16. Januar 2010 /Antje-Gesine Marsch

Raum der Geborgenheit geschenkt

Mit einem feierlichen Gottesdienst wurden Rosemarie und Gerhard Jalowski verabschiedet.
Mit einem feierlichen Gottesdienst wurden
Rosemarie und Gerhard Jalowski
verabschiedet.

Hauseltern Jalowski beenden aktiven Dienst - Neue Geschäftsführerin des Diakonievereins Carolinenfeld eingesegnet - Gottesdienst in voll besetzter Greizer Stadtkirche

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

"Wir werden mit den uns Anvertrauten leben wie in einer Familie" hatten sich Rosemarie und Gerhard Jalowski fest vorgenommen, als sie im Jahre 1968 ihren Dienst in Carolinenfeld antraten. Die damaligen Zustände im Wohnheim für Behinderte waren mit den heute herrschenden in keinster Weise zu vergleichen, wie OKR Eberhard Grüneberg zur Verabschiedung der Hauseltern am Freitagmittag in der Greizer Stadtkirche ausführte.
Wie Gerhard Jalowski anlässlich der Verleihung des Werte-Awards im November vergangenen Jahres sagte, seien behinderte Jugendliche in der früheren DDR vom Staat vergessen worden. Gegen dieses Vergessen haben sich Rosemarie und Gerhard Jalowski mit höchstem persönlichen Engagement gewehrt und mit ganzer Kraft dafür eingesetzt, diesen Menschen ein würdiges Dasein zu ermöglichen. „Zu DDR-Zeiten hatten wir im Carolinenfeld eine Vision, die wir mit den damaligen Insassen verfolgten, als noch lange nicht an so eine aktive Mitarbeiterschaft wie heute zu denken war“, erinnert sich Jalowski kürzlich. Es habe ab 1990 einen „Quantensprung“ gegeben, kaum vorhersehbar und doch für alle von Segen. Jalowski, der zwanzig Jahre vor und zwanzig Jahre nach der politischen Wende das Amt des Heimvaters innehatte, sprach auch von "vielfältigen Erfolgen, die von Gott geführt wurden“. OKR Grünberg, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes, entpflichtete das Ehepaar Jalowski von ihrem Dienst und segnete ihren weiteren Lebensweg. Er dankte ihnen für die „Kraft, die Liebe und Treue“ und würdigte die Früchte ihres Wirkens, „die sichtbar sind“.
„Das schwierige Erbe“, wie Grüneberg es nannte, übernahm am 1. Dezember 2009 die aus Pirna stammende Gudrun Dreßel. Die 36-Jährige studierte Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaften und arbeitete seit dem Jahre 2002 in der diakonischen Stiftung Carolinenheim Apolda, „bringt also gute Erfahrungen im Umgang mit behinderten Menschen mit“, wie Pastorin Christine Rösch , Pastorin und Vorsitzende des Fachverbandes im Diakonischen Werk anlässlich der Amtseinführung von Gudrun Dreßel unterstrich. Mit diesem „Erbe“ der Jalowskis umzugehen, werde sicher schwierig; Carolinenfeld sei schließlich von den Hauseltern „geprägt“, die die „Bewohner und Mitarbeiter auf ihrem Weg immer mitnahmen“.
Sie schenkten den Menschen immer einen „Raum für Geborgenheit“, wie Grüneberg weiß: „Da konnte das Vertrauen in Gott wachsen.“
Der festliche Gottesdienst wurde musikalisch ausgestaltet von Stadtkantor Oliver Scheffels, dem Posaunenchor Greiz-Caselwitz unter Leitung von Matthias Härtig, dem Kirchenchor Greiz-Caselwitz unter Leitung von Michaela Jalowski, Dagmar Martin, Gerd Mallon sowie der gemeinsamen Musiziergruppe der Bertolt-Brecht-Grundschule und der Obergrochlitzer Carolinenschule.

Fotografische Eindrücke -
Innerhalb einer Galerie wird durch Klicken auf das Vorschaubild das Bild in einem neuen Fenster in voller Größe angezeigt.


16. Januar 2010 /OTZ

Umleitungs-Vorschlag steht

Grafik: IG Innenstadt/Kniebel

IG Innenstadt macht Nägel mit Köpfen und legt ihr Konzept zur zweijährigen Umleitung vor

Von Kathrin Schulz Greiz.

Im „El Cabana" wurde am Donnerstagabend heiß diskutiert: Die Interessengemeinschaft Innenstadt wird beim nächsten Treffen mit dem Greizer Bürgermeister, das voraussichtlich in der nächsten Woche stattfinden kann, einen konstruktiven Vorschlag auf den Tisch des Rathauses legen können, wie die Umleitung während des zweijährigen Baus an der Hauptverkehrsader August-Bebel-Straße gestaltet werden kann.
Dabei, so Geschäftsmann Peter Kniebel, habe man sich auf die wichtigsten Eckpunkte zur Verkehrsführung durch die Innenstadt geeinigt, um auf dem vielschichtigen Genehmigungsweg durch die Behörden nicht zu viele Fronten aufzumachen. „Der Stadtrat hat das neue Verkehrskonzept in die Ausschüsse verwiesen", erinnert Peter Kniebel an den Dezember-Beschluss im Ratssaal. Jetzt habe das Umleitungskonzept für die August-Bebel-Straße Vorfahrt, da die Sanierungsarbeiten bekanntlich am 6. April beginnen sollen und die Umleitung, die für die nächsten zwei Jahre steht, bis März definitiv in Sack und Tüten sein muss.
Die Variante der Interessengemeinschaft legt Wert auf einen flüssigen Verkehrsfluss ohne Schranke am Ende des Westernhagenplatzes. Eine Variante, die mit wenig Aufwand verbunden ist und die vor allem die Innenstadt nicht veröden lässt, wie auch Siegmar Richter betonte, der am 14. Dezember bei einem ersten Gespräch mit Bürgermeister Gerd Grüner dabei war.
Dr. Mathias Stirkat stellte den Anwesenden im „El Cabana" die Grundgedanken des Umleitungsvorschlages der IG vor. Herzlich begrüßte er dazu auch die Fraktionsvorsitzenden bzw. -vertreter des Stadtrates Harald Jatho (SPD), Holger Steiniger (Die Linke), Wilhelm Wüstner (FDP), Jens Geißler (IWA) und Christiane Lorenz (CDU).

