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28. Januar 2010 /OTZ
Tourismus im Fokus
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Gute Aussicht: Für die Talsperre Zeulenroda muss ein Tourismus-
konzept her, denn wenn der Trinkwasserstatus erlischt, dürfte
sie als Naherholungs- und Freizeitgebiet erst richtig
interessant werden.
Archivfoto: OTZ/Christian Freund -
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Regionalmanager Mario Walther mit einem Notizblock, mit dem
für den Landkreis geworben wird. -
Allein zehn Projekte des Regionalmanagements sollen Gäste in den Landkreis locken
Von Katja Grieser Greiz (OTZ).
300 000 Euro Regionalbudget jährlich hat der Landkreis Greiz für die Jahre 2010, 2011 und 2012 vom Land Thüringen zur Verfügung gestellt bekommen. 18 Projekte will das Regionalmanagement damit schwerpunktmäßig betreuen, davon sind allein zehn im touristischen Bereich angesiedelt.
So sollen die touristischen Entwicklungsmöglichkeiten der Talsperrenregion Zeulenroda ausgelotet werden. Hintergrund, so Landrätin Martina Schweinsburg (CDU), sei die Tatsache, dass die Talsperre nach 2011 ihren Trinkwasserstatus verliert. Die Region soll dann zu 100 Prozent von Leibis aus versorgt werden. Damit böten sich für die Talsperre ungeahnte Möglichkeiten: Von Strandbädern ist die Rede, Wassersportler dürften sich ebenso freuen. "Ein Bad ist nun mal interessanter als eine Trinkwassertalsperre", fasst Schweinsburg zusammen.
Weiterer Schwerpunkt ist das Sorgenkind Neue Landschaft Ronneburg. Nach der Weltentor-Pleite soll nun ein Konzept her, das langfristig tauglich ist. Das Schlagwort Bildungstourismus fällt, als Zielgruppen werden Schüler, Jugendliche, Bildungstouristen genannt. Kombiniert werden soll bereits Vorhandenes wie die Grüne Klasse, ehemalige Weltentor-Gebäude, Tourismus-Pavillon und auch die Bergbau-Hinterlassenschaften. Gemeinsam mit der Stadt Ronneburg - darauf legt das Regionalmanagement Wert - soll hier gearbeitet werden.
Entwickelt werden soll zudem eine Dach-/Regionalmarke "Vogtland". Das setze jedoch eine Machbarkeitsstudie voraus, in der untersucht werden soll, wie die Vogtlandregionen - in Thüringen, Sachsen, Bayern und Tschechien - künftig zusammen arbeiten können. Auch eine Radverkehrskonzeption für das Thüringer Vogtland soll entwickelt werden, in das nutzbare ländliche Wege einbezogen werden. Auf Autobahnschildern soll das Vogtland ebenso auftauchen wie bei der Posterserie "Vogtland in Thüringen", mit Minicards will man darüber hinaus werben. Der Besuchermagnet Göltzschtalbrücke soll zudem mehr von Thüringer Seite aus vermarktet werden.
Im Bereich Wirtschaft gibt es sechs Projekte. So sollen mittelständische Unternehmen über Nachfolgeregelungen informiert und eine entsprechende Veranstaltungsreihe organisiert werden. Die Umsetzung des Breitbandkonzeptes für schnelleres Internet (OTZ berichtete) soll forciert werden. Auch Existenzgründungen und deren Festigung will das Regionalmanagement unterstützen.
Mit dem Ziel, den Wirtschaftsstandort zu sichern, gibt es zwei "Standortfaktoren-Projekte". So soll eine demografische Untersuchung speziell zum Landkreis Greiz durchgeführt werden. Und da der Landkreis in puncto Gesundheit - etwa Textilforschungsinstitut oder das Unternehmen Bauerfeind - einiges zu bieten habe, sieht man hier Potenzial. Mit Hilfe von Forschungsprojekten soll eine technologische Plattform entwickelt werden, von der Unternehmen und Institutionen profitieren können. Dabei will man mit dem Medizincluster "medways" Jena zusammen arbeiten.
Kommentar
Messlatte liegt hoch
Von Katja Grieser
Groß sind die Ziele, die sich das Regionalmanagement des Landkreises Greiz gesteckt hat. Stärkung regionseigener Kräfte, Verbesserung der regionalen Kooperation, Mobilisierung regionaler Wachstumspotenziale und -prozesse, Marketing für die Region - das alles soll mit den nun vorgestellten 18 Projekten erreicht werden.
Groß ist auch das Budget, immerhin stehen jährlich 300 000 Euro vom Land zur Verfügung. Dass damit vor allem der Tourismus in der Region vorwärts gebracht werden soll, ist gewiss richtig. Schließlich ist nicht zu erwarten, dass sich die strukturschwache Region in absehbarer Zeit zum wirtschaftlichen Leuchtturm wandeln wird.
Damit die Umsetzung der Projekte auch klappt, muss nun auch das Engagement des Regionalmanagements mindestens so groß wie die Ziele und das Budget sein, denn es wird sich an den Ergebnissen messen lassen müssen.
- Regionalmanagement-ProjekteWirtschaft:
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- 1. Aufbau eines regionalen Wirtschaftsinformationszentrums;
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- 2. Erstellung einer internetbasierten Gewerbeflächenbörse;
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- 3. Ausbau der Strukturen auf dem Gebiet der Existenzgründung und -festigung;
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- 4. Umsetzung Breitbandkonzept;
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- 5. Nachfolgeregelung in mittelständischen Unternehmen;
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- 6. Strategisches Personalmanagement vor dem Hintergrund des demografischen Wandels; Tourismus:
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- 7. Entwicklung Dachmarke "Vogtland";
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- 8. Radverkehrskonzeption für Thüringer Vogtland;
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- 9. Touristische Beschilderung;
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- 10. Erneuerung Autobahnbeschilderung;
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- 11. Touristische Entwicklungsmöglichkeiten Talsperrenregion Zeulenroda;
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- 12. Gesamtkonzept für Neue Landschaft Ronneburg;
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- 13. Minicards;
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- 14. Posterserie "Vogtland in Thüringen";
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- 15. Verbesserung der touristischen Infrastruktur an Rad-, Wander- und Reitwegen;
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- 16. Vermarktungskonzeption zur Göltzschtalbrücke; Standortfaktoren:
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- 17. Demografischer Untersuchungsbericht;
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- 18. Gesundheit als Wachstumskern.
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28. Januar 2010 /OTZ
Zum ersten Mal Fasching für "50 plus"
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Die Ranzengarde bei der Probe.
Foto: OTZ/Freund
Drei Männer der Ranzengarde suchen mutige Frauen für die Veranstaltungen der Saison
Greiz-Obergrochlitz (OTZ/Frd.).
Hat Jens, der Nachrichtenmann und Mitglied der Ranzengarde des OKV, sein in der vergangenen Saison öffentlich gegebenes Versprechen gehalten und einige Kilo abgespeckt?
