03. Februar 2010 /OTZ

Greizer Bibliothek wird 80 Jahre alt

Sven Strauß (vorn) und Christian Pohl von der Malerfirma Clauß arbeiten derzeit in der Greizer Bibliothek, die sich auf ihr 80-jähriges Bestehen vorbereitet.
Sven Strauß (vorn) und Christian Pohl von der Malerfirma Clauß
arbeiten derzeit in der Greizer Bibliothek, die sich auf ihr
80-jähriges Bestehen vorbereitet.
Foto: OTZ/Katja Grieser
Der Leseraum im Unteren Schloss, das erste Domizil der Greizer Bibliothek zirka 1935.
Der Leseraum im Unteren Schloss, das erste Domizil der Greizer
Bibliothek zirka 1935.
Foto: Bibliotheksarchiv

Neuer Raum soll bis April entstehen

Von Katja Grieser Greiz (OTZ).

Ein Jubiläum kann die Greizer Bibliothek in diesem Jahr feiern, denn vor 80 Jahren wurde die Bücherei in Greiz gegründet. Mit 2800 Bänden, die in Räumen des Unteren Schlosses untergebracht waren, begann die Geschichte der städtischen Bibliothek in Greiz. Heute kann die Stadt- und Kreisbibliothek auf einen Bestand von rund 60 000 Büchern, Notenbändern, CDs, Hörbüchern etc. verweisen.
"Am Anfang war es eine ganz kleine Geschichte, eine kleine Stadtbibliothek gab es damals nur", so Corina Gutmann, Leiterin der Bücherei. 1949 wurden auf Anregung der Musikschule Notenbände aufgenommen, die Musikbibliothek entstand. Zur Musikschule hat die Bibo noch heute einen guten Draht, wie Gutmann betont. Dass früher mitunter Musikdramaturgen in der Bibliothek gearbeitet haben, sei für den Notenbestand natürlich von Vorteil gewesen. "Auch heute kaufe ich nur Noten in Abstimmung mit den Musikschullehrern", so Corina Gutmann. Schließlich nütze es nichts, wenn sie Bratschennoten anschafft, an der Schule dieses Instrument jedoch überhaupt nicht gelehrt wird.
Untergebracht war damals die Musikbibliothek, ebenso wie die Kinderbibo, in der Brauhausgasse, in einem Gebäude, das inzwischen nicht mehr steht. Die Geschichte der Greizer Bibliothek ist ohnehin geprägt von Umzügen und verstreuten Standorten. Bis zum Einzug auf dem Kirchplatz im Jahr 1993 war die Bücherei an verschiedenen Orten zu finden. Hauptstelle war der Gartenweg, aber auch am Röhrenbrunnen oder am Marstall gab es die Bibliothek schon einmal.
"Auch die Trägerschaften haben häufiger gewechselt", erzählt Corina Gutmann. Mal war die Stadt, mal der Kreis, für die Kinderbibo einst sogar das Pionierhaus Träger. Seit 1997 ist die Bibliothek in Trägerschaft der Stadt Greiz, wird jedoch vom Landkreis mitfinanziert, weil sie auch kreisliche Aufgaben erfüllt. So beliefert die Greizer Bibliothek Gemeindebibliotheken etwa in Mohlsdorf oder Wildetaube mit.
In den letzten Wochen waren in der Bibliothek auf dem Kirchplatz die Handwerker zugange. Dank Konjunkturpaket konnte die Klimaanlage im Obergeschoss eingebaut werden, Malerarbeiten stehen aktuell noch an. Das Geburtstagskind will sich fürs Jubiläum nicht nur herausputzen, sondern den Nutzern zudem noch etwas Neues bieten, wie Gutmann verrät. So soll ein Raum im Erdgeschoss, der bislang so gut wie nicht genutzt wurde, zur Hörbuchabteilung werden. Die musste bislang in den "Romanraum" gequetscht werden. "Es soll eine kleine Begegnungsstätte werden", so die Bibo-Leiterin, die den Raum gern im Rahmen ihres Festmonats - im April sind mehrere Veranstaltungen geplant - übergeben würde. Ob das klappt, lasse sich jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, so Corina Gutmann.