Siegmar Richter: Greiz ist kein
Experimentierfeld für Stadtplaner.
Dr. Mathias Stirkat: Wir wollen die
Innenstadt befahrbar halten.
Peter Kniebel: Wir legen einen
konstruktiven Vorschlag auf den Tisch.

Wichtige Prämisse im Konzept: Die Busse fahren über die Friedensbrücke zum Puschkin- platz und zurück ein und aus, so dass 400 Busse keine weiteren Straßen der Innenstadt blockieren bzw. in Staus stehen, denn der öffentliche Personennahverkehr hat Vorfahrt. Die Thomasstraße sollte als Einbahnstraße in Richtung Puschkinplatz und die Marienstraße ebenfalls stadtauswärts als Einbahnstraße befahrbar sein. Wer aus Richtung Reichenbach kommt, kann über die Obere Silberstraße, Marstallstraße, Schlossbrücke in Richtung Kreisel ausweichen. Inwieweit für die Brückenstraße eine Veränderung infrage kommt, blieb noch offen. Der Vorschlag, die Brückenstraße aus Richtung Kreisel/Freiheitsbrücke stadteinwärts zu befahren, stieß bei den Anliegern auf wenig Gegenliebe. Zudem, das warf Torsten Röder von Haus & Grund ein, müsste die Fußgängerzone Brückenstraße zunächst wieder als öffentliche Straße gewidmet werden. Auch eine vorgeschlagene Route über den Markt stellte die IG am Donnerstag zunächst zurück, ebenso blieben weitere Vorschläge zum Neuen Weg beispielsweise außen vor, um das Konzept nicht zu überfrachten. Harald Jatho (SPD) stellte zunächst fest, dass auch er sich nicht mit einer Schranke wie im Konzept der Stadtplaner vorgesehen anfreunden könne. Allerdings habe die Diskussion des Abends gezeigt, dass es auch schwierig sei, Konsens und eine ideale Lösung zu finden. Der Vorschlag der IG gehöre in den Bauausschuss, wie er meinte. Zudem wünsche er sich, dass Stadt und IG gemeinsam gegenüber der Verkehrsbehörde auftreten.

Kommentar

Ohne Schranken

Von Kathrin Schulz

Dass die Vorstellungen für das neue Verkehrskonzept bei den Geschäftsleuten der Innenstadt auf wenig Gegenliebe stoßen, hat sich ja inzwischen rumgesprochen. Aber eine geplante Schranke, die den Verkehr in Höhe von Westernhagenplatz/Am Markt teilen soll, ist wahrlich der Hit. Mit Schrecken, so Peter Kniebel von der IG Innenstadt, habe er beim Gespräch mit dem Bürgermeister feststellen müssen, dass die Schranke nicht, wie er zunächst angenommen hatte, eine Ente, sondern tatsächlich geplant ist.
Siegmar Richter, der zum Verhandlerteam gehört, warf ein, dass Gerd Grüner im Gespräch abgewiegelt habe, schließlich werde nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Mag sein, aber auch von lauwarmen Speisen könne einem schlecht werden, so Richter, der im Namen der IG ausdrücklich vor einer Verödung der Innenstadt warnt. Tief "Daisy" hatte den hiesigen Geschäftsleuten durchaus einen Vorgeschmack beschert.


16. Januar 2010 /OTZ

Spiel und Spaß am Rodelhang

Tino Neudeck und Lucas waren am schnellsten.
Tino Neudeck und Lucas
waren am schnellsten.

Kinder und Eltern ermitteln schnellste Rodler in Gommla

Von Susann Grunert Gommla (OTZ).

Was für Autofahrer eine Plage, ist für Kinder die reinste Wonne. Für die Kleinen kann Frau Holle gar nicht genug Schnee vom Himmel fallen lassen. So herrschten gestern dank des anhaltenden Winters auch optimale Bedingungen für das erste Familienrodelfest in Gommla auf dem Hang hinter der Kirche. Initiator des lustigen Treibens waren die Erzieherinnen und die Mitglieder des Elternrates der Kindertagesstätte "Gommlaer Waldwichtel". "Wir dachten, das wäre ein schöner Start in das neue Jahr und in die Festivitäten des Kindergartens", erzählt Kita-Leiterin Kirsty Nicol. Schon die ganze Woche waren die kleinen Waldwichtel eifrig dabei, den Rodelhang zu präparieren, weiß doch jedes Kind, dass es sich nur auf glattem Untergrund schön schnell den Berg hinunter sausen lässt. Doch bestand der Spaß zum Rodelfest nicht nur aus reinem Schlitten fahren. Zur Ermittlung des schnellsten Papas und der schnellsten Mama wurden auch die Eltern zur sportlichen Ertüchtigung gebeten. Um die Siegerurkunde zu erhalten, galt es, als Erster samt Schlitten und Nachwuchs den Berg hinauf zu eilen und anschließend wieder herunter zu rodeln. Tino Neudeck mit Lucas und Silke Gruschwitz mit Til bewiesen dabei als Sieger echte Rennfahrerqualitäten.
Auch mit Staffellauf und Schneeball-Zielwurf wurde sich die Zeit vertrieben. Zum Aufwärmen standen heiße Getränke bereit, mit Würstchen konnten hungrige Mägen gestillt werden. Bei so viel Spaß im Schnee wird es bei der Premiere des Familienrodelfestes sicher nicht bleiben.