Diese Frage wird spätestens zur ersten Veranstaltung in der Obergrochlitzer Turnhalle, am 6. Februar, von den Narren beantwortet und das mit einer gehörigen Portion Spaß. Blieb die erste Show jeder Saison in den zurückliegenden Jahren vor allem dem jugendlichen Publikum vorbehalten, so sollen in diesem Jahr die Fans "50 plus" auf ihre Kosten kommen. "Wir haben feststellen müssen, dass nach und nach viele junge Leute, die zu unserem Stammpublikum gehörten, meist aus Arbeitsgründen in Richtung Westen abgewandert sind, eine Veranstaltung nur für diese Klientel würde sich nicht mehr lohnen. Deshalb wollen wir umsteuern und hoffen auf regen Zuspruch", erklärt der OKV-Vereinsvorsitzende Joachim Frantz. Einlass ist für diese erste Veranstaltung bereits 17 Uhr, der Einmarsch beginnt 18.11 Uhr.
Die Vorbereitungen in den einzelnen Gruppen laufen schon seit Wochen auf Hochtouren, so waren die OKV-Narren mit der Video-Kamera unterwegs und haben wie in jedem Jahr einige Gags im Bild festgehalten.
Übrigens, drei Männer der Ranzengarde (38, 40 und 45), suchen dringend eine Partnerin für die Saison und vielleicht darüber hinaus. Die nächste große Veranstaltung beginnt am 13. Februar, Einlass ist 18 Uhr, die Akteure des OKV marschieren traditionsgemäß 20.11 Uhr ein.
Die Kinder sind am Faschingsdienstag, 14.30 Uhr, eingeladen. Die Saison klingt am Abend aus.
Eintrittskarten können bereits jetzt in der Turnhalle Obergrochlitz, in der Fleischerei Welz, im Lebensmittelgeschäft Schierz in Obergrochlitz sowie im Strumpf- und Miederwarengeschäft Schröck erworben werden.
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28. Januar 2010 /OTZ
Förster besorgt wegen möglicher Privatisierung
Informationen zu Vorhaben jedoch spärlich
Von Katja Grieser Greiz.
Besorgt sind die Förster der Region über die offenbar existierenden Privatisierungspläne der Landesregierung. So sollen Waldarbeiter und ein Teil des Verwaltungspersonals in einer neu zu gründenden GmbH unterkommen. Gestern haben deshalb mehrere hundert Förster in Erfurt protestiert, unter ihnen wohl auch welche aus der Region. "Es haben sich einige für den Tag Urlaub genommen, also gehe ich davon aus, dass auch Mitarbeiter von uns in Erfurt waren", so Karsten Schröder, Leiter des Thüringer Forstamts Weida, das den Landkreis Altenburg und den größten Teil des Landkreises Greiz sowie das Stadtgebiet von Gera umfasst.
Zurückhaltend ist Schröder mit einer Einschätzung zum Thema Privatisierung. "Das Problem ist, dass es noch keine konkreten Aussagen gibt. Die Informationen sind bislang spärlich", sagt der Forstamtsleiter. Doch allein das, was durchgesickert ist, habe für eine "Unruhewelle" in der Belegschaft gesorgt.
Dass Privatisierung für die im Landesdienst arbeitenden Forstwirte ein Reizwort ist, leuchtet ein. Die Forstgewerkschaften IG Bauen-Agrar-Umwelt und der Bund Deutscher Forstleute sehen bereits einen "Kahlschlag bei Thüringen-Forst". Eine Privatisierung öffne die Tür "zum ungehemmten Personalabbau" sowie zur "weiteren Reduzierung der Allgemeinwohl-Aufgaben der Forstverwaltung", heißt es in einer Pressemitteilung.
Karsten Schröder will aber erst einmal Fakten, bevor er sich positioniert. Diverse Gespräche stehen zum Thema noch an. Ihm ist es jedoch wichtig, genau wie seinen Kollegen, die gestern demonstriert haben, dass die Forstleute gehört werden. "Wenn es schon eine Umstrukturierung gibt, dann wollen die Mitarbeiter auch mitreden", so Schröder. Denn es gebe bereits Ideen, was effizienter gestaltet werden könnte. "Unsere große Sorge ist, dass zu schnell etwas verändert wird, ohne dass wir gehört worden sind", beschreibt der Forstamtsleiter, was ihn und seine Kollegen beschäftigt. Lautstark haben die Förster darum gestern versucht, sich bei der Landesregierung in Erfurt Gehör zu verschaffen. |
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28. Januar 2010 /OTZ
Zweite Versteigerung beim Weltentor
Hammer fällt heute jedoch in Erfurt
Ronneburg/Erfurt (OTZ).
Zum zweiten Mal fällt der Hammer für die Versteigerung von Inventar des insolventen Mittelalter-Themenparks Weltentor aus Ronneburg. Nach dem ersten Termin im Dezember im Ronneburger Heidelbergweg ist nun am heutigen Donnerstag eine zweite Auktion angesetzt. Dieses Mal jedoch in Erfurt.
Das vom Insolvenzverwalterbüro beauftragte Auktionshaus GoIndustry GmbH wird 140 Positionen aufrufen. Es kommt vor allem jenes Gut unter den Hammer, das GoIndustry im Vorfeld hatte vom Gelände sichern lassen. Darunter sind drei Überseecontainer, Materialcontainer, Montagegerüste, Ketten- und Handkreissägen, Bohrmaschinen, Hobelmaschine und Kompressor, eine Geschirrspülmaschine, Tiefkühlschränke, diverses Werkzeug sowie PC-Technik.
Die Versteigerung beginnt heute um 11 Uhr in "Herrschafts Clubgaststätte" am Lok-Sportplatz in der Wilhelm-Busch-Straße in der Landeshauptstadt. Vorab können die Positionen von 8 bis 10.30 Uhr am Lagerplatz an der Rudolstädter Straße 100 besichtigt werden.
Bei der ersten Auktion im Dezember 2009 wurden vor knapp 150 Interessenten 170 Positionen aufgerufen. Gastronomen zählten zu den besten Bietern. Mikrowellen, Garschränke und Kaffeemaschinen hatten die Auktion am Laufen gehalten.
Der erste Weltentor-Park musste im Juni Insolvenz anmelden, auch eine zweite Betreibergesellschaft ging nach wenigen Wochen Pleite. Nun liegt das Gelände ungenutzt brach. Ein Verein befindet sich nach eigenen Angaben in Verhandlung mit der Hauptgläubigerin und der Stadt. |
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28. Januar 2010 /OTZ
Junge Sängerin delegiert
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Die Schüler der Greizer Musikschule Laura Antonia Bauch, Marius
Frantz, Anna Obenaus, Melanie Riedel und Franziska Reiher (von
links) waren erfolgreiche Teilnehmer bei „Jugend musiziert".
Foto: OTZ/Christian Freund
Melanie Riedel fährt zum Landeswettbewerb in Sondershausen
Greiz (OTZ/Frd.).
Mit Laura Antonia Bauch, Marius Frantz, Anna Obenaus, Melanie Riedel, Klara Werner, Elias Störr und Raoul Stirkat haben sieben junge Musiker der Greizer Musikschule "Bernhard Stavenhagen" am Regionalausscheid "Jugend musiziert" am vergangenen Wochenende teilgenommen. Die 17-jährige Melanie Riedel war dabei am erfolgreichsten und erhielt eine Delegierung zum Landeswettbewerb, der ab 19. März in Sondershausen stattfindet.
Melanie startete in der Fachrichtung Pop-Gesang, die zum ersten Mal im Rahmen dieses Wettbewerbes ausgeschrieben war. Insgesamt vier Stücke musste sie der Jury vortragen, bei einem begleitete sie sich selbst auf der Gitarre.