Kommentar

Ein Wunsch bleibt

Von Katja Grieser

Auch wenn die Zeit der ständig wechselnden Standorte für die Greizer Bibliothek vorüber sein dürfte, heißt das nicht, dass es bezüglich der Räume keine Wünsche mehr gibt. Ganz im Gegenteil. Ein ganz großer Wunsch ist ein Lesecafé, wie Bücherei-Chefin Corina Gutmann sagt. Am liebsten wäre es ihr, wenn an das Gebäude auf dem Kirchplatz ein Wintergarten angebaut werden würde. Dort könnte das Lesecafé eingerichtet werden, so Gutmanns Vorstellung. Doch sie weiß, dass dieser Traum zum einen an den Finanzen scheitern wird. Zum anderen könnte ein solches Vorhaben mit Blick auf den Denkmalschutz problematisch werden. Schließlich befindet sich das Bibliotheksgebäude zwischen Unterem Schloss und dem altehrwürdigen Schulgebäude, in dem die Lessing-Regelschule untergebracht ist.
Aufgeben will Corina Gutmann ihren Traum trotzdem nicht. Träumen sei schließlich erlaubt, betont sie. Unterdessen machen sie und ihr Team das Beste aus den räumlichen Gegebenheiten, den neuen Hörbuchraum wollen sie zur kleinen Begegnungsstätte machen, quasi zum Leseraum en miniature.

Veranstaltungshöhepunkte 2010
15. April, 12 Uhr: Martin Stiebert präsentiert "Erotisches Punkt 12".
15. April, 19 Uhr: Bürger Lars Dietrich ist mit "Broiler und Breakdance" zu Gast.
22. April, 19 Uhr: Wortklang 2010 mit Angela Krauß und Moritz Anton Gause.
19. bis 23. April, jeweils ab 9 Uhr: Woche des Lesens.
29. April, 10 Uhr: Kung-Fu-Projekt mit Schauspieler Rainer Rudloff und Kampfkünstler Malte Guhr.
25. Mai, 19 Uhr: Chaim Noll liest "Meine Sprache wohnt woanders - Gedanken zu Deutschland und Israel".
28. Mai, 14 Uhr: Kinderfest.
3. Juni, 18 Uhr: Lese-Scout.
16. Juni, 10 Uhr: Fußball-Quiz-Show mit Autor Felix Hoffmann.
17. Juni, 20 Uhr: Literaturabend mit Armin Rohde.


03. Februar 2010 /OTZ

Mehr Platz für kleine Kinder

Die Fluchtbrücke führt aus dem Gebäude der Kindertagesstätte „Freundschaft in den Spielgarten. Der Übergang soll in den kommenden Wochen abgerissen und neu gebaut werden.
Die Fluchtbrücke führt aus dem Gebäude der Kindertagesstätte
„Freundschaft" in den Spielgarten. Der Übergang soll in den
kommenden Wochen abgerissen und neu gebaut werden.
Foto: OTZ/Christian Freund
Vor der Kindergartennutzung war in dem Gebäude das Restaurant Tryfle.
Vor der Kindergartennutzung war in dem Gebäude das
"Restaurant Tryfle".
Foto: Archiv/Schneider

Umfangreiche Bauarbeiten in Greizer Kindergärten - Sogar ein Neubau im Gespräch

Von Christian Freund Greiz.