16. Januar 2010 /OTZ

Grenzgängerin zwischen Adel und Bürgertum

Christine Gräfin von Brühl zur Lesung.
Christine Gräfin von Brühl
zur Lesung.

Gräfin von Brühl liest im Greizer Bücherwurm

Von Susann Grunert Greiz (OTZ).

"Ich empfinde Greiz als Zuhause" sagt Christine Gräfin von Brühl zu Beginn ihrer Lesung am Donnerstagabend in der gut gefüllten Buchhandlung Bücherwurm. Zuhause ist für eine Frau wie die Gräfin ein großes Wort. Als Diplomatentochter in Ghana geboren gehörten Ortswechsel zum Kindheitsalltag der geborenen Blaublüterin. Verwurzelt in der Familie Heinrich von Brühls sorgte sie mit ihrem bürgerlichen, aus Greiz stammenden Mann für Aufregung in der Adelswelt.
So konnten die Besucher neben einigen Zeilen aus ihrem Roman "Out of Adel", in dem sie die Liebesgeschichte zwischen einer schwäbischen Adligen und einem ostdeutschen Künstler mit biographischen Zügen erzählt, auch Eigenheiten der feinen, adligen Gesellschaft kennenlernen. Gespannt verfolgten vor allem die weiblichen Besucher die Ausführungen der sympathischen Gräfin. Wer träumte sich nicht als kleines Kind in die Welt der Aristokraten, in herrliche Schlösser, rauschende Bälle und raschelnde Roben. "Und ja, es ist immer noch so", nahm Christine Gräfin von Brühl gleich die Antwort auf die brennendste Frage vorweg. Wie schon vor Jahrhunderten sind Familienzusammenhalt und die Pflege uralter Traditionen unter Adligen immens wichtig.
Interessiert hörten die Gäste der Lesung vom ersten Treffen zwischen der Gräfin und ihrer großen Liebe "Schrat", verfolgten gespannt die geschockte Reaktion der adligen Familie auf den bürgerlichen Familienzuwachs, "schließlich werden bei den Adligen die Verbindungen am grünen Tisch getroffen", wie die Gräfin der schmunzelnden Menge erläutert. Handlungsorte des unterhaltsamen Buches wie Sommerpalais und Oberes Schloss machen den Greizer Zuhörer natürlich besonders stolz. Erfundene und reale Geschichte gehen übrigens gut aus, im Roman und wahren Leben wurde schließlich geheiratet.


16. Januar 2010 /OTZ

Abschied für Hauseltern Jalowski

Feierliche Verabschiedung von Rosemarie und Gerhard Jalowski durch Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg und Einführung der neuen Diakonie-Geschäftsführerin Gudrun Dreßel (4.v.l.) in der Greizer Stadtkirche.
Feierliche Verabschiedung von Rosemarie und Gerhard Jalowski
durch Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg und Einführung der
neuen Diakonie-Geschäftsführerin Gudrun Dreßel (4.v.l.)
in der Greizer Stadtkirche.
Foto: OTZ/ Freund

Gudrun Dreßel übernimmt die Führung des Diakonievereins Carolinenfeld in Greiz

Von Kathrin Schulz Greiz (OTZ).

Sie war noch nicht geboren, als ihre Vorgänger eigentlich die erste Kur gebraucht hätten, wie Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes, gestern mit einem Augenzwinkern während des feierlichen Gottesdienstes in der Greizer Stadtkirche feststellte. Er sprach Gerhard und Rosemarie Jalowski, das letzte Hauselternpaar im Bereich der thüringischen Diakonie, nach 42 Jahren von ihren dienstlichen Pflichten im Diakonieverein Carolinenfeld frei und segnete den weiteren Lebensweg des sichtlich bewegten Paares vor der voll besetzten Stadtkirche. Und in der Tat, Gudrun Dreßel, die als Geschäftsführerin des Diakonievereins Carolinenfeld Greiz e.V. zum 1. Dezember 2009 die Nachfolge Gerhard Jalowskis angetreten hat, ist 1973 - also fünf Jahre nach dem Amtsantritt ihres Vorgängers in Greiz - in Pirna geboren. Ihre Konfirmation erhielt sie im Wendejahr, studierte Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaften in Gießen und Jena, arbeitete zwei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Jena und übernahm 2002 die Leitung des Arbeitsbereiches mit und für Menschen mit geistiger Behinderung der diakonischen Stiftung Carolinenheim Apolda. "Gudrun Dreßel bringt gute Erfahrungen aus der Arbeit mit behinderten Menschen mit", betont Christine Rösch, Pastorin und Vorsitzende des Fachverbandes im Diakonischen Werk anlässlich ihrer Amtseinführung. Grüneberg, der den langjährigen Hauseltern Jalowski bescheinigte, den ihnen anvertrauten Menschen Geborgenheit, Zuflucht und Sicherheit wie in einer großen Familie gegeben zu haben, ist sich sicher, dass Gudrun Dreßel ein Erbe übernimmt, das geprägt ist von den Jalowskis und ihren hohen Maßstäben. "Sie leben ihren Glauben, indem sie anderen Menschen den Raum für Geborgenheit schenken", betont der Oberkirchenrat. Auch Regionalbischof Probst Dr. Hans Mikosch dankte Rosemarie und Gerhard Jalowski mit herzlichen Worten und wünschte Gudrun Dreßel "Gottes Segen, Sensibilität für Menschen und den Schneid, den man braucht, um sich durchzusetzen".
Dem Gottesdienst schloss sich ein Empfang im Fürstensaal des Oberen Schlosses an. Viele Weggefährten, Freunde und Mitarbeiter nutzten die Möglichkeit, das Ehepaar Jalowski mit Dankesworten in den Ruhestand zu verabschieden und Nachfolgerin Gudrun Dreßel kennen zu lernen.

Fotografische Eindrücke -
Innerhalb einer Galerie wird durch Klicken auf das Vorschaubild das Bild in einem neuen Fenster in voller Größe angezeigt.


