die Eigenmittel für die Straße hinunter zum Tscherlich aufbringen. Solche Maßnahmen müssten aber Bestandteil einer weiteren Vereinbarung werden.


Den Fehdehandschuh habt ihr uns hingeworfen.

Gemeinderat Lothar Lippold zu Bürgermeister Frank Steinwachs


Die Gastgeber reagierten heftig: "Wir sollen den Krieg beenden, den ihr angefangen habt!" ließ Lothar Lippold seinem Unmut freien Lauf. Jetzt, da man merke, dass die Sache für beide Orte zu teuer wird und die Rechtsanwälte schon viel zu viel Geld verdient hätten, versuche man es mit der Kuscheltour und wolle "das Ding wieder umdrehen". Konstruiert worden sei dies alles von der Stadt Zeulenroda, deren Auftreten viele Weißendorfer empöre. Nach Gutsherrenart sei bereits der Teufelsberg per Schild annektiert und auf Teilen Weißendorfer Geländes eine "Bauerfeind-Allee" gewidmet worden. "Das sind Aufreger für die Leute hier", schimpfte Lippold. "Die sind entsetzt von der Art und Weise, wie man Weißendorf anscheinend sturmreif schießen will."
Frank Steinwachs gestand der Gemeinde zu, um ihre Rechte kämpfen zu dürfen, verwahrte sich aber gegen Unterstellungen, die Stadt erlaube sich einfach, über Weißendorfer Gemeindeterritorium zu befinden. Seine Amtskollegin Elvira Michel war um Schlichtung bemüht. Auch Stephan Pönicke betonte, es wäre für beide Orte das Beste, außergerichtlich eine praktikable Lösung zu finden. Das ist richtig, meinte ebenso Lothar Lippold. "Aber man muss auch mal sagen, wo der scharfe Wind überhaupt her kam."

Kommentar

Nachhaltig gestört

Von Steffen Beikirch

Dass Zeulenroda-Triebes ausgerechnet jetzt den Weißendorfern einen Deal im selbst angezettelten Steuerstreit vorschlägt, verleitet zum Grübeln. Ist sich die Doppelstadt vielleicht doch nicht ganz sicher, ob sie mit der Neuzerlegung der Gewerbesteuer durchkommen kann? Der erste Akt vorm Finanzgericht, damals noch in Sachen Grundsteuer, ging bereits für die Gemeinde aus. Will man möglicherweise einer zweiten Niederlage zuvor kommen und schnell noch den bestmöglichen Euro-Betrag gesichert wissen? Weißendorf schlug die Tür nicht sofort wieder zu, denn auch für die Gemeinde steht viel auf dem Spiel. Auf eine prozentuale Verteilung, das deutete Stephan Pönicke an, werde man sich bestimmt außergerichtlich einigen können. Einen Kompromiss für die Zukunft hätte der Gemeinderat schon lange ertragen. Knackpunkt aber bleibt die Forderung nach einer Rückwirkung bis 1998.
Ganz ehrlich: Es will einem nicht in den Kopf, dass einmal zugewiesene und nachweislich verbaute Gewerbesteuer wieder zurück verlangt werden kann. Und es zeugt natürlich von einem zweifelhaften Stil, dass Zeulenroda überhaupt in Kauf nimmt, einen Nachbarort mit einer solchen Forderung zu schröpfen. Noch dazu einen, für den man gleichzeitig die eigene Verwaltung gegen Bezahlung arbeiten lässt. Dass die Weißendorfer von einem gestörten Vertrauensverhältnis zu ihrer erfüllenden Gemeinde sprechen, ist da noch ziemlich gelinde ausgedrückt.


12. Februar 2010 /OTZ

Alt, aber nicht unmodern

Die Klöppelfrauen aus der Umgebung zeigen, wie vielfältig ihre Arbeiten aussehen können.
Die Klöppelfrauen aus der Umgebung
zeigen, wie vielfältig ihre Arbeiten
aussehen können.
Foto: OTZ/Juliane Maier

Neue Ausstellung im Stadtmuseum widmet sich traditionellem Handwerk Klöppeln

Zeulenroda (OTZ/jane).

Ostereier, Weihnachtsdekoration, filigrane Fensterbilder, Gardinen, Kleidungsstücke, Blumen und Schmuck - was aus dünnem Garn und Klöppeln alles entsteht, davon können sich Besucher des Stadtmuseums in Zeulenroda selbst überzeugen. "Klöppeln im neuen Gewand - altes Handwerk neu belebt", so der Titel der neuen Austellung, die an diesem Sonntag, um 14 Uhr, eröffnet wird. Drei Klöppelgruppen zeigen in den Räumen der Sonderausstellung, was sie in vielen Stunden am Klöppelsack gezaubert haben. "Ich bin süchtig danach. Klöppeln macht so viel Spaß. Wenn man etwas geschaffen hat, ist man hinterher einfach glücklich", erzählt Ingrid Zipfel, die erst seit zwei Jahren diesem alten, traditionellen, aber keineswegs unmodernen Handwerk nachgeht.
Von klein bis groß, immer mehr Menschen würden Interesse am Klöppeln zeigen, berichtet Klöppelkennerin Petra Haustein. Neben den vielfältigen Ausstellungsstücken werden auch die Techniken erklärt, nach der die Frauen in den Gruppen aus Zeulenroda und Triebes vorgegangen sind. "Wir arbeiten nach einem Klöppelbrief. Die Vorlage ist immer die gleiche, nur bei den Farben und der Technik macht sich jede seine eigenen Gedanken", gibt Barbara Eisel Einblicke. Sie betreut seit Jahren Kindergruppen, die in der Museumswerkstatt in den Ferien dem Handwerk nachgehen. Sie war es auch, die die neue Ausstellung angeregt hat. Die Ausstellung kann bis zum 25. April im Stadtmuseum besichtigt werden. Jeden Sonntag können sich Besucher dann zum Schauklöppeln davon überzeugen, wie schnell die Klöppel durch geübte Hände wandern und wie die filigranen Muster entstehen.


12. Februar 2010 /OTZ

Diskussion um Gelder für die Kegelbahn

Holger Reinhold (FWL)
Holger Reinhold (FWL)

Langenwolschendorf beschließt Haushalt

Von Juliane Maier Langenwolschendorf (OTZ).