"Auch die jungen Geiger, die in den Altersklassen eins, zwei und vier antraten, konnten mit sehr guten Leistungen punkten", freut sich die Musikpädagogin Doris Floß. So musste zum Beispiel in drei Stilrichtungen gespielt werden, davon auch ein langsamer Satz. Die Greizer Musikschule ist schon immer bei diesem Wettbewerb präsent. "Den Kindern und Jugendlichen soll die Teilnahme Spaß machen, letztendlich ist es für sie nutzbringend, wenn sie an solch einem Programm ernsthaft arbeiten", so Floß. Auf die weiteren Höhepunkte in diesem Jahr freuen sich die Musikschüler ebenfalls. |
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28. Januar 2010 /OTZ
"Meine Seele ist eine Schatztruhe"
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Robby Clemens
Robby Clemens teilt Weltlauf-Eindrücke
Von Susann Grunert Greiz (OTZ).
Die Verwandlung des Robby Clemens vom dicken Säufer zum drahtigen Extremsportler ist beinahe zu krass, um sie zu glauben. Doch Bilder und Filmsequenzen, die der gebürtige Hohenmölsener am Dienstag in der Greizer Bibliothek vorstellte, sprechen eine deutliche Sprache. "Ich habe gefressen, eine Flasche Whisky am Tag getrunken und drei Schachteln Zigaretten gequalmt", rechnet er schonungslos mit seiner ungesunden Vergangenheit ab. Bei 125 Kilogramm begann sein Körper zu streiken. Ein Seminar bei Fitness-Papst Michael Spitzbart ist Clemens´ "Pille fürs Gehirn" und der Beginn seiner Laufleidenschaft.
Zwei Jahre nach der ersten Jogging-Runde absolviert Robby Clemens seinen ersten Marathon, "ein unbeschreibliches Gefühl". Der Lauf gegen die Uhr ist dabei nicht sein Antrieb, lange Distanzen per pedes zu überwinden, das ist seine Passion. Langsam tastet sich Robby Clemens an seinen Lebenstraum, die Welt in Laufschuhen kennen zu lernen, heran. 493 Kilometer überwindet er 2001 zu Gunsten krebskranker Kinder beim "Lauf für Menschlichkeit und Toleranz" von Hohenmölsen nach Ludwigshafen. Für irakische Kinder läuft Clemens 2003 rund 500 Kilometer von Basra nach Bagdad, vorbei an Panzer-Wracks und Straßensperren, durch ein zerstörtes Land.
Doch der große Kick fehlt. "Ich wollte mir einfach etwas beweisen" lautet der simple Grund für ein einmaliges Abenteuer, das am 3. Januar 2007 in Leipzig beginnt, und ihn zehn Monate durch 27 Länder auf vier Kontinenten führt. 80 000 Bilder und 400 Stunden Filmmaterial sind zwischen Jordanien und Pakistan, Bangladesch und Vietnam, den USA und Portugal entstanden. Mit sieben Kilometern pro Stunde passiert er bei minus 17 Grad Celsius die türkischen Berge, läuft durch den Smog Hongkongs, die hohe Luftfeuchte Indiens, unter sengender Hitze durch das Tal des Todes. Sohn Oliver und Physiotherapeut Petr sowie ein Tross aus Fahrern und Ärzten immer dabei. Bei einer Wegstrecke von bis zu 50 Kilometern am Tag leistet sein Körper Extremes. Zwischen zehn und zwölf Liter Flüssigkeit nimmt Clemens pro Lauftag zu sich, verbrennt um die 9000 Kilokalorien. "Der Kopf ist beim Lauf der größte Muskel", so Clemens, die Angst vor Verletzungen, vor Überfällen allgegenwärtig. "Ich habe immer nur an den nächsten Schritt gedacht, sonst wird man verrückt", lautet sein Erfolgskonzept.
Im übrigen sei der Argwohn gegenüber anderen Völkern unbegründet gewesen. "Vor dem Worldrun habe ich Menschen in Schubladen gesteckt." Doch weltweit sei ihm nur mit Freundlichkeit begegnet worden, habe er "ganz tolle Menschen" kennen gelernt. Aus den gesammelten Eindrücken wird er noch lange nach dem Zieleinlauf am 9. November 2007 durch das Brandenburger Tor Kraft ziehen können. "Meine Seele ist eine Schatzkiste" verrät er den rund 30 Besuchern und erwähnt im letzten Satz der gut dreistündigen Veranstaltung, dass der Plan für eine Tour vom Nord- zum Südpol zumindest im Kopf schon steht. |
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28. Januar 2010 /OTZ
"Gegen den Extremismus stellen"
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Gedenken an die Kriegsopfer: Dr. Horst
Gerber, Bürgermeister Frank Steinwachs
und Gerhard Helmert (v. re.).
Fraktionen gedenken der Kriegsopfer am Rosa-Luxemburg-Platz
Von Holger Zaumsegel Zeulenroda (OTZ).
Mit einer Kranzniederlegung auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Zeulenroda gedachten gestern Vertreter aus den Fraktionen der Doppelstadt den Opfern des Nationalsozialismus.
Dr. Horst Gerber, Fraktionsvorsitzender der Zeulenrodaer FDP, forderte die Anwesenden in einer kurzen Rede auf, für "Meinungsvielfalt zu sorgen und für die Freiheit der Anschauung, Überzeugungen und Religionen in Frieden zu kämpfen". Es sei die Pflicht für alle, sich gegen Totalitarismus und Extremismus zu stellen.
Freiheit, sagte Dr. Gerber, besitze man nur dann, wenn man sie auch anderen gewähre. Faschismus und Extremismus dagegen würden auf der Einschüchterung und Bekämpfung von Freiheit beruhen. Der FDP-Fraktionsvorsitzende forderte die Teilnehmer - etwa ein Dutzend war gekommen - auf, dass sie ihre "Kinder und Kindeskinder zu guten Demokraten" erziehen sollen. "Lehren wir sie, sich frei zu äußern und im friedlichen Meinungsstreit um die besten Lösungen zu ringen."
Schon seit der Einführung des Gedenktages 1996 durch den Bundespräsidenten findet in Zeulenroda jährlich eine Kranzniederlegung am 27. Januar statt. Dabei wechseln sich die Fraktionen mit der Ausrichtung gegenseitig ab, diesmal war mit der FDP die kleinste Fraktion im Stadtrat an der Reihe. Deren Vorsitzender, Dr. Horst Gerber, mahnte zum Schluss noch einmal an: "Wenn wir diese Lehre aus den grausamen Geschehen des Nationalsozialismus ziehen, dann ist das Opfer jener, welcher wir heute gedenken, nicht umsonst gewesen." |
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28. Januar 2010 /OTZ
Lennard Schmidt holt Gesamtsieg
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Linda Reinhold, Lennard Schmidt,
Philipp Gerbert (v. l.)
Eisschnelllauf: Talentetreff der Altersklassen 9 und 10
Crimmitschau (OTZ/Müller).
Zu einem Talentevergleich des Eisschnelllauf-Nachwuchses der Altersklassen 9 und 10 lud die DESG am Wochenende nach Crimmitschau und Chemnitz ein. Acht Vereine aus Berlin, Chemnitz, Erfurt, Dresden, Crimmitschau und Mylau schickten 70 Starter ins Rennen.