Die Arbeiten zur Errichtung einer Fluchttreppe am Giebel der Kindertagesstätte "Freundschaft" (OTZ berichtete am 22. Januar) waren in den zurückliegenden Wochen nicht zu übersehen. Diese Baumaßnahme an dem 1986 übergebenen Neubau ist allerdings nur der erste Schritt für die Realisierung weiterer Arbeiten. Wurden die 54 000 Euro für diese Treppenanlage aus dem Stadtsäckel beglichen, so wird die Finanzierung des Baues einer Fluchtbrücke in Höhe von 84 000 Euro sowie der Terrasse samt Außenanlagen mit 66 000 Euro aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung finanziert.
Der Terrassenumbau kommt vor allem den Jüngsten zugute, sie sollen künftig von dort aus problemlos auf den Spielplatz im Garten gelangen können. Des Weiteren steht der Umbau eines Schlafraumes und eines Waschraumes für Kinder bis zu drei Jahren im Plan für 2010.
Bevor an gleicher Stelle der jetzige Bau errichtet werden konnte, musste das ehemalige Kammergut "Tryfle", in dem sich bis 1985 der Kindergarten befand, abgerissen werden. Diese Maßnahme rief im damaligen Wohngebiet vor allem unter den Eltern und auch älteren Bewohnern der Tannendorfstraße einigen Unmut hervor, offiziellen Protest wagte zu dieser Zeit niemand. In diesem Zusammenhang ist ein kleiner geschichtlicher Rückblick sicherlich interessant:
Auf dem Greizer Stadtplan von 1744 ist der Bau als das "Gut Hasental" erfasst, im 18. Jahrhundert wurde der Grund und Boden veräußert und es entstand der 1856 eingemeindete Vorort Tannendorf. Im Jahr 1800 kaufte Heinrich XIII. Reuß ä.l. das Restgut, das als Kammergut den Namen "Tryfle" erhielt. Bis 1950 diente es als Gaststätte. Im Gegensatz zur "Freundschaft" hat die Kindertagesstätte "Käte Duncker" in Aubachtal eine weniger aufregende Vergangenheit. Auch hier soll in diesem Jahr im großen Stil in Höhe von insgesamt 225 000 Euro investiert werden, so ist vorgesehen, einen Teil der Einrichtung komplett umzubauen. Großes Augenmerk wird dabei ebenfalls auf den Kleinkindbereich gelegt, erste Vorbereitungen dafür sind bereits angelaufen. Der Kindergarten der Lebenshilfe "Neuer Weg", erhält auch eine Unterstützung aus dem Konjunkturpaket. Bei "Juri Gagarin" wird der Außenbereich in Ordnung gebracht.
Verstärktes Augenmerk soll in den nächsten Jahren auf den Kindergarten Irchwitz gelegt werden. Mit Hinblick auf die neue gesetzliche Regelung, künftig jedem Kind ab einem Jahr einen Kindergartenplatz zur Verfügung zu stellen, wird es unumgänglich sein, in Greiz einen neuen Kindergarten zu bauen, bestätigte Bürgermeister Gerd Grüner.


03. Februar 2010 /OTZ

Fräse der Kreisstraßenmeisterei im Oberland im Einsatz

Die Schneefräse der Kreisstraßenmeisterei zwischen Bernsgrün und Frotschau. Vorsorglich wurde die Straße auf ihre ursprüngliche Breite freigeräumt, um für angekündigten Schnee Platz zu schaffen.
Die Schneefräse der Kreisstraßen-
meisterei zwischen Bernsgrün und
Frotschau. Vorsorglich wurde die
Straße auf ihre ursprüngliche
Breite freigeräumt, um für ange-
kündigten Schnee Platz zu schaffen.
Foto: OTZ/H.Henze

1500 Tonnen Salz verstreut

Von Heidi Henze Greiz (OTZ).