Ganz so schnell ging der Beschluss über den neuen Haushalt 2010 dann doch nicht in Langenwolschendorf über die Bühne. Nachdem zur Gemeinderatssitzung am Mittwochabend die ersten fünf Tagesordnungspunkte relativ flott abgehandelt worden waren, hatte die CDU-Fraktion zum aktuellen Haushalt noch offene Fragen. Mit einem Volumen von insgesamt 1 192 845 Millionen Euro sowie fünf Ja- und zwei Nein-Stimmen wurde dieser aber letztendlich genehmigt. Gisbert Voigt (CDU) war wenig begeistert davon, dass Langenwolschendorf für Schule, Kegelbahn und Gemeindeamt Fördermittel beantragt hatte. Das würde bedeuten, dass auch die Gemeinde einen entsprechenden Eigenanteil mitfinanzieren muss. "Finanzen sind das A und O. Unsere Rücklagen sind momentan nicht ganz so hoch. Für Schule und Gemeindeamt gibt es aber noch kein konkretes Nutzungskonzept. Außerdem haben wir keine Ahnung davon, was für Folgekosten auf uns zukommen", spielte Voigt auf künftige finanzielle Engpässe an. Der Rat sei sich bereits 2009 darüber einig geworden, dass die Kegelbahn zwar saniert wird, für die Gemeinde aber keine Kosten entstehen. Die Sanierung sollte in Eigenregie und aus Spenden geschultert werden. Bekommt Langenwolschendorf Fördermittel, muss es sich an den Kosten beteiligen. Zudem, so Voigt, würde das Geld für andere Investitionen, wie ein neues Winterdienstfahrzeug, dringender benötigt. Ulrike Förster (CDU) warf dem stellvertretenden Bürgermeister Holger Reinhold (FWL), der seit dem Ausfall von Bürgermeister Siegfried Thrum (CDU) die Geschicke der Gemeinde leitet, indes Unehrlichkeit vor. "Den Beschluss, dass für uns keine Kosten entstehen, wenn die Kegelbahn saniert wird, haben wir im November gefasst, der Fördermittelantrag wurde aber bereits im Oktober gestellt", äußerte Förster ihren Unmut über die zusätzliche Kostenstelle im Haushaltsplan. Zum Zeitablauf konnte Reinhold nichts sagen, im Falle des Fördermittelantrags für die Schule verwies er jedoch auf die jährlich anfallenden Kosten in Höhe von 10 000 Euro. "Wir haben darüber entschieden, dass dort etwas passieren muss. Hätten wir jetzt keine Fördermittel beantragt, würden wir für 2010 kein Geld sehen. Das Gebäude hätte wieder ein Jahr gekostet", erklärte er, warum der Antrag relativ schnell abgeschickt werden musste, ohne dass der Rat darüber im Vorfeld informiert wurde. Auch mache er sich jetzt noch keine Gedanken über ein mögliches Konzept. "Ich bin Geschäftsmann und für mich zählen Fakten und Zahlen. Sind die noch nicht da, brauche ich nicht zu überlegen, für was und wie wir das Geld verwenden", erläuterte er weiter. Die Rücklage der Gemeinde muss dieses Jahr um 120 000 Euro aufgefüllt werden. Der Verwaltungshaushalt (etwa Personalkosten) beträgt 807 645 Euro, der Vermögenshaushalt (etwa Investitionen) liegt bei 385 200 Euro. Zudem beschloss der Gemeinderat den Finanz- und Investitionsplan 2009 bis 2013. Momentan sind in diesem Jahr Investitionen von rund 300 000 Euro geplant. Diese werden, so Reinhold, aber nur getätigt, wenn alle Fördermittel bewilligt werden. Damit rechnet er jedoch nicht.


12. Februar 2010 /OTZ

Geschwister Schott räumen ab

Schach, 20. Ostthüringer Meisterschaft: Zeulenrodaer Nachwuchs behauptet sich

Von Manfred Wolf Dittrichshütte (OTZ).

Zu den 20. Ostthüringer Meisterschaften waren auch 18 junge Schachspieler des TSV Zeulenroda in Dittrichshütte vertreten. Am Ende gab es bei den meisten zufriedene Gesichter. In erster Linie bei den Geschwistern Schott, die ihre Konkurrenten beherrschten und mit drei Pokalen die Heimreise antraten. Aber auch die dritten Plätze von René Lemke, Lucas Prütting, Marie-Luise Schlutter und Anna Neisch sind beachtlich. Jeder Spieler musste an drei Tagen insgesamt fünf Partien spielen. Das klingt einfach, doch eine Partie kann vier Stunden dauern, und das ist besonders für die jüngeren Spieler ganz schön anstrengend. Wenn möglich, wurden die Partien von Diana Skibbe, Christian Barth und Manfred Wolf mit den Spielern analysiert und ausgewertet. Die Schachmutti Frau Spindler kümmerte sich liebevoll in der knappen Freizeit um die Kids.
U20m: René Lemke hatte sich recht und schlecht durch die Schüler- und Jugendmeisterschaften der vergangenen Jahre geschlagen. Bei seiner letzten Teilnahme gelang ihm der große Wurf. Er verabschiedete sich mit einem dritten Platz aus dem Jugendbereich.
U16m: Vier Zeulenrodaer kämpften gegen 18 weitere Gegner. Am erfolgreichsten war nicht unerwartet Lucas Prütting. Mit Rang drei unterstrich er seine starken Leistungen in der Männermannschaft. Sebastian Pufe, Nick Blumenstein und Tim Davies belegten die Plätze elf, zwölf und 16. Im Gegensatz zu Lucas konnten sie im Endspiel gegen die Besten nicht bestehen. Alle drei sind auch im nächsten Jahr in dieser Altersklasse spielberechtigt.
U16w: Elisabeth Schott bestätigte ihre gute Form mit fast fehlerfreiem Schach. Nach vier Siegen sicherte ihr ein Remis in der Schlussrunde den Meistertitel.
U14m: Hier hatte Florian Wolf durchaus Titelchancen, doch in der vierten Runde verlor er gegen den starken Jenaer Michail Berkov. Trotz eines Sieges im letzten Spiel reichte es nur zum vierten Platz. Nicht optimal lief es für Marcus Prütting. Im Vorjahr noch Dritter, landete er in der höheren Altersklasse auf Rang zwölf.
U14w: Marie-Luise Schlutter musste sich als Zehnjährige mit älteren Gegnerinnen messen. Das gelang ihr mit dem dritten Platz recht ordentlich.
U12m: Noch im vergangenem Jahr hatte sich Arthur Schott durch zu schnelles Spiel um bessere Platzierungen gebracht. Diesmal ging er gut vorbereitet in jede Partie. Nach drei Siegen gönnte er seinen Gegnern noch zwei Remis. Obwohl noch zwei Spieler nach Punkten aufschlossen, hatte Arthur doch die klar bessere Wertung und sicherte sich seinen ersten Meisterpokal. Marvin Spindler und Toni Fiedler hatten es in der höheren Altersklasse schwer. Beide haben aber viel Talent und werden im nächsten Jahr besser als Rang 18 und 21 abschneiden. Auch Lukas Kaul spielte unglücklich. Er landete zwischen seinen Kameraden auf Rang 19.
U12w: Als vorjährige Titelträgerin U10 musste Maria Schott eine Altersklasse höher spielen. Gegen ältere Gegnerinnen startete sie mit eindrucksvollen Siegen ins Turnier. In den letzten beiden Runden hatte sie kritische Stellungen auf dem Brett, doch mit erstaunlicher Routine verteidigte sie ihren Meistertitel.
U10m: Die beiden achtjährigen Jonas Neisch und Jonas Bergmann spielten schon im Kindergarten Schach. Sie mischten als jüngste Teilnehmer ihre Gegner ordentlich auf. Der fünfte Platz von Jonas Neisch ist eine Überraschung, Jonas Bergmann landete auf Rang zehn. Beide spielen clever und werden noch auf sich aufmerksam machen.
U10w: Das gilt auch für die sechsjährige Anna Neisch. Mit unbekümmertem Spiel brachte sie selbst die Meisterin in Bedrängnis. Der dritte Platz ist ein ausgezeichnetes Ergebnis. Charlotte Zech spielte bisher nur sehr eifrig in ihrer Naitschauer Schulmannschaft. Immerhin besiegte sie eine Gegnerin, zweimal hatte sie die Dame mehr, aber mangelnde Erfahrung kostete eine bessere Platzierung als Rang sieben.