Der Austragungsort des ersten Wettkampftages war die Kleinbahn in Crimmitschau. Dabei mussten die jungen Talente ihre Geschicklichkeit in jeweils zwei Gewandtheitsläufen unter Beweis stellen. Hier konnte Lennard Schmidt mit zwei Streckensiegen und mit großem Vorsprung den Gesamtsieg in der Altersklasse 9 erkämpfen. Pech hatte Linda Reinhold (10). Nachdem sie nach dem ersten Lauf führte, stürzte sie im zweiten Lauf und landete so auf dem undankbaren vierten Platz. Ebenfalls auf Platz vier kam Philipp Gerbert (10), der vom Wettkampfgericht nach sehr guten Läufen mit fünf Strafsekunden bedacht wurde. Am zweiten Tag des Talentetreffs ging es auf die Großbahn nach Chemnitz, wo sich die Sportler über 100 Meter und eine Runde Massenlauf messen sollten. Auch hier glänzte Lennard Schmidt mit zwei Streckensiegen und so auch dem Gesamtsieg. An diesem Tag war das Glück Linda Reinhold mehr gewogen. Sie schaffte mit ihrem zweiten Platz im Massenlauf den Sprung aufs Siegerpodest. Auch Philipp Gerbert hatte sich für den zweiten Anlauf hohe Ziele gesteckt, denen er mit seiner Spitzenposition nach dem 100-m-Lauf sehr nahe kam. Leider stürzte er beim Zieleinlauf im Massenlauf und fand sich abermals auf Platz vier wieder. Die Leiterinnen Birgit und Grit Heidemüller waren mit ihren Schützlingen sehr zufrieden.
Ergebnisse: Lennard Schmidt (9): Ges. 1.; 100 m 14,17 (1.); Massenl.: 48,99 (1.); Linda Reinhold (10): Ges. 2.; 100 m 14,25 (5.); Massenl. 45,46 (2.); Philipp Gerbert (10): Ges. 4.; 100 m 13,43 (1.); Massenl. 45,67 (6.).
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28. Januar 2010 /OTZ
RSV bestimmt Niveau auf Landesebene mit
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Die RSV-Ringer bei den
Thüringer Meisterschaften.
Ringen, Bilanz Thüringenmeisterschaft, Nachwuchs
Waltershausen (OTZ/Wolf).
Am vergangenen Sonnabend wurde die Serie der Thüringer Landesmeisterschaften in Waltershausen mit den Titelkämpfen im griechisch-römischen Stil für dieses Jahr abgeschlossen. Mit insgesamt 26 Landesmeistertiteln, 14 Vizemeistern und acht Bronzemedaillen in den Altersklassen Männer (Jahrgang 1992 und älter), A-Jugend (1993/94/95), B-Jugend (1996/97), C-Jugend (98/99), D-Jugend (2000/01) und der E-Jugend (2002/03) in beiden Stilarten schnitten die Ringer des RSV Rotation Greiz sehr erfolgreich ab.
Sie bestimmen neben den Ringern des Thüringer Leistungszentrums aus Jena und des Regionalligisten SV Jugendkraft Concordia Zella-Mehlis das Leistungsniveau des Landes Thüringen. Ein Verdienst des Greizer Nachwuchs-Vereinstrainers Andreas Mattern und seiner Übungsleiter sowie des Trainers der Bundesligamannschaft Falk Schlehahn. In den kommenden Wochen finden die Mitteldeutschen Meisterschaften statt. Schon bei diesen wird sich zeigen, wo die Greizer Ringer stehen, denn die Nachwuchsathleten werden auf die starken Nachwuchsringer aus den Leistungszentren Halle, Luckenwalde, Frankfurt/Oder, Leipzig und Jena treffen. Ihnen bietet sich die Möglichkeit, sich nach den Landesmeisterschaften beim Thüringer Landestrainer Winfried Wundersee mit einer entsprechenden Leistung für den Saisonhöhepunkt, die Deutschen Meisterschaften, anzubieten.
Am 6. Februar wird es für die Junioren und die B-Jugend ernst, dann finden die Mitteldeutschen Meisterschaften im sächsischen Olbernhau in beiden Stilarten statt. |
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28. Januar 2010 /OTZ
Kurtschauer erkämpfen Landesmeistertitel
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Die Kurtschauer Faustballer
der AK 18 in Aktion.
Faustball, Thüringenmeisterschaft, AK 18
Obergrochlitz (OTZ/Labuhn).
Am Sonnabend fand in der Greizer Lessing-Turnhalle die Thüringer Landesmeisterschaft der Faustball-Jugend aller Altersklassen statt (OTZ berichtete).
Dabei waren die jungen Faustballer der SG Kurtschau in der Altersklasse 18 vertreten, in der daneben nur noch Obergrochlitz antrat. So wurden zwei Finalspiele über jeweils drei Gewinnsätze ausgetragen.
Schon zu Beginn des ersten Finalspieles war die Kurtschauer Mannschaft vom Verletzungspech verfolgt. Trotz Ausfall des Mannschaftsführers konnte der erste Satz mit nur vier Spielern mit 11:5 Punkten gewonnen werden. Im zweiten Satz konnten die Faustballer aus Obergrochlitz wiederum die dezimierten Kurtschauer mit 11:8 Punkten bezwingen. Durch den Einsatz eines Ersatzspielers ab dem dritten Satz fanden die favorisierten Kurtschauer ihren Spielfluss zurück und liefen auf allen Positionen zu Höchstform auf.
Alle weiteren Sätze des ersten und zweiten Finalspieles konnten von den Faustballern der Kurtschauer Mannschaft AK 18 durch hohen kämpferischen Einsatz und spielerisches Können zum Teil deutlich gewonnen werden.
Kurtschau stand damit als Thüringer Landesmeister der Jugend in der AK 18 fest. |
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28. Januar 2010 /OTZ
Per Schneeschuh auf 900 Meter
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Ein anstrengendes Programm absolvierten die Schneewanderer bei
ihrer Tour durch den Thüringer Wald. Widrige Witterungsverhält-
nisse am zweiten Tag sorgten für noch schwierigere Bedingungen.
Foto: Ines Bergens -
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Die Wandergruppe der Greizer Alpenvereins-Sektion.
Foto: Ines Bergens -
Wandertour der Greizer Alpenvereinsmitglieder im Thüringer Wald
Greiz (OTZ/Ines Bergens).
Jüngst starteten neun Mitglieder der Sektion Greiz des Deutschen Alpenvereins in den Morgenstunden in Richtung Thüringer Wald. Nach zweistündiger Autofahrt erreichte die Gruppe die Schmücke.
Bereits in den Vormittagsstunden wurde zur ersten Tour in Richtung Schneekopf mit Schneeschuhen aufgebrochen. Unterhalb des Schneekopfes, der sich auf einer Höhe von 978 Metern befindet, machten die Wintersportfreunde einen ersten Zwischenstop in der Neuen Gehlberger Hütte. Gut gestärkt wurden die letzten Meter bis zum Gipfel des Schneekopfes zurückgelegt.