16. Januar 2010 /OTZ

Neuer Start zum 39. Geburtstag

Petra Selle gratuliert Wirt André Wieruch.
Petra Selle gratuliert Wirt
André Wieruch.

André Wieruch eröffnet "Zum Dagobert" am Greizer Markt neu

Von Kathrin Schulz Greiz.

Gestern, zur Neueröffnung des Lokals "Zum Dagobert" konnten sich die ersten Gäste auch über ein Glas Geburtstagssekt freuen, das der neue Wirt spendierte. Denn André Wieruch, ein gebürtiger Zwönitzer, der einige Jahre Gastronomieerfahrung aus Bayern mitbringt und seit gut zweieinhalb Jahren mit seiner Lebensgefährtin in Greiz zu Hause ist, feierte gestern seinen 39. Geburtstag. "Ein guter Tag für einen Neustart", findet der junge Mann, der zuletzt arbeitslos war.
Als er erfuhr, dass das Lokal "Zum Dagobert" zu pachten ist, bewarb er sich, um am Greizer Markt seine Vorstellungen von Erlebnisgastronomie umzusetzen. Verschiedene Events am Wochenende wie Jugend- oder Familientanz im Saal des Hauses möchte er anbieten. Von 11 bis 2 Uhr ist geöffnet und zu den zwei Spielautomaten, die hier stehen, soll in den nächsten Tagen noch ein Billardtisch kommen, an dem bis zu acht Personen spielen können. Kombiniert mit Snacks, kleinen Speisen und gepflegten Getränken soll im "Dagobert" ein Treff für Leute entstehen, die Unterhaltung in niveauvoller Atmosphäre schätzen, meint Wieruch. Zu den ersten Gratulanten am gestrigen Eröffnungstag gehörte Petra Selle von der Greizer Vereinsbrauerei, die den "Dagobert" mit Bier beliefern wird und viel Erfolg in der Selbstständigkeit wünschte.


16. Januar 2010 /OTZ

Problemlöser im Handel nicht zu haben

Vorsicht bei Diät-Mitteln angesagt

Greiz (OTZ/KG).

Gerade nach den Feiertagen haben sie Hochkonjunktur: Diät-Mittel, die häufig wahre Wunder versprechen. Doch blauäugig sollte man beim Einnehmen solcher Mittelchen nicht sein, warnt Petra Müller, Projektleiterin Ernährung bei der Verbraucherzentrale Thüringen. "Was da angeboten wird, kann schon das Gewicht reduzieren", räumt sie ein. Die Frage sei nur, ob damit auch langfristig positive Auswirkungen auf das Gewicht erzielt werden können. Oftmals mache der Jojo-Effekt alle Bemühungen bereits nach kurzer Zeit wieder zunichte. Mitunter sind bestimmte "Diät-Wundermittel" auch sehr teuer. "Das ist häufig Geld, das nicht ausgegeben werden müsste. Problemlöser sind im Handel nicht zu haben", bringt es Müller auf den Punkt. Auch wenn die Freundin oder Kollegin auf ein Produkt schwört und mit sichtbaren Abnehmerfolgen aufwarten kann, sollte sich keiner täuschen lassen. "Warten Sie lieber und sehen Sie, wie die Kollegin in einem Jahr aussieht, ob sie ihr Gewicht halten konnte", rät Petra Müller.
Kritisch gehen die Leute, so die Verbraucherschützerin, inzwischen mit den Versprechungen auf den Diätmittelprodukten um. "Doch die Hoffnung, dass gerade das neue Produkt funktioniert, ist immer wieder da", weiß Petra Müller. Wenn dann noch "Experten" benannt sind, die die Wirksamkeit bestätigen, lassen sich eben doch viele Abnehmwillige täuschen. Gehandelt werde bei Diätprodukten eben oftmals mit der Hoffnung.


16. Januar 2010 /OTZ

Erste Verhandlung im Justizzentrum

Landgerichtspräsident Peter Granderath
Landgerichtspräsident
Peter Granderath

Am Montag nimmt das Landgericht seine Arbeit am neuen Standort auf - Weitere Behörden folgen bis März

Von Katrin Wiesner Gera (OTZ).

Eine schwere Brandstiftung ist der erste Fall, der am Montag in den Räumen des neuen Justizzentrums in Gera verhandelt wird. An dem Tag nimmt das für ganz Ostthüringen zuständige Landgericht seine Arbeit am modernen Standort im Stadtzentrum auf. Die Richter des Landgerichts zogen in der zurückliegenden Woche als erste in das ehemalige Post-Gelände zwischen Schloss- und Amthorstraße. Landgerichtspräsident Peter Granderath zeigte sich gestern hoch zufrieden über den reibungslosen Ablauf: "Ich bin hellauf begeistert. Trotz der winterlichen Bedingungen ist alles wie am Schnürchen gelaufen." Eine Woche lang hatten Möbelpacker das Geschehen im Landgericht bestimmt. Eine Ruhepause für Justizia war das dennoch nicht. Die Kammern mussten auf notwendige Eilentscheidungen vorbereitet sein. "Das haben wir problemlos abgesichert", sagt Granderath. Am sehnlichsten auf den Umzug werden die Mitarbeiter im Tinzer Schloss gewartet haben. Am Donnerstag wurde es geräumt. Wie schon in den Vorjahren hatten die Mitarbeiter in diesem Winter die maroden Fenster mit Decken abdichten müssen, um verträgliche Temperaturen in den Zimmern zu erreichen. Das ist jetzt Geschichte, das denkmalgeschützte Schloss soll für die Nutzung durch die Berufsakademie saniert werden. Im neuen Justizzentrum sind unterdessen die letzten Vorbereitungen für die Ankunft der Richter getroffen worden. So montierten Häftlinge der Justizvollzugsanstalt Untermaßfeld die im Knast geschreinerten Möbel (wir berichteten). 20 Millionen Euro hat der Investor Incity AG Köln in das neue Justizzentrum investiert, das Land Thüringen mietet die 12 000 Quadratmeter für monatlich 87 000 Euro an. Damit werden die auf 12 Standorte verteilten Justizbehörden konzentriert. Kurze Wege sollen mehr Zeit für die eigentliche Arbeit geben. Zudem nutzte man den Umzug zur internen Neuorganisation: Zivilkammern rücken in der Rudolf-Diener-Straße zusammen, die Strafjustiz im ehemaligen Postkarree. Bis zum März werden Schritt für Schritt weitere Gerichte und die Staatsanwaltschaft einziehen. Verwaltungsgericht, Amtsgericht (Zivilsachen) und Arbeitsgericht sind ab 22. Februar an neuer Adresse zu erreichen. Bereits ab 17. Februar verhandelt das Amtsgericht seine Strafsachen im Postgebäude Schlossstraße. Die Staatsanwaltschaft sitzt ab 1. März im alten Fernmeldeamt. Dann werden insgesamt 420 Mitarbeiter umgezogen, zehn Kilometer Akten transportiert worden sein. Für den besseren Überblick verteilt Justizia in der Anfangszeit an Besucher einen Lageplan.