12. Februar 2010 /OTZ

Ökologisches Gleichgewicht gefährdet

Nutria-Population bereitet Stiftung Sorgen

Greiz (OTZ).

Am Greizer Parksee hat sich in den vergangenen beiden Jahren eine stattliche Nutria-Population entwickelt. Von zwei Tieren, die in einem Lebensraum in dieser Größe ohne Beeinträchtigungen leben können, sei die Nutriafamilie inzwischen auf über 20 Tiere angewachsen. Dadurch komme es zu vermehrten Schäden im Park, so die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, der der Park gehört. Begünstigt werde diese Entwicklung, so die Stiftung weiter, durch das Füttern der Tiere.
Durch die Höhlen, die Nutrias im Uferbereich des Sees gegraben, haben, werden Ufer und Befestigung zerstört. Dieser Bereich war erst vor einigen Jahren mit großem Aufwand wieder hergestellt worden. Durch die neuen Schäden sei eine erneute Maßnahme notwendig. Bedenklich sei die Entwicklung auch für den Baumbestand, da die Tiere ihre Zähne an den Wurzeln und Stämmen wetzen. Bedroht sei das seltene, hoch gewachsene Exemplar der Sumpfzypresse auf einer der Inseln, wird befürchtet. Zum Schutz des mit dem Sommerpalais als „national bedeutsam" eingestuften Parks sei es aus Sicht der Stiftung notwendig, den Nutriabestand zu reduzieren. Nur so könne der Park vor weiteren Schäden bewahrt werden. Die Stiftung bittet die Besucher, die Nutrias nicht mehr zu füttern, um „das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen".


12. Februar 2010 /OTZ

Närrischer Empfang zur Weiberfastnacht

Greizer Tanzmariechen Pauline zeigt ihr akrobatisches Können

Plauen (OTZ/j. st.).

Weiberfastnacht wird am Donnerstag vor dem Faschingswochenende gefeiert. Traditionell der Tag, an dem die heiße Phase der Faschingssaison beginnt. Anlass für den Plauener Verleger Wilfried Hub und Philipp Veigele, Geschäftsführer des Domero-Hotels, einen närrischen Empfang zu geben. Die Gastgeber, als Bischof und Edelmann kostümiert, empfingen am Vormittag neun Vereine aus Plauen, Greiz, Weischlitz und Oelsnitz. Mit dabei waren auch Mitglieder der Greizer Faschingsgesellschaft, u. a. Ralf Herrmann, Annika Heckel aus der Garde und das Tanzmariechen Pauline. Sie zeigte den gut 150 Narren ihr tänzerisches Können. Sie heißt mit bürgerlichem Namen Pauline Kappert und ist sieben Jahre alt. Die Greizer luden die Vereine zum Umzug am Rosenmontag nach Greiz ein. Einige, wie die Jocketaer Karnevalisten, besuchten die Greizer Narren zu ihrer Weiberfastnacht. Für die Greizer gab es wie für alle Vereine den Jahresorden, die Zeitungsente Paula Print mit Narrenmütze. Joachim Kriester, der Vorsitzende des Vereins Vogtländischer Carnevalisten, dem auch die Greizer angehören, blickte schon mal auf den 15. Faschingsumzug am Sonntag in Plauen. Fast 50 Bilder mit 1000 Mitwirkenden werde dieser umfassen, so der Redner.
„In Gocke do laaft's" — so lautet der Schlachtruf der Jocketaer Karnevalisten um Steffen Rahm und Michael Friedrich. Ihr Verein hat Tradition, seit 1969 werden im Erholungsort nahe der Elstertalbrücke Sitzungen veranstaltet. Der Plauener Wema-Karnevalsclub hatte seine Haus- und Hofkapelle dabei. Diese spielte den aktuellen Saisonhit. Originell ist der wohl älteste Plauener Faschingsverein. Dieser nennt sich Trogisten Vaschings Fergnügen (TVF), wobei die falsche Schreibweise gewollt ist. Er wurde im Jahr 1947 gegründet und hat den passenden Schlachtruf „Rhizi-nus". Zum närrischen Austausch war dieser Empfang bestens geeignet und die gute Stimmung ist bei Karnevalisten ohnehin garantiert.


12. Februar 2010 /OTZ

Mittler zwischen Bewohnern der Neustadt Greiz

Vorhaben 2010 der IG Neustadt

Greiz (OTZ/P. R.).

Auf ein erfolgreiches 2009 konnte in der jüngsten Vorstandssitzung die Interessengemeinschaft Greizer Neustadt zurück blicken, konnten doch solch erfolgreiche Aktivitäten wie die erneute Auslobung und Prämierung der „Neustadtperle" gesichert und mit der Kanu-Fun-Regatta sowie dem Bolzplatzturnier erlebnisorientierte Aktivitäten nicht nur organisiert, sondern auch durchgeführt werden. Informationsveranstaltungen und die alljährliche Neustadtbegehung rundeten das Angebot der Interessengemeinschaft Greizer Neustadt ab. Auch in diesem Jahr werden der Vorstand und die knapp 50 Mitglieder des Vereins das Geschehen in der Greizer Neustadt aufmerksam begleiten, dabei mit eigenen Aktivitäten das gesellschaftliche Leben nicht nur im Stadtteil, sondern auch in der Stadt Greiz bereichern. So wird man in regelmäßigen monatlichen Vorstandssitzungen die anstehenden bzw. aufgefallenen Probleme betrachten und beraten, in Mitgliederversammlungen neue Anregungen entwickeln und Problemstellungen in Informationsveranstaltungen durch kompetente Referenten vermitteln. Auch wird im April die Neustadtbegehung stattfinden.
Auch in diesem Jahr erfolgt die Auslobung des Wettbewerbes „Neustadtperle 2010" und deren Vergabe zum Greizer Neustadtfest am 3. Oktober durch eine Jury. Prof. Dr. Dieter Hassenpflug von der Bauhaus- Universität Weimar hat erneut den Vorsitz der Jury übernommen. Für die Wassersportfreunde ist im Juli die zweite Auflage der Kanu-Fun-Regatta auf der Elster in Verbindung mit der Kanu-Scheune Wünschendorf vorgesehen. Am 3. Oktober wird im Rahmen des Neustadt- festes das 7. Bolzplatzturnier auf dem DFB-Mini-Spielfeld am Elsterufer angepfiffen. Vor allem als Mittler und Ansprechpartner zwischen Bürgern und Behörden versteht sich die IG Neustadt, insbesondere dann, wenn es um grundlegende Probleme der Entwicklung des Stadtteiles und darüber hinaus geht. Nächste Aufgabe für den Verein ist die Neuwahl des Vereinsvorstandes noch in diesem Monat.


12. Februar 2010 /OTZ

Beschäftigungsdaten am 31. März fällig

Agentur für Arbeit informiert Arbeitgeber

Greiz (OTZ).