Meterhoch bläst die Fräse den Schnee in die Luft. Zwischen Bernsgrün und Frotschau im Vogtländischen Oberland wird die Straße vom Schnee beräumt. Großeinsatz für Bagger, Fräse und die Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei gestern Vormittag.
"Keine akuten Probleme, reine Vorsichtsmaßnahme", beruhigt der Werkleiter der Kreisstraßenmeisterei, Andreas Künzel, Befürchtungen für weitere Wintertage. Vorsichtsmaßnahmen deswegen, weil wieder Schneefälle und auch noch kräftiger Wind mit Böen bis zu 60 km/h vorausgesagt wurden. "Doch", meint Künzel, "bis dato ist bei uns nie so viel Schnee gefallen wie angekündigt".
Dennoch, auf rund einem Kilometer türmt sich mittlerweile der Schnee mannshoch am Straßenrand. Dadurch ist auch die Straßenbreite eingeschränkt. Wenn wieder neue Schneefälle dazu kommen, dann weiß irgendwann auch der Winterdienst nicht mehr, wohin mit der weißen Pracht. Deshalb hat man gestern begonnen, den Schnee auf die angrenzenden Felder zu bringen. Dass dafür auch die Fräse zum Einsatz kommt, ist schon eine Besonderheit. Bei einer Begutachtung wurden zudem weitere Straßenabschnitte festgestellt, in denen der Schnee verfrachtet werden muss: zwischen Läwitz und Förthen, Pansdorf und Hohndorf sowie zwischen Langenwetzendorf und Zoghaus. Hier läuft die Beseitigung. "Bereits die Wintersaison der Jahre 2005 und 2006 war ziemlich straff", erinnert sich Künzel.
Allerdings hat der Winter in der vergangenen Saison und Ende 2009 zugelegt. In diesem Jahr erfordert er noch etwas mehr Aufmerksamkeit. Das betrifft nicht nur die Schneehöhe, sondern auch die stetigen Temperaturschwankungen und das daraus resultierende Frost-Tau-Wetter.
Zum Vergleich führte Künzel die verbrauchte Salz-Menge mit rund 2000 Tonnen an. Wobei nicht nur pures Salz auf die Fahrbahnen aufgebracht wird. Bis maximal minus zehn Grad kann das Feuchtsalz - ein Gemisch zwischen Salz und Sohle - verwendet werden. Dieses hat zum einen den Vorteil, dass es schneller wirkt, und zum anderen hafte es besser am Belag, so Künzel. Fahrzeugverkehr und Wind können dem Feuchtsalz nicht so viel anhaben. Bis zum heutigen Tag habe man einen Verbrauch von 1500 Tonnen Salz, erklärt er. Natürlich wäre Künzel kein guter Werkleiter, wenn es ihn nicht freuen würde, dass seine 26 Mitarbeiter über mangelnde Arbeit nicht klagen können. Doch neben dem lachenden gebe es noch ein weinendes Auge, so Künzel. Ihm ist durchaus bewusst, dass in Zeiten schlecht gefüllter Kassen ein Winter mit einem solchen Arbeitspotenzial sehr wohl auch zu Lasten der Städte und Kommunen geht. "Jeder Euro, den wir jetzt verbrauchen, kann nicht mehr in die Erhaltung der Straßen gesteckt werden", betont Künzel.


03. Februar 2010 /OTZ

IWA, FDP, Linke fordern Rücktritt von Hemmann

CDU-Fraktionschef weist Vorwürfe zurück

Greiz (OTZ).