16. Januar 2010 /OTZ

Die schweren Jungs sind sicher

Polizeichef André Röder
Polizeichef André Röder

Mit dem neuen Justizzentrum erhöhen sich auch die Sicherheitsbedingungen

Gera (OTZ/KW).

Das neue Justizzentrum wird auch die Sicherheitsbedingungen um Welten verbessern. Dass schwere Jungs hinter weiträumigen Straßensperrungen zur Verhandlung geführt werden, soll weitgehend der Vergangenheit angehören. "Das Justizzentrum ist in Sicherheitsfragen ein großer Schritt nach vorn", sagt Geras Polizeidirektor André Röder. Sowohl neue Technik als auch die Lage der Gebäude würden die Sicherheitsbedingungen wesentlich erhöhen. Ganz ohne Straßensperrungen wird es allerdings auch in Zukunft nicht abgehen könnten. Röder und der Führungsstab der Polizeidirektion haben in der Vorwoche bei einer Übung das Justizzentrum aus ihrem Blickwinkel unter die Lupe genommen. Gerade Prozesse mit Personen im Zeugenschutzprogramm, die einer besonderen Abschirmung durch die Polizei unterliegen, werden weiterhin von Sperrungen begleitet sein, wenn auch in wesentlich kleinerem Rahmen. So werden das Durchfahren der Amthorstraße und das Passieren des Justizareals für Fußgänger in solchen Fällen nicht möglich sein. Ziel der Übung sei gewesen, so Röder, Einsatzleiter mit dem Neubau vertraut zu machen. Wenn die Polizei von Richtern um Amtshilfe ersucht wird, müssen Wege zu Zellen, Schleusen und Sälen bekannt sein. Vorab ist zu klären, wo Posten aufgestellt werden oder worauf Streifengänge im Vorfeld zu achten haben. Wo gibt es Einblicke in den Hof, über den die Angeklagten zugeführt werden? Auf Anregung der Polizei wird es hier einen zusätzlichen Sichtschutz geben. Zur Besonderheit des Justizzentrum gehört schließlich seine zentrale Lage; Wohnhäuser schließen unmittelbar an. "Das ist zu beachten, aber kein Sicherheitsdefizit", findet der Polizeidirketor. Dass schweren Jungs eine Flucht gelingen könnte, hält er ohnehin für ausgeschlossen: "Die Chancen gehen gegen Null." Einen Mangel hatte das Landgericht bereits selbst abgestellt. Durch Planungsänderungen war die Treppe zu den Vorführzellen unter den Gerichtssälen zu lang und zu breit ausgefallen. Ein mögliches Risiko. Man hat reagiert: Jetzt wird ein ursprünglicher Zweitzugang als Haupttür genutzt, die große Treppe ist nur Notfallvariante.
Die erste Nagelprobe für Polizei und Justiz wird es am Mittwoch gegeben. Dann wird der Bandidos-Prozess fortgesetzt.