Private und öffentliche Arbeitgeber, die im Jahresdurchschnitt über mindestens 20 Arbeitsplätze (beschäftigungspflichtige Arbeitgeber) verfügen, sind gesetzlich (laut SGB IX) verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Arbeitgeber, die dieser Vorgabe nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen. Die Höhe dieser Abgabe ist abhängig von der bisherigen Beschäftigungsquote, informiert dazu die Arbeitsagentur in Gera. Zur Überwachung, ob die Beschäftigungspflicht im abgelaufenen Kalenderjahr erfüllt wurde, müssen die beschäftigungspflichtigen Arbeitgeber bis spätestens 31. März 2010 der für ihren Sitz zuständigen Agentur für Arbeit ihre Beschäftigungsdaten anzeigen. Arbeitgeber, die nach Erkenntnis der Behörde über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen und somit beschäftigungspflichtig sind, haben Anfang Januar 2010 die für die Anzeige erforderli chen Vordrucke sowie das Bearbeitungsprogramm Rehadat-Elan auf CD-Rom erhalten. Die Verwendung anderer Vordrucke ist nicht zugelassen.
Das Programm Rehadat-Elan unterstützt und erleichtert die Erfassung der Daten und ermöglicht die Abgabe der Anzeige in elektronischer Form. Es kann auch im Internet unter www.rehadat-elan.de kostenlos herunter geladen werden. Dort finden die Arbeitgeber weiterhin Informationen zur Installation und zur Anwendung des Programms. . Auch beschäftigungspflichtige Arbeitgeber, die keine Unterlagen erhalten, sind anzeigepflichtig. Sie werden ebenso wie Arbeitgeber, die einen zusätzlichen Bedarf haben, gebeten, diese über den Bestellservice der Bundesagentur für Arbeit unter www.rehadat-elan.de anzufordern. Für weitere Fragen und Informationen stehen Frau Kreinsen und Frau Reichelt unter der Telefeonnummer (0365) 85 71 69 bzw. -481 oder per E-Mail gera.161-reha@arbeitsagentur. de zur Verfügung.


12. Februar 2010 /OTZ

Arbeitsagenturmitarbeiter spenden für Haiti

1430 Euro an Unicef überreicht

Greiz (OTZ).

Mit Zunahme der Berichte und dem Sichtbarwerden der Folgen des verheerenden Erdbebens auf Haiti in den Tagen nach dem 12. Januar dieses Jahres wuchs der Wunsch nach Unterstützung der notleidenden Bevölkerung, vor allem natürlich der Kinder.
Schnell waren sich die Geschäftsführer der Geraer Arbeitsagentur und der Arbeitsgemeinschaften SGB II der Stadt Gera, des Saale-Orla-Kreises sowie des Landkreises Greiz darüber einig, einen Spendenaufruf an die Mitarbeiterschaft zu richten. Unter dem Motto „Hilfe für Haiti" wurde in den Belegschaften Geld für die Erdbebenopfer gesammelt. So kam bis Ende Januar die stolze Summe von 1430 Euro zusammen. „Ich bedanke mich bei allen Mitarbeitern ganz herzlich für die Unterstützung", sagte Birgit Becker, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur, als sie stellvertretend für die Kollegen kürzlich den Scheck an Claudia Poser, der Leiterin der Unicef-Arbeitsgruppe Gera, überreichte. „Wir werden mit dem Geld die Kinder in Haiti unterstützen. Unicef hat die Koordination der internationalen Hilfe im Bereich Wasser und Hygiene übernommen. Per Schiff und Flugzeug bringen wir große Mengen überlebenswichtiger Güter in das Katastrophengebiet. Vor allem die Kinder brauchen sauberes Trinkwasser und Zusatznahrung", so Poser zur Verwendung der Spenden.


12. Februar 2010 /OTZ

Grünes Licht für Bau der Straße Am Veitsberg

Kreisausschuss beschließt Ausgabe

Von Katja Grieser Greiz/Wünschendorf (OTZ).

Grünes Licht für den Bau der Straße Am Veitsberg in Wünschendorf hat der Kreis- und Finanzausschuss des Landkreises in seiner jüngsten Sitzung gegeben: Einstimmig beschlossen die Mitglieder eine überplanmäßige Ausgabe von 100 000 Euro für die Instandsetzung der Straße. Dass der Landkreis in die eigene Rücklagen greift, um eine Gemeindestraße zu sanieren, hat einen Grund. Das Straßenbauamt Ostthüringen plante im Jahre 2006 den Neubau der Landesstraße. Ziel war es, die Holzbrücke in Wünschendorf für Pkw und Lkw zu untersagen. Lediglich Radfahrer und Fußgänger sollten sie nutzen können. Aus diesem Grund musste die Frage der Straßenbaulast neu geklärt werden. Der Freistaat nahm die damalige Kreisstraße von der B 92 am Abzweig Köckritz/Köfeln bis zur Holzbrücke in seine Baulast. Die ehemalige Landesstraße vom Abzweig der B 175 in Richtung Wünschendorf wurde vom Abzweig B 175 bis Zschorta in die Baulast des Landkreises, von Zschorta bis zur Holzbrücke in die Baulast der Gemeinde Wünschendorf übertragen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde 2007 getroffen, in der zugleich geregelt wurde, dass das Straßenbauamt Instandsetzungsarbeiten an der ehemaligen Kreisstraße und den erforderlichen Brückenneubau über die Weida realisiert.


Nach dem Frühjahr wird mit dem Bau begonnen.

Abteilungleiter Frank Korn


Im Gegenzug verpflichtete sich der Landkreis, die Instandsetzung der bisherigen Landesstra- ße L 2330 — am Veitsberg — bis kurz vor Abzweig Cronschwitz zu übernehmen. 215 000 Euro sind dazu nach aktuellen Schätzungen erforderlich, so der zuständige Abteilungsleiter im Landratsamt, Frank Korn. Für diese Straße hatte der Landkreis Mittel aus dem Konjunkturpaket II für Lärmschutzmaßnahmen beantragt. Doch das hat das Landesverwaltungsamt abgelehnt, vor allem deshalb, weil der Landkreis nicht Straßenbaulastträger ist. Der Widerspruch blieb erfolglos, sagt Korn. Bereits 2008 wollte der Landkreis die Straße bauen, hatte 115 000 Euro im Haushalt eingestellt. Da es jedoch keine Fördermittel gab, wurde der Bau zurück gestellt. Das Geld stehe als „Haushaltsrest" aus 2008 jedoch noch zur Verfügung, so dass nun lediglich 100 000 Euro überplanmäßig bereit zu stellen sind.
Die Alternativen seien nicht attraktiv. So könnte der Landkreis gegen den Widerspruchsbescheid klagen. Das birgt allerdings das Risiko in sich, dass Konjunkturpaketmittel nicht in Anspruch genommen werden könnten. Und die Sanierung der Straße erst in einen der nächsten Haushaltspläne aufzunehmen, bedeute nur Aufschub der Maßnahme. In dem Fall müsste die Gemeinde den Gehwegbau verschieben, was nicht gewollt ist. Nach dem Frühjahr soll mit dem Bau begonnen werden. Am Mittwoch habe es bereits eine erste Beratung vor Ort gegeben. Die Ausschreibungen sollen folgen, so dass die Straße in diesem Jahr gebaut werden kann.