Die Fraktionen von IWA, FDP und Die Linke im Greizer Stadtrat fordern den Rücktritt von Dr. Andreas Hemmann (SPD) von seinen politischen Ämtern.
In einem Schreiben an die Redaktion werfen sie dem Vorsitzenden des Greizer Stadtrates, der auch Aufsichtsratsmitglied der Greizer Energieversorgung ist, Fehlverhalten in Zusammenhang mit der Errichtung eines Ergebnisabführungsvertrages aus dem Jahr 2003 zwischen der Greizer Freizeit- und Dienstleistungs GmbH & Co. KG und der Energieversorgung Greiz GmbH vor. Hemmann habe dem Greizer Stadtrat Informationen zur steuerlichen Bewertung dieses Vertrages vorenthalten. Den stadteigenen Gesellschaften sei damit finanzieller Schaden entstanden. Zudem ist gegen Hemmann im Dezember vergangenen Jahres in dieser Angelegenheit Strafanzeige und Strafantrag wegen des Verdachts der Untreue gestellt worden, wie die Staatsanwaltschaft Gera bestätigte. „Ich weiß, dass es die Anzeige gibt, habe sie aber noch nicht in den Händen gehalten", so Hemmann auf OTZ-Nachfrage. Aus diesem Grund sei es für ihn schwierig, dazu Stellung zu nehmen. Den Vorwurf der drei Stadt ratsfraktionen, er habe sie als damaliger Bürgermeister nicht über ein Schreiben des Finanzamtes zu dieser Problematik informiert, weist er zurück. Das Schreiben sei eine reine Verwaltungshandlung gewesen, als Bürgermeister habe er jährlich tausende Schreiben bekommen. Zur Rücktrittsforderung sagt Hemmann. „Ich sehe keine Veranlassung, die Ämter nieder zu legen." Und verweist darauf, dass „wir in einem Rechtsstaat leben", in dem die Unschuldsvermutung so lange gilt, bis der Richter ein Urteil gesprochen hat.
Dass es eine Anzeige gegen Hemmann gibt, ist CDU-Fraktionschef Jürgen Frantz bekannt. Er ist empört: „Das ist indiskutabel. Ich kenne Dr. Hemmann seit ewigen Zeiten. Keine Handlung, die ihm vorgeworfen wird, ist begründet", ist er überzeugt. „Mit seriöser Politik hat das nichts mehr zu tun, das ist kein Stil", so seine Bemerkung in Richtung IWA, Linke und FDP.
Überrascht schien SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Jatho. „Ich weiß nichts von einer Strafanzeige", sagt er. Da er deren Inhalt nicht kenne, will er sich weder zur Anzeige noch zur Rücktrittsforderung äußern, erklärt er auf OTZ-Nachfrage.


03. Februar 2010 /OTZ

Ausschussmitglied sichert Vogtlandhalle-Domain

Jan Popp will Greiz nur Gefallen tun

Greiz (OTZ/KG).

Über den Namen der im Bau befindlichen Greizer Stadthalle ist noch nicht entschieden — auch wenn „Vogtlandhalle Greiz" als heißer Favorit für den Namen der im Bau befindlichen Stadthalle in der Neustadt gehandelt wird und der Greizer Kulturausschuss diesen Namen bevorzugt.
Klickt man sich jedoch durchs Internet, stellt man fest, dass die Seiten www.vogtlandhalle-greiz.de und www.vogtlandhalle.de bereits nicht mehr verfügbar sind. Recherchiert man weiter, stößt man auf den Domain-Inhaber: das Maklerbüro Jan Popp.
Besagter Jan Popp ist Mitglied im Kulturausschuss der Stadt Greiz, der sich in seiner jüngsten Sitzung im — natürlich — nicht öffentlichen Teil für eben jenen Namen entschieden hat. Ja, er habe sich die Domain bereits im vergangenen Jahr sichern lassen, so Jan Popp auf OTZ-Nachfrage. Vorschläge für die Stadthalle habe Popp bereits seit einem Jahr der Stadt unterbreitet. Und sich in dem Zusammenhang gleich mal die Vogtlandhalle-Internetseiten gesichert. „Ich werde sie natürlich der Stadt kostenlos zur Verfügung stellen", beteuert der FDP-Stadtrat.


03. Februar 2010 /OTZ

Umfrage

Soll der Staat die Steuersünder-Datei kaufen?

Carolin Beutler, Mitarbeiterin Bibliothek Greiz:
Ich bin da zwiegespalten. Es kommt ja bei solchen Sachen immer auf die korrekte Vorgehensweise an. Wenn Beweise nicht auf rechtlichem Wege zustande kommen, dann kann es schwierig werden. Klar, es geht hier ja auch um Leute, die den Staat betrügen. Das finde ich natürlich auch nicht in Ordnung. Aber man muss vorsichtig sein.

Stephan Büttner, Bürgermeister Berga:
Ja, ohne Wenn und Aber. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Wenn sich irgendwelche Herrschaften herausnehmen, uns alle zu betrügen, muss man die Möglichkeit nutzen, sie zu schnappen. Auch wenn die Verfahrensweise nicht glücklich ist. Aber man kann nicht eine Verkäuferin wegen 1,30 Euro entlassen und Zumwinkel & Co. laufen lassen.