16. Januar 2010 /OTZ

Nachdenkliches zum Wochenende

Mütter

Christina Lang
Christina Lang

Von Pfarrerin Christina Lang, Pöllwitz

„Weil Gott nicht überall sein konnte, schuf er die Mütter" — eine Redensart, die viele Menschen in Erinnerung an ihre eigenen Mütter bejahen werden. Denn die „Mütter sind die erste Quelle der Liebe", wie Litera- turnobelpreis- träger Albert Camus schreibt. Dieser so einleuchtende Satz, trifft, so glaube ich, auch auf Maria zu. Es ist ein ermutigender Gedanke, dass der Sohn Gottes die Liebe zuerst durch eine Mutter erfahren hat.
„Weil Gott nicht überall sein konnte, schuf er die Mütter". Mütter leben mir vor, was Gerechtigkeit, was Liebe und was menschliche Würde bedeuten. Wie die Mütter, die sich vor einigen Jahren in Tschetschenien gegen die Panzer stellten und die Herausgabe ihrer Söhne forderten. Wie die alleinerziehenden Mütter in unserer Gesellschaft. Immer noch werden sie von vielen kritisch beäugt und abgestempelt. Ein Großteil von ihnen ist Empfängerin von Hartz IV. Die wirtschaftliche Stagnation dieses Jahres drängt sie weiter an den unteren Rand der Gesellschaft. Doch trotz fehlender gesellschaftlicher Anerkennung und sinkender sozialer Unterstützung stehen die meisten zu ihren Kindern. Alle diese Mütter tragen den an Weihnachten in Jesus Mensch gewordenen Gott zu den Menschen — wie Maria ihn „über's Gebirg'" zu Elisabeth trägt. Sie helfen mit, dass er in ihren Kindern und in anderen Menschen Mensch werden kann. Man könnte das oben genannte Sprichwort leicht umändern: Damit Gott überall hinkommt, damit er bei allen Menschen sein kann, schuf er die Mütter. Die enge Beziehung der Mütter zu ihren Kindern macht sie verletzlich. So war es bei Maria, die Jesus bis unter das Kreuz begleitete und ihren toten Sohn in den Armen hielt. So ist es heute: In vielen Ländern der Erde geraten in den Kriegen gerade Frauen und Mütter in die Schusslinie: Ihnen und ihren Kindern wird Gewalt angetan. Die Sorge um die Kinder macht sie empfindlich. Aber auch bei uns nehmen Mütter mit Kindererziehung, Haushalt und Berufstätigkeit Doppel- und Dreifachbelastungen auf sich, um ihren Kindern ein Zuhause zu sichern. Gott zu den Menschen zu tragen, kann und sollte gerade auch an und nach Weihnachten heißen: die Mütter bei uns und weltweit zu unterstützen. Alleinerziehende nicht auszugrenzen und für eine gerechtere finanzielle Hilfe einzutreten. Gegen Menschenrechtsverletzungen weltweit die Stimme zu erheben. Der eigenen Mutter nicht nur am Muttertag zu danken. Durch Maria wurde Gott in Jesus Mensch, durch ihr bedingungsloses „Ja" zu Gottes Weg wurde Weihnachten erst ermöglicht. Durch das „Ja" jeder Mutter zu ihrem Kind kann Gottes Liebe in jedem Mensch wachsen, wächst Menschlichkeit und Liebe unter uns. Wie Camus weiter über Geburt und Mütterlichkeit schrieb: „Von da an ist Liebenlernen das, wozu Menschen die meiste Zeit brauchen."


16. Januar 2010 /OTZ

Greiz und Jena im Landesfinale

Zumindest in einer von zwei Klassen, in der Wettkampfklasse III, konnten sich die Basketballer des Greizer Gymnasiums den Gruppensieg sichern. Im Jahrgang 1995 bis 1997 vertreten die Schüler nun beim Landesfinale von „Jugend trainiert für Olympia Ostthüringen.
Zumindest in einer von zwei Klassen, in der Wettkampfklasse
III, konnten sich die Basketballer des Greizer Gymnasiums den
Gruppensieg sichern. Im Jahrgang 1995 bis 1997 vertreten die
Schüler nun beim Landesfinale von „Jugend trainiert für
Olympia" Ostthüringen.
Foto: OTZ/Peter Reichardt

Ostthüringer Gymnasien messen sich zu "Jugend trainiert für Olympia" im Basketball

Von Peter Reichardt Greiz (OTZ).

"Jugend trainiert für Olympia" - diese bundesweite Sportbewegung hat sich im Schulsport aller Altersklassen fest etabliert. Sie wird in den unterschiedlichsten Sportarten ausgetragen und findet ihre Spitze in den bundesweiten Ausscheiden. So auch im Basketball, dessen Regionalfinale für Ostthüringen am Dienstag für die jungen Männer in Greiz über die Bühne ging. Ein Ausscheid in der Wettkampfklasse (WK) II und der WK III, der den Einzug in das Thüringer Landesfinale zum Ziel hatte. Bei den Jungen der WK III (Jahrgänge 1995 bis 1997) waren das Friedrichgymnasium Altenburg, das Angergymnasium Jena, das Zabelgymnasium Gera und das Gymnasium Greiz am Start.
Die Sporthalle in der Greizer Neustadt war der würdige Rahmen für dieses Regionalfinale, das die vier Mannschaften mit viel Enthusiasmus angingen und tolle Spielszenen auf dem Spielfeld ablieferten. Favorisiert waren die Jungen vom Angergymnasium Jena, doch die Mannschaft des Greizer Gymnasiums konnte sich mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und taktischen Geschick den Turniersieg erkämpfen und damit den Einzug in das Thüringer Landesfinale feiern.
Den Grundstein für diesen Erfolg legten die Greizer bereits im ersten Spiel gegen das Friedrichgymnasium Altenburg, das sie mit 14:10 gewannen. Das Schlüsselspiel dieses Turniers fand zwischen den Mannschaften des Gymnasiums Greiz und des Angergymnasiums Jena statt. Die Greizer Gymnasiasten standen in der Deckung besser, so dass sie mit einem 10:17-Erfolg vom Hallenparkett gingen. Im Schlussspiel des Regionalfinales trumpften die Greizer noch einmal voll auf, waren mit schnellen Spielzügen unter dem gegnerischen Korb erfolgreich und besiegten die Geraer Jungen vom Zabelgymnasium mit 32:6. Damit war klar, dass in der WK III das Greizer Gymnasium Ostthüringen im Thüringer Landesfinale vertritt.
In der WK II (Jahrgänge 1993 bis 1996), dieses Regionalfinale fand am gleichen Tag in der Sporthalle der Regelschule Greiz-Pohlitz statt, wollten es die jungen Männer des Greizer Gymnasiums ihren jüngeren Sportkameraden gleich tun, konnten sich aber nicht gegen die geballte Kraft der Mannschaften des Jenaer Angergymnasiums und des Altenburger Lerchenberg-Gymnasiums durchsetzen. Hier waren es die Vertretungen des Altenburger Landes, des Kreises Greiz, des Saale-Holzland-Kreises sowie die Städte Gera und Jena, die um den Einzug in das Thüringer Landesfinale kämpften.
Gegen die jungen Männer des Angergymnasiums Jena konnten die Greizer Gymnasiasten nicht ankommen und verloren mit 24:10. Das Spiel zwischen dem Greizer Gymnasium und dem Lerchenberggymnasium Altenburg führte zu einer ganz knappen 8:9-Entscheidung zu Gunsten der Altenburger. In der Partie Zabelgymnasium Gera gegen Gymnasium Greiz hatten die Greizer das Quäntchen Glück auf ihrer Seite und siegten mit 8:10. Im letzten Spiel trumpfte Greiz noch einmal auf und besiegte die Alterskameraden von der Regelschule Stadtroda mit 24:4. Die Mannschaft des Angergymnasiums Jena zieht mit vier Siegen für die Region Ostthüringen in das Thüringer Landesfinale ein.