Weiter ging es durch den tief verschneiten Winterwald zum nächsten Ziel, der Teufelskanzel. Von diesem Felsvorsprung hat man einen herrlichen Blick auf den Thüringer Wald. Zwischenzeitlich war der letzte Nebel abgezogen, und ein strahlend blauer Himmel war Begleiter der weiteren Tour, die zum Gipfel des Großen Beerberges quer durch den Wald führte. Auf einer Höhe von 982 Metern wurde am späten Nachmittag ein kleiner Zwischenstop eingelegt, ehe sich die Tourteilnehmer auf den Rückweg zur Unterkunft machten. Da das Gehen mit Schneeschuhen recht anstrengend ist und die Gruppe Stunden unterwegs war, wurde die Zeit bis zum Abendessen für eine Ruhepause genutzt.
Nach ausgiebigem Frühstück führte der Weg durch den Winterwald in Richtung Gehlberg. Der strahlend blaue Himmel des Vortages war dichten Wolken gewichen, die die Gruppe den ganzen Vormittag mit ergiebigem Schneefall begleiteten. Wetterbedingt endete die Tour dann bereits gegen Mittag am Ausgangspunkt, der Schmücke, die sich auf einer Höhe von 916 Metern befindet.
Mit schönen Erinnerungen ging es wieder in Richtung Greiz. Bedanken möchten sich die Mitglieder bei Familie Eisenbeiß für die gute Organisation sowie beim Team des Wanderhotels Schmücke für die Gastfreundlichkeit.
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28. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes
Unterschiede im Informationsbedürfnis
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Albrecht Broßmann
WAZ-Verbraucherbeirat macht so weiter
Von Steffen Beikirch Pahren (OTZ).
Nach fast zwei Jahren Pause hielt der Verbraucherbeirat des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Zeulenroda (WAZ) am Dienstag mal wieder eine Sitzung ab. Erneut war das Gremium dabei chronisch unterbesetzt. Im Versammlungsraum der Pahren Agrar hatten sich nur sieben statt der laut Verbandssatzung vorgeschriebenen 21 Personen eingefunden.
Die Gesamtzahl ist allerdings noch gar nicht berufen, da die Gemeinden Dragensdorf, Göhren-Döhlen, Hain, Langenwolschendorf, Lunzig, Silberfeld und Weißendorf bislang keine Personen für die Mitwirkung benannt oder gefunden haben. Von Beschlussfähigkeit konnte keine Rede sein. Aber um Beschlüsse geht es den Beiräten auch nicht, wie man zur Sitzung von den vier anwesenden Ortsvertretern hörte.
Der im Vorfeld geäußerten Kritik an der nicht satzungsgemäßen Arbeit widersprach Beiratsvorsitzender Dr. Albrecht Broßmann (Läwitz) nicht. Dr. Peter Steinbock, Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative BIZ, trug diese nun auch zur Beiratssitzung nochmal vor. Jedoch ohne Wirkung: Albrecht Broßmann blieb der souveräne Moderator, als den man ihn kennt und entgegnete ebenso einfach wie schlüssig: "Das Bedürfnis der Verbraucher nach Informiertheit ist sicherlich unterschiedlich."
Rückendeckung kam von den anwesenden Beiräten: "Wir sind Ansprechpartner für die Gemeinden und dazu da, Informationen aufzunehmen und weiterzugeben", sagte Ulfried Bittner (Auma). Der Beirat sei kein Kontrollgremium. "Da gibt es andere." Die großen Informationen kämen ja ohnehin von den Bürgermeistern, die Mitglieder der Verbandsversammlung sind, warf Heiko Weidhaas (Zadelsdorf) ein und erklärte ebenfalls, Beschlüsse seien die Aufgabe anderer. Wenn man sich auch künftig auf Abruf treffe, genüge das, meinte Peter Sachs (Vogtländisches Oberland). "Wir haben ja wenig, wo wir sagen, wir müssen dagegen mal monieren." Die Beratungen zur Niederschlagswassergebühr seien so ein Fall gewesen.
Beiratschef Broßmann appellierte nochmal an den Zweckverband, wegen der Besetzungslücken bei den Gemeinden nachzubohren. Vom Grundsatz her sah auch er die Arbeit vor allem in der Informationsweitergabe und Verständigung zu anstehenden Problemen. "So wie heute."
Der Beirat war eingangs von Udo Gerstenberger, Geschäftsleiter des WAZ-Eigenbetriebs, und Jürgen Bloß, Hauptsachbearbeiter, über die jüngsten Entwicklungen ins Bild gesetzt worden. So gab es nachträglich Informationen über die schon im Dezember beschlossenen neuen Gebühren bei Trinkwasser und Abwasser, die derzeit allerdings noch von der Kommunalaufsicht geprüft werden.
Dem folgten Erläuterungen zur jüngsten Änderung des Kommunalabgabengesetzes und zum Sachstand der Musterklagengemeinschaft, den WAZ-Vorsitzender Frank Steinwachs darlegte. Abschließend hörten die Beiratsmitglieder einen kurzen Ausblick auf das neue Abwasserbeseitigungskonzept für das Gebiet des Zweckverbandes, das bis Ende März fertig sein und durch die Verbandsversammlung beschlossen werden muss. |
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28. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes
Grünes Licht für einen Etat mit Personalabbau
Stadtrat bestätigt den Haushalt für 2010
Von Steffen Beikirch Zeulenroda-Triebes (OTZ).
Mit Stimmenmehrheit verabschiedete der Stadtrat gestern Abend den Haushaltsplan für 2010.
Genug diskutiert, der Etat sei ausgeglichen und mit Kompromissen könne man auch Haushalte gestalten, lautete das Fazit der CDU. Nicht mit fliegenden Fahnen, aber trotzdem eindeutig für den nochmal überarbeiteten Entwurf ging die SPD in die Beschlussfassung. Die FDP signalisierte ebenfalls schnell Zustimmung, wie schon nach dem gemeinsamen Antrag im Hauptausschuss zu erwarten war.
Nur die Fraktion Die Linke votierte letztlich dagegen. Die Bürgerinitiative BIZ war sich uneins. Sieghard Groer verkündete Zustimmung, "wenn auch mit Bauchschmerzen". Siegmund Borek und Bärbel Rentzsch enthielten sich aber der Stimme.
Durch den Beschluss im zweiten Anlauf sicherte der Stadtrat die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung, gab dem Bürgermeister aber gleichzeitig auch grünes Licht für den geplanten Stellenabbau. Die Details darüber halten sich weiter in Grenzen. Bekannt ist lediglich, dass im Bereich der städtischen Pflichtaufgaben ein Personalüberhang von knapp 14 Vollbeschäftigteneinheiten (550 Wochenstunden) abgebaut werden soll und parallel dazu die Ausgliederung von Dienstleistungsaufgaben in ein neues Unternehmen vorbereitet werden kann. Der Stadtrat will diesen Prozess intensiv begleiten - nicht weniger, aber auch nicht mehr wurde von der Mehrheit der Abgeordneten als ausreichende Einflussnahme erkannt.
Die Ausgliederung werde das Thema des Jahres, wobei man vor allem wirtschaftliche, steuerliche und personalrechtliche Verflechtungen beachten und grundhaft untersuchen müsse, wie Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU) auf Nachfrage von Linke-Fraktionschef Frank Höhn vortrug. Durch "kw-Regelungen" (kw = künftig wegfallend) dokumentiere man jetzt im Stellenplan diesen Willen, ohne bereits Terminstellungen zu nennen. Die Ausgliederung werde noch mindestens ein halbes Jahr Vorarbeit und dabei auch den Einsatz eines Fachunternehmens erfordern, sagte Steinwachs.