12. Februar 2010 /OTZ

Ostthüringen seismisch aktiv

Der Raum Gera ist ein seismisch aktives Gebiet. Die meisten Erdbeben spürt allerdings kein Mensch. Sie werden nur von Seismographen registriert.
Der Raum Gera ist ein seismisch aktives Gebiet. Die meisten
Erdbeben spürt allerdings kein Mensch. Sie werden nur
von Seismographen registriert.

Erst letzte Woche wieder ein Erdbeben bei Altenburg - Auch Gera oft betroffen

Von Dr. Horst Neunhöfer und Albrecht Ziegert Gera/Altenburg.

Das große, verheerende Erdbeben in Haiti und ein kleiner Erdbebenschwarm, der am 22. Januar dieses Jahres im sächsischen Bad Elster begann, und am 2. Februar ein schwaches Erdbeben mit der Magnitude 1.4 bei Altenburg haben die Frage wieder einmal aufgeworfen, wie es in der Ostthüringer Region mit dem Auftreten von Erdbeben bestellt ist. Da ist als erstes auf den 6. März 1872 zu verweisen, als nachmittags gegen 16 Uhr ganz Thüringen von einem für unsere Gegend außergewöhnlich starken Erdbeben erschüttert wurde. Das war wohl das stärkste Erdbeben, das hier sicher nachgewiesenen werden konnte. Es ist deshalb als das mitteldeutsches Erdbeben in die Fachliteratur eingegangen.
In den Mauern des alten Postersteiner Schlnsses sind, wie Zeitzeugen berichteten, zahlreiche Risse entstanden und im Keller ist Putz von der Decke gerieselt. Im neuen Schloss seien in fast allen Räumen neue Mauerrisse zu sehen gewesen. Aus Schmölln wird gemeldet, dass mehr als 30 Essen beschädigt worden seien. Auch im größeren Gera stürzten einige Schornsteinköpfe und Dachziegel herab. Eine Person wurde dabei verletzt. Aus Gößnitz ist mitgeteilt worden, dass Öfen verrückt wurden oder eingestürzt sind, ein Drittel aller Essen sei beschädigt worden. Neben diesem relativ starken Ereignis ist im Laufe der Jahrhunderte bis heute auf dem Gebiet Thüringens noch eine mühelos überschaubare Anzahl weiterer Erdbeben entweder durch die Bevölkerung wahrgenommen oder in den letzten 100 Jahren auch von Seismografen registriert worden. Da Erdbeben ein Phänomen unserer natürlichen Umwelt sind, ist ihre „Verwaltung" in der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie angesiedelt, die sich meist auf wissenschaftliche Arbeiten in Jena beruft. Heute ist das Thüringer Seismische Netz (TSN) als Nachfolger des Ostthüringer Seismischen Netzes (OTSN) zur Überwachung der Erdbeben in Betrieb.
Auf Grund der Häufigkeit und Stärke auftretender Erdbeben werden vier Regionen unterschieden: Die aktivste Zone, die Zone 1, umfasst Ostthüringen und Westsachsen. In ihr fand auch das bereits genannte mitteldeutsche Beben statt. Aller paar Jahre wird ein schwaches Beben von der Bevölkerung gespürt und einige wenige Ereignisse pro Jahr werden von den seismischen Stationen registriert. Die Erdbebengefahr ist selbst in dieser Zone, legt man. globale Maßstäbe an, sehr moderat. Wesentlich geringer ist sie in der Zone 2, dem Thüringer Wald mit seinem nördlichen und südlichen Vorland. In ihm wurde im Jahre 1847 sehr deutlich ein Erdbeben bei Lauscha gespürt. Nahezu frei von Erdbeben ist die Zone 3 mit Nordthüringen und dem Harz. Im Südosten, etwa in der Gegend von Greiz, ragt ein kleiner Zipfel der Zone 4 nach Thüringen hinein. Sie gehört zur Erdbebenregion Vogtland/Westböhmen und wird vor allem durch das Auftreten so genannter Schwarmbeben charakterisiert. Die Epizentren der Erdbeben haben eine Beziehuiig zu geologischen Störungszonen. Und diese bevorzugen in Thüringen drei Himmelsrichtungen. Besonders auffällig ist die Richtung von Nordwest nach Südost, in der sich auch der Thüringer Wald einordnet. Bezüglich der Erdbeben ist eine gut bekannte Störungszone aktiv, welche in etwa die Orte Osterfeld bei Naumburg,Eisenberg, Gera, Werdau und Jachymov tangiert. Auf ihr liegt unter anderem ein 1926 in Stadtro da und Umgebung deutlich gespürtes Erdbeben. Es ist das erste in Jena sicher registrierte Beben aus Thüringen. Sein Epizentrum liegt bei Eisenberg.
Geologisch gut bekannt ist ebenfalls die Störung zwischen Eichenberg in Nordhessen, Gotha und Saalfeld, ihre Anfälligkeit für Erdbeben ist bis heute noch unsicher. Stattdessen scheint die seismische Aktivität südlich vom westlichen Thüringer Wald entlang der Störung Heustreu-Haßberge etwas besser durch Beobachtungen begründet zu sein. Ganz sicher mit Erdbeben belegt ist eine Störung zwischen Jocketa (Plauen) und Chodov in Tschechien, die in das vogtländische Erdbebengebiet hinein reicht. Eine zweite Gruppe von seismisch aktiven Störungen streicht von Südwest nach Nordost. Sie schneidet zum Beispiel senkrecht den Thüringer Wald. Auf ihr liegt das bereits erwähnte Beben aus dem Jahre 1847 unter Lauscha. Zusätzlich gibt es noch die Linie A. Geologisch wenig markant, wurde sie erst vor kurzem auf Grund der Lage schwacher Erdbeben erkannt und erhielt den Namen Altenburger Seismische Störung. Eine sehr wichtige etwa dreißig Kilometer breite Störungszone verläuft in nordsüdlicher Richtung von Rostock über Leipzig nach Regensburg. Sie verbindet die Erdbeben, die bei Leipzig beobachtet werden, mit denen bei Gera und den Schwarmbeben im Gebiet Vogtland/Westböhmen.

So entstehen Beben in Thüringen

Thüringen liegt innerhalb der eurasischen Platte. Sie erfährt Druck vom Süden her im Bereich des Mittelmeeres von der afrikanischen Platte.
Vom Westen her entsteht am Mittelatlantischen Rücken weiterer Druck. So kommt es auch im Platteninneren zu Spannungen, die zu Erdbeben führen können, den so genannten Intraplattenbeben. Ihre Herde befinden sich an Schwachstellen der Erdkruste. Als solche Wirken geologische Störungen. Und in der Umgebung von Gera schneiden sich gleich drei davon, was die relativ hohe, insgesamt aber sehr moderate Erdbebentätigkeit dort erklärt. Aus jüngster Zeit sind noch zwei gespürte Erdbeben in Erinnerung: am 28. September 1993 ein Ereignis unmittelbar unter Gera und am 19. Oktober 2007 etwas südöstlich davon.