Heike Hamann, Dipl.-Designerin, arbeitslos, Greiz:
Ich fände es gut, wenn das im Ausland illegal angelegte Geld wieder nach Deutschland käme. Das Verhältnis zwischen Ausgaben für die Informationen und der Gewinn, den damit der Staat macht, ist doch ein gutes Verhältnis. Dass die Leute enttarnt werden, finde ich richtig, denn jeder von uns muss seine Steuern bezahlen.

Thomas Gerling, Chef der Volkssolidarität Greiz:
Der Staat soll sie kaufen. Jeder kleine Steuerhinterzieher wird doch auch belangt und die Großen versuchen, ihr Geld am Fiskus vorbei zu bringen. Überall werden Zuschüsse gestrichen, weil kein Geld da ist. Ich bin der Meinung, dass die starken Leistungsträger der Gesellschaft auch mehr bringen müssen. Die Schwachen können es nicht.

Pia Büttner, Mitarbeiterin im Sommerpalais:
Das ist schwierig. Kauft der Staat jetzt, öffnet man Betrügern Tür und Tor. Ich denke, es muss doch auch einen legalen Weg geben, um an die Daten heran zu kommen. Steuerhinterziehung sollte bestraft werden. Aber kriminelle Machenschaften zu honorieren, und das würde der Staat beim Kauf der Datei machen, finde ich auch nicht richtig.

Reimund Silabetzschky, Reinigungskraft:
Na klar. Wir müssen doch alle Steuern bezahlen, warum dann nicht auch die, die viel Geld haben. Ich sage das jetzt auch nicht nur, weil wir gerade ein wirtschaftliches Tief haben. Steuern müssen bezahlt werden, das ist einfach so. Und deshalb sollte die Steuerdatendatei auch gekauft werden.

Umfrage/Fotos: Katja Grieser und Christian Freund


03. Februar 2010 /OTZ

Bau rutscht weiter in die Krise

Erholung bei Industriebetrieben

Greiz (OTZ).

Im Landkreis Greiz sind 19 Prozent der Unternehmen zufrieden mit ihrer Geschäftslage, 26 Prozent sind unzufrieden. Das Ergebnis liegt unter dem Ostthüringer Durchschnitt. Vor allem die Unternehmen des Baugewerbes und des Handels bewerten ihre Lage eher als schlecht. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage zum Jahreswechsel 2009/10 der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen. Die Erwartungen sind mit 20 Prozent positiven und 23 negativen Antworten hingegen im Ostthüringer Durchschnitt. Vor allem die Industrie und die Dienstleister heben die Erwartungen. Bau und Handel schauen dagegen pessimistischer in die Zukunft. Zum Jahreswechsel zählt die IHK 6613 Gewerbetreibende im Landkreis Greiz. Das sind 16 Prozent der IHK-Mitglieder im Bezirk Ostthüringen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der Betriebe um 192 gestiegen. Beim verarbeitenden Gewerbe habe sich die Lage zwar verbessert, sei jedoch immer noch schwierig. Die Industrie ist weiter auf ihrem Weg aus dem Konjunkturtal: 23 Prozent der Unternehmen berichten von einer guten Geschäftslage. Bei 27 Prozent ist die Lage schlecht. Werte, die zeigen, dass man noch weit entfernt ist von konjunkturell guten Zeiten. Aber die Lage ist besser als noch zur Herbstumfrage 2009, so die IHK. Mehr Industrieunternehmen als vor vier Monaten arbeiten kostendeckend oder mit Gewinn. Es gehen wieder mehr Aufträge aus dem Ausland ein. Die Erwartungen sind nur noch bei sieben Prozent der Unternehmen pessimistisch. 27 Prozent hingegen schauen mit Optimismus in die Zukunft. Die Exportaussichten verbessern sich ebenfalls: Ein Viertel der befragten Industrieunternehmen erwartet in Zukunft mehr Aufträge aus dem Ausland. Von Januar bis November des vergangenen Jahres haben Industriebetriebe mit über 50 Beschäftigten im Landkreis Greiz einen Umsatz von insgesamt 603 Millionen Euro erwirtschaftet. Im Vergleichszeitraum 2008 lag der Umsatz bei 680 Millionen.
Die Exportumsätze betrugen 199 Millionen Euro und sind damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 27 Millionen gesunken. Die Inlandsumsätze reduzierten sich von 454 Millionen auf 404 Millionen Euro. Die 39 Industriebetriebe im Landkreis Greiz mit über 50 Mitarbeitern zählen insgesamt 4555 Beschäftigte, 147 weniger als vor einem Jahr.