Zum bereits vorab zu realisierenden Stundenabbau in der Verwaltung sei man bei den Gesprächen mit dem Personalrat "im Moment auf einem Zwischenstand". Konkret habe es Vorgespräche gegeben "für eine Dienstvereinbarung, die Rahmenbedingungen für einzelvertragliche Regelungen mit den Mitarbeitern klären soll", sagte Steinwachs bürokratisch. Und räumte Differenzen mit dem Personalrat ein: "Da sind wir im Moment bei den Vorstellungen noch ein bisschen weg voneinander."
Am Abbau der 550 Wochenstunden gehe kein Weg vorbei, sagte er und gab sich optimistisch, dass man eine Einigung erzielen könne. Unabhängig davon werde man jetzt schon mit ersten Gesprächen mit Arbeitnehmern beginnen, da die Zeit knapp sei.
Zu weiteren Auswirkungen des Etats wird OTZ berichten. |
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28. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes
Hilfe für die Vergessenen
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Diese Roma-Familie aus einem Dorf nahe
Brcko strahlt vor Glück und winkt den
Helfern aus Deutschland.
Rolf Schöbel aus Zeulenroda hat zum zweiten Mal einen Konvoi nach Bosnien begleitet
Von Steffen Beikirch Zeulenroda/Ulm.
Sie kommen in Filzstiefeln und mit altmodischen Kutten, patschen durch den schlammigen Boden, der ihre Dorfstraße ist. Erwartungsvoll strömen Alt und Jung in der Winterkälte an die eine Stelle. Aus verfallenen Katen und halbfertigen Häusern, dorthin, wo die Lkw aus Deutschland angekündigt sind. Einer, der die Hoffnung auf Rädern mit hierher in die Bergdörfer des Majevica-Gebirges im Norden von Bosnien-Herzegowina steuert, ist Rolf Schöbel aus Zeulenroda.
Zum zweiten Mal begleitete der 49-Jährige im Dezember ehrenamtlich einen Hilfstransport des Vereins "Brot des Lebens" aus Ulm. Tausend Kilometer mit Kleidung, Lebensmitteln und Weihnachts- päckchen für die Region Brcko, die seit dem Jugoslawien-Krieg ein Schattendasein fristet.
Die blanke Armut schlägt einem dort entgegen, erzählt Rolf Schöbel. "Wenn hier in Deutschland jemand sagt, ihm geht´s schlecht - der soll sich da unten mal umsehen. Wenn du denkst, wir sind im 21. Jahrhundert, dann ist das dort unten wie in der Steinzeit."
Er sah Gesichter, die zerfurcht sind vom Flüchtlingselend nach "ethnischen Säuberungen". Menschen, deren Augen Müdigkeit und Resignation zur Schau tragen - nach Familientragödien, die der Krieg über sie brachte. Und die plötzlich wieder strahlen, wenn sie ein klein wenig Nächstenliebe erfahren.
Die kommt im Falle der Organisation "Brot des Lebens" mehrheitlich von Christen. Rolf Schöbel ist zwar keiner, vertrat aber mit zwei Arnstädtern würdig den Freistaat Thüringen. Insgesamt zwölf Personen aus verschiedenen Bundesländern brachten den Weihnachtskonvoi 2009 nach Bosnien und zurück. Sie alle eint ein gemeinsames Ziel: den Vergessenen zu helfen.
Nähern sie sich den Zielorten, versammeln sich die Menschen mit Schubkarren in der Winterkälte, um die genau abgezählten und vorsortierten Pakete in Empfang zu nehmen und sie gut verschnürt nach Hause zu bringen. "Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein", weiß Schöbel. "Aber die warten jedes Jahr drauf." Und jeder Spender könne sich sicher sein, dass seine Gaben bei den Richtigen ankommen.
2007 fuhr der Zeulenrodaer zum ersten Mal mit, steuerte einen 40-Tonner ab Ulm im Wechsel mit einem Kollegen. Zwei Wochen dauerte diesmal die Tour. Mit zwei Sattelaufliegern, zwei Kleintransportern und einem Pkw brachte man 700 Kleiderkartons, 1600 Pakete mit Grundnahrungsmitteln und 4700 Weihnachtspäckchen für Kinder in die Region.
Hilfe für die Organisatoren kam aus Zeulenroda-Triebes durch die Fleischermeister Helmut Perz und Ulrich Löffler, die Wurstwaren zur Verpflegung während der Fahrt spendeten. Ein weiteres, eher praktisches Geschenk für eine bedürftige Familie vor Ort war eine Motorsäge von Monika Schädlich vom gleichnamigen Forstbetrieb. Über sie - eine seiner zwei Schwestern - kam Rolf Schöbel zu "Brot des Lebens". Monika Schädlich hatte vor Jahren eine erste Sammelstelle in Zeulenroda für die Osteuropa-Hilfe eingerichtet. Im Mai 2008 übernahm dann der Jugendverein "Römer" die Regie, trug gemeinsam mit dem Freizeitzentrum und dem Kinder- und Jugendverein Triebes Hilfsgüter zusammen, damals allerdings für Armenien.
Seitdem kann man im "Römer", inzwischen im neuen Jugendfreizeitpark, während der Öffnungszeiten Kleiderspenden abgeben, bestätigt Vereinschef Nils Hammerschmidt. Das Lager in der früheren Pumpstation ist mit rund 60 Paketen zurzeit auch halbvoll. Drago Simeunovic, Missionsleiter in Ulm, kündigte gestern gegenüber OTZ an, dass man bald vorbeikommen und die Sachen abholen wird: "Wir haben vor, in drei bis vier Wochen in diese Richtung zu fahren. Es ist bei Jena etwas abzuholen und so wollen wir schauen, dass wir das verbinden können."
Wer bis dahin noch beim Römer spenden möchte: Die Kleidung soll voraussichtlich im April bei einem Hilfstransport nach Rumänien mitgenommen werden. Dort unterstützt "Brot des Lebens" Straßenkinder, Kinderheime und arme Familien. Auch in der Karpaten-Republik ergeht es den Leuten vom Hilfswerk so, wie Rolf Schöbel in Bosnien: "Wenn man sieht, wie sich die Kinder und auch Erwachsene jeden Alters freuen, dann hat sich der Aufwand schon gelohnt."
Mehr über Projekte und Spendenmöglichkeiten des Hilfswerks im Internet: www.brot-des-lebens.org Der Zeulenrodaer Rolf Schöbel verteilt Päckchen an Kinder, die sonst keine Weihnachtsgeschenke hätten. |
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28. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes
Ausstellung im "Ambu"
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Die 55-jährige Plauenerin Sonja Drechsel-Walther,
hier vor ihren Bildern, stellt bis nach Ostern
ihre Arbeiten im Foyer des Pausaer Ärztehauses
vor.
Foto: J.Stefaniak
Plauenerin Sonja Drechsel-Walther zeigt Bilder in Tusche und Acryl
Pausa (OTZ/j.st.).
Großer Andrang herrschte am Samstag im Pausaer "Ambu" - dem Ärztehaus des Doktoren-Ehepaares Siegrid und Hans-Joachim Schütt. Allerdings hatten sie an diesem Tag keine Sprechstunde. Vielmehr hatten die Mediziner zur Vernissage ins Foyer des Hauses eingeladen.