12. Februar 2010 /OTZ

Piraten im Duell gegen Fußbälle

Mönch gegen Hippie, Triebes gegen Weida. Beim 19. Närrischen Volleyballturnier in Triebes traten sechs Mannschaften in teilweise lustigen Verkleidungen gegeneinander an.
Mönch gegen Hippie, Triebes gegen Weida. Beim 19. Närrischen
Volleyballturnier in Triebes traten sechs Mannschaften in
teilweise lustigen Verkleidungen gegeneinander an.
Foto: Kristin Kulow

Zeulenrodaer Volleyballer geben närrischen Wanderpokal nach Gera ab

Von Kristin Kulow Triebes (OTZ).

Ein Mönch in Turnschuhen, ein Hippie beim Baggern und Piraten im Netzduell gegen Fußbälle gab es am Wochenende beim 19. Närrischen Volleyballturnier in Triebes zu sehen. Die Volleyballer vom Triebeser SV hatten traditionell zur Faschingszeit zu einem kleinen Turnier in lustigen Verkleidungen eingeladen. Zu spannende Duellen hatten sich Mannschaften aus Zeulenroda, Triebes, Weida und Wildetaube sowie die Teams "Julia" aus Gera und "Kristin" eingefunden. Die letzten beiden waren eingesprungen für zwei Mannschaften, die kurzfristig abgesagt hatten. Sie spielen normalerweise nicht in dieser Konstellation zusammen, was ihren Erfolg aber nicht schmälern sollte. Gespielt wurde in zwei Gruppen, jeweils zwei mal zehn Minuten. "Wir versuchen immer, für dieses Turnier sechs Mannschaften zusammen zu bekommen, um in diesen zwei Gruppen spielen zu können", erklärt Reinhard Seidel, Organisator des Turnieres. "Klappt das mal nicht, dann spielt jeder gegen jeden." Letztendlich traten im Finale die Spieler aus Weida gegen das Team "Kristin" an, um Platz fünf auszuspielen, wobei die Weidaer geschwächt aufgrund einer Verletzung in dieses Spiel gingen. So war es nicht überraschend, dass sie sich nicht behaupten konnten. Um Platz drei kämpften Wildetaube und Triebes. "Wir sind hier mit Abstand die ältesten Spieler. Gegen Wildetaube haben wir keine Chance. Schon über einen vierten Platz können wir uns sehr freuen", erzählte Reinhard Seidel, der für die Triebeser angetreten war, im Vorfeld des Spieles. Wie prognostiziert, trat es dann auch ein. Das Team aus Wildetaube erspielte sich den dritten Platz. Die Spieler vom PSV Zeulenroda wollten den Wanderpokal wie im letzten Jahr wieder mit nach Hause nehmen, doch gegen das Team "Julia" hatten sie es nicht einfach. "Das Team wird von drei höherklassigen Spielern unterstützt", weiß Seidel. So war es keine Überraschung, dass die Geraer den Kasper auf seinem Thron letztlich mit nach Hause nahmen.

Den närrischen Pokal holte sich in diesem Jahr das Team Julia aus Gera.
Den närrischen Pokal holte sich in diesem Jahr das Team
"Julia" aus Gera.
Foto: Kristin Kulow
Wildetaube erspielte sich beim Volleyballturnier den dritten Platz.
Wildetaube erspielte sich beim Volleyballturnier
den dritten Platz.
Foto: Kristin Kulow

"Durch gute Verbindungen zu anderen Volleyballteams in der Region kamen wir auf die Idee mit dem Turnier in der Faschingszeit", erinnert sich Seidel. "Jörg Theilig hat das aufgegriffen und den Stuhl für unseren Narren geschnitzt. Das ist von Anfang an der Pokal, ein echtes Unikat." Zu Beginn der Turniergeschichte hatten alle Mannschaften etwa denselben Altersdurchschnitt, inzwischen hat die Jugend aufgeholt. "Allein drei unserer Spieler sind zusammen 195 Jahre alt, der Altersdurchschnitt der anderen Mannschaften liegt bei etwa Mitte 20", weiß Seidel.
Zum 20. Jubiläum im nächsten Jahr soll das Turnier etwas größer aufgezogen werden. "Wir wollen versuchen, die ganzen Vereine einzuladen, die früher mal mitgespielt haben wie zum Beispiel Schleiz oder Lobenstein", erzählt Seidel. "Bei diesem Turnier wollen wir dann nach den alten Regeln spielen."


12. Februar 2010 /OTZ

Schwere Aufgaben für junge Basketballer

Die Spieler des Greizer Gymnasiums (in Rot) hier im Spiel gegen die Vertretung aus Gera.
Die Spieler des Greizer Gymnasiums (in Rot) hier im Spiel gegen
die Vertretung aus Gera.
Foto: Reichardt

Thüringer Landesfinals bei Jugend trainiert für Olympia

Greiz (OTZ/P. R.).

Die Thüringer Landesfinals im Basketball bei Jugend trainiert für Olympia finden am 18. Februar in der Sporthalle in der Greizer Neustadt und an der Regelschule Greiz-Pohlitz statt. "Favorisiert waren die Jungen vom Angergymnasium Jena, doch die Mannschaft des Greizer Gymnasiums konnte sich mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und taktischem Geschick den Turniersieg erkämpfen und damit den Einzug in das Thüringer Landesfinale feiern." So konnte man am 16. Januar 2010 in der OTZ lesen. Gemeint war das Regionalfinale Ostthüringen im Basketball bei Jugend trainiert für Olympia in der WK III, dessen Thüringer Landesfinale am Donnerstag, 18. Februar, 10 Uhr in der Sporthalle der Greizer Neustadt angepfiffen wird. Ein starkes und interessantes Teilnehmerfeld steht den jungen Basketballern vom Greizer Gymnasium da gegenüber. Für das Thüringer Landesfinale in der WK III haben sich, neben der Mannschaft des Greizer Gymnasiums, die Schulmannschaft des Staatlichen Gymnasium Bad Salzungen, die Mannschaft des Tilesiumsgymnasiums Mühlhausen, die Schulmannschaft der Regelschule "Werner Seelenbinder " Apolda und, ein besonders harter Brocken, die Mannschaft des Sportgymnasiums Jena in ihren Regionalfinal?s durchgesetzt und für das Thüringer Landesfinale qualifiziert. Eine anspruchsvolle Aufgabe für die jungen Greizer Basketballer der Jahrgänge 1995 bis 1997, die vor ihnen steht, die sie sicher aber auch beflügeln wird, um Ostthüringen im Thüringer Landesfinale würdig zu vertreten und gegebenenfalls um den Einzug in das Bundesfinale zu kämpfen.
Am gleichen Tag findet in der Sporthalle der Regelschule Greiz-Pohlitz (Ostvorstadt), ebenfalls um 10 Uhr beginnend, auch das Thüringer Landesfinale im Basketball der WK II (Jahrgänge 1993 bis 1996) bei "Jugend trainiert für Olympia" statt. Hier konnten sich die Basketballer des Greizer Gymnasiums beim Regionalausscheid Ostthüringen leider nicht qualifizieren. Doch auch in dieser Altersklasse läuft mit den Schulmannschaften des Staatlichen Angergymnasiums Jena, der Regelschule "Werratal" Bad Salzungen, dem Staatlichen Gymnasium "Arnoldischule" Gotha, dem Staatlichen Gymnasium "Fridericianum" Rudolstadt und dem Sportgymnasium Jena ein Starterfeld in diesem Thüringer Landesfinale auf, das gewiss für spannende Auseinandersetzungen und rasante Aktionen unter dem Korb sorgen wird. Auch hier geht es um den Einzug für Thüringen in das Bundesfinale Basketball bei "Jugend trainiert für Olympia". Zwei hochinteressante Thüringer Finalturniere, die bei den sportbegeisterten Greizern sicher eine gute Zuschauerkulisse finden werden. Der Eintritt zu den Turnieren ist frei.