03. Februar 2010 /OTZ

Oldies aus Berga schlagen sich wacker

Berga (in Rot-Schwarz) war das einzige Team, das den Lobensteinern ein Unentschieden abtrotzen konnte.
Berga (in Rot-Schwarz) war das einzige Team, das den Loben-
steinern ein Unentschieden abtrotzen konnte.
Foto: Denise Kirchner

Fußball, Traditionsturnier des Triebeser SV

Triebes (OTZ/hei).

Angesichts der gemeldeten Mannschaften beim Traditionsturnier des Triebeser SV malten sich die Bergaer Alten Herren keine großen Chancen aus, ein gewichtiges Wort beim Kampf um den Turniersieg mitreden zu können. Es waren doch mit dem Turniersieger des letzten Jahres, VfR Lobenstein, und dem FC Motor Zeulenroda zwei klare Favoriten am Start. Nicht zu unterschätzen waren zudem die Gastgeber und die Kicker der SG Langenwolschendorf. Nach dem ersten Spiel der FSV-Männer gegen Motor Zeulenroda, bei dem man 1:4 unterlag, schienen sich diese Befürchtungen zu bewahrheiten. Aber dank einer spielerischen wie kämpferischen Steigerung in den folgenden Partien, bei denen Berga die Gastgeber mit 2:0 und die SG Langenwolschendorf mit 3:2 bezwang, konnte man dem späteren Turniersieger VfR Lobenstein in einem taktisch klugen Spiel ein 0:0 abtrotzen. Am Ende konnte man durchaus von einer kleinen Überraschung sprechen, dass der Neuling FSV Berga beim Traditionsturnier in Triebes den zweiten Platz belegte.
Der FSV Berga spielte mit: Heiroth, Krügel, Wellert Hille, Zuckmantel, Rentzsch, Wünsch, Neumann; Statistik: Motor Zeulenroda - VfR Lobenstein 0:3; Triebeser SV - SG Langenwolschendorf 1:2; Motor Zeulenroda - FSV Berga 4:1; VfR Lobenstein - SG Langenwolschendorf 9:1; Triebeser SV - FSV Berga 0:2; Motor Zeulenroda - SG Langenwolschendorf 1:0; VfR Lobenstein - Triebeser SV 4:0; FSV Berga - SG Langenwolschendorf 3:2; FC Motor Zeulenroda - Triebeser SV 0:1; VfR Lobenstein - FSV Berga 0:0.


03. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Wenn Elfen und Ritter zusammen tanzen

Tolle Stimmung beim Fasching im Freizeitzentrum Zeulenroda.
Tolle Stimmung beim Fasching im Freizeitzentrum Zeulenroda.
 Foto: Kulow

Gutgelaunte Kinder feiern lustige Faschingsparty im Freizeitzentrum

Zeulenroda (OTZ/kk).