Viele ehemalige Kollegen von Sonja Drechsel-Walther aus ihrer Coschützer Lehrerzeit, aber auch zahlreiche interessierte Pausaer Bürger nahmen an der Ausstellungseröffnung teil.
Die Bilder der 55-jährigen Plauenerin tragen Namen wie "Frühlingswind", "Urlaubstraum" oder "Stilleben". Darin setzt sich die Hobbymalerin mit dem Leben und der Sehnsucht danach auseinander. Insgesamt schmücken das Foyer 22 Bilder, die in verschiedenen Techniken entstanden sind - mit Tusche und Feder gezeichnet oder in Acryl gemalt.
"Mir gefallen ihre Arbeiten, besonders deren Abstraktheit", sagte Katja Pestel, Besucherin der Ausstelung, über ihre Eindrücke. Frau Pestel war zu Zeiten des Wirkens von Sonja Drechsel-Walther in Coschütz bereits Grundschullehrerin und ist auch heute noch beruflich an der Grundschule in Elsterberg tätig.
Die Pausaer Lehrerin Marion Singer, über die die Organisatorin der Ausstellung, Dr. Siegrid Schütt, Kontakt zu Frau Drechsel-Walther bekam, hielt die Rede zur Würdigung der Arbeiten. Die Geschwister Corelie und Tizian Koch sowie Maximilian Sippel gestalteten musikalisch die Eröffnungsfeier mit Violinen, Gitarre und Keyboard. Die Ausstellung ist bis April geöffnet. |
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28. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes
Reußen-Streit soll 2010 entschieden werden
Das Verwaltungsgericht Gera zieht Bilanz
Von Angelika Munteanu Gera.
Die am Verwaltungsgericht Gera anhängigen Rechtsstreitigkeiten des Fürstenhauses Reuß mit dem Freistaat Thüringen um die Rückübertragung von Immobilien sollen in diesem Jahr weitgehend entschieden werden. Das kündigte der Sprecher des Gerichts, Bernd Amelung, am Dienstag an.
Es seien noch knapp 200 Verfahren anhängig, die abgearbeitet werden müssten. Dabei handele es sich unter anderem um Forsthäuser im Landkreis Greiz und viele Einzelgrundstücke, zum Teil außerhalb Thüringens gelegen. Die Verfahren seien sehr aufwändig. Die Rechtslage ist die aus dem Jahr 2005. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Vorjahr die Beschwerde des Fürstenhauses Reuß gegen die Nichtzulassung der Revision gegen Urteile des Verwaltungsgerichts zurückgewiesen. Damit sei die Entscheidung zu Schloss Osterstein rechtskräftig. Ebenso das Urteil zum Ensemble am Geraer Mohrenplatz. Zu klären sei beispielsweise noch, ob das während der Fürstenzeit im Jahr 1902 erbaute Geraer Theater zum angrenzenden einst fürstlichen Küchengarten gehöre oder nicht.
Mit der Bilanz für das vergangene Jahr ist der Präsident des Verwaltungsgerichts Gera, Michael Obhues, zufrieden. Im Durchschnitt hätten dem Gericht über das Jahr 12,9 Richter zur Verfügung gestanden. Drei Richter sind für jede der drei Kammern vorgesehen. Einen erheblichen Teil der insgesamt 18 Richter habe man an andere Behörden abgetreten. Andererseits hätten sich Aufgaben verringert: Sozialhilfe-Streitigkeiten werden jetzt an den Sozialgerichten verhandelt, die Zahl der Vermögensangelegenheiten werde geringer und auch die der Asylverfahren sei leicht rückläufig. Das Verwaltungsgericht Gera ist für alle vom Freistaat Thüringen zugewiesenen Flüchtlinge aus Serbien, Montenegro und nahezu aus gesamt Afrika zuständig.
Insgesamt 2706 Verfahren wurden im Vorjahr am Landgericht Gera entschieden, im Jahr 2008 waren es 1948. Mit den Zeiten von 14,3 Monaten für Klageverfahren und 1,6 Monaten für Eilverfahren liege das Geraer Gericht unter dem Landesdurchschnitt. Von langer Dauer seien vor allem solche Verfahren, die bis in die Nazizeit zurückreichen. Die Nachforschungen in sogenannten Unwürdigkeitsfällen, ob jemand zu Recht oder Unrecht nach dem Krieg enteignet wurde, seien sehr aufwändig. Das Gericht sei im Vorjahr auch erheblich mit in der Öffentlichkeit umstrittenen Veranstaltungen rechtsextremer Personen und Parteien in Pößneck beschäftigt gewesen. Auch Abgabenbescheide des Abwasserzweckverbandes Thüringer Holzland, Rundfunkgebühren für den PC, Beiträge an Kommunen für den Straßenausbau, die Entscheidung gegen einen Elektromarkt im einstigen Milchhof Gera und Klagen gegen den "numerus clausus" waren 2009 Hautthemen. |
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28. Januar 2010 /Antje-Gesine Marsch
Den Toten die Persönlichkeit wiedergeben
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Der Lengenfelder Ortschronist Friedrich Machold
referierte vor Interessierten des Heimatvereins
im Kulturbund Reichenbach über neue Erkenntnis-
se über das Konzentrationslager Lengenfeld und
den Todesmarsch vom 13. April 1945.
Ortschronist Friedrich Machold wird nicht müde, über die im KZ Lengenfeld ums Leben Gekommenen zu forschen
Text & Bild Antje-Gesine Marsch
„65 Jahre nach Kriegsende immer wieder über die Gräueltaten des Nationalsozialismus sprechen? Irgendwann muss doch mal Schluss sein!"
Diese und ähnliche Sätze muss sich Friedrich Machold, der Lengenfelder Ortschronist, immer wieder anhören. „Das alles vergessen? Nein, niemals. Man sollte immer wieder an das düsterste Kapitel deutscher Geschichte erinnern", zeigt sich der Historiker mehr als überzeugt. Am Vorabend des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus, der seit dem Jahr 1996 in Deutschland am 27. Januar begangen wird, traf sich im Vereinsraum des Reichenbacher Neuberinhauses die Fachgruppe Ortschronik im Heimatverein des Kulturbundes Reichenbach, um neue Forschungsergebnisse über das Konzentrationslager Lengenfeld und den "Todesmarsch" vom 13. April 1945 zu erfahren. Vom 9. Oktober 1944 bis zur Räumung am 13. April 1945 befand sich am nördlichen Stadtrand des vogtländischen Ortes Lengenfeld, in der Nähe der Walkmühle, ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg.
Bereits im Jahre 1943 wurden die Magdeburger Junkerswerke nach Lengenfeld verlegt, um die für Nazideutschland kriegswichtige Produktion von Einspritzdüsen für Flugzeugmotoren vor Luftangriffen zu schützen. Unter dem Decknamen „Leng Werke“ wurde dort in der ehemaligen Baumwollspinnerei zunächst von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, ab Oktober 1944 dann auch von KZ- Häftlingen produziert.