12. Februar 2010 /OTZ

FSV-Damen erkämpfen Sieg in Altenburg

Kegeln, Frauen, 2. Landesklasse
SV Motor Altenburg - FSV Mohlsdorf 1583:1649

Altenburg (OTZ/Rudi Stöhr).

Nachdem sie am 13. Spieltag ohne Wettkampf waren - bedingt durch neun Mannschaften in der Staffel und demzufolge einem spielfreien Tag - mussten die Keglerinnen des FSV Mohlsdorf am vergangenen Sonntag nach Altenburg reisen. Sie traten die Fahrt zum SV Motor Altenburg, der sie auf der Vier-Bahnen-Anlage der Kegelbahn Zur Schweiz erwartete, mit gemischten Gefühlen an. Grund ist das Nichtantreten der Gastgeberinnen am fünften Spieltag in Mohlsdorf. Dessen Spiele waren sämtlich für den 25. Oktober 2009 terminiert, lediglich das in Mohlsdorf für den 18. Oktober, dazu mit drei Ausrufezeichen in der Ansetzung versehen. Die FSV-Damen warteten damals die Karrenzzeit von einer Stunde ab und spielten danach eine "Solopartie", in der sie auf 1588 Kegel kamen. Das Versäumnis lag eindeutig bei den Altenburgerinnen, die nach dem 13. Spieltag auf dem sechsten Platz der Tabelle standen, die Mohlsdorferinnen auf dem vierten. Bekanntschaft machten beide in der vergangenen Saison mit jeweiligen Auswärtsspielen. Am Ende kamen beide auf 10:18 Punkte, die Motor-Damen belegten Platz sechs, die FSV-Damen einen dahinter. Ihr Auswärtsdurchschnitt lag bei 1636 Kegeln, der Heimdurchschnitt der Skatstädterinnen bei 1573. Dennoch sollten die Mohlsdorferinnen gewarnt gewesen sein, kassierte doch der vorjährige Staffelsieger KSV 91 Kleinröda eine 1550:1607-Niederlage in Altenburg.
Den Auftakt vollzogen Christine Haase gegen Hella Oeser und Mannschaftsführerin Ilona Görner gegen Juliane Werner. Haase kam mit ihrem zweiten Saisoneinsatz auf 383 Kegel (288 Volle/95 Abräumer/15 Fehlwürfe). Görners 428 Kegel (301/127/4) waren Tagesbestwert, Gleiches trifft auf die Vollen zu. Bei beiden Paarungen wurden die besseren Werte aller vier Keglerinnen auf den Bahnen zwei und drei erzielt. Mit 18 Kegeln Vorsprung traten Antje Buhtz gegen Mannschaftsführerin Annett Jähnig und Xenia Harpeng gegen Beate Rohloff an. Buhtz, Dritte der Top Ten, schaffte 414 Kegel (289/125/8), ihr elfter Wurf über 400 im elften Einsatz. Harpengs 424 Kegel (295/129/11) waren zweitbester Tageswert, des gleichen die Vollen. Auch bei diesen Paarungen traf das zu den Bahnen zwei und drei Gesagte zu. In der laufenden Saison wurden die begehrten 1600 Mannschaftskegel zum fünften Mal auf fremden Bahnen überboten, hinzu kommt einmal mit 1770 Kegeln. Bei 400er Einzelergebnissen stehen jetzt 14 zu Buche.

Ergebnisse im Einzelnen, Mohlsdorf zuerst:
Gesamtkegel 1649:1583 Volle 1173:1095 Abräumer 476:488 Fehlwürfe 38:31


12. Februar 2010 /Vogtland-Anzeiger

Jahresausstellung auf Burg Mylau eröffnet

Mylau – Die Eröffnungen der Jahresausstellungen im Museum Burg Mylau markieren alljährlich besondere Höhepunkte im kulturellen Leben der Stadt – ja des gesamten nördlichen Vogtlandes. Museumsleiter Andreas Raithel und seinem Team versucht dabei immer wieder aufs Neue, ein ganz speziell auf das jeweilige Thema zugeschnittenes Drehbuch einprägsam in Szene zu setzen. Ein musikalischer Rahmen darf dabei gleichfalls nicht fehlen. Nachdem Raithel das Publikum vor wenigen Jahren schon einmal mit der „Wacht am Rhein“ überraschte, kam diesmal eine Komposition von Marc-Antoine Charpentier zu Gehör. Den Franzosen, der im 17. Jahrhundert zur Zeit Ludwig XIV. lebte, mag heute kaum einer mehr kennen. Eines seiner Werke aber, das Präludium aus „De Teum“, ist vielen Millionen Menschen in ganz Europa seit Jahrzehnten als „Eurovisionsfanfare“ aus Rundfunk und Fernsehen bekannt. Raithel ließ es am Samstag zur Eröffnung der neuen Jahresausstellung „Der Fritz-Müller-Fundus“ erklingen. Diese Ausstellung fällt ein wenig aus dem Rahmen. Während es in den vergangenen Jahren in Mylau wiederholt um das Leben und Wirken verschiedener regionaler Adelsgeschlechter ging, steht 2010 ein einfacher Bäcker im Mittelpunkt. Der „Fritz-Müller-Fundus“ ist zu sehen, oder besser gesagt, ein ganz kleiner Teil der umfangreichen Sammlung des 1920 in Obercrinitz geborenen Mannes. Mit einer Verwundung aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt, konnte er seiner erlernten Beruf nicht mehr ausüben. Fritz Müller arbeitete fortan als Verkaufsstellenleiter und als Heizer. Seine Leidenschaft aber galt schon in jener Zeit dem Puppenspiel. „Er ist den wandernden Marionettenbühnen hinterher gereist. Den wenigen, die es damals noch gab“, wusste Andreas Raithel zu berichten. Müller sammelte alles, was in irgendeiner Weise mit dem Puppenspiel zu hatte. Textbücher, Programmzettel und Plakate und sogar die eine oder andere geschenkte Marionette fanden ihren Platz in seinem Haus. Alsbald wurde man auf ihn aufmerksam, bat ihn um seinen fachkundigen Rat. „Er war dann überall anzutreffen, wo es um die Pflege das alten Puppenspiels ging“, so Raithel. 1970 vermacht Müller in Anbetracht gesundheitlicher Probleme, die ihn das Schlimmste befürchten lassen, seinen bis dahin zusammengetragenen Fundus der Puppentheatersammlung Dresden. Doch bald darauf fing er wieder mit dem Sammeln an. Ein kleiner Teil des Zusammengetragenen ist nun als Leihgabe des Puppentheaters Zwickau – dessen ehemaliger und langjähriger Chef Heinrich Schulze am Samstag selbst auf der Burg zugegen war – im Mylauer Museum zu sehen. Gezeigt werden Marionetten verschiedener Bühnen, Plakate, Requisiten und viele andere Utensilien rund um die Faszination Puppenspiel.
Das Thema war gewiss auch der Grund dafür, dass die Jahresausstellung diesmal zeitgleich mit dem 17. Puppenspielfest eröffnet wurde. Nach dem Eröffnungsrundgang zeigte das Marionettentheater Dombrowsky aus Engertsdorf bei Altenburg die Oper „Günther von Schwarzburg“. Die Ausstellung wird – so der liebe Gott, die Stadt Mylau und der Christliche Schulverein als künftiger Erbpächter der Burg es mögen – bis zum Jahresende zu sehen sein.
sg