Wenn sich Piraten, Ritter, Prinzessinnen, Ninjas und viele andere, manchmal auch zwielichtige Gestalten zum ausgelassenen, gemeinsamen Feiern treffen, ist wieder einmal Faschingszeit. Seit vielen Jahren lädt auch das Freizeitzentrum Zeulenroda Kinder zur Faschingsparty ein. Mit DJ Heintje feierten Hortkinder aus Langenwolschendorf, der Rötleinschule Zeulenroda und andere Faschingswütige zwei Stunden ausgelassen bei Faschingshits und einem bunten Programm. Wie bei den Großen eröffnete traditionell das Prinzenpaar mit einem Walzer die Veranstaltung. Oliver Kraushaar und Daniela Schaub vom Kinder- und Jugendballett "kess" wurde in diesem Jahr die Ehre zuteil. Doch das Team des Freizeitzentrums um Organisatorin "Königin" Marion Zablowski hatte noch mehr geplant. Die beliebte "Reise nach Jerusalem" lockte viele Kinder zum Mitmachen. Piratin Christina von der Rötleinschule bewies auf dem langen Marsch Ausdauer und gewann die Stuhlpolonaise. Auch die Tänzer von "kess" waren mit zwei kleinen Auftritten mit von der Partie. Sie begeisterten die kleinen Zuschauer als Hühner und mit einem irischen Folkloretanz.
Wie bei jeder Faschingsparty durfte natürlich auch die Prämierung der schönsten Kostüme nicht fehlen. Zehn sollte das Prinzenpaar aus den vielen schönen und fantasievollen Kostümen auswählen - keine ganz einfache Aufgabe. Pippi Langstrumpf, ein Ninja, ein Feuerwehrmann und eine Katze waren unter den Ausgezeichneten. "Wer nicht gewonnen hat, braucht aber nicht traurig sein", tröstet Königin Marion und lädt für Samstag ab 15 Uhr in die Stadthalle zum Kinderfasching ein.


03. Februar 2010 /Vogtland-Anzeiger

Richtfest des Netzschkauer Dementenwohnheims

Netzschkau – Im neuen Wohnheim für dementiell erkrankte Menschen, das Diakonie, Lebenshilfe und DRK gemeinsam in Netzschkau mit Blick auf die Göltzschtalbrücke errichten, wurde jetzt Richtfest gefeiert. Geschäftsführer Fredo Georgi begrüßte die Gäste mit der Erkenntnis, es sei gar nicht so einfach, bei einem Flachbau den richtigen Zeitpunkt für ein Richtfest zu finden.
Und dieser Flachbau, 52 Zimmer zu ebener Erde, birgt sogar noch mehr Besonderheiten. Er ermöglicht ein Wohnen ohne Treppen und ohne Aufzüge, dafür aber inmitten einer grünen Parklandschaft. Er stellt für das Betreuungspersonal aber auch eine große Herausforderung dar, weil durch die riesige Fläche lange Wege zurück gelegt werden müssen.
Dies will der Betreiber aber in den Griff bekommen, indem die einzelnen Teilbereiche weitgehend eigenständig arbeiten.
Trotz drei Wochen Zeitverzug wegen des Wintereinbruchs versprach Georgi, dass das neue, über drei Millionen teuere Haus noch in diesem Jahr eingeweiht werde. Dabei laste auf dem Baubetrieb aber gar kein Zeitdruck, denn „wir wollen einen qualitativ hochwertigen Bau hinstellen“. Das neue Haus soll Menschen, die an Demenz erkrankt sind, ein Zuhause bieten. Deshalb sei, so Georgi, die Ausstattung auch nicht vorgeplant und festgeschrieben. „Die Bewohner erhalten dabei ein Mitspracherecht. Sie sollen das Haus prägen“, erklärte er die Philosophie des Trägers.
Lob für den Neubau kam vom Netzschkauer Bürgermeister Werner Müller, der die einzigartige Bauweise des neuen Heimes würdigte. Und Lob kam auch von Dr. Drechsel, dem Sozialdezernenten im Landratsamt. Für ihn ist es vor allem der Trägerverbund, der seinesgleichen sucht und deswegen durchaus als Modellprojekt bezeichnet werden könne. Laut Georgi liegen bereits zahlreiche Anmeldungen vor, so dass sofort nach Fertigstellung des Wohnheims mit der Belegung der ersten Gruppe begonnen werden könne.
va


03. Februar 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Karikatur des Tages

Auch 'ne Idee!
Auch 'ne Idee!
Zeichnung: OTZ/Bruns


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