Etwa eintausend Menschen, vor allem polnischer Herkunft, aber auch ungarische Juden, Franzosen und Holländer, wurden zur Zwangsarbeit verurteilt; 246 gingen an den fürchterlichen Haftbedingungen zugrunde. Nach Abgleich mit der Häftlingsliste aus Flossenbürg, die Friedrich Machold im Dezember 2006 erhielt, sind weitere achtzehn Todesopfer nachweisbar. Nach dem Räumungsbefehl des Lagers am Walkmühlenweg machten sich am späten Abend des 13. April 1945 etwa siebenhundert gehfähige Menschen auf den sogenannten „Evakuierungsmarsch“, der für viele der Häftlinge zum Todesmarsch wurde. „Zum Kriegsende schob die SS die Gefangenen willkürlich zwischen Hauptlager und Außenlagern hin und her“, erklärt dazu Machold. Über Rodewisch, Schönheide, Eibenstock, Johanngeorgenstadt und Marienbad endet der Marsch am 26. April 1945 kurz vor dem Stammlager in Flossenbürg mit dem Erschießen der letzten Häftlinge. Der Lengenfelder Ortschronist wird dabei nicht müde, immer wieder nach neuen Fakten zu forschen. „Den Toten die Persönlichkeit wiedergeben“, nennt das der umtriebige 65-Jährige. Erst im letzten Jahr konnte Machold seinen Forschungen wieder ein Mosaiksteinchen hinzufügen. Im Archiv der Gemeindeverwaltung Schönheide fand sich – jahrelang unbeachtet - ein Schriftstück, aus dem hervorgeht, dass „32 nichtidentifizierbare Menschen“ hier notdürftig vergraben wurden. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist unter den Opfern auch der Bruder von Bernard Miannay aus Nizza. „Er war Mitglied der Résistance und über Auschwitz und Flossenbürg nach Lengenfeld gebracht worden“, so Machold. Die in Schönheide gefundenen Leichname wurden „würdig in Holzsärgen“ beerdigt, wie der Historiker nun weiß. Kurz vor Weihnachten konnte Friedrich Machold diese Nachricht nach Nizza schicken. Bewegende Momente erlebte der Historiker auch, als im vergangenen Sommer Dioniso Dorigo aus Italien mit Familie vor seiner Tür stand. Der heute 85-Jährige war als IMI (Italienischer Militärinternierter) im Lengenfelder KZ inhaftiert. Machold bat ihn, seine Erinnerungen an die Zeit im Lager aufzuschreiben, was Dorigo, nicht zuletzt auf das Drängen seiner Ehefrau hin, auch tat. Sechs Seiten verfasste der Italiener, die an die wohl furchtbarsten Monate seines Lebens erinnern. So wie er tat das auch Frantisek Wretzl aus Prag, der ebenfalls schriftlich den Lageralltag schilderte. Auf Einladung des Lengenfelder Bürgermeisters Volker Bachmann weilte der Tscheche im Jahre 2008 für drei Tage im Vogtländischen. Der ehemalige Häftling mit der Nummer 27352 fuhr mit einer Reisegruppe in zwei Bussen vierzehn Tage lang durch die ganze Republik, um einstige Konzentrationslager – die Stätten furchtbaren Leids – zu besichtigen. Was Friedrich Machold dabei besonders überraschte: „Neben zehn ehemaligen Häftlingen waren der ‚Rest‘ der Gruppe ausschließlich geschichtsinteressierte Jugendliche.“
Betroffenheit herrscht bei dem Historiker noch heute, wenn er mit ehemaligen Häftlingen spricht. „Ich erinnere mich an wunderbare Begegnungen und trotzdem bleibt da so ein Stück Schuld. Und das, obwohl ich erst zum Kriegsende geboren wurde.“ Nach Macholds Meinung spiegelt sich die Aufarbeitung der Naziverbrechen auch in der gesamtdeutschen Geschichte wider. „Im Osten wurde der kommunistische Widerstand propagiert, meist waren es sowjetische Opfer; im Westen allerdings verdrängte man dieses Kapitel zum großen Teil.“ Erst nach der politischen Wende habe es viele neue Informationen gegeben, „Archive konnten erschlossen und Überlebende befragt werden.“
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| 28. Januar 2010 /OTZ |
Kurz notiert: |
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Trotz eisiger Kälte kein Ansturm auf Herberge
Noch freie Plätze in Obdachlosenunterkunft
Greiz (OTZ/KG).
Trotz der lang anhaltenden eisigen Kälte gibt es keinen Ansturm auf die Herberge Aubachtal, sagt Thomas Gerling von der Volkssolidarität auf Nachfrage. "Zum Glück haben wir hier keine Zustände wie in Frankfurt am Main, Hamburg oder Berlin mit überfüllten Obdachlosenheimen", so Gerling.
Sieben Leute suchen derzeit in der Herberge Unterschlupf, Platz wäre für weitere zehn bis 15 Hilfesuchende da. "Wir schicken keinen weg", betont der Greizer Volkssolidaritäts-Chef.
Tee und Suppen seien gerade bei diesen Temperaturen heiß begehrt, für entsprechende Spenden wäre Thomas Gerling dankbar.
Teil eines Hofladers geklaut
Hohndorf (OTZ).
Unbekannte Täter verschafften sich in der Nacht von Montag zum Dienstag widerrechtlich Zutritt zum umfriedeten Firmengelände der Agrarprodukte Hohndorf, Gelände der Milchviehanlage, im Vogtländischen Oberland. Hier entwendeten diese eine Aufnahmeplatte eines Hofladers. Der Schaden wird auf 2000 Euro beziffert. Die Polizeiinspektion Greiz sucht Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können. Wer etwas gesehen hat, meldet sich unter Tel. (03661) 62 10.
Karikatur des Tages
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Die neuen Lotsen gehen an Bord
Zeichnung: OTZ/Bruns
ZUM TANNENBAUMVERBRENNEN
in Gommla fanden sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Einwohner des Ortsteils ein, um in gemütlicher Runde zu plaudern und das große Feuer zu bewundern. Ein Feuerwerk war Höhepunkt des Abends.
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Schulprobleme lösen
Langenwetzendorf. Seit mittlerweile 30 Jahren bietet die Nachhilfeschule Mini-Lernkreis Hilfe bei Schulproblemen an. Nun gibt es den Mini-Lernkreis auch in Triptis, Auma, Triebes und Langenwetzendorf.
Der Mini-Lernkreis führt mit Fachkräften unterrichtsbegleitende Förderkurse in Deutsch, Mathe und allen Fremdsprachen durch. Diese Nachhilfekurse werden für alle Klassenstufen und Schulformen angeboten. Die Schulprobleme der MiniLernkreis-Teilnehmer werden durch individuelle Förderung behoben. Aufgrund von speziell entwickelten Einstufungstests in den Fächern Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch ist es
möglich, auf den individuellen Lernstand der Teilnehmer einzugehen und Lernschwächen von Grund auf zu beheben. Deshalb werden bereits nach vier bis fünf Monaten bei zirka 80 Prozent der Teilnehmer Leistungsverbesserungen verzeichnet. Eigenes Unterrichtsmaterial wird zur Förderung verwendet. Eigens für die Lehrgänge wurden gemeinsam mit einem Schulbuchverlag Mini-Lernkreis-Lehrbücher entwickelt, die zunächst zur Förderung des Grundwissens dienen. Parallel dazu wird aber auch mit den jeweiligen Unterrichtsbüchern der Kinder gearbeitet.
Mehr Infos für interessierte Schüler und Lehrer gibt es unter Tel.: (03744) 18 26 08.
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