12. Februar 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Kaum Unfälle aufgrund Wintereinbruch

Greiz (OTZ).

Die gestrige Wintereinbruch blieb in der Region, laut Polizei ohne große Folgen. Der bereits am Mittwochabend einsetzende Schneefall hat nicht zu wesentlichen Behinderungen im Straßenverkehr gesorgt. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Gera, die für die Stadt Gera, den Landkreis Altenburger Land sowie dem Landkreis Greiz zuständig ist, ereigneten sich von Mittwoch, 20 Uhr, bis Donnerstag, 12 Uhr, 13 Verkehrsunfälle, davon vier im Greizer Landkreis. Personen wurden nicht verletzt. Hoch ist dagegen der Blechschaden ausgefallen. Zu Behinderungen kam es vereinzelt, weil Lkw Probleme an Steigungen hatten. Das traf vor allem auf die Bundesstraße 92 im Bereich Weida und Greiz zu. Die Fahrzeugführer passten ihre Geschwindigkeiten den schneebedeckten Fahrbahnen an.


Karikatur des Tages

Die Gedanken sind frei
Die Gedanken sind frei
Zeichnung: OTZ/Bruns


Kein Angriff auf Sportvereine oder Musikschule

Greiz (OTZ/KG).

Der in der gestrigen OTZ-Ausgabe erschienene Artikel „Ein Schritt gegen die Ausgrenzung" hat offenbar für Unmut gesorgt. Darin hatte Monika Zirk vom Kinder- und Jugendschutzdienst „Die Insel" in Greiz daran erinnert, dass Bildung nicht nur Schule ist, sondern unter anderem auch sportliche und musikalische Freizeitaktivitäten dazu gehören. Da in den aktuellen Hartz-IV-Sätzen Bildungsausgaben jedoch nicht berücksichtigt werden, sei häufig Ausgrenzung der Kinder die Folge. Das ist die Erfahrung, die Zirk in ihrer täglichen Arbeit machen musste.
„Ich wollte damit weder die Musikschule noch die Sportvereine der Region angreifen", sagt Monika Zirk. Wenn es dort Möglichkeiten gibt, etwa über Fördervereine, dass jedes Kind unabhängig vom Geldbeutel der Eltern gefördert wird, sei das ja schön. Sie hatte jedoch schon mit Kindern zu tun, die sich aufgrund der finanziellen Situation der Eltern nicht einmal getraut haben, ein sportliches oder musikalisches Hobby zu betreiben. Hier gelte es anzusetzen, betont Zirk.


Vorbereitung auf Fischereischein

Greiz (OTZ).

Am Sonnabend, 20. Februar, 9 Uhr, beginnt ein Vorbereitungslehrgang auf den Staatlichen Fischereischein in Greiz, Pohlitzer Straße 28, in Günthers Eiscafe. Interessenten melden sich bei Günther Schau, unter Tel. (0173) 9 12 86 46 oder (03661) 43 21 41 bzw. E-Mail zierfische@freenet.de an.


Katze „Maui" wird vermisst

Greiz (OTZ).

Vermisst wird seit Dienstagmittag eine dreijährige Glückskatze (dreifarbig: braun, weiß, schwarz) mit leuchtenden grünen Augen. Sie ist von zarter Statur und hört auf den Namen „Maui . Eine Belohnung wird zugesichert. Der Finder wird gebeten, sich unter Tel. (03661) 45 38 60 zu melden.


Leiter gesucht für Deutschkurs

Greiz (OTZ).

Die Kreisvolkshochschule Greiz sucht für die Durchführung eines Integrationssprachkurses Deutsch als Fremdsprache dringend Deutschlehrer /Kursleiter. Voraussetzung für diese Tätigkeit ist die Zulassung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Der Unterricht erstreckt sich über den Zeitraum eines halben Jahres. Wöchentlich sind 25 Unterrichtsstunden durchzuführen. Weitere Informationen erhalten Interessenten über Tel. (03661) 62 80 16, 62 80 14 oder 6 28 00.


Schüler bei Ausflügen im Ausland versichert

Greiz (OTZ).

Schüler und Studierende stehen bei Auslandsaufenthalten unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Darauf weist die Unfallkasse Thüringen hin. Der Versicherungsschutz ist für Schüler und Studierende kostenfrei und unabhängig von der Dauer des Ausflugs. Er umfasst die An- und Abreise und bezieht sich auf schulbezogene Aktivitäten während des Aufenthaltes. Voraussetzung für alle Leistungen: Der Auslandsaufenthalt muss von der Schule oder Universität geplant und durchgeführt oder im Lehrplan enthalten sein. Privat organisierte Reisen sind nicht gesetzlich unfallversichert. Bei einem Unfall oder einer Berufskrankheit übernehmen die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen die Kosten für Heilbehandlung und Rehabilitation.
Schüler und Studierende, die gesetzlich krankenversichert sind, sollten während eines Auslandsaufenthaltes immer die Europäische Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card — EHIC) mit sich führen. Sie bestätigt den ausländischen Leistungserbringern, dass die Übernahme der Kosten der Behandlung durch die deutsche Sozialversicherung erfolgt.
Während des Aufenthaltes sind alle Tätigkeiten versichert, die in direktem Zusammenhang mit dem Schul- oder Hochschulbetrieb stehen, zum Beispiel von der Schule organisierte Museumsbesuche oder gemeinsame sportliche Veranstaltungen. Nicht versichert sind Freizeitunfälle, etwa während abendlichen Diskobesuchen oder bei privaten Besorgungen. In diesen Fällen greift die gesetzliche oder die private Krankenversicherung des Betroffenen.


Heiße Faschingsphase eingeläutet

Inzwischen ist die heiße Faschingsphase eingeläutet, heute Abend feiern die Kurtschauer in der Turnhalle der SG Kurt- schau wieder, und auch alle anderen Narren der Region haben ein aufregendes Wochenende vor sich.
Foto: Hilbert

Inzwischen ist die heiße Faschingsphase eingeläutet, heute Abend feiern die Kurtschauer in der Turnhalle der SG Kurt- schau wieder, und auch alle anderen Narren der Region haben ein aufregendes Wochenende vor sich.


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