Statistik WK III, Ergebnisse:
Greiz - Altenburg 14:10,
Jena - Gera 21:8,
Gera - Altenburg 13:18,
Greiz - Jena 17:10,
Jena - Altenburg 15:13,
Greiz - Gera 32:6.
Platzierungen:
1. Gymnasium Greiz
2. Angergymnasium Jena
3. Friedrichgymnasium Altenburg
4. Zabelgymnasium Gera WK II,
Ergebnisse:
Greiz - Jena 10:24,
Stadtroda - Gera 5:17,
Greiz - Altenburg 8:9,
Altenburg - Stadtroda 17:8,
Gera - Jena 9:39,
Greiz - Gera 10:8,
Stadtroda - Jena 2:43,
Greiz - Stadtroda 24:4,
Jena - Altenburg 38:2,
Altenburg - Gera 16:6.
Platzierungen:
1. Angergymnasium Jena
2. Lerchenberggymnasium Altenburg
3. Gymnasium Greiz
4. Zabelgymnasium Gera
5. Regelschule Stadtroda

Fotografische Eindrücke -
Innerhalb einer Galerie wird durch Klicken auf das Vorschaubild das Bild in einem neuen Fenster in voller Größe angezeigt.


16. Januar 2010 /OTZ

Schlammschlacht um Boxberg überforderte manchen Trabi

Das Rallyeteam Ralf Eckl und Co-Pilot Jens Krajewski ging 2009 erstmals beim Lausitzcup an den Start.
Das Rallyeteam Ralf Eckl und Co-Pilot Jens Krajewski ging 2009
erstmals beim Lausitzcup an den Start.
Foto: privat

Rückblick auf den Lausitzcup 2009 im Rallyesport aus Langenwetzendorfer Sicht - Teil 2

Von Ralf Eckl Langenwetzendorf.

Im Rahmen des parallel laufenden Trabicups fand Mitte Oktober der letzte und entscheidende Lauf des Lausitzcups statt - die Lausitzrallye um Boxberg. Sechs Wertungsprüfungen über rund 100 Kilometer und 100 Prozent Schotter verlangten den Teams alles ab. Die Ausgangslage war klar definiert - wer hier gut durchkam, würde als Sieger des Lausitzcups hervorgehen. Die Klasse war mit zwölf Trabis stark besetzt. Schon im Training zeichnete sich ab, was sich während der Veranstaltung abspielen sollte. Die Strecken waren durch ergiebige Regenfälle komplett aufgeweicht und standen teilweise völlig unter Wasser. Somit glich die Rallye schon zum Training einer Offroadveranstaltung. Am Samstag wurde die Strecke zwar trockener, aber für die Teilnehmer im hinteren Starterfeld zur wahren Mut- und Geduldsprobe, denn durch die rund 160 Fahrzeuge wurden die Strecken so tief ausgefahren, dass nur mit wahnsinnigem Fahrgefühl ein Durchkommen möglich war. Was man dabei der Technik zumutete, sah man am Ende durch die hohe Ausfallquote.
Ralf Eckl, der bis dato Führende, hatte sich für diese Veranstaltung viel vorgenommen und wollte mit einer taktisch klugen Fahrweise den Cupsieg einfahren. Doch es sollte anders kommen...Schon vor Beginn der Rallye mussten beim Testtag Motor und Getriebe ausgetauscht werden. Dank des großen Einsatzes des Serviceteams konnten die technischen Mängel zunächst beseitigt werden. Doch bereits auf der zweiten Prüfung des 1. Tages kostete eine abgerissene Getriebeaufhängung viel Zeit. Am Samstag hatte man sich für die übrigen vier Prüfungen Einiges vorgenommen. Schon auf der ersten und mit rund 26 Kilometern längsten Prüfung der Rallye ließ man Fakten folgen. Nach etwa der Hälfte der Prüfung schloss man auf das vorher gestartete Team auf. Dies motivierte wohl so sehr, dass man kurz darauf das eigene Auto unsanft im tiefen Schlamm versenkte und nur mit Hilfe bergungswilliger Zuschauer die Strecke wiederfand. Auf der anschließenden Prüfung quittierte der Trabi seinen Dienst und entledigte sich kurzerhand eines Rades. Die mühevolle und zeitraubende Notreparatur brachte kein Happy End, denn auf der Fahrt zur nächsten Prüfung kollabierte das Differenzial und man musste endgültig aufgeben. Somit war auch der Traum vom Cupsieg ausgeträumt. Das zweite Team mit Martin Christ und Copilot Tino Krajewski - immer noch im Ersatzwagen im Einsatz - musste am Freitag aufgrund eines Zündungsproblems passen und konnte erst am Samstagmorgen dank des Superrallye-Prinzips ins Geschehen eingreifen. Mit konstant guten Zeiten profitierte man von den zahlreichen Ausfällen und konnte am Ende trotz massiver Getriebeprobleme auf der letzten Prüfung den 4. Platz in der Klasse sichern. Im Lausitzcup belegte man somit Gesamtrang drei. Für Thomas Grimm und Daniel Ehrhardt lief dagegen fast alles perfekt. Mit Topzeiten am Freitagabend hatte man sich die Führung in der Klasse erkämpft. Am Samstag ließ man es etwas ruhiger angehen und konnte am Ende trotz eines Reifenschadens die Rallye als verdiente Klassensieger beenden. Ärgerlich nur, dass das Team für den Lausitzcup nicht gewertet wurde, da man an der ersten Veranstaltung nicht teilgenommen hatte. So nützten am Ende auch die beiden Klassensiege nichts. Im Lausitzcup als lachender Dritter ging das Brüderpaar Wolski auf Fiat Polski hervor und wurde unerwartet Cupsieger. Sie hatten zwar keine Chance gegen die schnellen Trabis wegen unterlegener Technik, aber durch taktisch kluge Fahrweise und Dank der Haltbarkeit der Technik sah man dreimal das Ziel, was letztlich zum verdienten Cupsieg reichte. Somit gab?s lange Nasen im Trabilager - aber der Cupsieger wurde mit großem Respekt beglückwünscht und geehrt. Auch in diesem Jahr, versichert Ralf Eckl, will man im Lausitzcup wieder angreifen.


16. Januar 2010 /OTZ

Zehn Medaillen für RSV-Youngster

Lucas Kahnt
Lucas Kahnt

Ringen, Landesmeisterschaften, Nachwuchs

Zella-Mehlis (OTZ/Rudi Stöhr).

Traditionell eröffnen die D- und E-Jugendlichen sowie weiblichen Schüler und Jugendlichen die Thüringer Meisterschaften im Freistilringen. Die diesjährigen fanden am 9. Januar in Zella-Mehlis statt. Ausrichter war der AV Jugendkraft/Concordia Zella-Mehlis. Vom RSV Rotation Greiz gingen je drei Schülerinnen und E-Jugendliche sowie sechs D-Jugendliche auf die Matten. Die weiblichen Schüler (Jahrgänge 1998-2003) waren Jenny Hirsch (25 kg), Katja Grunert (38 kg) und Eyleen Sewina (40 kg). Hirsch, Vorjahreszweite, besiegte ihre einzige Gegnerin J. Stolze (RSV Heldrungen) auf Schulter und wurde Landesmeisterin. Grunert, Vorjahresdritte, unterlag N. Große (SV Sömmerda) auf Schulter und wurde Vizemeisterin. Sewina machte es Hirsch gleich und holte sich den Titel nach zwei Schultersiegen über J. Müller (TuS Jena) und A. Scholz (Sömmerda).
Bei den E-Jugendlichen (2002/03) starteten Lucas Hanke (21 kg), Maximilian Böttger (23 kg) und Kilian Schinnerling (27 kg). Hanke verlor gegen Fl. Funke (Zella-Mehlis) und F. Hofmeister (ZSG Waltershausen) auf Schulter und freute sich über Bronze. Böttger startete mit einem Technischen Überlegenheitssieg gegen M. Meinhardt (Jena) und ließ zwei Schultersiege über die Sömmerdaer M. Dittmar und E. Zühlschorff folgen. Nach Schulterniederlage gegen J. Rostowski (Heldrungen) wurde er Vizemeister. Schinnerling hatte mit J. Trillhose (Sömmerda) nur einen Gegner, den er auf den Ast legte und Landesmeister wurde.
In der D-Jugend (2000/01) gingen Jeremy Henschel, Marcel Hofmann (beide 29 kg), Lucas Kahnt (31 kg), Florian Reissaus (38 kg), Anton Golle (42 kg) und Elias Elster (50 kg) auf die Matten. Henschel, Vorjahresmeister in der E-Jugend, besiegte M. Friebe (FRV Waltershausen) nach Punkten und P. Dürer (Zella-Mehlis) auf Schulter. Nach Schulterniederlage gegen L. Wahl (Zella-Mehlis) wurde er Vizemeister. Hofmann startete mit Schultersieg über N. Genc (Zella-Mehlis), verlor gegen L. Wahl auf Schulter und gegen M. Friebe nach Punkten, womit er Vierter wurde. Kahnt, Vorjahresmeister der E-Jugend, holte sich nach Schultersiegen über K. Brandt, E. Schuck und Punktsieg über D. Richter den Meistertitel. Reissaus kassierte im ersten Kampf eine Punktniederlage gegen M. Mangeknecht (Zella-Mehlis). nach Schultersieg über R. Schleicher (SV Lok Altenburg) und zwei Schulterniederlagen gegen T. Unger (Zella-Mehlis) und A. Stöckmann (Sömmerda) blieb für ihn der vierte Platz. Golle wurde nach Schultersieg über A. Fink (Zella-Mehlis) und Niederlage auf Schulter gegen V. Knaus (Jena) Vizemeister. Dies wurde auch Elster nach Schulterniederlage gegen S. John (PSV Erfurt). In der Vereinswertung belegten die Greizer den 3. Platz.


16. Januar 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Winterfest und Winterwanderung in Berga

115 Jungen und Mädchen hatten am Freitag Spaß im Schnee. Die Schüler der Bergaer Grundschule feierten ihr erstes Winterfest, zu dem sie an verschiedenen Stationen Winterspiele absolvierten, wie hier Schneeball-Zielwerten. Und auch am Wochenende hat die kalte Jahreszeit Berga im Griff: Für Sonntag ab 13 Uhr lädt die Abteilung Wandern des FSV Berga zur diesjährigen Winterwanderung über zehn Kilometer ein. Treffpunkt ist das Denkmal am Brandplatz.
Foto: M. Hilbert

115 Jungen und Mädchen hatten am Freitag Spaß im Schnee. Die Schüler der Bergaer Grundschule feierten ihr erstes Winterfest, zu dem sie an verschiedenen Stationen Winterspiele absolvierten, wie hier Schneeball-Zielwerten. Und auch am Wochenende hat die kalte Jahreszeit Berga im Griff: Für Sonntag ab 13 Uhr lädt die Abteilung Wandern des FSV Berga zur diesjährigen Winterwanderung über zehn Kilometer ein. Treffpunkt ist das Denkmal am Brandplatz.


Karikatur des Tages

Tricky-Gysi ahnungslos
Tricky-Gysi ahnungslos
Zeichnung: OTZ/Bruns


| zurück | Seitenanfang | Impressum |